Montag, 8. Januar 2018

Suchtexperte warnt vor Cannabis-Legalisierung

 

 

Facharzt Rainer Thomasius findet deutsche Cannabis- und Drogenpolitik sehr gut

 

Cannabis

 

 

Eine Glosse von Sadhu van Hemp

 

 

Auf der Facebookseite des Schildower Kreises wurde der Suchtexperte Thomasius ein Mietmaul der Drogenkriminalisierer genannt. Das war 2013, als der ärztliche Leiter des Suchtbereichs am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auf dem Höhepunkt seiner medialen Präsenz war und die Öffentlichkeit in einem fort mit Gruselmärchen über die Heilpflanze Cannabis schockieren durfte. Immer wenn Presse, Funk und Fernsehen einen leibhaftigen Ewiggestrigen benötigten, der die Heilige Pflanze verteufelt, das Doktorchen war zur Stelle – gegen Honorar. Keine Frage, Rainer Thomasius ist ein Held, der auf deutschem Heimatboden alles gibt, um den Anti-Hanf-Krieg zu legitimieren.

 

In letzter Zeit war es seltsam still um den Weißkittel, der mit seinem strikten Nein zur Legalisierung in einer Reihe mit überzeugten Hanfprohibitionisten wie Marlene Mortler (CSU), Mechthild Dyckmans (FDP), Sabine Bätzing (SPD), Harry J. Anslinger und dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte steht. Gerüchte kursierten, dass Thomasius die Flinte ins Korn geworden hätte und sich in Sachen Cannabis eines Besseren hätte belehren lassen. Doch weit gefehlt! Nun hat sich das Sprachrohr der Hanfkriminalisierer zurückgemeldet und in seinem Hausblatt, der Hamburger Morgenpost (MoPo), gepoltert.

 

Anlass für Thomasius Wortbeitrag war ein am Vortag in der MoPo erschienener Artikel, in dem André Schulz, Vorsitzender der Gewerkschaft „Bund Deutscher Kriminalbeamter“, eine regulierte Cannabis-Legalisierung forderte. Diesen Verrat an der guten Sache wollte Thomasius nicht unkommentiert durchgehen lassen und verkündete, dass eine Legalisierung von Cannabis „keine Option“ und „der völlig falsche Schritt“ sei. „Die Verharmlosung einer gefährlich süchtig-machenden Droge drohe, die schlimme Krankheiten verursacht und die Entwicklung Jugendlicher ausbremst“. Dass das Heilkraut Krankheiten verhindert und lindert, verschweigt Thomasius genauso wie die Tatsache, dass Hanfblüten mittlerweile als erstattungsfähiges Medikament zugelassen und auf Rezept in Apotheken erhältlich sind.

 

Doch es kommt noch besser – und schlimmer: „Ein regulierter Verkauf wird nicht funktionieren – genauso wenig wie bei Alkohol oder Zigaretten“, prophezeit der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und leitet daraus das zwingende Recht der Kriminalisierung der Cannabis-Konsumenten ab. „Dass die Zahl der Cannabis-Süchtigen in Deutschland im Vergleich zu Alkohol und Tabak gering ist, stimmt. (…) Jährlich 1.333 Drogentote stehen 74.000 Menschen gegenüber, die an den Folgen des Alkoholkonsums starben, und 140.000 an dem von Tabak. Klingt, als sei Cannabis harmlos – so einfach ist es aber nicht: Die Zahl ist nicht so viel kleiner, weil Cannabis entsprechend ungefährlicher ist. Sondern, weil der Cannabis-Konsum in Deutschland wesentlich geringer ist als der von Alkohol und Tabak – zum Glück.“

 

Wer so etwas liest, will gar nicht recht glauben, dass dieser Mensch nur ein kleiner angestellter ärztlicher Leiter an einem Klinikum ist. Mit dieser Wortakrobatik hätte Thomasius durchaus das Zeug zu einer viel steileren Karriere – zum Beispiel in der Politik als Adjutant von Marlene Mortler. Die Irreführung, „Cannabis-Süchtige“ mit Drogentoten in Verbindung zu setzen, ist dermaßen bescheuert und old school, dass es fast schon wieder genial ist. Am Ende seines Schreckenszenarios setzt Thomasius noch einen drauf: Er will gehört haben, dass sich nach der Cannabis-Legalisierung in Colorado die Zahl der Suizide im Alter zwischen zehn und 19 Jahren deutlich erhöht habe. Und der Wahrsager warnt: „In Deutschland hätte eine Legalisierung vergleichbare Folgen.“

 

Angesichts des drohenden Massensuizids kiffender Kinder fehlt nur noch, dass der Prophet die haschsuchtgefährdeten Deutschen mit einer Anti-Hanf-Fibel beglückt – mit dem Titel: Deutschland kifft sich tot.

