Dienstag, 13. Februar 2018

Kriminalwissenschaftler gegen Cannabis-Freigabe

 

 

Theoretiker belehrt die Praktiker vom Bund Deutscher Kriminalbeamter und fordert mehr Verbote

 

Cannabis

 

 

Ein überarbeiteter (glossierter) Kommentar von Sadhu van Hemp

 

 

Gunnar Duttge heißt die Koryphäe, die von Cannabis soviel Ahnung hat wie der Anti-Hanf-Papst Rainer Thomasius. Duttge, 1966 in Bayern geboren, ist aber kein Arzt, sondern Rechtswissenschaftler. Beste Voraussetzungen also, um sich als „Drogenexperte“ zu qualifizieren und in der „Präventionsarbeit gegen Cannabis“ (alternativ: Anti-Hanf-Krieg) zu engagieren. Duttge weiß also Bescheid, denn von seinen Lehrstuhl aus sieht der Herr Professor tagtäglich, was die Horrordroge Hanf aus den Menschen macht. Er will das nicht. Er will, dass die Menschen so angenehme und sympathische Zeitgenossen bleiben wie er.

 

Professor Duttge ist überzeugter Prohibitionist, der gerne widerspricht, wenn einer Cannabis-Legalisierung das Wort geredet wird. Logisch also, dass der Herr Gelehrte nicht gerade erbaut war, als der BDK-Vorsitzende André Schulz die Entkriminalisierung der Kiffer und die kontrollierte Abgabe des Genussmittels Hanf forderte. Zum Glück durfte Duttge bei Spiegel-Online ans Rednerpult treten. Und so referierte der Leiter der Abteilung für strafrechtliches Medizin- und Biorecht an der Georg-August-Universität Göttingen ein bisschen über die Vorteile des Hanfverbots mit all seinem Segen.

 

Der Professor hält Schulz’ Forderung für „unverantwortlich und ignorant“, denn „die meisten Menschen unterschätzen die Gefahren von Cannabis“. Die Betonung liegt hierbei auf „die meisten“. Zudem wolle sich der Bund Deutscher Kriminalbeamter nur „selbst Arbeit vom Hals zu schaffen“. Dann folgt die übliche Abhandlung über kiffende Kinder … und so weiter und so fort. Aus Duttge sprudeln nur so die Weisheiten. Unter anderem fürchtet er, dass „die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ein unverantwortliches, gesamtgesellschaftliches Humanexperiment wäre.“

 

Doch die Großspurigkeit bringt den Rechtswissentschaftler ins Schlingern, denn die Fragen der Redakteurin sind kaum mehr kontrolliert zu umkurven. Und so folgt ein Eigentor nach dem anderen: „Wir können Steuern durch alle möglichen Dinge eintreiben, sollten es aber niemals auf Kosten der Gesundheit (…) tun“, mahnt der Professor hinsichlich des fiskalen Geldsegens einer Hanffreigabe. Die Spiegel-Online-Redakteurin lässt das nicht durchgehen und verweist auf Alkohol und Tabak. Duttge ist Jurist und bleibt sich treu: „… wenn man einmal sehr simpel denken (…) will, dann liegt es natürlich nahe, auch bei Nikotin und Alkohol stärker einzuschreiten. Gesundheitsschutz und Lebensschutz muss hierfür genauso gelten wie für Cannabis.“ Daraus folgert der Denker messerscharf, „dass auf Grundlage unseres heutigen Wissens jedes Rauschmittel, das erhebliche Sucht- und Schädigungsrisiken birgt, nicht frei nach Belieben zugänglich sein sollte.“

 

Lange Rede, kurzer Sinn: Generalprohibition für alles, was Spaß macht.

 

20 Antworten auf „Kriminalwissenschaftler gegen Cannabis-Freigabe

  1. danydanone

    „…wenn man einmal sehr simpel denken (…) will, dann liegt es natürlich nahe, auch bei Nikotin und Alkohol stärker einzuschreiten. Gesundheitsschutz und Lebensschutz muss hierfür genauso gelten wie für Cannabis.“

    Wollt Ihr die TOTALE PROHIBITION???

