Freitag, 29. April 2016

Die Zahl der Drogentoten steigt weiter

 

Mortler stellt Jahresbericht 2015 zur Rauschgiftkriminalität vor

 

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Nachdem Anfang März bereits erste Zahlen der Drogentoten im vergangenen Jahr bekannt wurden, hat die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) zusammen mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, gestern den offiziellen Jahresbericht 2015 zur Rauschgiftkriminalität in Berlin vorgestellt. Aus diesem geht hervor, dass im Jahr 2015 die Zahl der drogenbedingten Todesfälle zum vierten Mal in Folge gestiegen ist. So starben im vergangenen Jahr 1.226 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen. 2014 waren es 1.032, 2013 1.102 und im Jahr noch 944 Menschen. Vor Vergleich zu 2014 entspricht dies einem Anstieg von rund 19 Prozent. Bei den Todesopfern handele es sich zudem zu 84 Prozent um männliche Opfer.

 

Bayern hat dabei nach wie vor mit 314 Fällen die meisten Toten zu beklagen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Berlin. Hauptursache sei laut dem Bericht dabei eine Überdosis von Heroin oder Morphin auch in Verbindung mit dem Konsum anderer Substanzen. Zudem seien die Todesfälle durch Crack und Crystal Meth jeweils um über 20 Prozent gestiegen. Auch seien mehr Tote durch sogenannte Legal Highs zu verzeichnen. Dem will die Drogenbeauftragte mit einem Stoffgruppenverbot eine Ende setzten: „Kommende Woche wird die Bundesregierung den Gesetzentwurf zu neuen psychoaktiven Stoffen beschließen“, sagte Mortler. „Damit werden vermeintlich harmlose, in der Realität aber brandgefährliche Substanzen endlich verboten.“

 

Der drogenpolitische Sprecher der Grünen Harald Terpe zweifelt an dem Erfolg dieser Strategie. „Die Verbotspolitik ist gescheitert“, so seine Auffassung. „Statt durch eine staatlich regulierte Abgabe endlich Jugend- und Verbraucherschutz zu schaffen, wird der Verfolgungsdruck hochgehalten, ohne zu hinterfragen, ob dieses Vorgehen überhaupt etwas bringt.“ so kritisiert er das Vorgehen der Bundesregierung, in Bezug auf den Umgang mit Cannabis. „Die Organisierte Kriminalität macht weiterhin satte Gewinne, Jugendschutz und Suchtprävention spielen auf dem Schwarzmarkt keine Rolle.“ Terpe fordert mehr Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen. Er hält an dem Vorhaben der Grünen fest Cannabis zu legalisieren wofür die Partei im vergangenen Jahr einen Gesetzesentwurf vorgelegt hatte.

 

 

 

10 Antworten auf „Die Zahl der Drogentoten steigt weiter

  1. https://diehanfinitiative.de/index.php/medizin/12-sein-oder-nichtsein-bfarm

    Lieber Dr. Terpe, sie „zweifeln“ an einer „Strategie“!

    Ist das Tabu wirklich gebrochen, wie Frau Dreifuss, in der Dokumentation: „Drogen kann man nicht erschießen“, meint? siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=ceymlI6TOr8

    Es gibt Tage, da finde ich das sehr merkwürdig. Das, was der Psychologe „kognitive Dissonanz“ nennt – und wie weit dieses Phänomen doch verbreitet zu sein scheint. Wundert sie das auch? Anscheinend gehört es zur menschlichen Natur, in einer immer komplexer werdenden Zivilisation?

    Ist es der „Zeitgeist“? Weil wir hineingeboren wurden und nur wenige Menschen das ernsthaft hinterfragen? Sind es „Gedankengefängnisse“, „Gefühsgefängnisse“, weil es unangenehm ist ausgegrenzt zu werden, wenn man „anders denkt“, „anders empfindet“, „umdenkt“, „handelt“? Anders als der „Mainstream“ oder gewisse „Interessen“?

    Es sterben Menschen und uns läßt das irgendwie „kalt“? Wie kommt das?

    Kann es sein, dass wir in unserer Meinung und Empfinden beinflusst – „manipuliert“ werden, worden sind, weil es ein „Interesse“ daran gab/gibt?

    [… „Wir wussten, dass wir es nicht illegal machen konnten, gegen den Krieg oder schwarz zu sein, aber indem wir die Öffentlichkeit dazu brachten, die Hippies mit Marihuana und die Schwarzen mit Heroin zu assoziieren, und beides streng kriminalisierten, konnten wir diese Bevölkerungsgruppen schwächen. Wir konnten ihre Anführer festnehmen, Razzien in ihren Häusern durchführen, ihre Treffen auflösen, und sie Abend für Abend in den Nachrichten diffamieren. Wussten wir, dass wir logen, was die Drogen anging? Natürlich wussten wir das.“ …]

    Zitat: John Ehrlichmann, ehemaliger Nixon-Berater.

