Freitag, 26. Oktober 2018

Böse Folgen der Cannabislegalisierung

 

Schlechte Argumente gegen die Freigabe von Hanf zu Genusszwecken.

 

Archiv/ Su

 

Nicht in allen Kreisen wird die erfolgreiche Wiederkehr der Hanfpflanze mit glücklichen Gedanken verfolgt. Genügend Prohibitionisten stehen der Legalisierung von Cannabis weiterhin sehr skeptisch gegenüber und wollen positiven Entwicklungen in dieser Beziehung nicht genügend Gewicht verleihen, welche eine Sinnhaftigkeit in der veränderten Drogenpolitik bestätigen können. Da sich sogar die amerikanische Regierung unter Donald Trump noch die Mühe macht, Negativschlagzeilen über Marihuana konzentriert durch ein Anti-Cannabis-Team in eine zum Großteil schon von der Hanffreigabe überzeugte Bevölkerung zu transportieren, wird offensichtlich, mit welchen Mitteln eine alte Garde den Fortschritt noch krampfhaft aufzuhalten versucht. Böse Folgen der Cannabislegalisierung könnten bisher unentschlossene Personen schließlich an den Gedanken hindern, die Thematik gesamtheitlich zu betrachten und eine Abkehr der Strafverfolgung zu befürworten.

 

Dass die bisher genutzten Argumente und Beobachtungen, die gegen eine Legalisierung von Cannabis sprechen, hierbei jedoch nur bedingt Verwendung finden dürften, ließen amerikanische Publikationen als direktes Paroli auf die Bildung der Anti-Hanf-Truppe abdrucken, damit die Diskussion nicht mit falschen Tatsachen geführt werden muss. Eine Analyse der möglichen Negativtrends der Legalisierung zeigt nämlich, inwieweit gewisse Statistiken nur einen Teil der Wahrheit beinhalten und tatsächliche Gegebenheiten verschwimmen lassen. Damit in kommenden Gesprächen über die geforderte Beendigung der Prohibition nicht hierzulande mit den falschen Angaben gepunktet werden kann, folgen hier die Fakten, welche auch durch die Washington Post Verbreitung fanden:

 

Marihuanagebrauch ist am Steigen
Prozentsatz der im letzten Monat konsumierenden Amerikaner ab einem Alter von 12 Jahren.

 

 

 

 

 

Während die Statistik sagt, dass zwischen 2002 und 2016 ein Wachstum von 2,7 Prozent bei Konsumenten ab einem Alter von 12 Jahren festzustellen wäre, fehlt der Grafik die Aussage, dass der Anstieg nicht unter Heranwachsenden stattgefunden hat. Laut offiziellen Datenerhebungen sinkt der Anteil an jugendlichen Cannabiskonsumenten schließlich in den Bundesstaaten, die Cannabis legalisierten. Ebenso muss festgehalten werden, dass der Verbrauch von Marihuana bereits vor der Legalisierung in Colorado und Washington im Jahr 2012 in der gesamten amerikanischen Bevölkerung am Steigen war.

 

Häufige Marihuananutzung ist am Steigen
Prozentsatz der im letzten Monat täglich oder fast täglich kiffenden Cannabiskonsumenten.

 

 

 

Experten warnen weniger vor monatlichem oder jährlichem Cannabisgebrauch, als mehr vor dem starken Einsatz der berauschenden Pflanzenteile. Auch hier soll sich bei dem Teil der täglich oder fast täglich konsumierenden Gesellschaft ein Wachstum abgezeichnet haben, das von 2002 bis 2016 auf 9,1 Prozent beziffert werden kann. Tagtäglich konsumierende Cannabisnutzer stellen dabei den mit höchstem Gesundheitsrisiko behafteten Anteil der kiffenden Community dar, da Atemprobleme, Verringerungen des Erinnerungsvermögens oder Abhängigkeiten auftreten könnten. Verwunderlich ist bei dieser Statistik jedoch, dass trotz des Anstiegs unter den starken Nutzern, kein Anstieg unter problematischen Gebrauchsmustern festzustellen war. Zwischen 2002 und 2016 sank diese Zahl sogar von 1,8 auf 1,5 Prozent, was keinen großen Rückgang bedeutet, aber immerhin im klaren Gegensatz zu den steigenden Gesamtkonsumentenzahlen steht. Unklar bleibt, warum dem so ist …

 

Marihuana wird immer stärker
Durchschnittlicher THC-Gehalt aus Proben von beschlagnahmtem Cannabis.

