Freitag, 7. April 2017

Vier von fünf Präsidentschaftskandidaten in Frankreich stimmen für Cannabis

 

Kurswechsel in der Drogenpolitik nur von Marine Le Pen abgelehnt.

 

er läuft & läuft & läuft...
Illu: mark marker (c) 2011

 

Frankreich verfolgt seit 1970 Cannabiskonsumenten verhältnismäßig hart. Ein Jahr Haft und 3750 € Euro Zahlung können drohen, wird man in Frankreich beim Kiffen erwischt. Obwohl die Franzosen unter diesen Regeln zu einem der Europameister des Marihuanakonsums heranwuchsen, war das Thema lange Zeit mit vielen Tabus behaftet. Zur jetzigen Präsidentschaftswahl hat sich das Hanfblatt aber überraschend heftig gewendet: Vier von fünf Präsidentschaftskandidaten in Frankreich stimmen für Cannabis.

 

Nicht nur der linke Flügel bekennt sich zum Cannabiskonsum in der Bevölkerung, sondern auch die anderen Kandidaten für den in Aussicht stehenden Präsidentschaftsposten haben verstanden, dass der geführte Krieg gegen das nützliche Kraut ein unsinniger ist. Aus diesem Grund bekennen sich unter anderem der derzeitige Favorit in Umfragen Emmanuel Macron und auch der unter Skandalen leidende François Fillon zu einem Umdenken. Marcon empfände es als eine große Verbesserung der aktuellen Lage, wenn anstatt einer drohenden Gefängnisstrafe beispielsweise nur noch eine kleine Bußgeldsumme in Höhe von 100 € Euro vorgesehen wäre, würde man beim Kiffen erwischt. Die aus dem linken Flügel der französischen Politik antretenden Jean-Luc Melenchon und Benoit Hamon wollen Marihuana dagegen vollständig legalisiert sehen. Letzter sprach schon von staatlich kontrollierten und steuerpflichtigen Cannabisprodukten in legalen Verkaufsstellen, die natürlich einzig Erwachsenen den Eintritt gewähren.

 

Nur der rechte Sammelplatz unter Marine Le Pen und ihrem Front National sieht selbstverständlich keinen Veränderungsbedarf an der strikten Cannabiskonsumentenverfolgung in Frankreich. Legalisierung sei eine komplett durchgeknallte Idee, man müsse mit jedweder verfügbaren Kraft gegen die Drogen und Drogendealer ankämpfen, sagte der Wahlkampagnendirektor David Rachline im Oktober dem Radiosender France 2. Die französische Polizei hingegen hat auch eingesehen, dass die Gesetzeslage ineffektiv und äußerst limitiert ist, weswegen eintretende Zeitersparnis und verbesserte Präventionsarbeit durch eine Legalisierung von Cannabis von dieser Seite wohl begrüßt würden. Sichtbar wird die fehlgeleitete Drogenpolitik auch aufgrund der verfügbaren Zahlen, die knapp die Hälfte aller 17-Jährigen zeigen, welche trotz des harten Durchgreifens der Staatsmächte schon recht früh in den Kontakt mit der illegalisierten Heilpflanze kamen. Insgesamt sollen in Frankreich mittlerweile circa 700000 Menschen täglich ihre zuvor auf dem Schwarzmarkt erstandenen Cannabisprodukte genießen – meist in Form von Joints.

 

Hoffentlich üben alle französischen Potheads daher auch etwas stärkeres Gewicht auf die Stimmzettelauszählung der Präsidentschaftswahl am 23. April aus. Die grünen Daumen gehören gedrückt!

5 Antworten auf „Vier von fünf Präsidentschaftskandidaten in Frankreich stimmen für Cannabis

  1. Fred

    Der Zug rollt immer schneller. In Frankreich hat man erkannt, das klare Aussagen vor der Wahl Stimmen bringen. Liebe Politik in Deutschland…. das kann auch hier funktionieren. Denkt dran wir sind viele.

  2. Frank

    …hey Fred,
    grüß dich….du, ich denke das bei uns in deutschland, egal alle Welt hat schon legalisiert und entkriminalisiert sogar
    im KONGO gibts schon Gummibärchen mit HASCH drin, nur hier im Herzen Europas hält sich eine Nation wacker gegen DIE GANZE WELT. Schland. Glaub mir und wir sind wirklich sehr VIELE ! Deutschland NIEMALS!!! NEVER !!!!! NIE !!!!!

  3. LegalizeNOW

    Hier kann sich nur etwas ändern, wenn im September vonden 2 großen Volksparteien die SPD den Kanzler stellt bzw die Wahl gewinnt und regiert, zusammen mit Rot-Grün.. Nur bekennt sich die SPD bist jetzt noch nicht klar zu einer Legalisierung, damit mein ich geschlossen. Auch wenn bei der letzten erfolreichen Debatte und Gesetzesänderung im Bereich Medizin der SPD’ler sagte, dies sei erst der Anfang. Das waren schon deutliche Worte.

    Ich wähle die SPD, wenn es ein knappes Rennen wird. Sollte aber die SPD kurz vor der Wahl hoffungslos hinter der CDU zurückliegen, dann wähle ich die Linken, welche am klarsten für eine Legalisierung (aller Drogen) sind.

    Sollte die CDU stärkste Partei bleiben und die alte Faltenkröte weiter regieren dann sieht es sehr schlecht aus. Spätestens dann müsste die SPD erkennen, dass eine entschlosse Bekennung zu wissenschaftlichen Fakten gegen starre Ideologie angebracht ist. Und endlich gemeinsam mit allen anderen Parteien (ja selbst die FPD steht einer Legalisierung offen gegenüber, da gab es eine Wende in den letzten 3 Jahren) vehement Druck ausüben.

    Bitte geht alle wählen und helft dabei, die CDU aus der Regierung zu bekommen.

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