Freitag, 3. Juli 2015

„Eine Kooperation mit Scientology nahestehenden Organisationen besteht nicht“

Die Antwort aus Bayern kommt über Umwege

 

Bild: Archiv
Bild: Archiv

 

Vorgestern hatten wir über einen Blogeintrag der Hanfplantage berichtet. Betreiber Martin Steldinger hatte dort eine Email eines Herrn Dranger an das bayrischen Gesundheitsministerium veröffentlicht, der über die Emailadresse „Sag-nein-zu-Drogen.info“ an die Behörde geschickt wurde. Die Antwort der Sachbearbeiterin Anke Schwarz kommentiert die Hanfplantage im Artikel mit „Gesundheitsministerium Bayern redet nicht mit Bürgern, aber mit Scientology.“

 

Bei einer telefonischen Nachfrage beim Ministerium sagte Frau Schwarz am Mittwoch, nicht die Scientology-Tarnorganisation, sondern Herr Steldinger selbst sei Initiator der Mail. Weitere Fragen wollte sie der Presse nicht beantworten und beendete das Gespräch. Auf die folgende Nachfrage bei Martin Steldinger zur Authentizität der Email antwortete der: „Es ist korrekt, dass ich die Email gesendet habe unter „falschem Namen“. Im Allgemeinen nehme ich an, dass die Nutzung von solchen Materialien des BayStMPG für alle möglich ist, nicht nur Scientology bzw. denen nahestehende Organisationen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Behörde in Berlin anders reagiert hätte, wenn es um Materialanfragen geht. Ich selber empfinde es eher als Extrembeispiel, dass Bürgern die Diskussion verweigert wird, hingegen mit anderen Interessierten kein Problem besteht, wenn es sich „gegen Drogen“ richtet.“

 

Heute erhielten wir eine Email eines Lesers, der auf eine private Anfrage eine Antwort des Gesundheitsministeriums erhalten hat, die wir an dieser Stelle veröffentlichen wollen:

 

Warum kooperiert das bayrische StMGP mit Organisationen, die Scientology nahe stehen? Konkret meine ich damit die Weitergabe einer sog. „Cannabis-Grafik“ des StMGP an „Sag-nein-zu-Drogen“?

 

[…] Wir vermuten, dass Sie sich auf einen Beitrag zum genannten Thema auf der Internetseite www.hanfplantage.de beziehen. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gibt Bürgern, Fachstellen und Vertretern der Presse Auskunft über Themen aus dem Ressort. Eine Kooperation mit Scientology nahestehenden Organisationen besteht nicht. Die auf www.hanfplantage.de gezeigte Grafik wurde nicht weitergegeben, sondern auf eine entsprechende Anfrage die Zustimmung zu einer Nachgestaltung gegeben.
Die auf www.hanfplantage.de genannte, angebliche von Scientology geführte Webseite www.sag-nein-zu-drogen.info steht nicht in Bezug zur von Scientology betriebenen Seite www.sag-nein-zu-drogen.de.
Die Domain www.sag-nein-zu-drogen.info wird nachweislich vom Betreiber der Homepage www.hanfplantage.de geführt (siehe hierzu https://www.checkdomain.de). Warum der Betreiber der Homepage „hanfplantage.de“ in Kenntnis dieses Umstandes auf seiner Seite www.hanfplantage.de behauptet, das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege arbeite mit Scientology zusammen, entzieht sich unserer Kenntnis. Warum der Betreiber der Homepage „www.hanfplantage.de“ eine Domain betreibt, die mit der von Scientology betriebenen Seite fast identisch ist, entzieht sich ebenfalls unserer Kenntnis.“

 

Stimmt. genau das bezweckt „Sag-nein-zu-Drogen“ auch. Der plakative Name soll verhindern, dass nachgebohrt wird. Denn wer gegen Drogen ist, kann ja nicht falsch liegen. Ob das jetzt die Scientology Sekte oder ein ein Blogger mit nicht ganz sauberen Mitteln heraus findet, macht in der Sache kaum einen Unterschied. Hätte Frau Schwarz uns diese Stellungnahme zukommen lassen oder den Sachverhalt am Telefon dargelegt, statt das Gespräch zu beenden, wäre früher Licht ins Dunkel gekommen.