  2. Fred

    Gut, simpel wird seit 70 Jahren gedacht. Wird so langsam mal Zeit für eine intelligente Lösung. Und besonders schlau ist es nicht, ein Alkohol oder Nikotinverbot zu fordern. Das wäre ebenso wie das Cannabisverbot nicht zu kontrollieren, bzw durchzusetzen. Und die Folgen sind dann vergleichbar mit der Situation auf dem Drogenmarkt.

    Produkte werden ohne jegliche Qualitätskontrolle hergestellt, völlig unreguliert verkauft und die Schuld am Gesundheitszustand der dahinsiechenden Konsumenten wird dann denjenigen zugeschoben, die eine Änderung fordern.

    Wie dämlich sind wir eigentlich in diesem Land. Und warum bekommen diese Typen immer wieder Gelegenheit, ihren Unsinn in der Öffentlichkeit kundzutun.

  3. Rainer Sikora

    Ein Kriminalwissenschaftler muß es wissen.Wir sind halt so erzogen alles zu glauben.wenn der Titel gut klingt und aus vielen Buchstaben besteht.

  4. Prof. Dr. Gunnar Duttge

    Sehr geehrter Herr van Hemp, für gewöhnlich reagiere ich nicht auf „Kommentare“, die gar nicht um die Sache streiten, sondern nurmehr diffamieren wollen. Ihr Text ist ja ersichtlich an Ihre „Gemeinde“ und nicht an mögliche Zweifler gerichtet. Bei dem hiesigen Thema scheint es mir aber doch geboten zu sein, Ihnen eine Ahnung zu vermitteln, wie sehr Sie auch bei Gutwilligen Ihrem Anliegen schaden, solange Sie sich um eine nüchterne, rationale Auseinandersetzung um die „guten Gründe“ drücken. Stattdessen zu versuchen, die unliebsame Person anhand sachfremder Parameter (Geburtsort etc. – ich trinke im Übrigen kein Bier…!) zu diskreditieren – ein Bemühen, das bei meiner Person ein ziemlich untaugliches Unterfangen ist -, zeugt von Hilflosigkeit und ideologischer Eintrübung. Im Übrigen benutze ich – vielleicht anders als Sie – Medienformate nicht, „um Dampf abzulassen“, sondern um die Bevölkerung – hier vor allem die betroffenen Jugendlichen – aufzuklären. Ein Ordinarius hat – anders, als sie wohl annehmen – auch weit mehr und Besseres zu tun, als sich auf irgendwelchen „Spielwiesen“ (wie etwa die hiesige Webseite) zu tummeln. Und noch eine Pointe: Solange der Deutsche Hanfverband die Risiken insbesondere für die vulnerablen Gruppen auf derart simplifizierende Weise zu bagatellisieren versucht, wird eine rationale Rechtspolitik um so mehr an den bestehenden Grenzen festhalten müssen – weil auf dieser Grundlage von „Mündigkeit“ keine Rede sein kann. Ganz in diesem Sinne nehme ich meinen Beratungsauftrag für die rechtspolitisch Verantwortlichen wahr – und wenn Sie daran etwas ändern wollten, müssten Sie und der Hanfverband – wie es Herr Wurth ja längst tut – ihr wohliges Terrain der Selbstgefälligkeit hinter sich lassen. Schauen Sie sich die Gift-Notzentralen, Psychiatrien und Jugendstrafanstalten in Deutschland an – dann gewinnen Sie möglicherweise eine Ahnung, dass selbst der gemutmaße „Theoretiker“ am Ende vielleicht der bessere Praktiker sein könnte. An evtl. „Kommentatoren“: Ihre „Triebabfuhr“ interessiert mich wirklich nicht – sparen Sie sich Ihre Energien für Sinnvolleres! Prof. Dr. G. Duttge, Univ. Göttingen

  5. hanni79

    @Prof. Dr. Gunnar Duttge :

    Auch wenn ich dieses „Format“ hier wirklich wenig schätze, muss man doch leider sagen, dass er in dem ein oder anderen Punkt nun einmal nicht unrecht hat, auch wenn die Art und Weise, wie dies transportiert wird natürlich völlig unmöglich ist.

