Donnerstag, 15. März 2018

Ein Kilogramm Cannabis fiel Polizisten vor die Füße

 

Luftpost aus einer Radolfzeller Flüchtlingsunterkunft.

 

 

Da Flüchtlinge oft nur eine Aufenthaltsgestattung erhalten oder nach abgelehntem Asylantrag unter Duldung beschränkte Beschäftigungsrechte besitzen, suchen sich verzweifelte Immigranten oft alternative Einnahmequellen zum Überleben nach der Flucht aus einer nicht grundlos verlassenen Heimat. Weil der Verkauf von Marihuana auf dem Schwarzmarkt keinen festgesetzten Reglements unterliegt und ein Bedarf nach Cannabis dank fehlender legaler Optionen stets in der sich längst mit dem Verbot arrangierenden Bevölkerung zu decken bleibt, versuchen sich angereiste Arbeitslose verständlicherweise im gewinnorientierten Marihuanahandel – und einem zwingend verbundenen Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei. Ein Kilogramm Cannabis fiel Polizisten vor die Füße, als diese am Dienstagabend bei einer Personensuche in einer Radolfzeller Flüchtlingsunterkunft außerhalb des Gebäudes Wache standen, was über die Zugänglichkeit zum „vierten Arbeitsmarkt“ in Deutschland viel verrät und die verfehlte Prohibitionsstrategie aufzeigt.

 

Der nach aufwendigem Wiegen nicht mehr als geringe Menge zu wertende Batzen Marihuana, der aus Panik vor der gerade im Flüchtlingsheim stattfindenden Personensuche aus einem Fenster des dritten Stockes geworfen worden sein soll, muss zwar erst nach seinem genauen THC-Wirkstoffgehalt überprüft werden, doch einen ungefähren Straßenwert von 5000 Euro müsste die Schwarzmarktware besitzen, lässt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz in Medien bereits verbreiten. Ebenso wären nach eigenen Aussagen in Kooperation mit der Kriminalpolizei Ermittlungen gegen drei mögliche Besitzer eingeleitet worden, welche kurz nach der einschlagenden 1-Kilogramm-Cannabisbombe in den anschließend von den Beamten als Herkunftsort vermuteten Räumlichkeiten angetroffen wurden. Diese Personen besaßen nur noch geringen Mengen Cannabis im 1-Zimmer-Haushalt sowie wohl auch ein gestohlenes Fahrrad und original verpackte Handwerkzeuge ohne Rechnungsbelege, doch aufgrund fehlender Haftgründe gab es keine Festnahmen, weshalb die ausgemachten Tatverdächtigen im Alter von 32, 24 und 18 Jahren weiterhin auf freiem Fuß bleiben durften.

 

Um die höchstwahrscheinlich durch den unglücklichen Vorfall entstandenen Schulden in möglicher Höhe von 5000 Euro beim auserwählten Händler des Misstrauens wieder körperlich unversehrt abzuarbeiten, bietet der weiterhin nach keinen Voraussetzungen fragende „vierten Arbeitsmarkt“ aber erneut beste Einstiegschancen für die betroffenen Flüchtlinge.

4 Antworten auf „Ein Kilogramm Cannabis fiel Polizisten vor die Füße

  1. Littleganja

    Und ihr denkt mit einer Legalisierung wird der Schwarzmarkt auch reguliert, dass ich nicht lache. So einen Quatsch habe ich noch nie gehört! Den Schwarzmarkt wird es ewig geben, siehe Zigaretten Schwarzmarkt!

  2. Der Realist ohne Kraut

    Ja, zu denken, dass der Schwarzmarkt erlischt, wäre ziemlich naiv. Dennoch würde ich für meine Mittel mehr ausgeben wollen, wenn man eine Sicherheit hätte. Bspw. durch Apothekenabgabe o.ä.

    Auch die Diskussionen, die seit weniger Zeit entbrannten, weil Köln Innenstadt das Modellprojekt starten möchten, ist ebenso naiv. Die Leute, die am längeren Hebel sitzen, werden diesen tunlichst auf ‚Off‘ lassen!

    Wenn ich als ehemaliger Konsument gerne etwas anderes denken würde, gehe ich ziemlich sicher davon aus, dass eine Legalisierung oder Vergleichbares nicht in 10 Jahren machbar sein wird. Die eingefleischten Gegner haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sachlich nicht mit ihnen zu sprechen ist. Da ändern auch Berichte aus seriösen Quellen, die gleichzeitig führende Positionen besetzen, rein gar nichts. Das Querdenken der Entscheidungsträger ist einfach zu banal!

    Man muss sich nur mal die Debatten im TV und Internet ansehen, dann versteht man meine Haltung zur Hanfpolitik direkt!

    Wenn ich auch gerne an meiner Hoffnung festhalte, bin ich dennoch zu realistisch, als dass es einen wirklichen Lichtblick für uns gibt.

    Übrigens, dass mittellose Menschen, mögen es auch Flüchtlinge sein, sich mit Drogenvertrieb einen Extrasold verdienen, wissen wir nicht seit gestern…

  3. fred klugschiß

    Ja, das ist genau die Masche mit der weiter menschenverachtenden Politik gemacht wird:
    es wird Cannabis verboten, und bei dem aufkommen einer sachlich geführten Argumentatoin wird behauptet, schwarzmarkt kann niemals reguliert werden und es wird der Anschein erweckt, dass würde nichts bringen!
    Wenn dem so wäre, wären ja die Verboten in erster Linie ja schon total unnütz, würden nur unnötig Gerichte, staatsanwaltschaften und Polizei von wirklich wichtigen Dingen abhalten ohnen einen positiven Einfluß auf den schwarz Markt zuhaben.
    Ihr erkennt die bösen Menschen daran, dass sie die Argumente immer so drehen wie Sie es gerne hätten, da es Ihnen nicht um die Sache oder um eine ehrliche Argumentation geht sondern nur um Ihren eigenen erbärmlichen Egoismus!

  4. Ralf

    @Littleganja
    Dieser Eekenntnis kann ich zwar zustimmen, aber deswegen ist eine Legalisierung noch lange nicht überflüssig, denn die Prohibition ist per se ein Menschenrechtsbruch. Deswegen hat es eben auch keinen Sinn irgendetwas zu regulieren.Wenn ich aber auf einem wirklich freien Markt die freie Wahl hätte, zu kaufen bei wem ich will, gibt es nur einen einzigen oder auch mehrere Einzigartige, zu denen ich Vertrauen hätte, und das wären diejenigen die das was sie verhökern, auch selbst konsumieren. Auf keinen Fall würde ich irgend ein Großkonzerngras dampfen bei denen geheime Zutaten (Wie bei Tabak und allen möglichen Geheimrezepturen bei Lebensmitteln wie Coca Cola) legalisiert werden und ich nicht mehr weiß was an Giften drin ist, und von Leuten die mich als Konsumenten eigentlich ablehnen sonst würden sie ja selbst Cannabis konsumieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.