Sonntag, 8. November 2015

Kascha

 

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

Grafik: Lukas Tkoz
Grafik: Lukas Tkoz

 

 

 

 

 

 

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

Konstantin (20) aus Bayern fragt:

 

„Hey Kascha,
Meine Mum hat extreme Rückenschmerzen. Ich gehe sehr stark davon aus, dass ihr Gras helfen würde. Leider glaube ich aber, dass sie nicht weiß, dass ich hin und wieder einen rauche und ich weiß auch nicht, wie sie darauf reagieren würde, wenn ich es ihr sage.
Jetzt weiß ich nicht, ob ich es sie mal probieren lassen sollte und ihr dadurch sagen sollte, dass ich kiffe oder es lieber lassen sollte.“

 

Kascha antwortet:

 

„Hallo Konstantin,

um festzustellen, ob Cannabis Deiner Mutter helfen könnte, müsste man natürlich ein Arzt sein. Diese Frage klammere ich daher an dieser Stelle aus. Außerdem ist, das muss man natürlich auch bedenken, die Beschaffung und der Besitz von Cannabis, auch zur wirksamen Linderung von Rückenschmerzen, in Deutschland verboten, wenn man keine entsprechende Genehmigung hat. Wenn es ihr hilft, schließt sich also das Problem der Versorgung daran an. Ob Du ihr eingestehen kannst, dass Du selbst Cannabis konsumierst, das musst Du am Ende selbst entscheiden – Du kennst Deine Mutter sicher sehr viel besser als ich. Du kannst natürlich ganz vorsichtig das Thema ansprechen, ihr zum Beispiel einen Zeitungsartikel über Cannabis als Schmerzmittel zeigen und sehen, ob sie interessiert oder ablehnend reagiert, oder das Thema etwas allgemeiner ansprechen: „Ich habe gehört, dass manche Menschen Cannabis zur Schmerzlinderung benutzen und das hat möglicherweise weniger Nebenwirkungen als die Behandlung mit Opiaten oder kann die Behandlung ergänzen.“ Außerdem ist natürlich zu beachten, falls sie zustimmt, dass die Dosierung von Cannabis als Schmerzmittel anders ist als bei der Anwendung in der Freizeit. Es werden oft nur sehr niedrige Dosen benötigt. Du musst Deine Mutter also beim ersten Versuch nicht gleich völlig breit machen – ein Zug an einem (vorzugsweise ohne Tabak gerollten) Joint oder aus einem Vaporizer dürfte zunächst genügen, um eine Wirksamkeit einzuschätzen. Außerdem reagieren manche Menschen nicht so positiv auf die Cannabiswirkung: Sie empfinden die Verwirrung als negativ und geraten in Panik oder empfinden die Mundtrockenheit oder das Gefühl in den Augen als unangenehm. Darauf solltest Du zumindest vorbereitet sein. Solltest Du insgesamt den Eindruck haben, dass sie dem Thema gegenüber sehr negativ eingestellt ist, solltest Du nur sehr vorsichtig vorgehen – Du willst ja nicht, dass zu den Rückenschmerzen die Sorge über eventuelle Drogenprobleme des Sohnes hinzukommen.“

 

 

Daniel (ohne Alter und Wohnort) fragt:

 

„Hallo Kascha,
Wie schneidet man Stecklinge richtig? Und wie oder wo mit Wurzeln sie am besten?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Daniel,

