Sonntag, 14. August 2016

Zehntausend feiern zwanzigste Hanfparade

 

Am Abend war die Berliner Innenstadt in Kifferhand.

 

hanfparade-2016

 

Gestern fand zum zwanzigsten Mal die Berliner Cannabisdemonstration Hanfparade statt.
Medien sprechen im Nachhinein von circa 4.000 Besuchern. Doch die Polizei selbst sprach am Abend dem Veranstalter eine Summe von weit mehr Personen zu. Zehntausend feiern zwanzigste Hanfparade in Berlin.

 

Pünktlich zum Veranstaltungstermin zeigte sich das Berliner Wetter von seiner Schokoladenseite und beendete eine Woche graue Dunkelheit. Mit Sonnenstrahlen, guter Laune und vielen Informationen über Hanf, startete die Hanfparade dann vom Hauptbahnhof aus ihren Weg durch die deutsche Hauptstadt und Regierungszentrale.
Redner bekamen auf Zwischenkundgebungen Chancen, ihr aufgestautes Mitteilungsbedürfnis in die Bevölkerung zu entlassen, musikalisch forderten viele Paradewagen die unterschiedlichsten Mitstreiter zum Tanzen auf. Doch besonders die Stimmung, die sich auf der Abschlusskundgebung rund um den Alexanderplatz entwickelte, dürfte bei allen Teilnehmern und Schaulustigen gut in Erinnerung bleiben.
Fast die gesamte Mitte Berlins Mitte stand unter dem Einfluss der Hanfparade. Von den S-Bahngleisen bis hinter das Rote Rathaus versammelten und verlustierten sich Hanffreunde und genossen die sommerliche Stimmung. Während auf der Hauptbühne ein Programmteil den Nächsten jagte, wurde knapp bis vor den Berliner Dom, noch von den Paradewagen aus, mit elektronischer Musik zum Tanzen animiert. Ein Hanfforum hatte dagegen einige interessante Gäste und Firmen an unterschiedlichen Ständen aufzubieten, eine eingerichtete Patientenecke erlaubte Cannabiskonsum für die Inhaber einer Ausnahmegenehmigung. Doch wie es schien, nannten viele, viele Besucher der zwanzigsten Hanfparade diese schon ihr eigen, denn das gesamte Areal rund um den Berliner Alexanderplatz roch stark nach konsumierten Marihuana-Produkten. Wer nicht gerade einen Joint baute oder konsumierte, suchte sich wohl gerade einen Platz zu dessen Produktion.

 

Mit Redebeiträgen und größeren Musik-Acts – Eko Fresh spielte gratis am Ende der Veranstaltung auf der Hauptbühne sein Programm ab – ging die zwanzigste Hanfparade in Berlin dann langsam zu Ende. Die Afterparties lockten.
Vorher wurde der langjährige Veranstaltungsleiter und bekannte Szeneaktivist Steffen Geyer von Mitgliedern der Hanfparade mit Danksagungen in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Im nächsten Jahr dürfen sich – nach den letztjährigen Forderungen – neue Kräfte daran versuchen, die größte Hanfdemonstration des Landes vorzubereiten und erfolgreich durchzuführen.

 

Aber vielleicht ist Gras bis dahin auch schon längst legal …

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