    Ich habe das Interview mit Ihnen gelesen und muss sagen, dass Sie sich leider auf keinem wesentlich höheren Niveau bewegen als dieser Kommentar hier, wenn Sie gleich im ersten Satz versuchen, Andersdenkende als „unverantwortlich und ignorant“ zu diffamieren.

    Sie fahren fort, indem Sie unterstellen, dass die Gefahren von Cannabis dreist geleugnet würden, was zwar in sehr wenigen Einzelfällen korrekt sein mag, aber in der von Ihnen vermutlich beabsichtigten Allgemeingültigkeit nichts weiter als ein weiterer Versuch der Diffamierung ist.

    Sie scheinen dabei gar nicht zu merken, dass Sie genau diese Allgemeingültigkeit im umgekehrten Sinne nutzen, um die völlig überzogen dargestellte Gefährlichkeit von Cannabis zu verbreiten, was nicht nur unredlich und wenig hilfreich ist – es schadet, ebenso wie der Artikel hier, Ihrem ureigenen Anliegen, die Jugend zu schützen.

    Faktenfreie Dämonisierungskampagnen feuern umso extremer zurück, je überzogener diese sind, vernebeln den unvoreingenommenen Blick auf reale Gefahren und führen bei experimentierwilligen Jugendlichen natürlich sofort dazu, möglichen Wahrheitsgehalt bei Warnungen vor anderen Drogen zu ignorieren.

    Weiterhin zeigen Sie auch alle typischen Merkmale des Prohibitionsapologeten.
    Bei einer Diskussion um die Legalisierung kommt direkt das „Denkt denn keiner an die Kinder !!1!“ Argument, welches natürlich nicht nur unzulässig ist ( Legalisierung ab 18 ? ) sondern auch noch die übliche Nebelkerzentaktik darstellt.
    Sie verbinden in geschickter, aber geradezu widerlicher Weise völlig voneinander unabhängige Themenfelder, um Ihrer Ideologie Vorschub zu leisten, indem Sie zB suggerieren, die Gefährdung durch den Konsum hätte etwas mit dem Straßenverkehr zu tun oder lächerlicherweise mit Körperverletzung (sic!). Ihre undifferenzierte Antwort unterstellt eine Allgemeingültigkeit, die es allerschlimmstenfalls in extrem seltenen Fällen gibt.

    Sie ignorieren weiterhin natürlich geflissentlich, dass Prohibition nicht nur wenig, sondern exakt GAR KEINEN Jugendschutz ermöglicht, behaupten aber, dem wäre so.
    Ist Ihnen überhaupt bewusst, dass zB die Alkoholprohibition genau deswegen aufgegeben wurde ? Eben weil KEIN Jugendschutz in Zeiten einer Prohibition MÖGLICH war ?

    Es ist ein ebenso dramatisches wie klägliches Versagen der Demokratie und Vernunft, dass nach dem größten, krachend gescheiterten HUMANEXPERIMENT ( mein persönliches Unwort des Jahres, und das im Februar ! ) der Alkoholprohibition genau der gleich Irrweg noch einmal FÜR JAHRZENTE beschritten wurde.

    Nur um es ganz klar zu sagen :
    Nicht die Legalisierung ist das Experiment. Die Prohibition ist es. In jedem Land, welches einen vernünftigen Umgang mit Drogen pflegt, gehen die Suchtfälle zurück, Beschaffungskriminalität sinkt, organisiertes Verbrechen wird zurückgedrängt.

