Freitag, 16. September 2016

Medizinalhanfgebrauch in Deutschland verdoppelt

 

Linkspartei gibt Auskunft nach Anfrage.

 

Bild: Susanne Winter/Archiv
Bild: Susanne Winter/Archiv

 

Auf eine Nachfrage der Linkspartei hat das Bundesgesundheitsministerium aktuelle Zahlen über die Verwendung von medizinischem Cannabis in Deutschland preisgegeben. Die Deutsche Welle spendete diesem Ergebnis eine Nachricht – Medizinalhanfgebrauch in Deutschland verdoppelt.

 

Obwohl weiterhin nur 647 Personen Marihuana unter ärztlicher Verschreibung als Heilmittel applizierten, ist der Verbrauch von Medizinalhanf im Vergleich zum vergangenen Jahr um die doppelte Menge gestiegen. Während in der ersten Hälfte von 2015 nur 33,8 Kilogramm an den akribisch ausgewählten Personenkreis gingen, verkauften Apotheken in 2016 bereits 61,8 Kilogramm grüne Medizin. Den genauen Grund des Anstiegs könne sich die Regierung aber noch nicht erklären…

 

Einen Zusammenhang zwischen einer leicht verbesserten Versorgungslage für Cannabispatienten in Deutschland, die den Bedarf aber noch nicht zu decken scheint, übersieht man dabei wohlwollend. So beklagt schließlich auch der Drogenpolitische Sprecher der Linken Frank Tempel, dass seit dem Gesetzesvorschlag Marlene Mortlers im Februar 2015 Stillstand herrsche. Elf Personen wären in diesem Zeitraum verstorben, die unter einem unproblematischeren Zugang zu ihrer Medizin möglicherweise noch am Leben wären, fügt der ehemalige Kriminalpolizist bekümmert hinzu.

 

Dass sich der Medizinalhanfgebrauch in Deutschland verdoppelt hat, spricht auch dafür, dass Patienten sofort bereit dazu sind, den derzeit noch immer günstigeren Schwarzmarkt unbesucht zu lassen, sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen wurden und die Ansprüche an Qualität erfüllt werden. Selbst ein mobiler Lieferservice würde somit wohl aktuell nur dazu beitragen, akute Leiden zu lindern, zeitgleich jedoch den vergangenen Nutznießern der verqueren Situation ordentlich zu schaden. Unwichtig ab welcher Menge Medizin.

2 Antworten auf „Medizinalhanfgebrauch in Deutschland verdoppelt

  1. Mörnest

    Ich bin mir sich das der Bedarf um einiges höher ist, da mit sicherheit, bei Geldknappheit oder wenn es nichts gibt, auch Patienten den Schwarzmarkt aufsuchen.

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