Sonntag, 30. Januar 2022

Behandlungsfälle durch Cannabiskonsum gestiegen

Psychische Störungen durch Cannabis werden häufiger

Die Behandlungsdaten des Statistischen Bundesamts der Jahre 2000 bis 2018 zeigen beunruhigendes: Stationäre Krankenhausaufenthalte von Menschen mit psychischen Störungen in direktem Zusammenhang mit Cannabiskonsum ist seit der Jahrtausendwende um das beinahe sechsfache angestiegen. Die Zahl der Behandlungsfälle lag im Jahr noch bei 3400, achtzehn Jahre später ist diese auf 19,100 angestiegen.

Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Alkohol oder Schizophrenie nicht angestiegen. Leider lagen zum Zeitpunkt der Datenabfrage keine neueren Zahlen vor, so der Co-Autor der Studie, Maximilian Bahr. Der rasante Anstieg der Behandlungsfälle hat aber wohl kaum etwas mit anderen Inhaltsstoffen zu tun. Viel mehr sind es zunehmende Potenz und Verfügbarkeit der Droge, welche zu mehr Behandlungen führt. Problematisch ist hierbei auch synthetisches Cannabis, dessen Stärke und Suchtpotential auch natürlichem Cannabis einen schlechten Ruf bescheren.

Die Studie spricht sich aber nicht gegen eine Legalisierung aus, sondern betont vielmehr, dass eine weitere Zunahme der Behandlungsfälle bei einer Legalisierung unvermeidbar ist. Die Wissenschaftler mahnen also an, ausreichende Vorkehrungen zu treffen. Präventions- und Suchtbehandlungsmaßnahmen sind im Falle einer Legalisierung definitiv notwendig – ein Schritt den die Ampel-Koalition mit Steuereinnahmen aus dem Cannabisverkauf finanzieren würde. Zusätzlich würde allein schon die bessere Kontrolle und Qualität sowie Kundenberatung (in der Apotheke oder dem Coffeeshop) im Falle einer Legalisierung auch Präventionsarbeit leisten.

7 Antworten auf „Behandlungsfälle durch Cannabiskonsum gestiegen

  1. Ramon Dark

    Würde mich mal interessieren, wieviele panikmachende Prohibitionisten im Statistischen Bundesamt sitzen, die so eine undifferenzierte Studie erstellen und dabei noch behaupten nicht gegen eine Legalisierung zu sein. Bei dieser Studie fehlen konkretisierenderweise z.B.:
    1. die Aufschlüsselung der Krankenhausaufenthalte samt Zuwächse im Zusammenhang mit Cannabiskonsum nach Altersgruppen, Vorerkrankungen, unbeabsichtigter Einnahme usw.
    2. der Zuwachs des Cannabiskonsums in den Vergleichsjahren als prozentueller Bezugspunkt für den angeblichen Zuwachs dieser Problemfälle in diesen Zeiträumen (Bei einem höheren durchschnittlichen Konsum können mehr Problemfälle durchaus einen stagnierenden oder vielleicht sogar rückläufigen prozentualen Anteil am Gesamtkonsum des Vergleichszeitraumes ausmachen)
    3.die genauere Darstellung des Zusammenhangs der angeblich zugenommenen Krankenhausaufenthalte mit der Stärke des THC-Gehalts. Schliesslich lässt sich spätestens nach dem ersten Konsum eines stärkeren Produktes die Dosis entsprechend verringern.
    4. der genaue Anteil der durch synthetische Cannabinoide verursachte Krankenhausaufenthalte des Vergleichszeitraumes, der zusammen mit mit der unter Punkt 1 genannten Problematik wohl die allergrösste Rolle bei gesundheitlichen Schwierigkeiten spielen dürfte.
    5. die genaue Begründung dafür, weswegen der angebliche Anstieg der Behandlungsfälle nichts mit anderen Inhaltsstoffen zu tun hätte. Dazu müssten die verwendeten Cannabisprodukte exakt analysiert und miterfasst worden sein.
    6. der Vergleich mit der Entwicklung der angeblich cannabisbedingten Krankenhausaufenthalte in bereits legalisierten Ländern.
    7. die Überprüfung, ob die angwebliche Stagnation der alkoholbedingten Krankenhausaufenthalte vielleicht mit einem höheren Cannbaiskonsum zusammenhängen könnte.
    Damit enthält die Studie soweit dargestellt viele oberflächlichen Behauptungen und Vermutungen.