    Es ist mir unbegreiflich, wie nüchterne Menschen angesichts dieser zweifelsfrei nachgewiesenen Tatsachen immer noch der Meinung anhängen können, die Prohibition würde irgend etwas nützen.
    Das hat nicht nur den Hauch kognitiver Dissonanz. Schlimmer noch, das ist willentliche Unterdrückung kognitiver Fähigkeiten.
    Die meisten Ihrer eigenen Argument sind, unvoreingenommen betrachtet, tatsächlich Argumente GEGEN die Prohibition, aber das fällt Ihnen nicht einmal auf, wie Ihre vielfältigen Zirkelschlüsse zeigen.
    ( “ Ein schlimmer Fehler, den wir nicht auch noch wiederholen sollten. Soweit es um strafrechtliche Verbote geht, kann natürlich nicht alles undifferenziert mit Strafe bedroht werden, was nur ansatzweise gesundheitsschädlich ist und vertrieben wird.“ – aber bei Cannabis darf man das auf einmal ? Warum ?)

  6. Karli

    Ich hab hier auch paar Leute mit Titel. Wem sollte man mehr vertrauen?

    https://www.amazon.de/Hanf-als-Medizin-praxisorientierter-Ratgeber/dp/3037882859/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1518545288&sr=1-4&keywords=hanf

    https://www.amazon.de/Die-Behandlung-mit-Cannabis-Möglichkeiten/dp/303788147X/ref=sr_1_21?s=books&ie=UTF8&qid=1518545387&sr=1-21&keywords=hanf

    https://www.amazon.de/Haschisch-Anno-1855-narkotische-Genussmittel/dp/3930442078/ref=sr_1_26?s=books&ie=UTF8&qid=1518545463&sr=1-26&keywords=hanf

    https://www.amazon.de/Cannabidiol-CBD-Ein-cannabishaltiges-Compendium/dp/3037883693/ref=sr_1_27?s=books&ie=UTF8&qid=1518545608&sr=1-27&keywords=hanf

  7. Klaus Klausmann

    Sehr geehrter Prof. Dr. Gunnar Duttge, (So sie es den sind.)

    ich kann mich Ihrer Kritik anschließen bzgl. der Diffamierungen. Inhaltlich möchte ich ein paar Punkte ergänzen.

    1. Es gibt mit Sicherheit eine Reihe von Menschen, die ihr Umgang mit Drogen in die Psychiatrie bringt. Häufig jedoch liegt bei vielen Personen ein problematischer Beikonsum anderer Suchtmittel vor. Weiterhin wird die Statistik verfälscht, sobald eine Person auf Grund der vorherrschenden Gesetzeslage eine Therapie anfangen muß, um einer Strafe zu entgehen.

    2. Personen, die es auf eine Suchtstation geschafft haben, werden bevorzugt auf ihre Sucht behandelt. Hier liegt ein Trugschluss vor, in den meisten Fällen handelt es sich um eine Form der Selbstmedikation. Es handelt sich um Menschen, deren Existenz meist schon vor dem Beginn einer Abhängigkeitserkrankung gescheitert war. Hier laufen die aktuellen therapeutischen Konzepte ins Nichts.

    3. Bleiben noch die Psychosen. Hier wird es schwierig. Cannabis wirkt gemeinhin antipsychotisch. Daher kann es durchaus Psychosen auslösen bei Leuten, deren Selbstverständnis geprägt durch kognitive Dissonanzen, dem Zustand einer Psychose gleicht, wenn sie „gesund“ werden. Wie gesagt, es ist etwas schwierig und hier besteht auf medizinischer Seite ein erheblicher Nachholbedarf.

    4. Es werden reihenweise Menschen kriminalisiert. Der größte Teil der kiffenden Bevölkerung zeigt ein vollkommen unproblematisches Konsummuster. Und auch wenn es bedauerlich ist, es sterben Leute am Alkohol und bei Verkehrsunfällen, es kommen Leute nicht mehr klar, weil sie zuviel kiffen.

    5. Der vulnerablen Gruppe der Jugendlichen ist mit der bestehenden Situation nicht geholfen. Hier liegen die Vorteile eindeutig bei einer Legalisierung, da der Jugendschutz hier auch einfacher strafrechtlich verfolgt werden kann. Darüber hinaus ändert sich für den Teil der vulnerablen Gruppe nichts, der heute schon kifft. Allenfalls würde eine Entkriminalisierung diese vielleicht eher dazu veranlassen Hilfsangebote anzunehmen. Mit Sicherheit gibt es auch gefährdete Gruppen, welche aktuell keinen Zugang zu Cannabis haben. Diese dürften jedoch das Kraut, durch die mediale Darstellung eher als deutlich gefährlicher ansehen, als dass sie unmittelbar gefährdet wären.

