Dienstag, 5. September 2017

Österreichs Staatsrundfunk hetzt gegen Cannabis

 

 

ORF-Website schockt mit Lügen- und Horrorgeschichten aus Kärnten

 

Cannabis
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Eine Kritik von Sadhu van Hemp

 

 

Wer Cannabis verteufeln will und dazu ein Argument benötigt, der greift gerne auf Kinder zurück. Hundebabys und Kinder ziehen immer, denn diese Geschöpfe wecken den Beschützerinstinkt im Menschen. Auch die Herren und Damen Journalisten des „Österreichischen Rundfunk“ nutzen diese Masche, um die Herzen zu erwärmen bzw. die Gemüter zu erregen. Auch der ORF führt Kinder ins Feld, wenn es darum geht, als Stiftung des öffentlichen Rechts den von der Regierung verordneten Anti-Hanf-Krieg propagandistisch zu befeuern.

 

In einer aktuellen Exklusiv-Story hatte Anna Stockhammer vom „kaernten.ORF.at“ die ehrenvolle Aufgabe, den Österreichern einzutrichtern, dass „Drogen auf Kinder verheerend wirken“. Die Aussage kann so, wie sie ist, sofort unterschrieben werden. Doch leider geht es in dem Artikel nicht um die Volksdroge Nr 1, die jährlich Abertausende Schnapsdrosseln und Schluckspechte dahinrafft, sondern um das Heilkraut und Genussmittel Cannabis. Gleich zu Beginn des Artikels wird die Leserschaft mit der Horrormeldung geschockt, dass ein Dealer dabei ertappt wurde, wie er „Drogen“ an eine 13-Jährige verkaufte. Gras für Kinder ist natürlich schlimm, zumal der Leser das Gefühl bekommt, dass derartige Vorkommnisse in Österreich an der Tagesordnung sind.

 

Anna Stockhammer versteht es, mit wenigen Worten Angst zu schüren. Unterstützt wird sie selbstverständlich von Fachspezialexperten in Sachen Cannabis. „Drogen bewirken, dass der Konsument von der Realität abrückt“, sagt der Villacher Kinderpsychologe Wilfried Gfrerer. Ganz nebenbei und kleinlaut erwähnt der gute Mann dann doch, dass „es Konsumenten gibt, bei denen keine größeren Beeinträchtigungen zu sehen sind“.

 

Um die Leser nicht mit positiven Aspekten der Hanfdroge zu überfordern, darf Barbara Schmidt-Zeitler, Oberärztin der Abteilung für Neurologie und Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters am Klinikum Klagenfurt, noch einmal richtig schocken. Die Dame weist auf die „Kollateralschäden“ hin, die der Cannabiskonsum mit sich bringt. Ob Führerscheinentzug, Arbeitsplatz- und Wohnraumverlust, finanzielle Probleme oder gar Haftstrafen, all das seien Folgen des „Drogenkonsums“. Schwer zu sagen, ob die Oberärztin selbst ein Fall für die Psychiatrie ist oder einfach nur dreist lügt, wenn sie die Schuld dem Hanf und nicht der Hanfprohibition zuweist.

Und Schmidt-Zeitler setzt noch eine Lüge drauf: „Cannabis ist die Einstiegsdroge bei den Jugendlichen.“

 

Und so liest sich der gänzlich unbelegte Artikel des ORF wie eine Gebrauchsanweisung für Prohibitionisten, die Österreich vor der Einwanderung des bösen indischen Hanfes beschützen wollen. Immer und immer wieder sind es die armen Kinder, die der gemeine Hanf zerstören will. Die Website-Besucher des ORF sollen wissen, das Cannabis nichts für Kinder ist – und für Erwachsene ebenso. Anna Stockhammer erklärt en passant ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung zu Sittenstrolchen – denn diese unanständigen Kiffermenschen sind es, die den lieben Kinderchen ein schlechtes Vorbild sind und diese zum „Drogenkonsum“ verführen.

 

 

5 Antworten auf „Österreichs Staatsrundfunk hetzt gegen Cannabis

  1. Fred

    Ich frage mich ernsthaft, wann im deutschsprachigen Raum endlich mal eine sachlich geführte Diskussion entbrennt. Einfach mal an Hand z.b eines Modellprojektes eruieren wo die Gefahren liegen, und wenn es welche gibt, wie diese dann abzustellen sind. Ergebnisoffen und ohne Emotionen.