    Wie erklären sie sich, als Mediziner, als Politiker, als Experte auf diesem Gebiet, diese offensichtliche Diskrepanz, zwischen Realitäts-wahr-nehmung und tat-sächlichem Handeln?

    Wie würden sie die Prohibition, mit allen ihren globalen und menschlichen Tragödien und Aspekten, einem naiven Kind erklären?


    Meine ernsthaften Fragen lauten:

    Wie erkläre ich es meinem kranken Kind?

    Und warum haben nicht schon lange Veränderungen erwirkt?

    Über eine befriedigende Antwort würde ich mich sehr freuen.

  2. Lars Rogg

    Na dann brauchen wir nur noch auf Mortlers Statement warten, in dem erklärt wird, dass die umfängliche Aufklärung und die Legalisierungsbefürworter daran schuld sind. Das ist und war schon immer die Logik der ollen Drogenbeauftragten…daran wird sich auch nix ändern !!!

  3. Littleganja mit Ausnahmeerlaubnis

    Immer noch ein Witz verglichen mit den Alkohol und Tabaktoden pro Jahr.
    Alkohol ca. 74.000 pro Jahr
    Nikotin (angeblich) 110.000 pro Jahr + ca. 3.300 passiv
    (Stand 2015)

    Bei Nikotin glaube ich die Zahlen nicht, da andere Ursachen, wie z.b. wohnen an einer Hauptverkehrsstrasse keine Beachtung finden, dann ist gleich die Kippe schuld 😉

  4. https://diehanfinitiative.de/index.php/prohibition/19-1984

    Verschiedene Ebenen – fast ganz oben. Kapitel „Schachspieler und Schachfiguren.“

    Falls sich „jemand“ dafür interessiert, wo die gewaschenen „Drogenbillionen“ investiert wurden und was die OK so alles in Besitz gebracht hat durch (Drogenprohibition, Waffenhandel, Menschenhandel, Zwangsprostitution, Flüchtlingselend, Organhandel, Kinderhandel, etc.)?

    Vereinfachte Rechnung: 500 Milliarden US$ * 60 Jahre + Zinsen + Zinseszinsen = ??? [Prohibition rulez!]

    Der könnte hier fündig werden : https://netzfrauen.org/2016/04/29/obama-dinner-in-hannover-mit-blackrock-diese-banken-regieren-die-welt-state-street-corporation-vanguard-group-fidelity-und-blackrock/

    Aber keine Panik auf der Titanic! Es wurde nur die „Spitze eines Eisberges“ gesichtet! Was sind da schon ein paar Tote, bei den Dividenden, fragen sich zynisch die, die Bescheid wissen?

    Ist Frau Mortler nur ein kleines Rädchen in diesem „Getriebe“? Es darf spekuliert werden.

  5. Littleganja mit Ausnahmeerlaubnis

    @Scheiss Mortler

    Sehr hilfreich dein Beitrag, wirft ein gutes Bild auf uns.

  6. herr rossi

    auch wenn dies wahrscheinlich im hanfinitiativejournal untergeht…

    wenn das stoffgruppenverbot durch ist, werden wir vor dem problem stehen, dass die kids sich fliegenpilze, stechapfel und engelstrompete zum ausgleich reinziehen. die drogenpolitik in deutschland ist voll für’n arsch!

  7. Mörnest

    @Herr Rossi,

    Aber das könnten sie schon jetzt. Schlimmer sind da die so genannten legal Highs, die halt zu ilegal Highs werden, konsumenten findet der dreck trotzdem.

  8. Herr Rossi

    drum sag ich ja, dass die drogenpolitik für den arsch ist. der legal high markt wird ebenfalls auf gifte ausweichen, die zwischenzeitlich legal sind. besser wird die situation dadurch definitiv nicht.

  9. Freddy

    „Dem will die Drogenbeauftragte mit einem Stoffgruppenverbot eine Ende setzten: „Kommende Woche wird die Bundesregierung den Gesetzentwurf zu neuen psychoaktiven Stoffen beschließen“, sagte Mortler. „Damit werden vermeintlich harmlose, in der Realität aber brandgefährliche Substanzen endlich verboten.“ “

    Puh! Gerade nochmal rechtzeitig.
    Ab nächster Woche also – wenn das Verbot beschlossen wird – gibt es dann für niemanden mehr solche Drogen zu kaufen, richtig? Dann ist die Gefahr, die von NPS ausgeht doch ein für alle mal gebannt, oder?

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