Donnerstag, 18. Oktober 2018

Aufklärende Umfragen zur Cannabislegalisierung

 

Viele Kanadier interessiert das Kiffen nicht.

 

 

Seit gestern stellt Kiffen in Kanada keine Straftat mehr dar. Dennoch scheint es, dass die hierzulande vielfach beschworenen Negativauswirkungen in der Bevölkerung ausbleiben werden. Zwei aufklärende Umfragen zur Cannabislegalisierung deuten an, dass die oftmals vermuteten Verhaltensveränderungen aufgrund einer Freigabe von Marihuana nicht sonderlich stark ausufern.

 

Laut einer von CTV-News durchgeführten Nanos Umfrage im Internet sind acht von zehn Kanadiern trotz der umgesetzten Legalisierung von Cannabis nicht daran interessiert, das bislang verbotene Rauschmittel auszuprobieren. Für 71 Prozent der Umfrageteilnehmer verändert sich somit nicht die Einstellung gegenüber dem Konsum, nur weil es Fachgeschäfte und Onlinedienste gibt, welche einen legal mit den Pflanzenprodukten versorgen können. Nur acht Prozent gaben an, dass sie es in Betracht ziehen würden, in der Zukunft einmal Cannabis zu inhalieren, während elf Prozent angaben nur ein gewisses Interesse zu verspüren. Weitere acht Prozent wollten eher weniger mit der damit verbundenen Rauscherfahrung etwas zu tun haben, und zwei Prozent der Nanos-Survey-Teilnehmer waren sich unsicher. Insgesamt schwankte die Offenheit bezüglich des Marihuanakonsums in der kanadischen Bevölkerung auch geografisch betrachtet, da in der Gegend von Quebec weit weniger Menschen zu diesem Schritt bereit sind als beispielsweise in British Columbia, wo die niedrigste Hemmschwelle gemessen worden ist. Hier könnten Gewohnheiten ins Spiel kommen, meint der die Umfrage analysierende Nik Nanos, der im Kontext von einem höheren Alkoholkonsum in dem französischsprachigen Teil Kanadas zu berichten weiß. „Die Regierung hat Dekaden damit verbracht das Rauchen zu verteufeln, und nur weil sie nun etwas legalisiert haben und das Rauchen von Marihuana erlauben, glaube ich nicht daran, dass eine neue Renaissance beginnt, wie Menschen insgesamt über das Rauchen denken“, sagte er in einem Telefongespräch zusätzlich gegenüber dem Nachrichtensender.

 

Dass diese Verteuflung auf fruchtbaren Boden fiel, zeigt zeitgleich auch eine weitere Umfrage des Marktforschungsunternehmens Forum Research, die am Tag der Cannabisfreigabe veröffentlicht wurde. Hier gaben knapp die Hälfte der Teilnehmer an, dass sie nicht mit der Legalisierung im Einklang ständen. 41 Prozent der Kanadier sind damit nicht überzeugt, dass die versprochenen Vorteile umgesetzt werden können. Nur 52 Prozent stimmen der Regierung dagegen zu und befürworten die wesentlich liberalere Gangart. 53 Prozent der Umfrageteilnehmer hätten nach eigenen Angaben bisher noch kein Marihuana ausprobiert, von deren Gesamtsumme jetzt nur elf Prozent dazu tendieren würden, aufgrund des Gesetzesumschwungs ihren Erfahrungsschatz zu erweitern. Der Präsident und Gründer von Forum Research Lorne Bozinoff ist daher auch der Meinung, dass eine Freigabe von Cannabis für die Genusszwecke Erwachsener keinen großen Einfluss auf Menschen nimmt, die zuvor schon an dem natürlichen Rauschmittel kein besonderes Interesse besaßen.

 

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler wird heute hierzulande dennoch mit gutem Gewissen – trotz ganz anderer Zahlen aus dem neusten Drogenbericht – weiterhin das genaue Gegenteil predigen können.

13 Antworten auf „Aufklärende Umfragen zur Cannabislegalisierung

  1. Rainer Sikora

    In den Niederlanden sind die Coffieshops den Meisten auch egal.Wird nicht besonders beachtet,ist normal ,juckt nicht.Würden sie abgeschafft wäre auch alles ok.Nur die Geldeinnahme würde halt fehlen.

  2. Rainer Sikora

    Peter0815@ Es gibt einen Haufen an Aussagen von Mortler die ich so nicht teilen oder nachvollziehen kann und die mich beim Anhören in Wut bringen.Einiges gilt aber inzwischen als unabstreitbar weil nur noch Wenige die Zeiten kennen in denen das Kiffen und Autofahren weder Probleme noch Fragen aufwarfen.ZB.

