Mittwoch, 10. Dezember 2014

Cannabis-Verkauf hat sich verlagert

Statt im „Görli“ gibt es jetzt in der Revaler Straße Gras

 

 

Handel Legalisieren - Steuern Kassieren
Der einzige Ausweg…

 

 

Gestern feierte die B.Z. den Kahlschlag im Görlitzer Park als Erfolg gegen den Drogenhandel. Heute berichtet der „Berliner Kurier“ vom RAW-Gelände als angeblichen „Bruder“ des Görlitzer Parks, wo es die harten Sachen gäbe. Beide Boulevard-Blätter haben offenbar noch nicht mitbekommen, was rund um den S-Bahnhof Warschauer Straße wirklich passiert. Das Hanf Journal recherchiert seit Monaten selbst zwischen Görlitzer Park und Warschauer Straße, sucht das persönliche Gespräch mit Betroffenen und hat einen ganz anderen Eindruck gewonnen.

 

Der Verkauf von Cannabis hatte sich bereits nach der Intensivierung der Überwachung des „Görli“ im Jahr 2013 zum Teil  an den S-Bahnhof Warschauer Straße verlagert. Dort ist mit dem RAW-Tempel ein alternatives Kulturzentrum um die Ecke, das einigen schon lange ein Dorn im Auge ist. Aufgrund der massiven Polizeipräsenz im Görlitzer Park und dessen Rodung hat sich der Verkauf aller Drogen schon seit Monaten ostwärts verlagert. Dessen Zentrum ist die Revaler Straße, in der eben auch der RAW-Tempel liegt. Es liegt also nicht am alternativen Kulturzentrum mit seinen zahlreichen Clubs, sondern eher an der relativen Nähe zum „Görli“ und den Gesetzen des Drogenmarktes. Es ist nicht das erste Mal, dass eine offene Szene nach ihrer Auflösung am nächst möglichen Ort entsteht. Die Gegend um den S-Bahnhof Warschauer Straße bietet sich gerade zu an, weil dort Tag und Nacht reger Pendler- sowie Nachtschwärmer-Verkehr herrscht. Vergangene Woche, also direkt nach dem Kahlschlag des Parks, konnte unsere Redaktion ein kurzes Statement eines Cannabis-Kunden ergattern, der gerade in der Revaler Straße (nicht auf dem RAW-Gelände!) Gras gekauft hatte:

 

Ich bin Event-Manager aus West-Deutschland und wohne seit einem Jahr in Berlin. Ich kenne niemanden, der privat verkauft, also renne ich ungefähr einmal die Woche nach Kreuzberg. Seit die Bullen im Görlitzer Park so einen Stress machen, steige ich schon zwei U-Bahnstationen vorher aus und laufe ein paar Meter, bis ich angesprochen werde. Beim letzten Mal habe ich für 50 Euro 3,8 Gramm echt gutes Gras bekommen. Dafür musste ich aber hart verhandeln, meistens fangen die mit einem Gramm für 50 Euro an. Manchmal gibt es auch Grütze, aber das heute sieht wieder gut aus.“

Hat Dir hier jemals jemand Speed, Koks oder H angeboten?

„Nein. Aber ich frag‘ ja auch nicht danach.“

So sieht das die Polizei

„Wir sind jeden Tag zwischen 16 und 23 Uhr mit einer Hundertschaft vor Ort. Dabei lassen wir auch Aspekte der Verdrängung nicht außer acht, dass es nicht zur Verlagerung ins RAW-Gelände und in der Hasenheide kommt,“ kommentiert der Berliner Polizeipräsident Kandt (54) die Einsätze vorgestern. in der B.Z.

Auch die Preise hätten sich, so der Polizeipräsident, seit der Intensivierung der Maßnahmen von 4 Euro/Gramm auf 10 – 11 erhöht. Alleine dieses Statement beweist, wie wenig Einblick die Polizei ins tatsächliche Geschehen hat. Schon vor der konzertierten Aktion lag das Preisniveau bei 10 bis 12 Euro/Gramm, vier Euro hat Gras in den 1980er Jahren gekostet, als Herr Kandt 25 Jahre alt war.

14 Antworten auf „Cannabis-Verkauf hat sich verlagert

  1. Martin

    „Ich bin Event-Manger aus West-Deutschland und wohne seit einem Jahr in Berlin. Ich kenne niemanden, der privat verkauft“
    Kaum glaubhaft. Eventmamager für Kaffeefahrten? Die Geschichte wirkt ausgedacht und riecht nach Lobbyismus. Nicht besonders schlau.

