Freitag, 11. November 2016

Modellprojekte zur Cannabisabgabe in der Hauptstadt geplant

 

Berliner Koalitionsgespräche mit rot-grünem Ergebnis.

 

Illustration: marker
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Nachdem sich die Koalitionsgespräche in Berlin unter den rot-rot-grünen Gesprächspartnern in der letzten Woche bei dem Thema Cannabis noch schwieriger gestalteten, scheint der Knoten bei der SPD nun endlich geplatzt. Berlin schraubt fester an der Liberalisierung von Drogen, obwohl manch Zweifler den treibenden Kräften bei Linkspartei und Grünen im Vorfeld nicht genügend Durchhaltevermögen voraussagte. Die Berliner Koalitionsgespräche zeigen endlich ein rot-grünes Ergebnis – es sind Modellprojekte zur Cannabisabgabe in der Hauptstadt geplant.

 

Die Überlegungen in den parteiinternen Fachverhandlungsgruppen der jeweiligen Parteien müssen konstruktiv und ergiebig gewesen sein und besonders bei den Genossen der Sozialdemokraten erleuchtende Erkenntnisse geliefert haben. Grünen Politiker und Freund des Hanf Journals Benedikt Lux konnte daher endlich im Gespräch mit Journalisten die freudige Kunde tun, dass man sich während der Koalitionsverhandlungen auf einen liberalen Umschwung in der Drogenpolitik geeinigte haben. In der Zeit wird er zitiert: “Ein wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt zur kontrollierten Abgabe von Cannabis an Erwachsene” wäre in Berlin künftig gewollt. Die Sorge, dass der Antrag auf ein derartiges wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt – wie schon der Antrag des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg – vom zuständigen Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte gestoppt werden könne, bezweifelt Lux direkt. Nach seiner Einschätzung, und der des Linksparteipolitikers Niklas Schrader, hätten die Vorhaben des Stadtsenates eine wesentlich höhere Gewichtung – Düsseldorf verfolge zudem ähnliche Pläne.

 

Die neue Opposition in Form von Frank Henkels abgewählter Null-Toleranz-CDU bemängelt die Idee postwendend: Cannabis würde als Einstiegsdroge von den künftigen Senatsparteien verharmlost.
Verkauft werden soll das legal gehandelte Cannabis laut vorliegenden Informationen möglicherweise durch Apotheken, bei denen zukünftig somit nicht nur die wachsende Zahl von Schmerzpatienten, sondern auch gewöhnliche Genusskiffer gewünschtes Kraut erhalten dürften.

 

Besser als der illegale Oreganohandel auf dem Schulhofschwarzmarkt, aus den Händen erpresserischer Minderjähriger, sollte die angestrebte Lösung des kommenden Berliner Senats für verantwortungsvolle Erwachsene wohl klingen. In den USA wird die erfolgreich fortgesetzte Legalisierung – die sicherlich auch ihren Teil zum Umdenken in der SPD beitrug – ab dem Jahr 2020 einen ertragreichen Zwanzig-Milliarden-Dollar-Markt darstellen.
Die Einstiegsdroge bleibt daher wohl auch eher das Geld.

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9 Kommentare
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Max
Max
4 Jahre zuvor

Ich wünschte mir vom ganzen Herzen mal ein Umdenken in der Cannabis Politik, ich komme aus Bayer, was hier mit den Menschen getrieben wird und wir sie vorallem von den Beamten behandelt werden, ist traurig. Ich hatte teilweise schon wirklich Psychische Probleme wegen den Beamten bei uns, Sie gehen nicht nur gezielt vor, sonder vorallem aggressiv, ich bin 19 Jahre alt und wurde in der Vergangenheit schon mehrmals grundlos gegen Wände, und auf Straßen gedrückt und zog mir dabei sogar eine Verletzung im Gesicht zu. Es ist traurig nichts als traurig und ich wünschte mir nichts als alles andere mehr aktuell als dass ich in Ruhe Cannabis rauchen dürfte, ohne direkt Kriminalisiert zu werden. Ich habe einen sehr guten Realschulabschluss,… Weiterlesen »

fred vom jupiter
fred vom jupiter
4 Jahre zuvor

Wer immer noch behauptet, Cannabis sei eine Einstiegsdroge, disqualifiziert sich im selben Moment als ernst zu nehmender Gespächspartner, was Cannabis angeht. Jeder kann sich selbst informieren. Es gibt keinen Grund, schon ein viertel Jahrhundert widerlegte Theorien noch am Leben zu halten. Entweder ist man zu dumm – und sollte schon deswegen kein Mitspracherecht haben oder man sabotiert bewusst mit Unwahrheiten die Diskussion. So oder so, wer was von Einstiegsdroge faselt, hat offensichtlich nichts konstruktives beizutragen.

