Samstag, 29. April 2017

Kriminalstatistik verrät offensichtliche Kifferjagd

 

Steigende Konsumentenverfolgung bei sinkender Verhinderung des Handels.

 

...ingehüllt in eine Dunstwolke aus Rauch
Foto: Chmee2 via wikimedia: cc-by-sa-2.5,2.0,1.0

 

Am 24. April wurde die bundesweite Kriminalstatistik für 2016 veröffentlicht, welche neben steigenden Zahlen bei Gewaltverbrechen und sinkenden Zahlen bei Wohnungseinbrüchen auch das Wachstum der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festhielt. Dabei wird Experten schnell vor Augen geführt, dass eine Gattung des Homo sapiens besonders in die Suchscheinwerfer der Staatsmacht geraten ist. Die Kriminalstatistik verrät offensichtliche Kifferjagd seitens der Polizei.

 

Hans Cousto hat sich für den Drogerie-Blog der TAZ intensiv mit den veröffentlichten Werten der bundesweiten Kriminalstatistik für 2016 auseinandergesetzt und schlüsselte die vorhandenen Zahlen fachgerecht für Nicht-Mathematiker auf. Bei den im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 7,1 % Prozent gestiegenen BtMG-Verstößen sei bei den Cannabis beinhaltenden Straftaten alleine ein Zuwachs von 7,9 % Prozent wahrzunehmen, wobei besonders das noch höhere Wachstum von 9,9 % Prozent bei den allgemeinen Verstößen ins Auge fiel. 80 % Prozent dieser festgehaltenen Fälle seien dabei reine Konsumdelikte. Da diese registrierten Delikte aber in erster Linie auch von der Fahndungsintensität der Polizei abhingen, ließe sich aus den Ergebnissen von 2016 schnell schlussfolgern, dass eine noch nie da gewesene Initiative seitens der Beamten ergriffen wurde, friedliebende Kiffer zu jagen.
Vergleicht man die Werte aus 2004 mit dem letzten Jahr, wäre eine deutliche Zunahme des strafrechtlich verfolgten Cannabiskonsums von 11,2 % Prozent feststellbar. Die Verfolgung von Handel und Schmuggel sei im gleichen Zeitraum jedoch um 22,4 % Prozent eingebrochen. Somit wären aktuell circa 178 von 100000 Menschen in ein BtMG-Verstoß verwickelt, aber nur noch 38 müssten sich vor Gericht wegen gesetzloser Geschäftsmodelle verantworten. Die Verfolgung von Cannabiskonsumenten ist also unverhältnismäßig stark gegenüber der Verfolgung von illegalen Händlern innerhalb der vergangenen zwölf Jahre angestiegen. 80 % Prozent Cannabiskonsumdelikte stellen jetzt den bisherigen Höhepunkt der Strafverfolgung gegen Marihuananutzer dar, während die erreichten 17,2 % Prozent der verhinderten Handels- und Schmuggelgeschäfte den bisherigen Tiefstand in der Geschichte einnehmen.

 

Dass die Prohibition zu oft das Gegenteil ihres angepeilten Ziels erwirkt, beweist leider jährlich auch der Freistaat Bayern, der trotz der Vorreiterrolle als am besten bewachtes Bundesland, meist die höchste Zahl an Drogentoten zu vermelden hat. In diesem tiefschwarzen Bereich sind die Zahlen nun aber gleich deutschlandweit um ein ganzes Fünftel gestiegen.
Zum vierten Mal in Folge ist hier ungewolltes Wachstum zu vermelden.

9 Antworten auf „Kriminalstatistik verrät offensichtliche Kifferjagd

  1. Rainer Sikora

    Die Polizei braucht leichte und schwache Opfer um ihre Unzufriedenheit und aufgestaute Wut im Laufe ihres fruchtlosen Dienstalltages auszulassen.So wie die cducsu die Türken hassen und schon immer haßten,so haßt die Polizei die Kiffer.Die cducsu unterstützt und bestärkt die Polizei in dieser Sache natürlich.Alles ein und dieselbe Wichse.

  2. Fred

    Ja, so ist das. NRW konnte nicht am Blitzmarathon teilnehmen, weil in zeitlicher Nähe der AFD Parteitag abgehalten wurde. Kleiner Tipp von mir… stört nicht ständig beim Grasrauchen, dann könnt ihr Blitzen und gleichzeitig Menschen mit ziemlich seltsamem Politikverständnis schützen !

  3. U-G

    Ist das alles was die Bundesregierung zu bieten hat???
    Nein, sie macht viel mehr als uns lieb ist!!!
    Totale Kontrolle.
    Hier und da passieren Anschläge, obwohl sie doch durch viele BrüderStaaten wie Nato, Geheimdienst, innerer Sicherheit propagieren wir Leben im Terror!!!
    Wo war der Terror in meiner Kindheit?
    Die RAF? Der Mossad? Der Arafat?
    Erinnere mich genau!!!
    Nichts hatte ich, meine deutschen und ausländischen Kumpels davon, außer Nachrichten am Abend.
    Morgens später gingen wir wieder zur Schule.
    Heute nur Chaos, Pleiten, Pech und Pannen, dazu kommen Naturkatastrophen mehr und mehr in den Vordergrund.
    Tja scheiß Autoindustrie, Kohlekraftwerke, Kamin-Feuerholz-oder-Kohle-Verkäufer hinzu.
    Reiche bevorzugen Kamin-Feuer-Holz-Kamine, ohne darüber nachzudenken, das könnte meinen Nachbarn schaden, oder Schaden anrichten.
    Saubermachen oder auch das Einatmen könnte Schaden anrichten bei meinen Nachbarn.
    Scheiße alles wird für die florierende Wirtschaft durchgedrückt obwohl das dem Menschen und der Natur schadet.

    Mich Außengeländer von Serbischem Staatsgrund geborenen Menschen, seit 45 Jahren hierlebend könnt ihr Politik- und WirtschaftsfuZZies nicht beeindrucken!!!
    Ich scheiß euch in die hohle dreckige Hand!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  4. Chef

    Der Handel geht zurück und mehr Konsumenten werden verfolgt – ist ja ne zusammenhängende Vorangehensweise – ohne Ironie.

    Aber wofür ? Keine Strafen für freie Menschen !

  5. Ralf

    @Fred
    Ich glaube nicht an einen wirklichen Wandel in der FDP. Diese Partei wird nach wie vor von ein und denselben, korrupten Farma-und Großkonzernbütteln beherrscht, welche die Ursache des Problems sind und mit Sicherheit nicht die Lösung. In wessen Händen unser geliebtes Kraut landet, sollte es jemals eine Legalisierung a la FDP geben, kann man sich leicht vorstellen.

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