 

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16 Kommentare
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Dragunov
Dragunov
3 Jahre zuvor

Hallo

Da sieht man wie weit Gehirnwäsche und Verblödung gehen kann ,
da schützt auch ein Akademischer Grad nicht.Tragisch ist ,das es noch
genug Gutmenschen in diesem Lande gibt ,die diesen “Geistigen
Durchfall” ,immer noch glauben.

MfG

Fred
Fred
3 Jahre zuvor

Aus gutem Grund wählt Prof. Thomasius die Hamburger Morgenpost. Die haben nämlich keine Kommentarfunktion, und jeglicher Unsinn bleibt unkommentiert. Wie kann man z.b in einem Bericht über die Cannabislegalisierung die leider sehr hohe Zahl von 1330 Drogentoten bringen. Kein Mensch auf dieser Welt ist an einer Tüte Gras gestorben ! Oder eine hohe Krankheitquote unterstellen. Nachstehend eine Stellungnahme der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen zum Thema “Körperliche Folgen: Körperliche Auswirkungen des Cannabiskonsums sind relativ selten und meist nicht stark ausgeprägt. Allerdings enthält der Rauch von Cannabis zahlreiche Schadstoffe, die Lungen- und Bronchialerkrankungen verursachen können. Hinzu kommt die dem Tabakkonsum eigene stark gesundheitsschädigende Wirkung. In bestimmten Fällen kann es auch zu Herz-Kreislauf- und Hormonstörungen kommen. Psychische und soziale Folgen: Als wesentlich schwerwiegender… Weiterlesen »

patrick
patrick
3 Jahre zuvor

http://ajph.aphapublications.org/doi/abs/10.2105/AJPH.2013.301612

“Er will gehört haben, dass sich nach der Cannabis-Legalisierung in Colorado die Zahl der Suizide im Alter zwischen zehn und 19 Jahren deutlich erhöht habe. Und der Wahrsager warnt: „In Deutschland hätte eine Legalisierung vergleichbare Folgen.“

Weniger saufen Herr Tomatemmuß, dann versteht man auch die Fakten!

N Stück Hundekot hat mehr Kompetenz als diese Person!

Revil O
Revil O
3 Jahre zuvor

Der Typ Weiß und versteht genau wovon er da spricht.
Dieses Mietlügenmaul der Verbotsfanatiker bekommt einfach nur kalte Füße und sieht hier schon länger seine Felle davon schwimmen.
Wenn zukünftig nicht hunderte oder evtl. sogar tausende erwischte per Gericht in Arme von solch einem Scharlatan getrieben werden müsste ein Herr Thomasius schauen wie er seine Einnahmen zukünftig kompensiert.

Greetz

Tom
Tom
3 Jahre zuvor

Wer hört sich noch diesen pseudowissenschaftlichen Dünnschiß an. Aber gut; was will der Herr Professor auch sonst sagen? “Ich hab die ganze Zeit gelogen um mir meine Zusatzhonorare durch die GEZ-Zahler und Bild-Leser zu sichern.”? Ganz bestimmt nicht. Dass er aber jetzt nicht mal die Klappe hält und weiterhin frei erfundene Zahlen bzw. Horrorstorys verbreitet ist schon der Hammer. Er sollte langsam daran denken dass seit neustem die absichtliche Verbreitung (aus niedrigen Beweggründen) von Fake-News strafbar und somit teuer werden kann. Zumindest aber zeigt er Zeichen von beginnendem Alzheimer, wenn er weiter unbeirrt und unter Mißachtung tatsächlicher Zahlen und Fakten seinen 50er-Jahre Quatsch (Cannabis-Süchtige) verbreitet. Der lebt, wie seine Leidensgenossen, geistig auch leider in der Vergangenheit und ist keinen neuen… Weiterlesen »

Lexy
Lexy
3 Jahre zuvor

So ein dünnschiss was der labert. Da lachen ja die Hühner

Rainer Sikora
Rainer Sikora
3 Jahre zuvor

Trotz unkorrekter Aussage von diesem Hirni,neutralisiert er den anderen Bericht.

Lotus
Lotus
3 Jahre zuvor

Man sollte den Schwachen helfen,denn die Kette ist nur so stark wie das Schwächste Glied… Ich denke die Gründe für Suizid sind im seltensten(wenn überhaupt) Falle wegen Cannabis,dafür gibt es viele Gründe(auch aus Ärztlicher Sicht),häufig landen Psyschich erkrankte(oder eben unglückliche Menschen) bei Psychopharmaka oder Drogen,und bei den Drogen gibt es immernoch illegale Märkte und Kriminelles Milleu,heißt Reinheit und Schadstoffgrenzwerte gibt es nicht,genauso werden Konsumenten immer noch Polizeilich gejagd,was als sehr schlechte Vorraussetzungen für Konsumenten zu betrachten ist…(gerade auch Psychologisch) außerdem gibt es große Probleme mit der ungeklärten Frage in wieweit verunreinigtes Cannabis der geistigen sowie körperlichen Gesundheit schadet,sowie die Frage was ein Kriminelles Millieu gerade mit jungen Menschen anrichten kann (vom verleiten zu Straftaten bis hin zu anderen Drogen angeboten… Weiterlesen »

icke kiecke
3 Jahre zuvor

Schon komisch, das mit der Selbstmordrate habe ich letztens genau anders gehört. Dort hieß es dass die Selbstmordrate eher zurückgegangen ist. Immer wie man es braucht.