 

In eigener Sache
Trotzdem ist es nicht das, was unsere Redaktion unter sauberer Recherche versteht. Wir werden die Quelle hanfplantage.de, der wir bislang fast blind vertraut haben, in Zukunft besser prüfen.

6 Antworten auf „„Eine Kooperation mit Scientology nahestehenden Organisationen besteht nicht“

  1. tribble

    Hallo,

    woah! Ein Ministerium, das weiss wie man das Internet bedient und einen Inhaber einer Domain rausfindet! Wie krass…sowas gibt es? Die sind ja weiter als das Bundesministerium für Gesundheit, denn die wissen ja noch nicht mal was ein anonymer Internetkommentar ist.

    Zur Quellenprüfung: Das sollte man natürlich immer machen und nicht nur abschreiben. Wohin das sonst führt, sieht man ja an der „Hanf-Bild“ oder einfach schlechtem Journalismus.

    Im Gegensatz zum Journalismus denke ich, dass die Informationskriegsführung auch uns Betrifft.
    Sowohl die Desinformationskampagne wie der vom BaySTMGP verbreiteten Kifferwegweiser. Als auch die Bemühungen, eine fachwissenschaftliche Aussage zu bekommen.

    Dazu gehört dann auch die Aufklärung „unter falscher Flagge“. Sonst kann man das BaySTMGP ja so schlecht zu einer Aussage zwingen, es gibt kein Informationsfreiheitsgesetz in Bayern.

    Also bayerische Mitlesende und Betroffene: Ändert eure Bundesgesetze. Dann kann man auch in die Unterlagen schauen, wo der Desinformationsschrott herkommt.

    mfg

  2. Fragen über Fragen

    Naja, ich finde die investigative Debatte um die Verstrickung von Sekten und Drogen-, Gesundheitspolitik nicht hergeholt. Da lohnt es sich weiter zu recherchieren.

    Wir müssen nur wirklich aufpassen, dass wir für unsere Recherchen Evidenz nachweisen können.

    [… Evidenz bezeichnet das dem Augenschein nach unbezweifelbar Erkennbare oder die unmittelbare, mit besonderem Wahrheitsanspruch auftretende vollständige Einsicht. …]
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Evidenz

    Evidenz ist für mich sehr wichtig. Ich finde Evidenz ist sehr hilfreich, gerade wenn so stark ideologisch verbrämt argumentiert wird, wie in der „Drogenfrage“.

    Schlimm finde ich, wenn der eigene Staat, die Regierungsstellen, die Behörden, die „parlamentarische Demokratie“ mit den Mitteln der Geheimdienste die „eigenen Interessen“ (Machterhalt, Ausschaltung politischer Gegener, Ausschaltung unliebsamer Personen(gruppen), Bespitzelung und Erpressung) vertritt und gegen die eigene Bevölkerung ins“geheim“ vorgeht. Zumal wenn diese Klientel auch noch den „gesetzlichen Rahmen“ und „Verträge“ erschafft, bzw. abschließt, die die Herren und Damen vor den Folgen dieser krimeinellen Machenschaften schützt. Das ist das „System Prohibition“ par exzellence!

    Das errinnert mich stark an die echte „Gestapo“, die hier und heute dann mit einer neoliberalen Ideologie „Schutz der ‚Interessen‘ der Investoren“, derjenigen die gerade Zugriff auf diese Instumente der geheimen und illegalen Machtausübung haben, scheinheilig legitimiert wird. 1984²!

    Wer hat da wieviel Dreck am Stecken?

    Was ist das für ein Filz?

    Die Einschläge kommen näher und ich bin gespannt, was an die Öffentlichkeit kommen wird und welche Konsequenzen das für die Verantwortlichen Menschen haben wird. Das wird noch ein interressantes Jahr für die Re-Legalisierungsbewegung!

    Danke Spiegel 🙂 Die BND-CIA-Endocannabinoid-Affäre nimmt weiter Fahrt auf!

