Freitag, 13. März 2015

Kiffer-Überraschung in Wien

ÖVP-Innenminister will fünf Gramm Gras erlauben

legalize1
Die ÖVP auf Kuschelkurs mit Kiffern? Grafik: Legalize.at

 

 

 

Österreichs Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) hat im Zuge der angestrebten Strafrechtsreform überraschend angekündigt, den Besitz von bis zu fünf Gramm Gras oder Haschisch für den Eigenbedarf nicht mehr unter Strafe zu stellen. Die Polizei soll den Plänen Brandstetters zufolge keine Anzeige mehr schreiben, sondern stattdessen Kiffer ans Gesundheitsamt verpetzen. Nur wer sich weigere, mit den Gesundheitsbehörden zu kooperieren, müsse mit Konsequenzen rechnen. Wie diese Zusammenarbeit dann zukünftig aussehen soll, wurde bislang nicht erwähnt. Wer mit einem Blütchen erwischt wird, könnte also zukünftig zwar straffrei ausgehen, dafür aber zum Idiotentest oder wenigstens zum „freiwilligen“ Urinscreenig geschickt werden.

 

Erst vor zwei Wochen wurden zwei Wiener Unternehmen von der Beihilfe zur Suchtmittelgewinnung freigesprochen, nachdem die Polizei im vergangenen Jahr 4000 Pflanzen beschlagnahmt hatte. „Flowery Fields“ und eine große Gärtnerei aus Wien hatten gemeinsam nicht blühende Hanfpflanzen produziert und an andere Gärtnereien in ganz Österreich verkauft. In der Urteilsbegründung des Oberlandesgerichts in Wien heißt es: “Der Schlussfolgerung der Anklagebehörde, wonach bei lebensnaher Betrachtung schon der Anbau potenter Cannabispflanzen den auf Suchtgiftgewinnung gerichteten Vorsatz begründe, kann ohne weiteres Beweissubstrat in dieser Allgemeinheit nicht beigetreten werden”.

War der Handel mit so genannten „Stecklingen“ bislang nur in Wien so richtig geduldet, hat man das Suchtmittelgesetz im Rest der Republik wie in diesem Fall gerne mal anders interpretiert. Nach dem aktuellen Urteil stehen die Zeichen landesweit auf Expansion. Wiens Zukunft als heimliche Hanf-Hauptstadt scheint angesichts eines ÖVP-Innenministers, der Kiffer entkriminalisieren möchte und zahlreicher Stecklings-Produzenten, gesichert. Auch wenn sein Plan mit den Gesundheitsbehörden genauso schwachsinnig ist, wie Besoffene und Doppelkorn-Käufer beim Amt anzuschwärzen oder staatlich zu sanktionieren.

Schnelles Login:



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
12 Kommentare
Ältester
Neuster
Inline Feedbacks
Alle Kommentare zeigen
Shaun
Shaun
6 Jahre zuvor

Nicht schlecht, Herr Specht. Und die, die dann vom Gesundheitsamt überwacht werden, müssen einen für alle sichtbaren “Grünen Stern” auf ihre Klamotten nähen.

Littleganja
Littleganja
6 Jahre zuvor

Ich war schneller 😉

Littleganja
Littleganja
6 Jahre zuvor

Die Meldung ist vom 07.03.2015 heute ist der 13.03.2015

Was jedoch heute gemeldet wurde:

!!!Cannabis-Pilotversuch: Bern will Kiffen in Clubs erlauben!!!

http://www.nzz.ch/schweiz/bern-will-kiffen-in-clubs-erlauben-1.18501364

Hier kann das Hanfjournalteam Aktuelle Meldungen einsehen:

http://news.feed-reader.net/11076-cannabis.html

man kann auch Cannabis durch Weed, Hasch usw ersetzten.

Will nicht Gluckscheißen aber es gibt nix schlimmeres wie alte Nachrichten 😉

Jemand
Jemand
6 Jahre zuvor

Nur wer nicht mit der Gesundheitsbehörde kooperiert, soll auch in Zukunft strafrechtlich verfolgt werden können” ?! Willkommen in einer neuen Dimension menschenverachtender Willkür! Und was ändert das ?! EINEN SCHEISSDRECK!!! Das ist so ziemlich der gleiche Schwachsinn wie mit der “freiwilligen” Teilnahme an einem Entzug oder ähnlichem um das Strafmass zu verringern! JEDER EINZELNE der wegen so einem Schwachsinn in den Knast muss ist ein Opfer eines Verbrechens gegen die Menschheit. Und JEDER EINZELNE der diese Verbrechen befürwortet (inklusive derer die glauben man müsste nur weit genug in die Ärsche dieser Verbrecher kriechen…ja liebes Hajo Team auch ihr seid gemeint…genau wie der Großteil der deutschen “Hanfszene”!) ist für diese Verbrechen mitverantwortlich und hat das Blut unschuldiger Menschen an den Händen!… Weiterlesen »

Littleganja
Littleganja
Antwort an  Michael Knodt
6 Jahre zuvor

War auch net bös gemeint Micha, ich finde das Hanfjournal und vor allem deine Arbeit TOP!

