Montag, 24. August 2015

Polizei-Propaganda für Henkel

Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft Berlin übertreibt maßlos, um die 0-Tolerance-Politik seines Innensenators zu rechtfertigen

 

Foto: Archiv
Drogenkontrolle in Berlin / Foto: Archiv

 

Heute behauptet der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Berlin, Bodo Pfalzgraf, in der Bild Zeitung, dass sich der Erfolg der repressiven Maßnahmen im Görlitzer Park am gestiegen Grammpreis messen lasse:  „Die polizeilichen Maßnahmen sind so effizient, dass der Handelspreis pro Tütchen von 20 Euro auf aktuell 50 Euro gestiegen ist.“

 

Laut Pfalzgraf sei der Preis pro Gramm Gras dank der Polizei-Repression von vier Euro auf 10 Euro pro Gramm gestiegen. Doch jeder Berliner Kiffer weiß: Im Görlitzer Park haben fünf Gramm seit Jahren schon 50 Euro gekostet, was auch unsere immer wieder aktualisierte Umfrage zur Preisgestaltung auf dem Cannabis-Schwarzmarkt bestätigt. Das weiß man in Berlin nicht erst seit diesem Kauf, von dem uns vergangenes Jahr ein Leser berichtet hatte.

 

Für vier Euro gibt es nicht einmal beider privaten Connection ein Gramm, über solche Preise reden eher die Großhändler, die man nicht im Park trifft. Doch die maßlose Übertreibung scheint eher einen politischen denn einen präventiven Hintergrund zu haben. Noch vor wenigen Tagen kritisierte  der Stellvertreter der Konkurrenz-Gewerkschaft Matthias Weitemeier die Null-Toleranz Strategie des Innensenators in der „taz“ als „Aktionismus“. Anscheinend gibt es innerhalb der Berliner Polizeigewerkschaften gerade eine Positionskampf um Cannabis, bei dem sich die beiden Arbeitnehmervertreter nicht ganz einig sind. Die Masche mit dem angeblich gestiegenen Grammpreis hat der Berliner Polizeipräsident übrigens vor Einführung der neuen Strategie schon einmal versucht. Er hatte im Dezember 2014 genau den selben Unsinn in der „B.Z:“ verzapft: „„Die Preise haben sich erhöht, wie ich höre, haben sie sich verdreifacht,“ hieß es damals.

 

Eigentlich ist es kaum zu fassen: Stellt man die Aussagen der beiden ranghohen Polizisten nebeneinander, muss man davon ausgehen, dass auch die 0-Tolerance Politik, die seit April 2015 gilt, das Preisgefüge nicht beeinflusst hat. Der Chef Deutschen Polizeigewerkschaft Berlin Pfalzgraf sagt in der „Bild“ das Gegenteil.

15 Antworten auf „Polizei-Propaganda für Henkel

  1. Sebastian Clausen

    WTF? Wie kann jemand in seiner Position nur so dreist lügen!?
    Ich meine, jeder der den Cannabismarkt ein wenig kennt weiß, dass er da Bullshit erzählt, also warum veröffentlichen die einfach so seine Falschaussage!?

  2. Revil O

    @Sebastian
    Dieser Staat betreibt seit zig Jahren einen Krieg gegen das eigene Volk!!
    Und in jedem Krieg stirbt zu allererst immer die Wahrheit.

    Greetz

  3. Sebastian

    Wenn es stimmen würde hätte die Polizei die Gewinnspanne der Dealer erhöht, der Einkaufspreis beim Großdealer bleibt doch gleich.
    Er erreicht damit doch nur das noch mehr Gelder in den illegalen Markt fließen.

  4. MS Banana

    JA UND WAS NÜTZT DAS; WENN NIEMAND DAGEGENHÄLT; BZW. JETZT MÜSSTE SICH MAL EIN LANDESMINISTER ODER EIN HERR ÖZDEMIR ODER EIN HERR TEMPEL ODER EIN HERR PROF: BÖLLINGER ZU WORT MELDEN UM DIESE GEQUIRLLTE SCHEISSE ZU DEMENTIEREN, JAWOHL!!!!! PASSIERT ABER NIX, WIE IMMER!!
    GAR NICHT GUT !!!!