  2. Michael Knodt Autor

    War nicht unser Stil, ist es nicht und wird es nicht. Soll der Kollege vor Ort lügen und aus dem Event-Manager nen Touristen oder einen Standesbeamtem machen? Wäre es glaubhafter, weil es dann besser klingt? Da juckt es so manchen in den Finger, uns nicht. Das wäre Lobbyismus. Oder denkst Du, der Kollege vor Ort hätte sich keine Gedanken über die Aussage gemacht?. Aber die steht nun mal so da, und war auch für ihn nicht gerade einfach zu kriegen. Wer lässt sich schon gerne nach dem Graskauf von Journalisten anquatschen? Da haben wir halt einen kleinen Vorteil gegenüber den Mainstream-Medien, den wir unseren Lesenden gerne weitergeben, weil uns die Konsumenten einfach eher vertrauen als den „Großen.“ Aber anscheinend kann man es so nicht allen recht machen. Oder denkst du wirklich, wir würden das, woran wir seit Jahren arbeiten, für eine Billig-Meldung über Bord werfen: Die seriöse Berichterstattung über Hanf—-als tägliches Format. Und wenn der Typ sagt, er ist Bergsteiger, würden wir es auch drucken. Hätten wir schreiben sollen: Okay, aber der Typ sah auch nicht aus wie ein Manager und ist kann eigentlich keiner sein, weil Eventmanager eigentlich eine Connection haben? Vielleicht hat der Typ auch gelogen und ist Fliesenleger aus Berlin. Das zu berurteilen ist nicht an uns, sondern einen O-Ton wiederzugeben.

  3. Carstón

    10 bis 12 Euro?! Ist ja wirklich irre teuer, das hätte ich nicht gedacht. Bin schon einige Jahre kein Konsument mehr. Kein Wunder, dass immer mehr auf Legal Highs umsteigen – die sind vergleichsweise günstig und kommen per Post bequem in den Briefkasten, ohne Polizeistress. So sorgt die aktuelle Drogenpolitik aktiv dafür, dass sich gerdae auch jugendliche Konsumenten einem höheren Risiko aussetzen und sich zum Versuchskaninchen für Labor Chemikalien machen. Ein toller Erfolg! Frau Mortler, da könnten sie doch mal handeln, im Sinne von Gesundheitsförderung und Risikominderung…Frau Mortler? Hallo?!

  4. Surak

    In Berlin gibt es so viele abgelegene, sonnenbegünstigte Brachflächen: Bei der Preislage finde ich es unbegreiflich, daß da nicht auf jedem Quadratmeter eine Hanfpflanze steht. Und was erst die 100 Cops am Tage für Geldsummen verschlingen, vermag ich mir gar nicht vorzustellen. Ein absoluter Wahnsinn, was da abgeht. Und auch, wenn die Akzeptanz der Kiffer in der Gesellschaft besser sein mag als vielerorts anderswo: Da kann doch eigentlich jeder Kiffer froh sein, wenn er nicht in Berlin leben muß. Respekt für die Aktivisten, die es da nun schon so viele Jahre lang aushalten.
    Es wäre ja billiger, von Marokko aus Rosinenbomber loszuschicken und wieder eine Luftbrücke aufzubauen! Hat man noch nicht über eine Mauer um all diese betroffenen Stadtviertel nachgedacht? Wundert mich, ehrlich gesagt… 😀

  5. patrick

    Zitat:“Auch die Preise hätten sich, so der Polizeipräsident, seit der Intensivierung der Maßnahmen von 4 Euro/Gramm auf 10 – 11 erhöht.“

    ICH GLAUB MEIN SCHWEIN PFEIFT! WAS EIN ASSI !

    Seh ich das richtig das sich dieser bornierte ALOCH Präsident von Bulle damit brüsstet dem Illegalem Handel die Gewinnmarge zu erhöhen? (Bewusst provokant und abwertend geschrieben!, da kann ich nicht durch die Blume, dem würde ich wenn er mir gegenüber steht auch eine Reinhauen ohne zu zögern! (Ich werde Ihm aber nie gegenüberstehen daher ist das rein rethorisch zu verstehen!)

    TITEL:“Berliner Polizeipräsident subventioniert Cannabishandel“ 🙂 !

