Dienstag, 15. August 2017

„Frankfurter Allgemeine” verteufelt Cannabis als „grünes Gift“

 

Wochenblatt der F.A.Z. verkauft „kompaktes Wissen für kluge Köpfe“, die verdummt werden wollen

 

Cannabis
Bild: Archiv

 

 

Ein Kommentar von Sadhu van Hemp

 

 

Cannabis ist ein Thema, das sich medial wie Mord und Totschlag verkaufen lässt. Bestes Beispiel ist jener Fall, der sich 2011 in Hamburg-Eppendorf zutrug, als ein Autofahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und vier Menschen in den Tod riss. Die Boulevardpresse wusste sofort, dass das böse Haschrauschgift ursächlich für den Unfall war. Doch das war eine Lüge. Zwar fanden sich THC-Spuren im Blut des motorisierten Totschlägers, aber ausschlaggebend für die Tragödie war das nicht. Der Unfallfahrer war längst als unverbesserlicher Raser aktenkundig und litt zudem unter Epilepsie. Wenn jemand die Schuld trägt, dann sicher nicht der Stunden zuvor gerauchte Joint, sondern die Fahrerlaubnisbehörde. Die Staatsdiener hätten dem Verkehrsrowdy die charakterliche und gesundheitliche Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs absprechen müssen. Nur leider gab es dazu keinen Anlass, da der „Autosportler“ nur wegen fortgesetzter Raserei und nicht wegen Cannabiskonsums auffällig geworden war. Doch das alles interessierte die bundesdeutschen Tendenzmedien nicht. Quer durch alle Gazetten war es der böse Kiffer, der skrupellos im Haschgiftrausch getötet hatte.

 

Damals mit von der Partie waren auch „seriöse“ Zeitungen, die sich nicht scheuten, in den Kanon der Anti-Hanf-Hetze einzustimmen. Und die Herren und Damen Journalisten machen munter weiter, da sie sich dazu berufen fühlen, Volkes konservative Meinung zu bilden.

Die „Frankfurter Allgemeine Woche“ (FAW) prescht nun mit einer ganz besonders widerwärtigen Titelstory vor: „Das grüne Gift – Keine Droge wird so verharmlost wie Cannabis. Das hat fatale Folgen.“ In Wahrheit sei die „Wohlfühldroge“ Cannabis ein gefährliches Gift, das die Psyche von abertausenden Deutschen ruiniere. Den Beweis für diese „Wahrheit“ liefert die FAW gleich mit. Zwar fand sich kein deutsches abschreckendes Beispiel, das beweist, wie zerstörerisch Cannabis wirkt, aber eine Britin tut’s ja auch: So habe Cannabis bei Amy Winehouse eine „psychische Entleerung“ verursacht. Nun wissen wir also, warum die kiffende Sirene mit 4,16 Promille Alkohol im Blut an Organversagen starb.

 

Doch die Schmierfinken aus dem Hause der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wären keine richtigen Schmierfinken, wenn sie nicht noch einen Kronzeugen aus dem Hut zaubern würden, der dem Hanf die Schuld am Tod von Amy Winehouse gibt. Doch statt wie üblich Psychoklempner Rainer Thomasius zu Wort kommen zu lassen, musste es noch eine Nummer größer sein. Denn was ist glaubhafter als ein leibhaftiger Strafrichter, der zugleich ein selbsternannter Mediziner und echter Fachspezialexperte in Sachen Hanf ist? „Gedächtnisschwäche, Apathie und Motivationslosigkeit sind besonders ausgeprägt, wenn Jugendliche schon früh und regelmäßig Cannabis konsumieren“, ängstigt der Hobbydoktor die Leserschaft der FAW.

 

Das alles und vielmehr ist für die „Frankfurter Allgemeine Woche“ derart „fatal“, dass es gar keine Frage ist, dass die Prohibition und Kriminalisierung von Konsumenten unabdingbar zum Schutze der Deutschen ist. Dass Millionen Bürger keine Probleme mit dem Cannabiskonsum haben, blenden die Gefälligkeitsjournalisten der Bourgeoisie aus. Auch müssen die Leser der FAW nicht wissen, dass Cannabis auch einen medizinischen Nutzen hat – zum Beispiel bei Kindern, die krank sind und mit herkömmlichen Pharmazeugs kaum zu therapieren sind.

 

Die Titelstory aus der Redaktionsstube der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zeigt, dass die Prohibitionisten nicht nur in den Parteien und Parlamenten sitzen. Doch besonders übel wird es immer dann, wenn die angestellten Schreibsklaven in der Redaktion keine eigene Meinung haben dürfen und nach der Pfeife des Herausgebers tanzen müssen – so wie bei der FAW. Die Linie des Verlags wird von der Chefetage vorgegeben. Die Verfechter des Anti-Drogen-Krieges freut’s. Denn ein „Intelligenzblatt“, das ungeniert Lügen über Cannabis verbreitet, ist eine scharfe Waffe in der Debatte um die Legalisierung. Und nichts fürchten die Parlamentarier mehr, als von der vierten Gewalt im Staat in der Luft zerrissen zu werden.