  5. Cookie

    Don’t panic :)!

    Zum Glueck sind solche Aussagen Einzelner nur noch verweifelte Versuche etwas aufzuhalten, das schon lange ins Rollen geraten und ohnehin nicht mehr zu stoppen ist.

    Aber gerade diese Luegen helfen uns doch, machen sie es uns so einfach, sie zu entlarven und somit die Unwissenden letzlich effektiver aufklaeren zu koennen. Wer BILD liest und dieses Blatt ernst nimmt, ist ohnehin nicht wirklich von uns zu erreichen… ausser die BILD erlaubt sich selbst Erkenntnisgewinn :).

  6. MS Banana

    Okey Cookie, hast ja Recht! Ich höre diese Kacke nun schon zwanzig Jahre. Ich kann es einfach nicht mehr ertragen, jedoch spielen Sie uns mit Ihren bewussten, ja schon auffälligen Lügen nur in unsre Karten, hast ja Recht !!
    Greets Hans

  7. Surak

    Die wesentliche Frage bei dieser Argumentation wäre jedoch, welche Vorteile im Dienste des Allgemeinwohls von einer Erhöhung der Gewinnspannen am Schwarzmarkt ausgehen würden: Das sollte so ein Gewerkschaftsvorsitzender in der Zeitung augenblicklich klar und stichhaltig begründen müssen – und selbst der einfältigste Bild-Journalist müßte augenblicklich genau diesbezüglich klare Rückfragen stellen. Ganz intuitiv, wie bei anderen Themen auch! Denn ansonsten ist er die Vergütung, die man ihm seitens der Zeitung zuerkennt und auszahlt – und sei dieser Betrag noch so gering – schlicht und einfach verschwendetes Geld: Schließlich gibt es Leute, die sowohl denken und fragen als auch schreiben können. Und einige davon würden sicher auch bereitwillig für die Bildzeitung arbeiten, schätze ich.

  8. Surak

    Er ist sie nicht wert, die Vergütung – sollte das heißen. Weil schlechtes Interviewen schlimmer ist als jeder Tippfehler! 😀

  9. Jimi

    Das hier ist für jeden der immer noch glaubt, dass wir es in den Massenmedien mit echtem Journalismus zu tun haben:
    Warum schweigen die Lämmer? Demokratie, Psychologie und Empörungsmanagement.
    Prof. Dr. Rainer Mausfeld
    Christian-Albrechts-Uni
    https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M
    Dauert ca. 65 min.
    Aber die vergehen wie im Flug….

  10. Sportzigarette

    Auf dem Foto sieht die alte Fleischmütze Kotzian gerade so aus als wolle sie gleich eine Waffee ziehen und auf die Polizeibeamte schießen, man nennt ihn auch den Hitman der Legalisierungsbewegung! 😀

  11. Mörnest

    Richtig, deswegen sind unter fast allen Cannabisberichten die Kommentarfunktion deaktiviert. Weil dort viele Aktivisten die Unwissenden in Grund und Boden diskutierten. Wir mit Argumenten, die mit Beschimpfungen, weil ihnen nichts mehr eingefallen ist.

  12. Schorsch

    Kann leider nicht lesen, was Pfalzgraf (ehemalig REP) im Artikel sagt, da ich grundsätzlich nichts von BILD klicke. Hab Angst, dass sich mein Rechner infiziert 😉

    Hat er das echt gesagt: „Die polizeilichen Maßnahmen sind so effizient, dass der Handelspreis pro Tütchen von 20 Euro auf aktuell 50 Euro gestiegen ist.“?!

    Prima, die Dealer werden sich freuen… noch mehr verdient. Und bei den Preisen dauert’s nicht mehr lange bis zur Beschaffungskriminalität.

    Wenn man sich schon falsche Behauptungen ausdenkt, sollte man sich vorher wenigstens über deren Sinn Gedanken machen…

  13. Carstón

    —News—Polizei meldet:—Null Toleranz hat die Gewinne der Mafia verdoppelt—-Henkel:“Voller Erfolg!“—-

    Wenn es denn stimmen würde…

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