Mittwoch, 17. August 2022

Kascha Juli 2022

Alina (24, aus Frankfurt) möchte wissen:
„Hallo Kascha,
ich habe zwei Pflanzen auf dem Balkon stehen und wollte das mal ausprobieren – jetzt, wo ich endlich
eine Wohnung mit Balkon habe. Die sind auch beide inzwischen etwa 1,5 m hoch und fangen sicher
demnächst an, zu blühen. Kannst du mir da einen Tipp geben, wie ich möglichst schnell erkenne, ob es
Männchen oder Weibchen sind?“


Kascha antwortet:
„Hi Alina,
da der ungenehmigte Anbau von Cannabispflanzen leider derzeit noch strafbar ist, darf ich dir an dieser
Stelle keine Anleitung dazu geben. Allgemein kann ich dir aber sagen, dass die Geschlechtsbestimmung
bei Hanfpflanzen beim ersten Mal vielleicht noch etwas verwirrend ist. Mit der Zeit wird es aber
einfacher, wenn man genau weiß, wonach man sucht. Grundsätzlich entwickeln sich männliche und
weibliche Blüten bereits in einem recht frühen Stadium etwas unterschiedlich. Aus weiblichen Blüten
ragen feine grünlich-weiße Härchen hervor, die mit der Zeit etwas kräftiger, weißer und harziger werden.
An diesen Härchen erkennt man auch, wann die optimale Zeit zur Ernte gekommen ist, nämlich, wenn sie
sich etwas gelbbraun, aber noch nicht komplett braun verfärbt haben. Gras, das in diesem Zeitraum etwas
früher geerntet wird, bewirkt oft ein eher kopflastiges High, während später geerntetes Gras eher
körperlich high macht. Das liegt an den verschiedenen Cannabinoiden, die sich in dieser Phase langsam
umwandeln bzw. abgebaut werden. Aber zurück zu deiner Frage nach der Geschlechtsbestimmung. Bei
männlichen Pflanzen sehen die Blüten nämlich komplett anders aus, es entstehen eher kleine grüne
Knospen, welche die Pollen zur Bestäubung enthalten. Den meisten Growern ist es daher wichtig, die
männlichen Pflanzen zu entfernen, bevor diese Blüten so weit ausgereift sind, dass sie anfangen,
Weibchen im Umkreis zu bestäuben. Um das Geschlecht möglichst früh zu bestimmen, sind oft
vergrößernde Hilfsmittel nützlich, wie eine Lupe oder ein Smartphone mit einer hochauflösenden
Kamera. Die ersten Spuren entdeckt man üblicherweise im oberen Bereich am Stiel der Pflanze, an den
Stellen, an denen sich Zweige und Blätter abzweigen.“

Marvin (22, aus Aachen) fragt:
„Hi Kascha,
ich rauche recht gerne Haschisch und hab da auch eine gute Connection, die immer wieder
unterschiedliche Sorten aus Amsterdam mitbringt. Ich habe da nicht so viel Plan von, aber wie kommt
das, dass das so unterschiedliche Sorten und so gibt? Es gibt weich und trocken und schwarz und rot und
braun und grün, sind das alles verschiedene Hanfsorten?“


Kascha antwortet:
„Hallo Marvin,
ja, das liegt zum Teil an der verwendeten Hanfsorte. Je harziger die Pflanze ist, desto besser lässt sich
Haschisch daraus produzieren. Ein weiterer Faktor ist das Herstellungsverfahren, das sich von
Anbauregion zu Anbauregion unterscheidet. Ein dritter Faktor ist, wie sich zeigen wird, die Anbauregion
selbst. Grundsätzlich lässt sich zwischen zwei Sorten Haschisch unterscheiden: dem eigentlichen
Haschisch und dem Charras, auch als Fingerhash bekannt. Das eigentliche Haschisch wird üblicherweise
hergestellt, indem getrocknete und fermentierte Blüten über einem Gazetuch oder sonstigem siebartigen
Textil gerieben werden. Feine Pflanzenteile und Trichome, das sind die winzigen Harzpilzchen, die an
den Blüten wachsen, lösen sich ab und fallen durch die Löcher in der Gaze in ein Auffanggefäß. Dann
kann das dort gesammelte Pulver entweder gepresst oder lose verarbeitet werden. Es gibt üblicherweise
mehrere Siebungen von derselben Pflanze, die erste Siebung ergibt dabei die beste Qualität, mit einer
weichen Konsistenz und einem oft intensiven, zugleich etwas scharfen und cremigen Aroma. Spätere
Siebungen sind oft etwas trockener, enthalten etwas weniger THC und gehen überwiegend in den Export.
Die Farbe des Bodens im Anbaugebiet hat dabei einen Einfluss auf die Farbe des entstehenden Haschisch,
beispielsweise beim Roten Libanesen. Fingerhash bzw. Charras wird noch einmal ganz anders hergestellt:
Hierfür werden frische Blüten verwendet, die vorsichtig zwischen den Händen gerollt werden. Die
Harzanhaftungen an der Hand rollt man dann zu Würsten oder Kugeln. Diese Art von Haschisch ist oft