 

 

Selbstverständlich hat sich Marihuana in den vergangenen vierzig Jahren durch professionalisierte Kultivierung und Züchtung verändert. Stärke Sorten und potentere Pflanzen stellen jedoch ähnlich wie beim Alkohol kein Hexenwerk dar, sondern lassen sich aufgrund der höheren Wirkstoffgehaltkonzentration einfach nur variabler konsumieren. Anstatt einen kompletten Joint rauchen zu müssen, reichen manchen Personen schon einzelne Züge am qualmenden Stängel, was im Allgemeinen im Sinne der Gesundheit stehen dürfte. Interessant an der verwendeten Statistik ist jedoch, dass das größte Wachstum des THC-Gehalts bereits lange vor der Legalisierung von Cannabis in Washington und Colorado von Züchtern erreicht worden ist, während der Höchstwert direkt bei der Freigabe von Hanf zu Genusszwecken wieder unterschritten wurde – dauerhaft.
Hier wird besonders offensichtlich, was geschieht, wenn ein Rauschmittel ohne Regeln auf dem Schwarzmarkt von gewinnorientiert arbeitenden Personen produziert werden und Nutzer den unbekannten Risiken ausgesetzt werden. Da Cannabis als eine recht gutartige Substanz zu bezeichnen ist, verschlimmert das Verbot nur die Gefahren.

 

In Colorado sind mehr Fahrer mit THC im Blut an tödlichen Verkehrsunfällen beteiligt
Gesamtzahl der Fahrer, die in Colorado nach einem fatalen Verkehrsunfall positiv auf Marihuana getestet wurden.

 

 

In Colorado hat sich laut Statistiken der Denver Post die Anzahl tödlicher Fahrzeugunfälle, bei denen Marihuana im Blut der Fahrer nachgewiesen werden konnte, zwischen dem Jahr 2013 und dem Jahr 216 mehr als verdoppelt. Obwohl Alkohol in wesentlich stärkerem Maße für derartige Situationen verantwortlich ist, erhöht sich auch das Risiko in Verkehrsunfälle verwickelt zu werden, fährt man unter der Wirkung von Marihuana, anstatt nüchtern zu reisen. Daher sind die Zahlen in dem Fall alarmierend genug und werden von Gesundheitsexperten wahrgenommen. Knackpunkt an der Faktenlage bleibt jedoch, dass THC – der berauschende Stoff aus Cannabis – über einen sehr langen Zeitraum im menschlichen Blut nachzuweisen ist. Daher bleiben Zweifel berechtigt, ob die betroffenen Fahrer tatsächlich unter dem Einfluss der Substanz während des Zeitpunkts der Vorfälle standen und ob es sich bei den aufgespürten THC-Spuren nicht auch um unwirksame Restbestände aus einem normal funktionierenden Metabolismus gehandelt haben könnte. Auch existieren andere Beobachtungen – unter anderem von der amerikanischen Public Health Association – die insgesamt von sinkenden Todesfahrten berichten, wurde Cannabis zu medizinischen oder Genusszwecken zuvor legalisiert.

 

Mehr Teenager in Colorado suchen die Notaufnahme aufgrund von Cannabisgebrauch auf
Quote der mit Cannabis in Verbindung stehenden Notaufnahmebesuche von 1000 Behandlungen in Colorado unter den 13- bis 20-Jährigen.

 

 

Auch soll sich in Colorado die Anzahl der aufgrund von Cannabisnutzung in der Notaufnahme behandelten Heranwachsenden im Alter zwischen 13 und 20 in den Jahren von 2009 bis 2015 wesentlich erhöht haben, schenkt man einer kürzlich veröffentlichten Studie glauben. Hierbei erhöhte sich der einstige Wert von 1,8 pro 1000 Krankenhausaufenthalten auf 4,5 mit Marihuana in Verbindung stehender Fälle. Während eine Erklärung in der vereinfachten Zugänglichkeit über das eigene Elternhaus zu finden sein könnte, könnte eine andere Erklärung in der liberaleren Lebensweise liegen, die es den betroffenen Teenagern leichter mache, sich in gefühlter Not an medizinische Einrichtungen zu wenden. Widersprüchlich scheint die negativ klingende Beobachtung insgesamt aber auch etwas, da schließlich nach anderen Ergebnissen und Datenerhebungen der Anteil kiffender Kids in Amerika insgesamt am Sinken ist – und das auch in den Bundesstaaten, welche Cannabis für Erwachsene freigaben. Sehr wichtig bei diesem Fallbeispiel ist dazu auch noch, dass ein übertriebener Konsum berauschender Hanfprodukte sicherlich einen sich äußerst unangenehm anfühlenden Abend für die erleidende Person bedeuten kann, eine tödliche Überdosierung – wie mit Alkohol leicht möglich – aber niemals stattfinden wird.

 

Quelle: 

 

https://www.washingtonpost.com/business/2018/08/30/white-house-is-looking-negative-trends-marijuana-weve-got-them/?noredirect=on&utm_term=.80b3221e95b1

 

10 Antworten auf „Böse Folgen der Cannabislegalisierung

  1. Zadok

    Hallo, anscheinend ist es gerade zu üblich geworden, alleine statistische Zahlen zu veröffentlichen, die so gut wie keine Effektivzahlen beinhalten. Genauso wenig ist bei solchen Angaben lediglich ein Stoff in der Grafik behandelt. Warum zeigt ihr Anhand dieser Grafiken die Statistik von Alkoholkonsum nicht gleich mit auf? Reicht die Lobbywirtschaft so weit? Ebenso wäre es sinnig, auch absolute Zahlen mit zu benennen. Denn die Absoluten Zahlen geben auch einen Rückschluss auf die Verbreitung in den jeweiligen Altersgruppen.
    Mich wüde es einmal interessieren, wie die Zahlen in Abb.3 aussehen, wenn wir die unter Alkohol stehenden Fahrer in ihrer Zahl dazu schreiben würden. Ebenso wäre es sinnvoll, die aufzuführen, die beide Substanzen genossen haben und in einen Unfall verwickelt waren.
    Wer sich traut solche Zahlen zu veröffentlichen, der ist in meinen Augen jemand, der versucht freie Objektivität zu geben.