Lars Rogg
Lars Rogg
4 Jahre zuvor

@ Fred da hast du durchaus Recht. Das Thema Einstiegsdroge sollte gegessen sein. Doch weit gefehlt. Ich hatte vor einigen Monaten eine kleine Diskussion mit einem zurückgebliebenen AfD Fan oder Vorsitzenden oder was auch immer. Irgendein Ziegenpeter. Damals ging es um das Buch “Psychodelische Tomaten” Ein sehr interessantes Buch über Erfahrungen im psychodelischen Bereich. Der damalige Gesprächspartner hat die Einstiegssdrogentheorie und die Gefahren die durch dieses Buch augehen könnten immer wieder unqualifiziert bewertet und unausgegorene oder längst widerlegte Theorien zum Besten gegeben. Fakt ist, alles kann Einstiegsdroge sein. Vom Daumenlutschen bis zum Karusell. Man darf nur nicht den Deppen die Bewertungen überlassen. Es gibt Menschen denen kannst Du Tausendmal die Wahrheit vor’s Gesicht halten. Die Scheuklappen sind allumfänglich, omnipräsent. Es… Weiterlesen »

Rainer Sikora
Rainer Sikora
4 Jahre zuvor

Da wird aber leider wieder einiges an Zeit im Streit benötigt.

underground-grower
underground-grower
4 Jahre zuvor

Eine sehr erfreuliche Nachricht und Gottseidank, das es noch Menschen in den sogenannten Parteien gibt und besonders zu hervorheben ist “Benedikt Lux”, Freund von HaJo und auch noch Grün, doch nicht hinter den Ohren, grins. Bravo ! Das versüsst mir das Wochenende und besonders habe ich mich amüsiert über den Bericht mit Oregano…Haha.ha konnt nicht mehr…lach. Alle vor Kommentatoren unterstütze und viel Wahrheit beim Schlusssatz von Hajo. Und das mit den 20 Milliarden Dollar gewinn und völlig untertrieben, meine Meinung. Nachgedacht über einen 400.000.000 Millionen Euro Kredit für ein Forschungsprojekt als “Kreuzfahrtschiff” , für Kranke und gleichzeitig für Genuss Konsumenten eine Freiheit zu schaffen, die auf Land zur Zeit nicht möglich ist. Frei Konsumieren ohne gleich als “Geächtäteter gesehen zu… Weiterlesen »

underground-grower
underground-grower
4 Jahre zuvor

nimmt man nur einfach die Kriegsveteranen der Nato, wo kein Psychopharmaka mehr wirkt und dieser an Traumata erkrankt ist…
Was werden sich die Veteranen, die Cannabis vertragen, wohl antun?
Das was weniger Nebenwirkungen auf Organe verursacht, oder ein Beipackzettel der fast einen halben Meter lang ist?
Sylvia von der Tröte?
Still..geeeeestandennnn

underground-grower
underground-grower
4 Jahre zuvor

@Max Hi junger Mann. Willkommen in Agadsurdum. Enttäuschungen und Scheitern siehst du gerade live und ich kenne das seither als Helmut Schmidt dem neuen Bundeskanzler Kohl gratulieren mussste, dafür habe ich die Schule geschwänzt, lief damals im WDR. Es gab zu der Zeit nur 3 Programme. Ard. Zdf. WDR., nicht auszudenken heute….Medien Wahn…. als neuer >Cancelor of West-Germany< Clinton oder jetzt wirklich Trump. Verlierer bleiben wir. Reimen ist nicht schwer, die Realität erkennen sehr. Wen es hilft wird es Helfen zu lindern. Ich will High-Tech-Gras, oder High-Tech-Samen zu erschwinglichen Preisen. Das es Legal wird steht außer Frage. Warsteiner, Veltins, Krombacher, Holsten, Starkbier, Bockbier, das geile Thüringer dunkel stehe ich drauf VollMalz Geschmack, Vorsicht Vita-Malz verdächtig….Geschmack, der Rest ist erforschbar…Die Vielfalt… Weiterlesen »

Sternsch I. Gard
Sternsch I. Gard
4 Jahre zuvor

Alter Schwede underground-grower! Vllt solltest du mal die Finger von deinem Growschrank lassen und drei, vier Monate Pause machen. Was hat dein Geschriebenes mit dem Thema zu tun?

So lange das nicht wirklich im Vertrag fest verankert ist und auch nach den Gesprächen nicht weiter drüber geredet wird, solange glaube ich den Grünen nicht. Die haben das schon so oft versprochen und am Ende ist man doch wieder zum Dealer gerannt. Das einzig Gute ist, dass der Bene Lux da seine Finger mit im Spiel hat, ihn schätze ich als Grünen sehr und hoffe nicht, dass ich nun auch von ihm enttäuscht werde!

underground-grower
underground-grower
4 Jahre zuvor

Ich verstehe dich gut Sternsch I. Gard.
Ich Growe für mich selber und bin auch kein Dealer, ich bin ein Pflegender Angehöriger eines Krebspatienten.
Das man kurz vorm Koller dieser Drogen-Medizin-Politik steht, hast ja an meinen Kommentaren gesehen.
Jetzt trinke ich Kaffee und rauche einen Stick und schreibe normal, ohne Bier.
Und diese Kombination mit Bier sind nur Selbstversuche.
Was das Freizeit und Medizin Schiff angeht, gibt mir Looser doch kein Mensch auf der Welt ein Kredit von 400.mio.Euronen für den Bau eines Öko-Schiffs. Wenn doch dann würde ich das Risiko eingehen und auch meinen Kopf dafür herhalten…und nicht nur Versprechen sondern auch Handeln.
Mfg Ü50 ich drücke die Gärtner-Daumen für die Grünen .