Donnerstag, 16. März 2017

Einhundert Prozent Preisaufschlag für Cannabis aus der Apotheke

 

Schlimmer als der Schwarzmarkthändler.

 

Foto: Susanne Winter

 

Nachdem das Gesetz für Cannabis als Medizin nach langem Kampf nun endlich seit dem 10. März 2017 in Kraft getreten ist, häufen sich die Meldungen und Nachrichten über Absagen zur Kostenübernahme seitens der Krankenkassen. Auch gibt es schon ein offizielles Statement eines Sprechers des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen, das den Zweifel am tatsächlichen Nutzen der natürlichen Medizin zum Inhalt hat. Einhundert Prozent Preisaufschlag für Cannabis aus der Apotheke könnten aber ebenso Grund für die schlechte Stimmung auf allen Seiten nach dem hart erkämpften Erfolg geben.

 

So berichtet die Präsenz Apotheke Adhoc über die gängige Praxis in Apotheken, Cannabisblüten nach einem möglicherweise stattfindenden Umfüllprozess doppelt zu bepreisen. Doktor Franjo Grotenhermen bemängelt dort diese überzogene Kostenerhöhung, die nur aufgrund der Rezepturarzneimitteleinstufung von medizinischem Marihuana ermöglicht werde. Aus diesem Grund sucht er nach Apothekern, die nicht auf diese Verkaufsstrategie setzen, und fordert allgemein, Cannabisblüten wie Fertigarznei zu behandeln. Während bei der zumeist angewandten Variante ein fast fünfzig Prozent hoher Gewinn für Apotheker herausspränge, wäre unter dem Fertigarzneimittelkurs für knapp die Hälfte des Geldes nur ein vergleichsweise marginaler Anteil für den Medikamentenhändler abgreifbar. Eine Verdoppelung der Kosten aufgrund eines einfachen Mahl- und Siebungsprozesses – den Cannabispatienten gut selbst übernehmen könnten – stünde auch der allgemeinen Verschreibungsbereitschaft der Ärzte im Wege. Da es bereits Apotheken gibt, die diesen „Schwindel zulasten der Patienten und der Krankenkassen“ nicht mitmachen wollen, sammelt Doktor Franjo Grotenhermen nun möglichst viele Meldungen von Patienten über jene Standorte, damit auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft für Cannabis als Medizin (IACM) eine Liste der vertrauenswürdigen Händler veröffentlicht werden kann. Man wolle dafür sorgen, dass die fairen Verkäufer von ihrer Arbeitsweise profitieren werden. Cannabisblüten als Ausgangsstoffe betrachten zu müssen, da sie vor dem Verkauf an Patienten von ausgebildetem Fachpersonal aufgrund der Verordnungsgenauigkeit und Therapiesicherheit gewissenhaft zerkleinert gehörten, wäre eine zynische Argumentationsweise der Bundesapothekerkammer, die einzig den klingenden Geldbeuteln diene – auf Kosten der oft nicht wohlhabenden Patienten sowie der Krankenkassen.

 

Dass der frische Wind in der Cannabisthematik trotz derartiger Ungereimten dennoch hierzulande bereits nicht zu verachtende Früchte zum Vorschein bringt, zeigen aber unter anderem überraschend aufklärerischer Meldungen aus dem Gebiet der immer gern hart durchgreifenden Rosenheim-Cops.

 

Fair Trade.

4 Antworten auf „Einhundert Prozent Preisaufschlag für Cannabis aus der Apotheke

  1. Bürger

    Gras ist anscheinend immer noch das böse Kraut – ohne nötigen Respekt. In manchen Köpfen….

    Tja und Deutschland macht sich wie immer lächerlich. Wer hätte das gedacht…

  2. Gasterl

    Ich habe meine Apotheke soeben bei Hr. Dr. Grotenhermen gemeldet. Diese hat mich von Anfang an unterstützt und hat mir immer ganz transparent die Preise aufgeschlüsselt. Ich wünsche meiner Apothekerin, dass Sie nun dafür ganz viele Patienten mit Rezept bekommt und damit viel verdient, anstatt mit wenigen Patienten und Wucherpreisen!

  3. U-G

    Ich bin schon ganz schön breit von dem Kentucky Bourbon Whiskey, aber Herr Dr. Franjo Grotenhermen und allen die weiter kämpfen für die komplette Legalisierung von Cannabis als Arznei bin ich dankbar!!!!

    COFFEESHOPS FÜR ALLE WIE HOLLAND ES MACHT!!!!

    SCHLUSS MIT KRIMI !!!

    ALKOHOL macht AGRESSIV und das bin ICH !!!

  4. melissa

    Also ich weiß nur das mein bekannter im Letzten Jahr für 28 Tage in der Apotheke im Allgäu 2.600 Euro Zuzahlen musste , Begründung es komme aus Holland und da koste das Gramm 17,50 Euro . Also mal im ernst auf der Straße bezahlt man 12,50 für ein Gramm. Also wenn man das Geld nicht aufbringen kann und wer kann das schon ein so hoche Zuzahlung sich leisten? Ich verstehe auch nicht warum man das immer auf dem Rücken der Kranken macht. Nun ich hoffe das sich da bald was ändert vor allem für die , die es beantragt haben oder wollen den die finden hier im Allgäu nicht mal einen behandelten Arzt der das machen möchte und falls man einen findet muss der Arzt noch warten . Auf was wenn es doch seid diesem Jahr erlaubt wäre? ich bin aus-therapiert habe für meinen Schmerzen nichts mehr aber ich kann es hier auch nicht beantragen weil a ein Arzt fehlt u noch nichts geklärt ist und das Geld habe ich auch nicht den ich bin in Erwerbsminderungs Rente also was soll oder kann man machen ?? Man schimpft über Cannabis bezeichnet es immer noch als ein Stiegs Droge obwohl das alles wieder legt wurde aber keine Denkt an die Menschen die Krank sind oder aus Therapiert sind und nicht mal einen Tag ohne Schmerzen haben. Schade !!

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