Donnerstag, 2. Juni 2016

Vorerst kein Cannabis-Therapiezentrum in Oberbayern

 

Bayerischer Landtag lehnt Antrag auf Therapiezentrum mit Hanf-Anbauanlage ab

Bild: Archiv
Bild: Archiv

 

Im März hatte der Cannabis Verband Bayern (CVB) einen Eilantrag für die Genehmigung eines ‚Cannabis Therapie Centers‘ und einen damit verbundenen Forschungsauftrag in Bayern eingereicht. Das Ziel war, dort Cannabis für den medizinischen Gebrauch anzubauen und damit die etwa 100 in Bayern registrierte Schmerzpatienten zu versorgen. Zudem sollte in der Einrichtung zur medizinischen Verwendung von Cannabis geforscht werden. Mit dem Center sollte dem Notstand Abhilfe geschaffen werden, dass sich viele Patienten trotz Ausnahmegenehmigung nicht ausreichend mit ihrer Medizin versorgen können, weil die Kosten zu hoch sind. Der Landtag bestätigte damals den Eingang des Eilantrags und kündigte an, dass ein Gesundheitsausschuss über den Antrag beraten und eine Empfehlung abgeben werde.

 

Am Dienstag wurde nun der Antrag vom bayerischen Landtag angelehnt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete. In der Begründung hieß es, dass es sich hierbei um eine Angelegenheit handele, die nur auf Bundesebene entschieden werden könne. Derzeit liegt noch ein zweiter Antrag des Verbands in Bonn bei der Opiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, der zuständigen Behörde des Bundes. Wenzel Cerveny, der Vorsitzende des CVB, hofft dort auf einen positiven Bescheid. Für den CVB sei die Entscheidung „ein Dämpfer“, so Cerveny. „Mit einem Forschungsauftrag hätten wir die konkrete Planung des Zentrums vorantreiben können“.

 

Der Verband kündigte an den Ausschuss für Gesundheit und Pflege, der über den Antrag entschieden hat, jetzt wegen unterlassener Hilfeleistung verklagen zu wollen. Abgesehen von der nicht erteilten Genehmigung verfügt der CVB auch nach wie vor über keinen Finanzierungsplan des Vorhabens. Immerhin habe man jetzt im Landkreis Ebersberg einen Vermieter gefunden, der dem Verband eine entsprechende Halle zur Verfügung stellen würde, sollte das ‚Cannabis Therapie Center‘ doch noch genehmigt werden.

 

 

 

5 Antworten auf „Vorerst kein Cannabis-Therapiezentrum in Oberbayern

  1. Sr.josi

    Bravo, bayerischer Hanf Verband. Ich bin begeistert, dass Ihr es zweimal hintereinander geschafft habt den bayerischen Landtag zu zwingen das Wort Cannabis“ in den Mund zu nehmen“. Ich hoffe Euch fällt noch mehr ein.

  2. Gasterl

    Ich drücke weiter die Daumen!
    Aber eine Kritik am CVB habe ich auch:
    Ich bin Cannabis-Patient und lebhaft in Bayern. Wenn ich nun dem Verein beitreten möchte, finde ich nicht einmal eine Vereinssatzung. Ich habe keine Ahnung, ob es für mich Sinn macht beizutreten und wenn, was von mir gefordert wird und was ich erwarten kann. Schade!

  3. Axel Junker

    Armes Bayern, armer W.C.

    Möglicherweise springt der im Artikel eher beiläufig erwähnte Hallen-Besitzer auch noch ab (wenn er denn erfährt, mit wem er es wirklich tu tun hat), und an seiner statt bietet irgend ein freundlicher Rentner seinen früheren Modelleisenbahn-Hobby-Keller an oder gar seinen nach der Scheidung final entmüllten Kleiderschrank mit Schwebe-Hängetüren von IKEA, wohinter dann (endlich) der angepeilte medizinische Grow für 100 bayrische Patienten stattfinden könnte….

    Natürlich alles High-Quality: Bio. Rückstandsfrei. Clean. Sicher. Nachverfolgbar.
    Mit standardisierten THC/CBD-Werten.
    Abgepackt in recycelten REWE-Plastiktüten.
    Zum nahe Null-Tarif.

    Die Keller- oder Schrank-Aussenwände des „PSCB“ (Patienten Social Club Bayern) könnte man ggfs. noch für Werbezwecke und ein wenig Cash-Flow nutzen. Mit Coca Cola- oder MCDonalds-Reklame, falls die Anzahl der Youtube-Klicks diesbezügliche Hoffnungen wecken kann.
    Nachdem Patienten-Hoffnungen auf Umsetzung einer „We grow legal for medical reasons-Idee“ schon früh zu Grabe getragen worden sind…

  4. Mörnest

    Man könnte ja jetzt mit meckern. Aber erstmal das alles was der Wenzel bißher geschafft hat, auch wenn es meißt eigensinniges ist und an Karl Valentin erinnert. Aber genau das braucht es, Leute die anpacken und ihre Träume zumindest versuchen zu verwirklichen. Andere, zum beispiel einer Hanfpartei, scheitert bereits bei der gründung, die kommen noch nicht mal in die Presse. Wenzel schafft es bereits zum dritten mal omnipräsent in den Zeitungen zu stehen. Ergebnis, das Volk gewöhnt sich an Hanf. Ist man daran gewöhnt, verliert man die Angst, verliert man die Angst, muss es nicht weiter verboten bleiben. In diesem Sinn Danke Wenzel, mach weiter mit Querköpfigen Denken und mach was unerwartetes.

  5. Dominic

    Und weiter? Wenzel steckt in Schulden, Unterschlägt Gelder und verschleppt gerade eine Insolvenz. So einer hat nicht mal die Zuverlässigkeit um so ein Zentrum zu starten.
    Wenn die ersten Gelder fließen, dann kommen erst die Gerichtsvollzieher zu ihm und nehmen rund 100.000€ weg

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