Donnerstag, 30. Juni 2016

Puste-Test für Kiffer könnte bald kommen

 

Neues Gerät findet Cannabis-Partikel in der Atemluft

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Derzeit werden Autofahrer/innen zum Urin- oder Bluttest gebeten, wenn der Verdacht besteht, dass sie unter dem Einfluss von Cannabis Auto fahren bzw. dass sie dieses generell konsumieren. Dies könnte sich jedoch bald ändern, sollte ein neu entwickeltes Atemtestgerät der TU Dortmund zukünftig bei Verkehrskontrollen zum Einsatz kommen. Durch die Ionenmobilitäts-Spektronomie, einer Analysetechnik, die gasförmige Spurenstoffe erkennt und misst, können nicht nur THC sondern auch elf in Cannabis enthaltene Stoffe von dem Apparat nachgewiesen werde, wie die Ruhr Nachrichten kürzlich berichteten. Die entsprechenden Ergebnisse werden dann direkt angezeigt.

 

Bis zu acht Stunden soll das Gerät den Cannabis-Konsum in der ausgeatmeten Luft nachweisen können. Entwickelt wurde der Testapparat von Prof. Oliver Kayser, Dekan der Fakultät für Bio- und Chemieingenieurwesen an der Technischen Universität in Dortmund und seinen Kollegen. Das entwickelte Testverfahren soll wesentlich genauer sein als die bisher üblichen Urintests. Die Fehlerquote soll bei nur rund einem Prozent liegen. „Wir erreichen eine hohe Genauigkeit“ bestätigte Kayser. „Das Gerät kann auch nachweisen, ob jemand tatsächlich gekifft oder organisch produziertes Hanföl konsumiert hat, das durch THC kontaminiert war.“

 

Zum Einsatz kommt die Technologie in Deutschland bisher noch nicht. Die Polizei in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen hätte bereits Interesse an der Apparat gezeigt. „Die NRW-Polizei ist bislang noch sehr zurückhaltend“ verkündete Kayser hingegen. Zudem hätten sich auch einige Kliniken für das Testgerät interessiert, die es bei ihren Patienten verwenden wollen. „Sie haben häufig mit bewusstlosen Patienten zu tun, bei denen man möglichst schnell nachweisen möchte, ob und welche Drogen sie genommen haben.“, so Kayser.

 

5 Antworten auf „Puste-Test für Kiffer könnte bald kommen

  1. M. Nice

    Vorab Info von mir: Auch dieser Test ist freiwillig und niemand muß pusten!
    Solange kein hinreichender Verdacht auf Cannabis-Konsum besteht, darf auch keine Blutkontrolle angeordnet werden.

  2. Cosmo

    Und wieder eine neue Möglichkeit, mit der Prohibition Geld zu verdienen. Auf der anderen Seite steht da, dass das Gerät bis zu acht Stunden nach Konsum den Nachweis erbringt. Würden sich die Beamten darauf beschränken, würden weniger geschnappt werden, bzw nur aktive Rauschfahrten zur Anzeige kommen, was absolut gerechtfertigt wäre. Das könnte eine Verbesserung der Situation bedeuten und den Weg Richtung Legalisierung erleichtern.

  3. Greenheartlion

    Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass dieses neue Testgerät einen Cannabiskonsum nur innerhalb der zurückliegenden 8 Stunden (!)- vor dem Test nachweisen kann.

  4. Ralf

    @Greenheartlion
    Tut mir leid deine Hoffnung mal wieder zu zerstören, aber was soll das bringen wenn es eben garnicht darum geht so etwas wie Verkehrssicherheit herzustellen, sondern „unbelehrbaren Cannabiskonsumenten“ das Leben zu versauen? Die Verwaltungsn…s nehmen dir den Lappen doch schon weg, und so steht`s wörtlich in dem FeV Machwerk (Fahrerlaubnisverordnung) : „….wenn der Behörde bekannt wird daß der Fahrerlaubnisinhaber Cannabis konsumiert „! Das heißt, die Tests dienen auf keinen Fall einem gerechteren Umgang mit Cannabisusern sondern ausschließlich dazu, mehr zu erwischen und in den Arsch treten zu können.

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