    [… Der SPIEGEL geht davon aus, von US-Geheimdiensten abgehört worden zu sein. Er hat deshalb am Freitag Anzeige bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit und der Verletzung des Fernmeldegeheimnisses erstattet. …]
    Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/der-spiegel-ist-im-visier-von-us-geheimdiensten-a-1041985.html

    Inwieweit ist die „Hanfszene“, die „Legalisierungsbewegung“ im Visier gewesen, bzw ist sie immer noch?

    Fragen über Fragen! Wir erwarten Antworten. Bald. 🙂 🙂 🙂

  3. BlOgG3r

    Nein, natürlich bestehen in dieser Hinsicht keine Kooperationen.
    Mal davon abgesehen dass die Scien-tology OrGanisation ihren DE Haupsitz in
    der bayerischen Landeshauptstadt München hat und das seit den Siebzigerjahren.
    Wenn das mal kein Zufall ist 😉

    Geld regiert nunmal die Welt!
    PS: Unserer Bundesregierung geht es doch um unsere Gesundheit. 😉 Geld sollte deshalb kein Faktor sein
    um Cannabis zu legalisieren. *Ironie aus*
    Mit besten hanfigen Grüßen

    Ein BlOgger

  4. Who the f*ck is "REUTERS" ???

    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/cannabis-freigabe-jetzt-bloss-nicht-das-l-wort-sagen-13672510.html … © Reuters

    Meinung:

    Wollt ihr einmal einen typischen „System Prohibition“-Auftrags-Journalismus-Artikel lesen.?

    Wer gerne eine leichte Übelkeit und Verstimmung in Kauf nehmen möchte, sollte sich das antun. 🙂

    Normalerweise ignoriere ich solches „Auftrags-Geschreibsel“ einfach.

    OK (OK ist nicht OK) 🙂

    Wer ist dieser „Reuters“ der da so sachkundig menschenverachtend schreibt?

    [… Die Reuters Group plc (rtr)[1] war zuletzt die weltweit größte internationale Nachrichtenagentur mit Hauptsitz in London. Ihr Schwerpunkt waren Wirtschaftsthemen, doch verkaufte sie ähnlich der Deutschen Presse-Agentur oder Associated Press auch andere Nachrichten. Nach Kauf durch und Vereinigung mit der kanadischen Thomson-Gruppe heißt der Konzern seit dem 17. April 2008 Thomson Reuters und hat seinen Hauptsitz in New York City. … Gründung Oktober 1851 …]
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Reuters

    Warum interessiert sich „Reuters“ so sehr für die Belange der deutschen Cannabis-Konsumenten und -Patienten?

    Warum stellt „Reuters“ das bekannte „aber die KINDER!!!“ und „BLÖDSEIN“-Argument so heraus?

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. 🙂

    Für mich ist das ein Zeichen, wir Hanffreundinnen und Hanffreunde ernst genommen werden und das „man“ nun zu den bekannten Mitteln der Diffamierung greift, weil „man“ sich anders nicht mehr zu helfen weiss.

    Wir haben sie also aufgescheucht.

    Weiter so! 🙂

    Alles beschrieben im „System Prohibition“. Wie gewisse Kreise arbeiten kann man sich hier einmal ansehen: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/wirtschaftskrieger-hochschule-fuer-hauen-und-stechen-a-470728.html

    Das die FAZ sich für solche Reefer-Madness-Artikel hergibt ist … ekelig, aber nicht verwunderlich. Auch große Zeitschriftenkonzerne leben nun einmal von Werbung …

    Für uns sollte das ein Zeichen sein, dass wir mit unserer Aufklärungsarbeit und den vielen Menschen, die die immer besser informiert sind, auf dem richtigen Weg sind.

    Inwieweit da gewisse Sekten, Konzerne oder Parteien oder „Drogenbeauftragte“ Einfluss genommen haben, entzieht sich meiner Kenntnis. 🙂 Ich schätze jedoch, dass wir in nächster Zeit noch mehr solcher Machwerke serviert bekommen werden. Einfach Gelassen bleiben. 🙂 🙂 🙂 Und die gute Arbeit weiter fortsetzen.

  5. Who the f*ck is "REUTERS" ???

    BTW könnte man die „Geheimdienste“ nicht auch in gewisser Weise als „Sekte“ bezeichnen? Gewisse Merkmale erfüllen die doch auch? Oder täusche ich mich da?

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