    Stattdessen drischt man Phrasen. Zerrt grundsätzlich nur Gruppen wie die Jugend, oder Menschen mit kritischem Konsum ans Licht der Öffentlichkeit. Diese Gruppen werden dann als Beispiel für alle dargestellt. Was ist mit dem Rest ? Die fröhlich ab und an einen Joint rauchen und absolut keine schädlichen Wirkungen an sich feststellen ?

    5% der Bevölkerung werden mit puren Annahmen schikaniert. Nimmt man die Führerscheinregelung. Die 1 Nanogramm Grenze ist ein abstrakter Wert von dem man lediglich annimmt, das nach Erreichen eine Fahruntüchtigkeit vorliegt. Kein Mensch hat diesen Wert jemals wissenschaftlich überprüft. Also auf Grund einer schlichten Annahme werden Führerscheine geschreddert und damit Existenzen gefährdet oder gar vernichtet. Obwohl eine Grenzwertkommission schon vor Jahren neu gewürfelt hat und drei Nanogramm empfohlen hat.

    Wenn ein solches Verhalten Schule macht, dürfte man sich nicht wundern, wenn Wollmützenträger vor der nächsten Sparkasse verhaftet werden…. frei nach dem Motto man kann ja nie wissen.

    Und das ist auch meine Forderung an die nächste Bundesregierung, wie sie sich auch immer darstellen mag. Gefahren feststellen und alternative Konzepte zur Eindämmung dieser Gefahren entwickeln. Schadensminimierung ist das Stichwort. Schützt z.b die Jugend mit sachgerechter Aufklärung und dem Jugendschutzgesetz in einem legalisierten Cannabismarkt.
    Jedenfalls ist die unsägliche Verfolgung von Konsumenten mit rechtstaatlich höchstbedenklichen Mitteln ein absolutes Unding, die im Zweifel keinen Jugendlichen vom Konsum anhält. Wie man ja Jahr für Jahr im Drogenbericht nachlesen kann.

    Da ist der Staat übrigens auch in der Pflicht. Staatliche Maßnahmen müssen auf Erfolg kontrolliert werden. Stellt man – wie in der Drogenpolitik – diesen Erfolg nicht fest, bzw die Lage verschlechtert sich laufend, dann müssen die Konzepte verändert werden. Ansonsten tragen die Verantwortlichen die Schuld an möglichen Schäden.

    Und wenn das nicht bald in Angriff genommen wird, dann werden wir uns mal kräftig mit dem Rechtsstaat anlegen müssen.

  2. COSMO

    Habe gestern auf Spiegel online ein Bild von Drogenkonsumenten gesehen, ohne das entsprechende Warnungen ausgesprochen wurden. IcH glaube, dass es Hr. Zu Gutenberg mit ner Maas in der Hand war. Habe den Beweis direkt zu Polizei geschickt und Anzeige erstattet.

  3. rainer sikora

    Die Mächtigen und Einflußreichen kriegen immer recht,und denen glaubt man eher als einem Kiffer.Die Chance auf „gebt das Hanf frei“ ist wieder klein geworden.Wir werden immer wieder gefoult.

  4. Laios

    Was Anna Stockhammer sich gibt ist eine Sache. Sie weiß es vermutlich nicht besser und ist daher bemitleidenswert. Dass aber Barbara Schmidt-Zeitler als Oberärztin insturmentalisiert wird ist schon eine andere Hausnummer. Es sind halt seit Jahren die gleichen Argumente. Es werden Klischees bedient und Angst geschürt statt Aufklärung zu betreiben. Der Anna Stockhammer täte es vermutlich auch mal gut wenn Sie sich mit gutem Gras auf das Wesentliche besinnt statt so ein Mist zu verzapfen.
    Ich befürchte, dass es noch lange dauern wird bis der Stoff mal neutral behandelt wird und objektiv in der öffentlichen Gesellschaft debatiert wird. Von einer Legalisierung kann ich kaum noch träumen. Das Märchen wird nun seid mehr als 30 Jahren verkauft und es tut sich nichts. Absolut nichts!
    Die Europäer machen doch den Amerikaner so gerne alles nach. Ob es nun Hip Hop, Kriegsführung in spezifischen Gebieten oder sonstige Trends sind. Warum schwappt der Trend der Legalisierung nicht langsam über den großen Teich!

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