Montag, 30. November 2015

MedWeed: Medizinisches Cannabis für Deutschland

 

Gesellschaft will Cannabis-Anbau in Deutschland in die Hand nehmen

 

Cannabis aus der Apotheke
Foto: marker

 

 

Der Anbau von medizinischem Cannabis ist hierzulande illegal. Die Medizin kommt daher von weither und es kommt bekanntlich immer wieder zu Lieferengpässen. Weil der Anwalt Jürgen Scholz das nicht mehr länger hinnehmen wollte, hat er mit einigen Gleichgesinnten die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) MedWeed gegründet. Ziel ist es zukünftig in Deutschland medizinsiches Cannabis anzubauen. Es ginge darum „Menschen das Leben lebenswert zu machen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden.“ so Scholz. Der entsprechende Antrag beim Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) ist bereits gestellt und natürlich rechnet Scholz mit einer Ablehnung. Danach will man vor das Verwaltungsgericht ziehen.

 

Derzeit besitzen in Deutschland nur 527 Menschen eine Ausnahmegenehmigung für medizinisches Cannabis und bereits jetzt kann deren Versorgung nicht sicher gestellt werden. Dies stelle für die Patienten ein großes Problem dar, wie die Medizinerin Dr. Kirsten Müller-Vahl bestätigt, die an der Medizinischen Hochschule Hannover zum Tourette-Syndrom forscht und Behandlungsmöglichkeiten mit dem Wirkstoff THC untersucht. Politiker wie die Sozialministerin der SPD Cornelia Rundt räumt ein, dass Lieferengpässe „nicht sein dürfen“, allerdings will sie die Versorgung lieber der Pharmaindustrie überlassen. Laut einem Sprecher plant Deutschlands größter Pharmakonzern Bayer derzeit jedoch „keine Entwicklungsaktivitäten im Zusammenhang mit Cannabis“.

 

Der Gesetzesentwurf zur Einrichtung einer Cannabis-Agentur, die die Versorgung und den Anbau von medizinischem Cannabis reguliert, ist bereits in Entwicklung. Sollte der Gesetzesentwurf durchkommen, könnte MedWeed den Auftrag erhalten für die Agentur anzubauen, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen.

 

 

 

 

 

8 Antworten auf „MedWeed: Medizinisches Cannabis für Deutschland

  1. Martin

    Sollten Lizenzen von Seiten einer Deutschen Cannabis-Agentur, zum Anbau von medizinischem Hanf, verteilt werden, kann man nur hoffen, dass kleine Anbauer mit jahrelanger Erfahrung in Bezug auf Qualität und biologischem Anbau nicht zu kurz kommen. Bei denen steht ja bekanntlich die Liebe zum Produkt im Vordergrund.

    Was Quereinsteiger, die das große Geld beim Anbau des grünen Goldes wittern, anstellen, sieht man ja gerade an den negativen Auswirkungen in Colorado, wo mit Pestiziden und den Resten künstlicher (Über-)düngung belastetes Gras leider an der Tagesordnung ist.

    Ich glaube mich erinnern zu können, gelesen zu haben, dass die Jungs um MedWeed bisher kaum Ahnung vom Anbau haben. Kann man nur hoffen, dass sie da noch nachrüsten, falls sie jemals anbauen dürfen.

  2. cannabis-club

    Wie mein Vorredner es schon sagt… wird man die Zucht Anwälten in die Hände legen dann frage ich mich wozu man Gärtner lernt. Es gibt nicht viele Menschen die richtig gutes Cannabis züchten könnten.. welches noch gesund ist.. Dazu muss man nicht auf Masse sondern Klasse gehen und das kannst nur bei kleinen Anbauräumen.

    Wenn die echt vorhaben die Cannabis Agebtur zu gründen dann ist die Zusammenarbeit mit vielen kleinen Grower erstens die Vielfalt und zweitens die Sicherheit kein Monopolmonster zu gründen, wo die Vielfalt und Liebe auf der Strecke bleibt.

    Da steckt Liebe drin wenn es gut sein soll 😉 … und nicht nur ein Gesetz.

  3. Hero Lucky King Unchanged

    Genau, der Anbau dieses wertvollen Medikaments gehört in die Hände derer, die das mit Liebe und Können machen. Und das sind leider nur wenige in Deutschland, die das Können.
    Cannabis von Bayer rauche ich sicher nie!

  4. Hanffrei

    Das geht ja garnicht, das ein paar Hippies sich Ihre eigene Medizinfabrik gründen!
    Bayer hat seit jeher Monopolstellung im Drogenverkauf. Diese langjährige Erfahrung im sicheren Umgang mit Arzneien sollten auch bei der Cannabisproduktion genutzt werden. Am besten sollte man das gleich synthetisch herstellen! Sicher ist sicher!

  5. 13/19Banana

    @Hanffrei,
    Du hast n Knall wohl nicht gehört!! Schreib hier nicht so n Mist runter. Synthetisch, ik glob ik tille.
    Synthetisch ist nur für Hanffrei – Hirnis. Zieh`’s Dir rein, Dein synthetisch was immer Hirni und Dreh Dir Dein
    synthetisch dann in ne dicke fette Bild am Sonntag…

  6. Beobachter

    Ob Anwalt oder nicht, wenigstens will’s hier jemand probieren, ohne solche Leute wird’s sonst nie dazu kommen, dass Patienten die’s brauchen auch lückenlos versorgt werden können, und das sind mehr als 500, allein in Israel, sind das ja über 20.000 Patienten. Außerdem, auch wenn das keine Grow-Experten sind, werden die sicherlich hier entsprechende Gärtner einstellen, wenn’s soweit kommen sollte. Und klar, auch die Eigenanbau zu Hause muss legalisiert werden, für den der’s will, braucht und kann, grade weil da ja niemand Schaden nimmt. Leider sind wir halt hier noch im Mittelalter und viel aufgeklärt wird in den Medien eben nicht, das gheht bis hin zu Falschangaben, deswegen gibts eben auch die ganzen Wiederstände …

  7. nachdenken

    Heiligt der Zweck schon wieder die Mittel?

    Das wird gar keinen Vorteil für kleinanbauern oder selbstzieher und qualität bringen, seid bitte nicht naiv.
    ja investoren werden die legalisierung des anbaus und des arzneimittels früher oder später durchbringen..
    ABER der Markt wird von diesen Großinvestoren gestaltet. Sie werden so strenge regulierungen einbringen, dass der kommerzielle Anbau sich nur für sie lohnt und ein quasi Monopol schafft..

    Dann können sie das produkt beliebig „verbessern“

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