    6. Eine Legalisierung hilft im offenen Umgang mit der Droge. Hier stellt sich denn auch soziale Kontrolle ein. Wie ein Wirt einem Volltrunkenem nichts mehr nachschenkt, wird auch ein Fachverkäufer für Rauchwaren, seine Pappenheimer kennen. (siehe Entwurf Cannabiskontrollgesetz 2017)

    7. Ihre Argumentation impliziert Güte, aber sie ist nicht gut! Wir können und dürfen nicht mit dem Strafrecht arbeiten, schon garnicht mit Menschlichkeit argumentieren, auch wenn sich eine Person zu Grunde richtet. Eine Demokratie braucht mündige Bürger. Und Niemand ist mündig, der bevormundet wird.

    8. Die Gesamtsituation in der Gesellschaft ist derart angespannt, dass eine Reihe gescheiterter Existenzen, zwar mit Drogen einhergeht, aber Drogen aus Mangel an Perspektiven genommen werden.

    9. Sämtliche Bundesländer haben eine Regelung, dass bei einer geringen Menge Cannabis, die Strafverfolgung eingestellt wird. De facto ist hier die Entkriminalisierung eine Individuelle. Demgegenüber steht die scheinbare Willkür, so ermittelt wird. Rechtsicherheit sieht anders aus.

    10. So Sie die Exekutive als pädagogisch wertvoll ansehen, machen Sie einen Fehler! Die Polizei ist schon längst nicht mehr „Freund und Helfer“ in der Wahrnehmung der Bevölkerung. „Bürgernähe“ gibt es augenscheinlich auch nur bei Beamten, die nicht in den Vorruhestand wollen.

    11. Die Lebensentwürfe der Menschen in diesem Land, zeigen eine zunehmende Diversität. Ich möchte keine Vorschriften, was ich meinem Körper zumute! Aber ich erwarte vom Gesetzgeber maximale Aufklärung, dass ich weiß, was ich meinem Körper zumute. Das bedeutet wissenschaftliche Forschung, Aufklärung, soziale Angebote, offene Kommunikation und Transparenz!

    12. Sie wollen eine vulnerable Gruppe schützen, aber trotz Prohibition gibt es einen stabilen Markt seit Jahrzehnten mit dieser Politik. Die vulnerable Gruppe schützen sie damit also nicht, könnten dies aber einfacher, wenn sie die Regeln für den Handel mit Cannabis definieren.

    13. Der Cannabismarkt ist ein Milliardengeschäft. Mit Ihrer Haltung unterstützen Sie kriminelle Strukturen. Sie schaffen es nicht, diese mit Gewalt aufzuhalten und sprechen sich dennoch dafür aus, so weiter zu machen? Entschuldigen Sie bitte, aber genau das meinte ich mit „kognitiven Dissonanzen“ unter 3. – Können Sie den geheimen Punkt nennen, der mich unmittelbar überzeugt davon, dass ich einen geistigen Gewinn bei einer Konversation mit Ihnen davontrage? Andernfalls: Erzählen Sie das bloß keinem Psychiater!

    14. Vom Strafrecht erwarte ich, dass Menschen bestraft werden, die vorsätzlich und wissentlich Schaden angerichtet haben. Wer nur sich selbst schadet ist davon ausgenommen. Allen anderen muss geholfen werden. Die Gesetzgebung aktuell schadet den Steuerzahler durch sinnlose Polizeimaßnahmen und mangelnde Steuereinnahmen. Sie schadet den Konsumenten durch Führerscheinverlust, gegebenenfalls darauf auch den Verlust des Arbeitsplatzes usw. Sie schadet das Gesundheitswesen durch Legal Highs und teils dramatischen Folgen. (Wird von Ärzten gern als Cannabisproblem klassifiziert. Ich finde keine freundlichen Worte dafür.)