Weiter so ……….

Lars Rogg
Lars Rogg
6 Jahre zuvor

Toll, dann kommt die Bestrafung eben durch die Hintertür…ähnlich wie bei uns mit dem Führerschein. Die Konsequenz einer Verweigerung könnte sein das bestimmte Leistungen nicht mehr erbracht werden. Wenn man zB. eine Bronchial- oder Lungenkrankheit bekommt und vorher als unkooperativer Kiffer bekannt wurde, könnte man teure, aber hilfreiche Therapien nicht erhalten. Die könnten argumentieren das man seine Krankheit ja selbst verschuldet und vorsätzlich gehandelt hätte. Erinnert mich an eine ehemalige Nachbarin mit kaputter Leber. Die stand auf einer Transplantationsliste weit oben. Zur Hochzeit der Tochter hat sie dummerweise ein halbes Gläschen Sekt getrunken um anzustoßen und hat das dem Arzt dann auch noch erzählt. Schon war sie runter von der Liste. Auch wenn dieser Fall echt krass war, kann ich… Weiterlesen »

Jemand
Jemand
Antwort an  Lars Rogg
6 Jahre zuvor

Schön hier auch mal jemanden zu lesen der die kognitiven Fähigkeiten besitzt hinter die Fasade zu sehen und die Wahrheit zu erkennen! Erstmal danke dafür!
Im entpsrechenden Artikel des DHV wird auch angedeutet Ablehnung dieser Maßnahmen strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen können…also nochmal etwas krasser als beim “Lappen”

Lars Rogg
Lars Rogg
Antwort an  Shaun
6 Jahre zuvor

Einen solchen haben doch die meisten langhaarigen oder dreadies z.B. im Rechtsstaat Deutschland. Ich kenne keinen einzigen optisch passenden Menschen, welcher noch nicht von Bullen oder Zivilschergen gefilzt und öffentlich gedemütigt wurden-auf Verdacht. Auf entsprechenden Veranstaltungen oder Konzerte gehen die allermeisten nur noch komplett Drogenfrei- von dem käuflich zu erwerbenden Bier in Pappbechern mal abgesehen. Aber wer will sich auf einem Reggeakonzert schon besaufen ?? Das mach ich bei Rammstein oder wenn ich von meiner Freundin strahlend eine Helene Fischer Karte geschenkt bekomme (und sie auf keinen Fall enttäuschen will !!), dann besauf ich mich besinnungslos (als ich zur Helene musste schon vor dem Konzert). Den grünen Stern brauchen die Bullen nicht…sie haben die Willkür auf ihrer Seite und wissen… Weiterlesen »

Jemand
Jemand
Antwort an  Jemand
6 Jahre zuvor

Damit will ich nicht sagen das das nie vorkäme ist aber selten genug (leider)

Phil Mander
Phil Mander
3 Jahre zuvor

Die Legalisierung kommt sowieso, ist nur eine Frage der Zeit. Es gibt ja auch jetzt schon das “legale” Marihuana das man in Wien sogar in einem Shop kaufen kann (https://magu-cbd.com/shop/ hier zb) das aber nicht traditionell high macht, sondern über CBD andere Effekte hat. Trotzdem, der erste Fuß ist damit in der Tür, lange dauert es bestimmt nicht mehr.

Yovcho
Yovcho
2 Jahre zuvor

Vielen Dank für das Teilen dieser Geschichte. Klingt vertraut!
Wussten Sie, dass Cannabis ein natürliches Heilmittel gegen Depressionen ist und synthetische Antidepressiva ersetzen kann?
Anstatt es zu rauchen, können Sie es als CBD-Öl ohne Nebenwirkungen einnehmen. Lesen Sie hier mehr: https://de.formulaswiss.com/blogs/cbd/was-ist-cbd-ol
Bei mir hat es super geklappt!