  2. Rainer

    Gegen THC kann man sich rechtzeitig Impfen lassen,so vermeiden wir die Cannabispandemie.

  3. Haschberg

    Dass die Behandlungen wegen Cannabiskonsum gestiegen sind, wundert mich keineswegs, schließlich haben wir noch immer Schwarzmärkte, die völlig unkontrollierte Substanzen anbieten, die zudem oft noch mit künstlichen Cannabinoiden gesteckt sind. Davon muss man ja krank werden.
    Bei einer Schaffung von legalen Abgabestellen mit ausschließlich gekennzeichneten Produkten und Stärken werden diese Fälle auch wieder zurückgehen.

  4. Herbert

    „unvermeidbar“?

    Sollte es wirklich mehr Behandlungsfälle nach einer Legalisierung geben kann es eigentlich nur daran liegen, dass Betroffene keine Angst mehr vor Strafverfolgung haben. Die Konsumentenanzahl nimmt durch die Legalisierung nicht zu und synthetischen Cannabinoide werden die wenigsten freiwillig konsumieren.

    „Viel mehr sind es zunehmende Potenz und Verfügbarkeit“?

    Die Verfügbarkeit ist jetzt schon bei fast 100%. Was die Potenz angeht kann man neben der Menge zusätzlich je nach THC-Gehalt besteuern. Wenn 1g mit 20% THC genauso viel kostet wie 1g mit 10% THC kaufen logischerweise die meisten das stärkere.

  5. Johann

    Die Bahandlungen steigen auch deshalb weil einem vom Gericht die Pistole auf die Brust gesetzt wird: Entweder du wandelst dich in einen Musterbürger, und gehst in psychatrische Behandlung, oder aber du bekommst Knast, Sozialstunden, und einen Eintrag ins Strafregister, damit wir dir deine Zukunft auch schön verbauen können nachdem wir dir den Führerschein abgenommen haben.

    Janushaft nennt man sowas.

  6. Otto Normal

    Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Alkohol oder Schizophrenie nicht angestiegen.

    Das liegt daran das der Wert bereits auf dem Spitzenwert ist (seit Jahrzehnten) und sich deshalb nicht mehr stark verändern kann, es sein denn z.B. das die Leute den Alkohol durch Cannabis tauschen. Dann werden die Fälle bei Alkohol runter gehen, aber bei Cannabis nicht unbedingt rauf.

    Wie schon Johann in seinem Kommentar schrieb, sehr sehr viele Fälle gehen einfach auf die Strafgerichtsbarkeit zurück, die solche Maßnahmen als eine Form der Buße verlangt um zu milderen Urteilen zu kommen.

    Aber alles in allem wieder mal nur ängstliches Bellen von einem scheiß Prohibitionisten.
    Ich kenne sowas von meinem Hund, nicht weiter beachtenswert.

  7. Tomi

    Das Problem ist das überzüchtete Weed, dazu kommt noch die Schimmelbelastung plus Schadstoffe aus der Erde. Es gibt keine Obergrenze für Schadstoffe!!!
    Es gibt genug Labore in Deutschland die hier Abhilfe schaffen… macht euch schlau bitte!!!
    Der ganze überzüchtete Mist fing mit den 90er an wo alle möglichen Bullshitsorten nach und nach auf den Markt gelangten und somit auch ein unnatürliche Auslese.
    Der Hauptsache es Ballert Generation sei Dank…

    Reine Sativa Sorten bzw Reine Indika Sorten sind heutzutage kaum zu finden daher kommen auch die ganzen Psychosen Shizos und Verhaltensgestörten.
    Kommt davon wenn man beides in eine Sorte züchtet und dami cbd usw aus der Pflanze weichen musste.

    Also Legal Ja aber bitte bewusst was und wieviel man konsumiert.

    Auch bei Weed macht die Dosis das Gift.

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