    15. Reicht erstmal!

    So Sie es nicht wissen, überlegen Sie sich mal, für wen Sie arbeiten. Also wer mit dieser Ihrer Haltung einen Gewinn davon trägt. Und ab und an mal ein paar Strohmänner verhaften, bringt auch sonst nichts. Der Mehrheit der Konsumenten schaden Sie mit Ihrer Einstellung. Es gewinnt die organisierte Kriminalität. Oder sind sie ein Teil derer? Ich meine, sie leisten Großartiges für bestimmte Kreise.

    Vielen Dank

  8. Ralf

    Was an dem wissenschaftlich ist, möchte ich gerne mal wissen, aber das geht wohl mit dem allgemeinen Irrtum einher daß die Juristerei oder Kriminalistik eine Wissenschaft wäre. Ich habe mal meinen Prof. bei einer Exkursion gefragt ob er meint daß Juristen Wissenschaftler sind, die Antwort war so kurz wie eindeutig: „was für eine blöde Frage, sie ist es nicht und wird es niemals sein“. Sie ist tatsächlich eben in 99% aller Fälle reine Willkür und Ausübung der Macht des Stärkeren, sonst nichts.

  9. Fred

    @Prof. Dr. Gunnar Duttge

    Fast hätte ich mich gefreut, das hier auf unserer “ Spielwiese “ eine andere Meinung auftaucht. Mich hätte beispielsweise interessiert, wie ein Professor für Kriminalwissenschaft den Umstand erklärt, das 70 Jahre Prohibition immer noch Jugendliche zum Joint greifen lässt. Oder welchen Weg ein Sachkundiger einschlagen würde, um eben die Jugend vom Joint fernzuhalten.

    Es gibt da noch diverse Fragen, über die zu diskutieren wäre. Denn letztlich sind die Ziele von Legalisierungbefürwortern und Gegnern so weit nicht auseinander.

    Wer allerdings Kommentatoren eine “ Triebabfuhr “ vorwirft und sie somit in die Nähe zum Tierreich setzt…. ja lieber Herr Professor, dem stehlen wir nicht seine wertvolle Zeit.

  10. Lotus

    @Prof. Dr. Gunnar Duttge
    Erst einmal Respekt für Ihren Mut sich hier und auch sonst scheinbar so Stark für die Rechte der Menschern einzusetzen ;D
    zum Thema Gift-Notzentralen, Psychiatrien etc.:
    es gibt auch Alkoholiker und non drug user mit Psyschichen Erkrankungen,die in der Klinik landen.
    Außerdem ist beizumerken,das Kriminalistische Verfolgung für viele Menschen die Nicht gerade „Alltagsgangster“ sind,eine enorme Bedrohung für die eigene Existenz darstellt und somit gerade auf jüngere Menschen eine extreme Wirkung auf deren Psyche haben kann.(Aber um das zu verstehen, fehlt Ihnen wahrscheinlich die Empathie)
    Dann kommt noch ein Schwarzmarkt hinzu der auch nicht gerade als Sozial/Gesundheits fördernd ist,
    es ist z.B. zu vermuten das ca. 4 Millionen Leute in Deutschland Kiffen,wer versorgt die denn???
    (wer daran wohl verdient oO)
    das Cannabis nicht gleich Cannabis ist verstehen Sie vielleicht auch nicht,(vielleicht trinken Sie ja statt Bier lieber Methylalkohol)aber es ist keine Seltenheit das verunreinigtes Cannabis auf dem Schwarzmarkt auftaucht ,verunreinigt mit Pestizieden in hohen Dosen,
    verschimmelt oder mit Prix etc. gestreckt, dessen Konsum unter Umständen leider gesundheitliche Folgen hat.
    Dann gibt es noch viele Fälle von Menschen die auf Kräutermischung wie Spice umsteigen um der Prohibition zu entgehen,(leider auch mit Todesfolgen)und wenn die in einer Psychatrie landen, wertet man das als Cannabisintoxication.
    mir und anderen die sie angeblich retten wollen,geht es gerade deswegen so schlecht weil Sie und andere Lobbyisten stehts festhalten an Ihrem Profit,
    Ihre Gier nach Geltung schadet uns als Menschen genauso wie die Gier der Pharma -,Alkohol- und Tabaklobby uns unsere Medizin/Rausch zu verweigern…auf welcher Seite stehen Sie Prof,die der Guten…oder der Schlechten???
    Ach was schreib ich da …Lobbyisten haben ja keine Empathie XD