 

11 Antworten auf „„Frankfurter Allgemeine” verteufelt Cannabis als „grünes Gift“

  1. ADHSPatient

    Top Artikel!

    FAW diffamiert Cannabiskonsumenten. Absolut widerlich und unentschuldbar.

  2. rainer sikora

    Jedesmal hoffe ich auf Fortschritte und positive Meldungen und muß mich über Rückschritte und Negativmeldungen ärgern. Und dann ist es auch noch gelogen und unwiederruflich.

  3. hubert

    Arme BRD mit solchen FAZ Journalisten…
    Die Millionen Erwachsenen Cannabis Informierten weltweit, werden sich krumm lachen über einen solchen Unsinn…
    Ob die schon jemals etwas von Heilpflanzen gehört haben???
    alles beste

  4. COSMO

    Leider kein onlineartikel dazu, den man kommentieren kann. Man kann sich nur auf die Intelligenz der LeserSchaft vertrauen, daß sie erkennen mögen, dass eigentlich von Alkohol die rede ist.

  5. Lars Rogg

    Die FAZ bietet ihren konservativen, zurückgewandten Lesern genau das, was die eh schon verinnerlicht haben. Diese Sorte Leser wäre mit der Wahrheit gar nicht zu erreichen. Tatsachen, wie die positiven Erfahrungen in Colorado, Israel und co, glauben die eh nicht oder tun es als falsche Propaganda ab. So what…es ist die FAZ, sonst nix…

  6. Lars Rogg

    Hab der FAZ meine Meinung zu ihrem Artikel hinterlassen…bin gespannt wann diese gelöscht wird…hihihi
    “ Hier werden Halbwahrheiten für Leser verbreitet, die mit der Wahrheit eh nicht zu erreichen wären. Tatsachen aus Colorado, Israel, Spanien, Portugal und den Niederlanden im Umgang mit Drogen werden einfach mal ignoriert. So macht man heute Politik, toll !!! Es gibt ein Buch vom Richter Mülller, der die ganze Problematik mit gängigen Fehlinformationen und schwarz malerein, sowie den unsinnigen drakonischen Strafen vor Augen führt. Aber dazu müsste man ja der Realität eine Chance geben. Welchen Schaden richten kleine Kiffer und Homegrower im Vergleich zu den abertausenden Alkis und Steuerhinterziehern an, die dieses Blatt lesen und für bare Münze halten..???“

  7. Tobi

    Man kann auf der Facebook Seite seinen Kommentar hinterlassen, ich glaube da kommen die langsam nicht mehr mit dem Löschen ungewünschter Kommentare hinterher 😀

  8. Hero Lucky King Unchanged

    Mortler hat das angestossen. Sie sagte vor kurzem, daß über Cannabis alles berichtet wird – von hochgiftig bis gesund und harmlos. Und deswegen hat sie (Rauschgiftministerin Mortler) beschlossen das über Cannabis zu erzählen, was sie sich zusammengedichtet hat, egal ob wahr oder erlogen. Politiker die lügen und das noch offen zugeben – Respekt.

  9. R. Maestro

    Möge man doch Hit… äh, Mortler ihre Agumente nicht wegnehmen.
    Schliesslich hat sie ja einem (Schwer)-Verbrecher Obdach geboten!!!
    Ihr eigener Sohn hat gekiift.

  10. Michael Kleim

    „Kein Krieg wird so verharmlost wie der Drogenkrieg.
    Keine Verletzung der Menschenrechte wird so verharmlost wie die Prohibition.
    Keine Gefährdung der Demokratie wird so verharmlost wie die sog. Drogenbekämpfung.“

    Michael Kleim, Mitglied im Schildower Kreis
    14. August 2017

  11. Ralf

    @Michael Kleim
    Schön mal von dir hier zu lesen, ich lese schon lange bei euch und bin sehr zufrieden mit der Fülle der Informationen aber auch mit deiner Bewertung der Situation. Die drei Sätze sagen eigentlich alles aus. Die Gefahr und ihre Ursachen wird von den meisten Menschen total unterschätzt und das war leider schon einmal in der Vergangenheit so und kommt uns alle jetzt schon teuer zu stehen. Der Drogenkrieg ist der dritte Weltkrieg und die Folge der selben Machenschaften die zum ersten und zweiten geführt und die genau betrachtet niemals aufgehört haben.

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