  2. Rainer Sikora

    Die beeilen sich sehr damit die Normalbürgerköpfe auf die Legalisierungsdebatten vorzubereiten.Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist ja auch dagegen.Und der Volkswille wird ja auch berücksichtigt,siehe Zeitumstellung.

  3. Aktivist

    Mir geht das derzeit tierisch auf die Nerven!
    Am liebsten würde ich den Staat Anzeigen!
    Fahlässige Körperverletzung. Bzw. Tötung
    Gründe : ohne hanf steigt das Risiko an Herzinfarkt, Krebs, zu erkranken!
    Das ist schon Grund genug!

  4. R. Maestro

    Das Schlimmste an einer Legalisierung, wäre die Möglichkeit einer Selbstmedikation.
    Die Pharmabonzen, deren Lakaien und auch die Giftmischer wären die ersten Verlierer.
    Diese und sehr, sehr viele Weitere.
    Ebenso, auf politischer Ebene!

  5. Gerrit Haase

    Das sind doch völlig nichtssagende Zahlen. Ist doch klar, dass Legalisierung zu mehr Verbrauch und stärkerer Nutzung führt. Das die Qualität steigt ist auch nachvollziehbar, je mehr professionelle Züchter sich legal betätigen können, um so erfolgreicher sind sie beim Züchten.
    Dass Kinder leichter an Hanf geraten ist doch auch klar, finde ich nicht so schlimm, als Kinder die Kontakt mit Alkohol haben.
    Also was sollen uns diese Zahlen sagen?

  6. Petruschka

    Da verteidigen sog. Bestverdienen lhren legalen
    Alkoholgenuss.
    The same as it ever was.

  7. Rene Schünke

    Die Legalisierung finde ich total toll.Dabei wird den Dealern ein wenig das Geschäft vermießt.

  8. Peter0815

    Ich habe gerade eine merkwürdige Studie gefunden:

    https://www.leafly.de/cannabiskonsum-beeintraechtigt-fahrtauglichkeit/

    (1) Wieso konnte diese Studie durchgeführt werden? Wer hat das erlaubt? Solche Studien sind doch in Deutschland verboten.
    (2) „Die Rechtsmediziner erklärten, dass bisher nicht bekannt sei, wie stark Cannabis das individuelle Fahrvermögen beeinträchtigt.“ Die ignorieren also, dass es bereits gute Studien zu diesem Thema gibt. „Die Resultate der Studie bestätigen die Vermutungen der Rechtsmediziner.“ Die haben also genau das herausgefunden, was sie wollten und bestätigen so die bisherige Praxis im Fahrerlaubnisfecht. Es wurde gezeigt, dass ein regelmäßiger Konsument 6 Stunden nach dem Konsum nicht sicher Auto fahren kann.
    (3) Es fehlt eine Kontrollgruppe, aus nüchternen Fahrern, welche das selbe Prozedere durchlaufen und es wurde die (falsche) Annahme gemacht, dass ein nüchterner Fahrer immer gleich gut fährt. Das ist nicht der Fall. Ein müder Mensch fährt nämlich schlechter. Die Probanden hatten einen anstrengenden Tag und waren nach ca. 8 Stunden, als sie ihre letzte Fahrt im Simulator absolvierten einfach müde. Eine Kontrollgruppe hätte gezeigt, dass viele der nüchternen Fahrer nach 8 Stunden auch mehr Fehler machen.

    Mein Fazit: Rechtsmediziner sollten solche Studien besser nicht durchführen. Diese Studie wurde nicht korrekt durchgeführt. Die Ergebnisse wurden verfälscht, weil es keine Kontrollgruppe gab. Bereits 3 Stunden nach dem Konsum kann ein regelmäßiger Konsument sicher Auto fahren.

  9. Irgendwer

    Aarr… bei leafly DE, der deutschen seite also bekomme ich jedesmal, wenn ich da strichprobenmäßig mal den einen oder anderen Artikel lese, fast einen Wutanfall !
    Weil die sich da nämlich offenbar bei jeder Gelegenheit drumherum schleichen, daß THC primär eine stimulierende Substanz ist. Das Gesülze dort https://www.leafly.de/winterblues-depressionen-cannabis/ stellt CBD als stimmungsaufhellend dar. Lächerlich ! Tasse Kaffe bringt mehr ! Es wurden auch mal wieder Schmerzen eingebaut im Text, um unterschwellig durch Mitleiderregung den Verstand bei den Lesern zu beeinträchtigen und um bloß nicht dem abartigen BtMG zu widersprechen ! Nicht verarschen lassen durch die deutsche Seite…
    Leafly DE finde ich zum Kotzen

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