  11. Sadhu van Hemp Autor

    Verehrter Herr Professor Duttge,

    es war nicht meine Absicht, Sie zu „diffamieren“. Die einleitenden Sätze beziehen sich auf den Wikipedia-Eintrag, der Ihre Vita darlegt. Das hat also nichts mit „Hilflosigkeit und ideologischer Eintrübung“ zu tun, wenn ich diese Information weiterreiche. Ich „versuche“ also nicht, „die unliebsame Person anhand sachfremder Parameter zu diskreditieren“. Sie werden sich wohl kaum Ihrer Herkunft und Ihres Werdegangs schämen.

    Allerdings muss ich eingestehen, dass die ersten beiden Absätze des Kommentars übers Ziel hinausschießen und eher satirischer Natur sind. Sie beanstanden, dass ich mich „um eine nüchterne, rationale Auseinandersetzung um die „guten Gründe“ drücke“. Doch das war auch nicht mein „Anliegen“. Vielmehr ging es mir darum, den Lesern Ihr bei Spiegel Online annonciertes „Anliegen“ zur Kenntnis zu geben.
    Und mal Hand aufs Herz, Herr Professor: Das Interview bei Spiegel Online ist Ihnen zum Ende hin reichlich missglückt.

    Nun gut, Sie nehmen Ihren „Beratungsauftrag für die rechtspolitisch Verantwortlichen wahr“. Das muss ich, der Journalist und Privatmensch, hinnehmen. Ich bin jedenfalls weit davon entfernt, daran „etwas ändern“ zu wollen. Das sollen die machen, die darüber entscheiden, inwieweit Ihre Beratung noch zeitgemäß ist. Daher ist Ihr Hinweis, wie Herr Wurth vom Hanfverband das „wohlige Terrain der Selbstgefälligkeit“ zu verlassen, falsch adressiert. Die „Pointe“ ging daneben. Ich kritisiere das Hanfverbot, maße mir aber nicht an, den Weg vorzugeben, wie es die wesentlich jüngeren Herrschaften vom Hanfverband tun. Ich komme aus einer anderen Zeit, und mit dem Hanfverband gehe ich nicht unbedingt d’accord.

    Abschließend gestatten Sie mir noch ein Wort zu einer Sucht, die heute mehr denn je grassiert: Geltungssucht. Niemand ist davor gefeit. Auch ich nicht, der publiziert und zugleich mit den Menschen, die sich versteigen, hart ins Gericht geht. Vielleicht habe ich Ihnen Unrecht getan und Ihre Tugend ist bescheidene Zurückhaltung. So gesehen könnte auch meine Pointe daneben gegangen sein.

    Ich verbleibe mit versöhnlichem Gruß

    Sadhu van Hemp

  12. R. Maestro

    Anscheinend ist den meisten Prohibitionsbefürwortern nicht klar, welche Auswirkungen diese immer erfolglosere Drogenpolitik haben kann.

    Diffamierung, Kleinkrieg im Elternhaus, evtl. die Fahrerlaubnis hinfällig (auf Jahre/MPU), pädagogische Berufe sind nicht mehr möglich auch einige weitere, Geldstrafe, ……. , oder Arbeitsplatzverlust, je nachdem.
    Bereits bei teils nicht messbaren Mengen, wird den jungen Menschen die Zukunft erst recht erschwert.
    Das nennt man dann Jugendschutz, dann klingt es zumindest recht gut.

