Freitag, 20. Mai 2016

Stipendien durch Cannabis-Steuern

 

Kiffer schicken Studenten an die Uni

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In Pueblo County, Colorado, wurde das erste durch Marihuana-Steuern finanzierte Stipendium für 25 Studenten ins Leben gerufen. Jeder Studierende wird dabei 1000 Dollar erhalten. „Das ist unglaublich“ sagte Beverly Duran, die Direktorin der Pueblo Hispanic Education Foundation, die die Stipendien betreut. „Jedes Jahr haben wir viele tolle Bewerber, jedoch können wir nur einem kleinen Teil ein Stipendium gewähren. Nun können wir das Programm umfangreich erweitern.“ Auf Grund der hohen Studiengebühren sind viele Familien auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um ihre Kinder überhaupt an die Universität schicken zu können.

 

 

Die Befürworter der Legalisierung bezeichnen die Steuern als wichtiges „neues“ Geld, da niemand zuvor auf dem Schwarzmarkt Steuern gezahlt hat. In den meisten Kommunen gehen die Verantwortlichen vorsichtig mit dem Geld um. Dort ist man froh es ausgeben zu können, jedoch sind sich die Verwaltungen bewusst, dass die US-Regierung die Industrie jederzeit dem Erdboden gleich machen könnte, da Marihuana auf nationaler Ebene nach wie vor illegal ist. „Für uns ist es ein Glücksfall, doch die politische Atmosphäre ist sehr instabil“ bewertete John Galusha, einer der Sachbearbeiter von Huerfano County, Colorado, die Lage. „Wir sind über die Atempause dankbar, aber wir rechnen nicht damit, dass sie anhält. Es ist nicht so als ob jemand eine Kohlemine oder eine Ölquelle geöffnet hätte.“

 

 

Von allen Staaten, die bisher in den USA legalisiert haben, hat Colorado den am weitesten entwickelten Markt für Cannabis und Cannabis-Produkte. Dieses Jahr könnte bis zu einer Milliarde Dollar an Umsatz generiert werden. Bereits im letzten Jahr wurde durch den Anbau und den Verkauf 135 Mio. Dollar an Steuern und Gebühren eingenommen. 35 Mio. davon gehen an den Bau und die Renovierung von Schulen. Des Weiteren konnte neben der Finanzierung von Präventions- und Suchthilfeprogrammen auch eine Lohnerhöhung um 8% für städtische Angestellte von Huerfano County realisiert werden, die jahrelang auf eine Gehaltserhöhung verzichten mussten.

 

 

In den gesamten USA schauen Gesetzesvertreter auf Colorado während sie darüber debattieren, ob Cannabis auch in anderen Staaten als Medizin und Genussmittel legalisiert werden sollte. Die Debatte über die Legalisierung ist jedoch auch in Colorado noch nicht komplett vorbei. Dieses Jahr könnten die Bewohner von Pueblo County darüber abstimmen, ob die Marihuana-Geschäfte verboten werden sollten. Die gleichen Geschäfte, die derzeit die Steuereinnahmen für die Stipendien erwirtschaften.

 

 

5 Antworten auf „Stipendien durch Cannabis-Steuern

  1. Lars Rogg

    Die Leute zahlen Steuer auf ihren Rausch und diese werden auch noch sinnvoll eingesetzt.
    Weit und breit keiner der Wahnsinnig geworden ist. Also genauso wie sich die Erfahrung, die wir seit den 60er Jahren gemacht haben, darstellen. Also das Gegenteil dessen, was besch… Ar….r wie der Thomasius o.ä. Gesindel immer prophezeien. Hätten diese Schwätzer recht, würden tausende Exhippies wirr durch die Gegend wanken.
    Es wird Zeit das solche Dummschwätzer in die Wüste geschickt werden und wir eine vernünftige, menschenfreundliche Politik etabliert bekommen.
    Das ich die Amis für ihre Vernunft beneide, hätte ich noch vor 10 Jahren weit von mir gewiesen. So ändern sich die Zeiten…

  2. E.B.

    Hier bin ich mal auf Seiten der Regierung, Steuereinnahmen sind kein Kriterium für Strafrelevanz. Hat sich analog im Ablasshandel auch nicht bewährt. Die Einnahmen dann noch als Legalisierungsanreiz in noblen Projekten zu präsentieren, finde ich etwas unmoralisch (es sei denn, der Staat ist schwer korrupt). Das Geld gehört in den Haushalt, und der Haushalt soll insgesamt sinnvoll eingesetzt werden. Dann kann man auch gerne konstatieren, wieviel Steuern generiert wurden, fairerweise im Kontext sonstiger gesellschaftlicher Auswirkungen des Paradigmenwechsels, positiver wie negativer.

    Im Übrigen ist es eine Milchmädchenrechnung, dass auf Schwarzgeld keine Steuern gezahlt werden. Bei genügend großen Einnahmen muss das Geld gewaschen werden, so wie ich das verstehe, über frisierte Bücher – womit das Schwarzgeld versteuert wird. International gibt es wohl noch andere Möglichkeiten, aber die dürften bei regionalem Cannabis keine Rolle spielen.

  3. Quo vadis Menschenkind? - 1984²?

    Das freut mich echt für die StudentInnen. Es wird Zeit, dass diese Mittel, die in der Prohibition verpulvert werden, sinnvoll eingesetzt werden und denen zugute kommen, die es verdient haben. Die Zivilgesellschaft ist nun einmal kein Konzern und kein Kartell. Mir erscheint es so, als würden die mächtigen Konzerne und Kartelle, der Gesellschaft zunehmend ihre Strukturen und Prozesse überstülpen wollen. Wenn es nur noch um Profitmaximierung und Effizienz, etc. geht, bleibt die Menschlichkeit und viel Lebensfreude auf der Strecke. Mit Hanf als Medizin, Rohstoff, Nahrungs- und Genussmittel, in der Hand der Menschen vor Ort, können unabhängigere Strukturen entstehen. Quasi autarke Kreisläufe mit lokaler Versorgung und Wertschöpfung. Ob die „Regierung“, die „Kartelle“ und „Konzerne“ das zulassen wollen?

    Liebe Grüße und viel Erfolg für die StudentInnen 🙂

    PS einige Fragestellungen, Hintergründe und Thesen dazu: https://diehanfinitiative.de/index.php/prohibition/19-1984

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