Freitag, 2. September 2016

Keine Knarren für Cannabispatienten

 

Aushändigungsverweigerung ist rechtskräftig.

 

war on drugs
Foto: marker

 

S. Rowan Wilson ist eine Cannabispatientin aus Nevada. In 2011 wollte sie in einem Waffengeschäft eine Pistole erwerben, was ihr verwehrt wurde. Obwohl die dortige Gesetzeslage den Besitz von Schusswaffen zum Selbstschutz erlaube, verkaufte ihr der Händler nichts. Keine Knarren für Cannabispatienten hieß es als Begründung. Ein Gericht entschied nun, dass das US-Recht auf Selbstverteidigung bei Cannabispatienten nicht gelte. Die Aushändigungsverweigerung ist rechtskräftig.

 

Auch aufgrund der häufigen Gewalt, die mit Drogenkonsum in Verbindung stehen würde, sei das Gericht davon überzeugt, dass die gefällte Rechtsprechung im Einklang mit der US-Verfassung stünde. Doch besonders der Konsum würde ein unvorhersehbares und irrationales Verhalten bei den Nutzern hervorrufen können, weshalb der Waffenbesitz unter Cannabispatienten zu verhindern sei. Paul Armento von NORML äußerte sich bereits kritisch zu dem Urteil, während er auf das Fehlen eines derartigen Rechtsverständnisses in der amerikanischen Verfassung hinweist. Marihuanakonsumenten, die sich innerhalb der geltenden Bundesgesetze bewegten, dürften nicht von den allgemeingültigen Bürgerrechten ausgeschlossen werden. Es sei die Pflicht der Gerichtsmitglieder, Cannabis nicht länger zu dämonisieren, sondern wissenschaftliche und öffentliche Erkenntnisse in alle Entscheidungen einfließen zu lassen, welche der stark veränderten Gesamtsituation in den USA angemessen wären.
Das nun gefällte Urteil bezieht sich auf die neun Staaten unter der Gerichtsbarkeit des 9. US-Berufungsgerichts: Alaska, Arizona, Kalifornien, Hawaii, Idaho, Montana, Nevada, Oregon und Washington.

 

„No Guns for you!“ – Keine Knarren für Cannabispatienten!

8 Antworten auf „Keine Knarren für Cannabispatienten

  1. Sr.josi

    Ach, unter Medikamenten Einfluss sind die Dinger doch eh viel zu laut und zu hektisch.
    Was will man damit nur?

  2. Jemand

    @Sr.josi Es geht darum das Hanfkonsumenten ein in Verfassung berbrieftes Recht verweigert wird! Worum es sich bei diesem Recht handelt ist erstmal 2trangig! Das ist so erstmal inakzeptabel!

  3. Mörnest

    Ich finde JEDEN Grund gut um Waffen aus der Bevölkerung zu bannen. Und wer kennt nicht den Zustand auf einer Sativa wenn es mal heftiger zuging. Also ich fände es ur gut oder noch besser wenn das auf Likör ausgeweitet würde.

  4. Rainer

    Das errinert mich an charakterlich ungeeignet zur Teilnahme am Strassenverkehr.Ich bin zwar gegen Waffenbesitz und Gebrauch aber das Prinziep ist ähnlich. Wie bei den Juden früher.

  5. Jemand

    @Mörnest Aber der Zweck heiligt nicht die Mittel! Es geht unabhängig davon das es hier um Waffen geht zuallererst um einen Verfassungsbruch! Ja die USA ist zu lasch mit ihren Waffen aber zu streng bringt da auch nichts! Das ist genau das gleiche wie mit Drogen : die meisten können damit umgehen hören tut man aber immer nir von denen dies nicht können! Und wenn man es allen verbietet bekommen die Leute das Zeug eben woanders her! Ich find Waffen (außerhalb von Videospielen) auch doof aber wenn es doch mal nötig sein sollte sich zu berteidigen ist man in den USA doch immernoch am besten aufgehoben bzw man kann sich ggf immernoch am besten wehren! Es muss doch zwischen Totalberbot und totaler Freigabe auch hier iwas geben!

  6. Surak

    Es offenbart sich hier erneut eine schizoide Denkweise, wie sie dem Drogenkrieg allgemein von Beginn an zugrunde lag: Die Kombination beliebiger gesellschaftlicher Phänomene, die als problematisch wahrgenommen werden – bzw. werden sollten – im Sinne einer Administration, die dann eben spontan zuständig für „Drugs and Crime“ gemacht wird.

    Keines davon hat dem Wesen nach mit dem anderen zu tun, aber durch die verwaltungstechnische Einordnung in ein gemeinsames Ressort führt man eben eine künstliche Kopplung herbei. Wie stark diese pervertierte Denkstruktur immer noch das Rechtsverständnis durchzieht – wie Schimmelpilzmyzel ein vergammeltes Brot – sieht man an diesem Urteil sehr deutlich. Danke dafür, liebe U.S. Justiz!

    Medizin und Waffen gehören nicht notwendigerweise zusammen. Medizin und Selbstverteidigung jedoch durchaus: Stehle ich die (beispielsweise) schmerzlindernde Medizin eines Patienten – erst recht, wenn ich mich dabei mit der Aura einer demokratisch legitimierten Staatsmacht umgebe, die im Dienste der nationalen Sicherheit dafür sorgen will, daß er sie niemals zurückbekommt – dann kommt dies einem Angriff auf seine körperliche, geistige und seelische Unversehrtheit gleich. Es wäre gleichzusetzen mit dem grundlosen, aktiven Zufügen von Schmerz, oder?

    Juristisch gesehen erscheint demnach zunächst jedes spontan verfügbare Mittel zur Selbstverteidigung absolut legitim, würde ich denken. Und gerade das Rechtsverständnis der U.S. Waffenlobby betont ja immer wieder die Problematik, daß auch eine gewählte Regierung letztlich korrumpierbar bleibt und eine der Staatsmacht ebenbürtige Bewaffnung daher grundsätzlich eben auch in private Hände gehört.

    Also ist dieses Urteil ein Armutszeugnis, welches das tiefe Mißtrauen weiter und durchaus gebildeter Kreise gegenüber der Cannabiskultur – auch gegenüber ihren inzwischen etablierten, legalisierten Auswüchsen – besser verdeutlicht als viele andere drogenpolitische Phänomene oder Verlautbarungen es wohl könnten. Ausgezeichnet: Das wird der weiteren Debatte überaus dienlich sein!

    “The spirit of resistance to government is so valuable on certain occasions that I wish it always to be kept alive.” (Thomas Jefferson)

  7. Drunk Fail

    Besonders Alkohol und Waffen sollte man zukünftig strenger trennen , damit die bereits hohe Zahl der betrunkenen potenzielen Amokläufer nicht zu sehr ansteigt . Nur Regelmässige Alkoholtests bei Schützenvereinen und auf Schießanlagen können die Gefahr die von dieser Risiko-Szene ausgeht , eindämmen .

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