    Diese Drogenpolitik hat bisher mehr zerstört, als es die Substanz an sich könnte.
    Schade, dass damit immer wieder Perspektiven vernichtet werden, die aktuelle Vorgehensweise jungen Menschen derart Knüppel zwischen die Beine wirft.
    Den Start in das Erwachsenenleben erleichtert dies in keinster Weise.
    Es geht um Ideologie, Macht, Commerz.

    Ach ja, die Jugend sollte man auch schützen, aber nicht kriminalisieren!!!

  13. R. Maestro

    …. und wenn das Kind wegen dem Konsum nicht in den Brunnen
    gefallen ist,
    das Btmg wird es schon reintreten und untertauchen.

  14. E.B.

    @HJ
    Da hat Euch mein Kommentar wohl nicht zugesagt. Ich stehe unter dem Eindruck, nichts unterstellt sondern ausschließlich hinterfragt zu haben, das Ganze in eine Richtung, die mit einem Link zu Infos der Bundeszentrale für politische Bildung durchaus seriös gestützt wird. Darf man erfahren, was die Löschung begründet? Ich hielte das Angebrachte für durchaus beachtenswert, Ihr nicht?

  15. E.B.

    @HJ
    Dann machen wir’s fürs Erste eben so: Sollte Herr Duttge den Wunsch verspüren, der hässlichsten Fratze im Dienste seiner noblen Moral ins Gesicht zu schauen – 4 Sätze lang + bpb-Info -, mag er gerne bei Euch anfragen (das überflüssige ’n‘ in dem Post ist streichbar). Um Eure Stellungnahme möchte ich weiterhin bitten.

    @Gedankenpolizei
    Habe ich mir etwas vorzuwerfen? Sollte ich es unterlassen, das Geäußerte an anderer Stelle zu wiederholen?

  16. Fred

    @ E.B
    Du hast wahrscheinlich Links mit gesendet. Dann muß dein Text manuell freigeschaltet werden. Ist mir auch schon passiert. Sollte das HaJo mal ändern, denn ne Quelle mitzuliefern ist nicht verkehrt.

  17. E.B.

    Danke, Fred,

    fand Deine Kommentare gut. Wenn ich für Herrn Duttge Deine 2. Frage beantworten darf – bei dem ich mich für die Unannehmlichkeiten entschuldigen möchte, ist nicht persönlich gemeint -: Mit Magie! Schau, wir stibitzen uns einen edlen Begriff – Aufklärung, das mit den Maximen, alles vorbehaltlos ausleuchten und so -, kidnappen seinen Sinn und verschachern ihn für unsere Sache. Der Coup ist perfekt.

    Nein, beim gelöschten Kommentar ist’s anders, er ist nicht frech, er ist wuchtig. Verletzend sogar (gut, für geradlinige Strafbefürworter vl. weniger, gar nicht oder entlarvend, k.A.). Aber gerecht, wie ich finde. Warum ich das so und nicht anders formuliert habe? Nun, diese Art geht mir harmonisch raus, weil ich selber verletzt bin, sozial, geistig, psychisch und perfide physisch, wie ich glaube. Aber ich erdulde mein Joch, weil ich anders als die, deren stummen Hilferufe ich eine Amplitude gab, ein Ziel vor Augen habe. Mein Schwert ist das Wort, und ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, wo kein guter Wille herrscht.

    Hier der Link zur bpb, das geht schon noch:
    http://www.bpb.de/apuz/27891/gewaltpraevention-durch-arbeit-mit-minderjaehrigen-in-der-prostitution?p=1
    Die beiden herauszitierten Sätze wirst Du sicher finden.

  18. E.B.

    @HJ
    Wenn’s wieder nicht passt, lasst den Absatz mit dem Link halt weg. Zum Text stehe ich und bin für Kritik offen.

    @Fred
    Es erklärt sich mit dem heute gesendeten Statement. Ich bin zur Zeit nicht übertrieben handzahm – von außen verschuldet -, daher die Verzögerungen. Aber wo wenn nicht hier dürfen wir unzufrieden sein?

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