Donnerstag, 10. März 2016

Berlin: Frank im Glück

 

von Sadhu van Hemp

 

Bild: Archiv / Schmiddie
Bild: Archiv / Schmiddie

 

 

Am Dienstag holten Staatsanwaltschaft und Polizei zu einem Schlag gegen den Hanfhandel im Görlitzer Park aus – ganz zur Freude von Berlins Innensenator Frank Henkel. Endlich – nach einem Jahr „Task Force Görli“ – konnte der ultrarechte CDU-Mann der Öffentlichkeit den dringend benötigten Beweis vorlegen, dass die Drahtzieher nicht nur Deutsche sind, sondern auch ein paar böse „Neger“ in den oberen Etagen des bandenmäßig organisierten Hanfhandels mitmischen. Bislang haftete der Task Force nämlich der Vorwurf an, die Null-Toleranz-Strategie sei nur ein Alibi dafür, den Szenebezirk nicht von Dealern, sondern unliebsamen schwarzafrikanischen Flüchtlingen zu säubern.

 

Im vergangenen Jahr fertigte die Polizei von knapp 4000 überprüften Kleindealern und Kunden rund 1700 mit einer Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ab. Doch aller Aufwand konnte den florierenden Straßenhandel rund um den Görlitzer Park bislang nicht stoppen, da in Berlin die meisten Kleindealer nach der „Allgemeinen Verfügung zur Umsetzung des §31a BtMG“ mit einem blauen Auge davonkommen und nach einer kurzen Verschnaufpause in Polizeigewahrsam umgehend den Dienst am kiffenden Bürgern wieder aufnehmen, so dass Henkel Ende 2014 noch einmal nachlegte und eine zusätzliche Polizeibrigade auf Patrouille schickte. Und die hatte tatsächlich das Glück, die Spur des Straßenweeds bis zur Quelle zu verfolgen. Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Berlin-Gesundbrunnen fielen den Fahndern schließlich 23 Kilogramm „Marihuana suspekte Substanzen“ in die Hände. Allerdings sagt schon die vorsichtige Umschreibung der beschlagnahmten Fundsache, dass es sich bei dem Kraut vermutlich um Pflanzenabfälle handelt, die zwar wie Marihuana aussehen und riechen, aber nicht so schmecken.

 

Dennoch, stolz wie Bolle präsentierte Henkel seinen ganz persönlichen Fahndungserfolg. Neben dem kostbaren Placebogras sackte die Polizei auch ein paar tausend Euro und sechs Bandenmitglieder ein, von denen zwei gleich wieder nach Hause gehen konnten. Dass die Verdächtigen allesamt aus Westafrika stammen, scheint dem Henkel eine ganz besondere Genugtuung, die den kleinen Beißer geradezu beflügelt:

„Wenn wir den Drogensumpf im Görlitzer Park langfristig trockenlegen wollen, müssen wir an die Hintermänner rankommen. Das ist den Ermittlern heute gelungen. Es ist die obere und mittlere Händlerebene, die die Kleindealerszene versorgt und dieses gefährliche Biotop am Leben erhält. Deshalb sind solche Ermittlungserfolge enorm wichtig.“

 

Na, denn mal tau, Herr Henkel! Jedes Jahr so ein Erfolg und Berlin ist in ein paar Millionen Jahren hanffrei.

 

 

5 Antworten auf „Berlin: Frank im Glück

  1. Surak

    Das unrechtmäßig erworbene Bargeld wird selbstverständlich umgehend einer geordneten Vernichtung zugeführt, um im deutschen Wirtschaftssystem niemals wieder in Umlauf gelangen und dem Endverbraucher die Preise verderben zu können. Nicht wahr?

  2. coco

    wieder mal zu viel blabla an der falschen stelle!
    „marihuana suspekte substanz“ oder auch „haschisch suspekte substanz“ ist die übliche bezeichnung der polizei bei beschlagnahme eben solcher substanzen, da das testergebnis vor ort noch ausbleibt.
    es wird sich sehr wahrscheinlich um 23 kg gras gehandelt haben. warum auch nicht, fragt sich der leser…
    egal welchen artikel ich von euch lese, ich stelle immer wieder fest, dass euch oft das nötige, aber eigentlich notwendige fachwissen fehlt!

  3. Abrafix

    Sind eure i’s kaputt oder ist mein Glaukom zurückgekehrt. Sieht komisch aus. Herr Henkel wird dem Treiben nie ein Ende setzen können. Er kann mit solchen Nachrichten maximal das Wählervolk für dumm verkaufen.

  4. Carstón

    Toller Erfolg… Da stehen aber immer noch Leute und verkaufen. Und wenn nicht dort, dann am RAW Gelände, in der Hasenheide und und und. Es gibt Nachfrage, es wird verkauft. Da kann der Henkel nichts dran machen, egal wieviel Millionen er ausgibt für „Task Forces“. Versteht er das wirklich nicht?

  5. X-KIFFER

    „Wenn wir den Drogensumpf im Görlitzer Park langfristig trockenlegen wollen, müssen wir an die Hintermänner rankommen.“

    Ich formuliere das mal um:
    „Wenn wir den Dumpfbacken-Politikersumpf in der Bananenrepublik Täuschland langfristig trockenlegen wollen, müssen wir an die Hintermänner rankommen.

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