greenness
greenness
3 Jahre zuvor

Möglicherweise wird der eine oder andere Jugendliche durch das gerade bestehende Verbot vom Cannabiskonsum abgehalten. Allzu viele scheinen es aber leider nicht zu sein. Es scheint mir ein sehr hoher Preis zu sein, den “die Gesellschaft” für diese mageren Erfolge zu zahlen hat. Viele gesellschaftlich wertvolle Menschen werden sinn- und grundlos kriminalisiert. Warum fordern denn selbst viele Polizisten eine Gesetzesänderung? Weil sie sehen, wen sie da “hops” nehmen MÜSSEN. In den “Gegenden”, in denen der Cannabiskonsum schon legalisiert ist, gibt es im Rahmen der Regulierung weiterhin viele Rechte für die Exekutive, gegen Rücksichtslosigkeit, Verantwortungslosigkeit und Kriminalität vorzugehen. Es wäre wünschenswert, daß der gesamte Aufwand, der gerade betrieben wird, um Erwachsene sogar vom Gelegenheitskonsum abzuhalten, dafür eingesetzt würde, Jugendliche vom Konsum… Weiterlesen »

Fred
Fred
3 Jahre zuvor

@greenness

Sehr guter Kommentar. Rechtfertigt das Gefahrenpotential von Cannabis ein derart hartes Vorgehen der Behörden gegen Konsumenten ?

Wenn diese Frage aufgrund von tatsächlichen Fakten und Erkenntnissen beantwortet würde, wäre Cannabis von einem Tag auf den anderen legal !

fahrie
fahrie
3 Jahre zuvor

Da weiß man wirklich nicht ob man lachen oder weinen soll. Was stimmt mit dem Mann nicht ?! Wieso hört dem überhaupt jemand zu, junge junge !

Andre As
3 Jahre zuvor

Was soll man dazu noch sagen? Ein Doktortitel ist kein Garant für fortgeschrittenen Schwachsinn, lässt aber noch immer die meisten in Demutshaltung erstarren. Die meisten Deutschen sind ja auch so dämlich und würden sogar Schuhsohlen mit angetrockneter Hundescheisse ablecken, wenn der Herr Doktor es sagt.
Über die verlogene Handhabe von Alkohol etc. muss man wohl kein Wort mehr verlieren.Bis dahin werde ich weiterhin versuchen mich tot zu kiffen.Auch wenn die Erfolgsaussichten gleich Null sind.

André B.
André B.
3 Jahre zuvor

@ Fred

Ich gebe zu , die Kommentarfunktion ist bei der Hamburger Morgen Post “etwas” schwer zu finden , aber es gibt sie doch !! 😉
Gerade was diesen Artikel betrifft , lohnt es sich wirklich die Kommentare zu überfliegen bzw. dazu selbst einen Solchen zu verfassen .

Also bei Bedarf einfach nochmal suchen und auch dort in die Tasten hauen !!!!!! 🙂

Fred
Fred
3 Jahre zuvor

@André B.

Danke für den Tipp. Das Kommentarfunktiönchen hatte ich übersehen. Bekommt ja gut Haue, unser Herr Professor. Ich habe auch meinen Senf da zu gegeben.

U-G
U-G
3 Jahre zuvor

Ein Suchtexperte oder “isser dat nich”? “Frohes auf Neues im Jahre 2018” Auf Provokationen seitens TomToms, Marlenchens, Eu-Männchens in Blau, warten die nur scharf wie ein tollwuthund darauf, anzeigen schreiben zu müssen. Nein, nein, so ist das nicht. Ich habe darauf hingewiesen in einem Kommentar von mir, “Mann sollte/müsste mehr auf die Justiz zugehen”. Nun, vielleicht hat dort ja jemand das gelesen und man hat sich dazu entschieden auch etwas herauszukommen aus dem Bau und Stellung zu beziehen. Weiß nicht, kann sein, es könnte ein Zeichen sein.? Entkriminalisierung? Wir werden viel Hanf brauchen und das haben wir vor der Haustür, EU-LOVES_GREEN. Nutzt das Spektrum dieser genialen Pflanze und säet Bäume!!! Nicht nur Kinder dieses Planeten gilt es zu schützen, sondern… Weiterlesen »