Sonntag, 4. Juni 2017

Marihuana March in Santiago de Chile lockt zehntausend Menschen

 

Ein großer Rest vom diesjährigen Fest.

 

Foto: Schmiddie/Hanfjournal

 

Wie sich die Zeiten ändern können, zeigt das Beispiel Chile möglicherweise gut. Während vor fünf Jahren noch nicht ganz eindeutig feststellbar war, wie sich die Lage bezüglich Cannabis in dem fernen Land entwickelt, wurde schon vier Jahre später ein erste Cannabis Social Club für Hanfpatienten etabliert, nachdem das Gewächs erst 2015 von der Liste der gefährlichen Drogen gestrichen wurde. Da aber weiterhin Polizei und Gesetzeslage privaten Anbau von Marihuana verhindern können, forderten am gestrigen Samstag viele freundliche Menschen die Erlaubnis, Cannabis zukünftig legal kultivieren zu dürfen. Der Marihuana March in Santiago de Chile lockte zehntausend Personen auf die Straßen der chilenischen Hauptstadt.

 

Unter dem Motto „Kultiviere Dein Recht!“ versammelte sich die Menschenmasse friedlich und forderte einer Hanfdemonstration üblich mittels Schildern und Transparenten einen veränderten Umgang mit Marihuana im Land. Obwohl sogar Richter mittlerweile häufiger auf der Seite der vor ihnen vorstellig werdenden Homegrower stünden, wäre der an den Tag gelegte Einsatz der Polizei nach Aussagen der Legalisierungsbefürworter sehr zu bemängeln. Ana Maria Gazmuri, die für die Daya Foundation Lobbyarbeit bezüglich Medizinalhanf betreibt, hält es für wahrscheinlich, dass Menschen nach einem unvorhergesehenen Polizeibesuch und der folgenden Beschlagnahmung ihrer Cannabisgewächse ein ernst zu nehmendes Trauma davontragen würden. Die Methode, heimliche Hanfgärtner wie Schwerverbrecher zu behandeln, würde Personen gesellschaftlich stigmatisieren. 1070 chilenische Bürger wurden in 2017 bereits ungewollt Zeuge dieses Prozesses, während ihn im gesamten Jahr 2016 ganze 1438 Cannabisgärtner am eigenen Leib erfahren konnten.

 

Nachdem die chilenische Regierung im Mai aber überraschend zwei Cannabispräparate gegen chronische Schmerzen in Apotheken erhältlich machte, diskutiert man nun immerhin auch im Kongress über eine Lockerung der Gesetze im Sinne der privaten Homegrower, zu denen folglich Patienten, aber auch alle Genießer von Marihuana zählen dürften.

 

Zehntausende Menschen alleine in Santiago de Chile.

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