Mittwoch, 28. September 2016

Jugendliche kiffen mehr und prügeln sich weniger

 

Ein Scheml, wer Böses dabei denkt

Grafik Lukas Tkoz
Grafik Lukas Tkoz

 

An Schulen im Südwesten Deutschlands werden immer mehr Schüler und Schülerinnen mit Cannabis erwischt. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik hat sich die Zahl in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Wurde 2011 in 330 Fällen Cannabis gefunden, waren es 2015 bereits 880 Fälle, wie die Stuttgarter Zeitung gestern berichtete. „Es handelt sich dabei vor allem um den Besitz oder Erwerb von Cannabisprodukten“ teilte Rüdiger Felber, Pressesprecher des Innenministeriums, dem Blatt mit.

 

Um dem Cannabiskonsum bei Jugendlichen vorzubeugen bietet die Polizei in Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Kultusministerium ein umfangreiches Suchtpräventionsprogramm an weiterführenden Schulen an. „Das Programm wird intensiv nachgefragt und bringt viel Aufklärung in die Klassenzimmer“, berichtete Stefan Middendorf, Präventionsbeauftragter am Landeskriminalamt. Grund für den Anstieg der Funde seien verstärkte Kontrollen an Schulen und die Wachsende Akzeptanz von Cannabis auf Grund der Legalisierungsdebatte, hieß es aus dem Innenministerium. Dort betrachtet man den Cannabiskonsum unter Jugendlichen mit Besorgnis, da dieser negative Auswirkungen auf die Gesundheit und die Entwicklung der Heranwachsenden haben kann.

 

Positiv in der Statistik ist hingegen der Rückgang der Straftaten an Schulen. Die Anzahl der Diebstähle und Körperverletzungen ist im Zeitraum 2011-2015 von 13.893 Delikten auf 12.224 gesunken. „Auf den Schulhöfen geht es sicherer zu, wenn man allein auf die Zahlen blickt“, bewertet Felber die Zahlen. Zurückzuführen sei dies auf die gute Präventionsarbeit der Polizei, aufmerksamere Lehrer und Schüler, die sich vernünftiger verhielten. Wie SWR3 bereits treffend bemerkte, bleibt offen, ob dies tatsächlich die einzigen Gründe für das friedlichere Verhalten der Schüler und Schülerinnen sind.

 

 

 

2 Antworten auf „Jugendliche kiffen mehr und prügeln sich weniger

  1. Rainer

    Die Legalisierungsdebatte ist auch gefährlich.Sie löst mehr konsumierende Jugendliche, psychosen und Panik aus.Deshalb arbeiten Regierung,Justiz und Behörden an der schnellen Beendigung dieser Jugendschädigenden Debatte.

  2. Christian M.

    Der Rückgang der Straftaten in 5 Jahren um ~12% klingt zwar nicht so schlecht. Einen mega Erfolg würde ich dies jedoch nicht nennen, da unter anderem auch eine vermutlich hohe Anzahl an Straftaten nicht gemeldet wird und in den Statistiken untergeht.

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