Stecklinge zu schneiden ist – wenn man alles beachtet – gar nicht so schwer und eine gerade bei professionellen Züchtern immer beliebter werdende Methode, die Pflanzen zu vermehren. Vermehrt man Pflanzen über Bestäubung und Samen, gibt es immer eine gewisse Bandbreite an Mutation und damit in den nachfolgenden Generationen Schwankungen in den Merkmalen wie Wirkstoffgehalt, Geschmack, Aussehen und mehr. Schneidet man allerdings einen Steckling, erhält man eine genetisch identische Kopie der Mutterpflanze und kann so, insbesondere bei hochgezüchteten Sorten, gleichbleibende Qualität sicherstellen. Außerdem ist ein Steckling von einer weiblichen Pflanze immer auch weiblich, was für Züchter wichtig ist. Züchter müssen beim Schneiden von Stecklingen einige Dinge beachten, damit der Steckling dann auch wieder wurzelt: Die Mutterpflanze muss zum Beispiel mindestens drei Internodien am Stiel haben, das sind die Stellen, an denen die Blätter oder Äste vom Stamm abgehen. Es kann auch nur oberhalb dieser Stellen geschnitten werden. Die etwa 10 cm langen Stecklinge müssen dann z.B. in Steinwolle gesteckt werden, wo sie wieder Wurzeln entwickeln. Dabei muss mit größtmöglicher Sauberkeit vorgegangen werden, die Messer werden in der Regel vorher gründlich desinfiziert. Ich kann Dir hier aus rechtlichen Gründen keine Tipps zum Schneiden von Stecklingen geben – im Internet wirst Du aber sicher zahlreiche detaillierte Anleitungen aus Ländern mit legalem Cannabisanbau finden.“

 

 

 

Andre (30, ohne Wohnort) fragt:

 

„Hallo Kascha,

ich habe eine Frage zur Nutzung meines Vaporizers: Einen Tag nach dem „erfolgreichen“ Verdampfen bei ca. 190°C ist alles entspannt, jedoch am nächsten Tag und die komplette Folgewoche habe ich eine Art allergische Reaktion. Meine Lunge bzw. Bronchien pfeifen und husten aus dem letzten Loch. Super unangenehm! Ich vermute aufgrund meiner Immunsuppressiva und meines Heuschnupfes habe ich diese Symptome. Ich glaube, dass dies mit den Pollen zusammenhängt! Hier meine Frage: Gibt es eine Möglichkeit den Konsum ohne Blütenpollen zu genießen? Habe an Magic Launch Box mit Magic Flight Orbiter Wasserfilterung in Verbindung mit Tune Aktivkohlefilter gedacht. Was meinst du? Kann man somit voll in den „Genuss“ kommen ohne Blütenpollen? Jedoch wie bekomme ich dort noch den Kohlefilter mit eingebaut? Sollte dies auch nicht klappen habe ich Öl verdampfen gedacht. Habe gedacht ich Frage mal jemanden der Erfahrung hat und weiß was geht.“

 

Kascha antwortet:

 

„Hallo Andre,

tatsächlich gibt es die Möglichkeit der Allergie auf Cannabispollen, Auslöser können aber auch andere potentiell allergene Eiweiße und Bestandteile der Cannabisblüte sein. Da Pollen an den männlichen Blüten entstehen um die weiblichen Blüten zu befruchten, dürfte der Pollengehalt von modernem, aus Stecklingen gezüchtetem Indoorgras allerdings relativ gering sein – schon um die Blüten vor Befruchtung und Samenbildung zu schützen. Eine Filterung hilft sicher nur bedingt: Wenn sie noch THC durchlassen soll, dann wird auch ein gewisser Anteil an allergenen Substanzen mitkommen. Außerdem kann die Schleimhautreizung auch möglicherweise durch andere Bestandteile, die mit verdampft werden, verursacht werden. Es kann also Sinn machen, mit verschiedenen Zubereitungsformen zu experimentieren, eine ziemlich allergenfreie Variante dürfte hochreines Haschöl sein. Auch andere Cannabissorten oder andere Verdampfungstemperaturen könnten eine andere Auswirkung haben. Ich kann allerdings nur zur Vorsicht raten, da allergische Reaktionen ja auch ernste Folgen haben können. Zur weiteren Lektüre empfehle ich noch diesen Artikel von Dr. Franjo Grotenhermen im Hanfjournal.

 

 

2 Antworten auf „Kascha

  1. Hans

    Zu Andre (30, ohne Wohnort) Eine allergische Reaktion würde sich glaube ich schon wenige Minuten nach Inhalation bemerkbar machen. Evtl. mal das Material mit einem Mikroskop auf Schimmelsporen untersuchen.

  2. Papa

    Verdampfen bedeutet auch Feuchtigkeit. Feuchtigkeit bedeutet auch schimmel Sporen.
    Könnte mir vorstellen Hygiene ist wie überall das Mittel der Wahl.
    A hanfigs Grüssle

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