  6. X-KIFFER

    […] Und was erst die 100 Cops am Tage für Geldsummen verschlingen, vermag ich mir gar nicht vorzustellen. […]

    Ich habe das mal nachgeschaut. Das Gehalt für einen einfachen Polizeibeamten (also die kleinste Fritte) liegt bei ca. 1.600 – 1.800 Euro pro Monat je nach Alter, Dienstzeit und Bundesland. Nachts, Feiertags und am Wochenende kämen dann noch entsprechende Zuschläge drauf. Wenn man 1.800 Euro pro Monat als Durchschnitt ansetzt da ja nicht nur untere Dienstgrade mit der Überwachung betraut sind ergäbe sich folgende Berechnung auf Basis eines Durchschnitts von 30 Tagen pro Monat:
    1.800 / 30 x 100 = 6.000 Euro kosten pro Tag für eine Hundertschaft

  7. Hogger

    Die 2,5 Mio sind laut Medien „regelmäßige“ Kiffer. Möglicherweise deshalb auch die Schätzung von 20g/Monat.

  8. nico

    du erliegts wie die meisten dem netto gedanken, wenn sie 1600€ netto bekommen werden das annähernd 2000-2500€ brutto sein. dazu kommen noch die nebenkosten, fahrzeuge, ausrüstung, die ganzen laboranten, die die ausbeute testen, … wenn 100 polizisten einmarschieren hängen mindestens doppelt so viele dahinter, plus nochmal soviele stunden für berichte, ermittlungen, bla bla bla. zudem staatsanwalt, richter, vollzugs personal, deren versorgung usw. nicht umsonst beläuft sich die cannabis verfolgung auf mehr als 3 milliarden pro jahr.

  9. nico

    20g im monat? nach dem was ich immer wieder lese, braucht man etwa 0,2 g für nen joint, also muß man um auf 20g im monat zu kommen jeden tag mindestens 3 joints rauchen, das ist schon nicht mehr regelmäßig, das ist sehr oft, regelmäßig wäre nach feierabend einen oder jedes wochenende, einer der jeden tag soviel bier trinkt, daß er 3 mal hacke ist wird alkoholiker genannt.
    allerdings gibt es leute die krank sind weil sie soviel rauchen und es gibt leute die rauchen sovie! weil sie krank sind, das sollte man auch auseinander halten.
    Aber eines muß man auch klar sagen, einer der den ganzen tag bekifft ist hat weniger probleme als jemand der den ganzen tag besoffen ist. ich kenne einen, der sich ein paar jahre nur von bier und zigaretten ernährt, auch wenn bier nicht so hart wie schnapps ist, sind 3 kästen am tag äußerst schädigend, ergebnis war 9 monate entzug und reha nach einem organversagen sondersgleichen, wenn der arzt schon von komplett versagen spricht ist doch ganz klar, was sache ist. ich kenne einige die mit gras nicht zurecht kommen, die gleichen haben aber auch ein alkohol problem. diese bekommen ihr leben nicht auf die reihe, aber das ist meilen weit von organversagen entfernt.
    Wenn man mal von denen absieht, die gras nicht vertragen oder an beimischungen leiden, dann ist gras das sicherste rauschmittel der welt, man kann es nicht überdosieren, und auch bei langjährigem konsum wird man nur geringe beeinträchtigungen feststellen und, und das ist wichtiger als alles andere, man kann es als heilmittel und medikament einsetzen. während alkohol maximal als konservierungsmittel und nikotin als insektizid einsetzen kann.

  10. Highke

    Die Polizei führte im November im Görlitzer Park insgesamt 64 Einsätze durch. Dabei wurden 9069 Einsatzstunden gefahren. Eine Einsatzstunde wird in Bremen mit 55,00 Euro bei Fußballspielen beziffert.

  11. niemand

    man bekommt, vorrausgesetzt man kennt die richtigen leute, im görli teils tatsächlich gras für 5€/gramm. es gibt dort nichts, was es nicht gibt, auch preislich. das weiß ich von vielen bekannten. ich verkaufe selbst grass, natürlich nicht auf der straße, für 6-7€ und wunderte mich schon des öfteren über die teils sehr günstigen preise. würde man alle berliner straßendealer innerhalb eines tages beseitigen können, so wäre der gesammtumsatz des tages meiner schätzung nach, vielleicht um 5-10% minimiert. das meiste geschiet nicht öffentlich. auf die straße gehen nur looser die niemanden kennen und vor allem kinder. deshalb finde ich die bekämpfung dieser auswüchse auch nicht verkehrt.

  12. Feuerwehrmann

    „auf die Straße gehen nur looser die niemanden kennen“
    ergo: wer keinen dealer persönlich kennt, ist ein Verlierer?
    du dummer Mensch

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