sehr dunkel bis schwarz und relativ weich, etwa wie Knete. Vor allem das fast schon flüssige Nepal-
Hasch wird vermutlich – ganz genau weiß ich das nicht, aber solche Methoden sind relativ verbreitet –

zusätzlich mit Hitze behandelt, um seine homogene, sehr weiche Konsistenz und seinen heftigen THC-
Gehalt zu bekommen. Eine andere bekannte Fingerhasch-Sorte ist der Schwarze Afghane. Bei vielen

Cannabis-Farmern in Jamaika kann man auch Fingerhasch finden, dafür wird einfach das nach der Ernte
an den Händen verbleibende Harz der harzreichen jamaikanischen Strains gesammelt. Es gibt aber auch
schwarzes Fingerhasch aus Marokko, das sonst für sein gesiebtes „Pollenhasch“ bekannt ist.“

David (22, aus Berlin) hat eine Frage:
„Hallo Kascha,
jemand hat mir neulich erzählt, dass man, wenn man Weed hat, das nicht gut schmeckt, man das einfach
kurz in Wasser abwaschen und dann noch einmal trocknen kann, dann ist wohl oft der Geschmack besser.
Kennst du diese Methode und ist das empfehlenswert?“


Kascha antwortet:
„Hi David,
tatsächlich habe ich das noch nie gehört. Grundsätzlich kann ich mir vorstellen, dass man damit die eine
oder andere oberflächliche Verunreinigung wegbekommt, vor allem alles, das wasserlöslich ist. Da THC
fettlöslich ist und sich schlecht in Wasser löst, dürfte vor allem bei recht frischen, kompakten Blüten nicht
all zu viel Wirkstoff verloren gehen. Verbrixtes oder verbleites Weed kriegt man damit sicher nicht sauber,
aber manchmal schmeckt Weed auch schlecht, weil es einfach zu schnell getrocknet und nicht gut
fermentiert wurde. Vielleicht wird das dadurch ein kleines bisschen besser. Ich würde aber empfehlen,
sehr vorsichtig dabei zu sein: Wenn man das Gras aus dem Wasser nimmt, ist es ja tropfnass. Dann muss
man beim Trocknen gut aufpassen, dass es nicht anfängt zu schimmeln oder durch Staunässe einen
unangenehmen Ammoniakgeruch entwickelt. Ansonsten sehe ich jetzt zumindest keinen Grund, das nicht
als letztes Mittel auszuprobieren – auch wenn ich mir da jetzt keine magischen Ergebnisse von
verspreche.“

2 Antworten auf „Kascha Juli 2022

  1. buri_see_kaeo

    Für Alina (24, aus Frankfurt), Suchmaschine Deiner Wahl kaputt?
    Mit Bildmaterial unterlegt erklärt das „der Doktor mit dem grünen Daumen“ dort:
    https://dr-greenthumb.com/at/maennliche-hanfpflanze/
    Es werden auch Möglichkeiten genannt, wie sich das übliche/natürliche 50:50- female-male-Verhälnis bei zweihäusigen Pflanzen beeinflussen läßt; mit blaulastiger Beleuchtung in früher Wachstums-Phase (bis ca. 3 Nodien) bin ich auf ca. 80:20 gekommen – es gibt schon sowas wie das Bestreben der Art-Erhaltung in der Natur, darauf kann man sich verlassen.
    Wenn man bei dr-greenthumb weiterliest, gelangt man zu „Feminisierte Samen“…, wusste ich nicht, dass es sowas erst seit 1998 auf dem Markt gab, ich hatte mir sowas schon 5 Jahre zuvor gemacht.
    mfG  fE

  2. buri_see_kaeo

    Zu Kaschas Antwort an David (22, aus Berlin)
    1995 hatte der Dealer in VietNam PreRolled im Angebot, er fragte mich auch nach „stinkend“ oder „nicht stinkend“. Zur Herstellung der „Nicht-Stinkend“ hatte er mir erklärt, dass das Material 3-mal in Kaltwasser kam und dann jeweils wieder getrocknet wurde; diese Mühe hatte ich mir nie gemacht, wusste aber schon, dass mit non-polarem Lösungsmittel hergstelltes Öl nahezu geruchsfrei geraucht werden kann.
    mfG  fE

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