  3. buri_see_käo

    Guten Tag,
    Rüddel & Cannabis-Modellprojekt, ich kann auf die Erkenntnisse, die in Modellprojekten gewonnen werden könnten, verzichten, kommt wohl daher, dass ich das Zeugs schon seit 42 Jahren konsumiere. Die Anbauerfahrung ist auch so ca. 35 Jahre alt, also Mortlers (heute schon wieder) THC-Gehaltssteigerungen, wie schon so oft erklärt, Blödsinn.
    Dort:
    https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Rueddel-Cannabis-Modellprojekt-ist-denkbar,rueddel102.html
    bitte mal vorbeischauen…
    mfG Dieter de Hilde brennt

  4. buri_see_käo

    @Peter0815,
    Es steht abschließend aber geschrieben: „Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.“ Dann müssten die ja auch ’ne Klatsche haben, bei solchem Mist.
    Es ist schon eine ganz eigenartige Sekte, die C[D/S]U/AfD
    mfG fE

  5. Irgendwer

    Das schizophrene Pack der deutschen Hexenjagdbefürworter ist auf fehlenden Jugendschutz angewiesen ! Die finden das RICHTIG wenn gelegentlich mal ’ne arme Sau durch die Medien geistert, am Besten dann auch anonym ohne Gesicht zu zeigen wie kürzlich auf Sat1. Da wurde der eh verblödeten Öffentlichkeit mal wieder sowas wie ein Baum direkt vor’s Gesicht gestellt, damit möglichst keiner den Verstand behält. Den Wald nicht als ganzes erkennen zu lassen ist das Ziel dieser Dreckspolitik !

  6. Der Realist ohne Kraut

    Das Gequassel müsste ich beim Deutschlandfunk echt abbrechen. Es ist wirklich nicht auszuhalten, was Frau Mortler da so wieder in ihren typischen Phrasen heraushaut. Selbst ein Mensch, der niemals in seinem kiffte bzw. generell kein Cannabis konsumierte, muss doch bemerken, dass ihre Ansichten und Aussagen reine Dummheit darstellen.

    Das in Kanada jetzt keinen interessiert, was die Kiffer machen, wundert doch nicht. Siehe Niederlande! Als ob da Sümpfe voller Kiffer lägen… so, oder so ähnlich wäre es in Deutschland auch. Auch hier ist nicht direkt ein jeder Kiffer, würde es geduldet oder gar legal sein.

    Wenn ich schon die stumpfe Aussage höre, dass jetzt jeder Kanadier 30g erwerben kann und darf, heißt auch das nicht, dass es jeder macht. Aber hier sieht man in Deutschland z.B. wie viele Menschen sich zig Liter Korn, Wein, Whiskey und vor allem Bier kaufen. Das ist ja Volksgut und deswegen normal. Aber erklärt das mal einer 9-jährigen, die mit einkaufen war und das sah…

    Ich scheiße auf das vermeintliche Wissen einer Mortler. Da höre ich der Wiese lieber beim Wachsen zu. Da gibt’s auf kurz oder lang wenigstens eine messbare Veränderung!

    Zu Kanada kann ich nur noch folgendes sagen: Vorreiter der Welt, Achter der Menschenrechte, Lösungsversuche und Eigenständigkeit trotz aller sogenannten Gefahren! Top!

  7. Irgendwer

    @ Der Realist ohne Kraut
    Ich tu mir den Scheiß nicht an. Die Frau ist nichts weiter als eine Schießbudenfigur, die sicher genau dazu auf den Posten gesetzt wurde, damit wir uns über ihre schizophrene Dummdreistigkeit maßlos ärgern.
    Die ist mir nur Verachtung wert – keine Drohungen oder Aufruf zu ihrer Hinrichtung, sondern nur Verachtung und sonst nix

  8. Der Realist ohne Kraut

    @ irgendwer
    So sehe ich’s auch!
    Man muss es nur aushalten. Damit tue ich mich langsam echt schwer. Es nervt nur noch.
    Leider fressen die ‚großen‘ Tv-Sender, Internetseiten und Printmedien es liebend gerne, obwohl die Verfasser sicher abends mit Kind und Kegel doch die Bong oder den Joint herausholen.
    Wir wissen ja seit Langem, dass Lemminge nicht nur aus der Roten Ecke kommen…

  9. buri_see_käo

    …reine Dummheit…, lt. ‚Der Realist ohne Kraut‘, und wie!, die sich vom Interviewer an die Wand labern läßt, das ist doch unzureichende Kognition,
    warum nicht antun Irgendwer?, das Bildmaterial der Tagesschau: hält die Titelseite des Berichts in die Kamera, ’ne Grafik/Statistik wäre i.O., wann ist der Mensch ein Mensch…, oder ist sie landeskrank?, -> In Niedersachsen: Vor dem Kaiserdom 10 in 38154
    mfG fE

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