Mittwoch, 26. Januar 2022

Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Wann können wir damit rechnen?


Die Legalisierungs-Pläne der Ampel-Koalition

Blienert: Cannabis bleibt wohl noch lange nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich


Seit einiger Zeit steht nun fest: Cannabis wird auch in Deutschland legalisiert. Doch nun fragen sich die meisten wann? Laut dem Koalitionsvertrag heißt es: „Wir führen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften ein. Dadurch wird die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet.“  Und nach vier Jahren soll eine Evaluation gesellschaftliche Auswirkungen analysieren. Abgesehen vom Verkauf und der Frage welche Geschäfte denn nun Cannabis verkaufen dürfen scheint auch die Frage des Anbaus noch ungeklärt zu sein. Wer darf anbauen und wie können die Qualitätsstandards in Lieferketten eingehalten werden? Wer darf wie viel an wen verkaufen? Und wie greift man als Verkäufer bei Suchtverhalten ein?

Laut den Grünen ist die Legalisierung bereits in zwei Jahren in Deutschland vollbracht. Und das erste lizenzierte Fachgeschäft hat eröffnet. Linda Heitmann von den Grünen sieht lizenzierte Fachgeschäfte als eine funktionierende Verkaufsstelle mit Beratung und Aufklärung: „Wir wollen wissen, was auf dem Markt ist, welche Inhaltsstoffe konsumiert werden“, argumentiert sie. Marco Buschmann von der FDP plädiert jedoch für eine Schulung des Fachpersonals. Seiner Meinung nach sind lizenzierte Geschäfte Apotheken, aber Buschmann würde auch hier den Kreis erweitern. Zudem legt Buschmann besonders Wert im Verkauf Suchtkranke zu erkennen und mit einem geschulten Fachpersonal gegen die Sucht entgegenzuwirken.

Zur Frage, wo das Cannabis in Zukunft denn herkommen soll, beantwortete Cem Özdemir von den Grünen wie folgt: „Viele Bäuerinnen und Bauern stehen in den Startlöchern, um Hanf anzubauen. Sobald der Bundestag das Gesetz des Gesundheitsministers verabschiedet hat, wird die Landwirtschaft auch diese Nutzpflanzen anbauen. Die CDU kann es uns nun nicht mehr verbieten.“ Bislang ist der Anbau von Hanfpflanzen für medizinische Zwecke gestattet.

Die Gewerkschaft der Polizei sieht der Legalisierung mit Skepsis entgegen. Dass durch die Legalisierung der Schwarzmarkt lahmgelegt wird, ist für den Bundesvorsitzenden Oliver Malchow eine reine „Fantasie“. Der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), sieht die Legalisierung ebenfalls als kritisch an: „Zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen muss die Polizei nach wie vor tätig sein“, sagt er. Und ist der Meinung, dass die Legalisierung keine spürbaren Entlastungen für die Polizei mit sich bringen wird.


9 Antworten auf „Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Wann können wir damit rechnen?

  1. Smile Indica

    Das ist eine gute Frage nach all den Lobeshymnen für das korrupte Wichspack. Träumt schön weiter, ihr habt ja die Faust schon im Arsch, wie eine Sprechpuppe.

  2. Ramon Dark

    Tabakgeschäfte als Verkaufsstellen verleiten nur zur schädlichsten Form des Cannabiskonsums und deren Personal müsste sich wohl überwiegend erst völlig neu über Cannabis informieren. Wieso denn kein Verkauf über bereits existierende CBD-Hanfläden, Headshops oder ähnliches, insoweit als bei diesen dafür ein Interesse besteht? Die bräuchten ggf. nur ihr Grundwissen um einige zusätzliche Informationen erweitern. Bin mir auch sicher, dass es dann im Bereich der Hanfläden etliche neue Betriebsgründungen geben würde. Wäre also neben der wahrscheinlicheren Gesundheitsförderung auch eine gute Massnahme gegen die Arbeitslosigkeit.

  3. buri_see_käo

    Letzter Satz im 2. Absatz des Tagesthemas
    Hier, ich melde mich. Ich erkenne die Suchtkranken.
    Immer wenn ich auf Feiern, Betriebs-Festen… von meinem Hobby, Fruchtwein-Herstellen erzähle, zieht mich darauf jemand in die Ecke: „Ey, sach‘ mal, kann man das nicht irgendwie brennen?, kann man doch brennen, ne‘?, oder?“
    Oder
    Der derzeitige Freund der Jüngeren bunkert im Kühlschrank des Gartens massenweise Bier-Pullen ab. Wesentlich mehr als er je in einer Session wegsaufen kann. Er macht das Zeugs konsumbereit (kühlen), mehr als er je saufen kann. Das ist Sucht. Und wir brauchen das Kühlschrank-Volumen für die Zwischen-Lagerung von Koriander und sonstigem Salat/Gemüse, echt nervig die Süchtigen.
    Oder
    Ich habe mir auch schon ein, zwei Tüten vorgerollt, für Non-Cannabis-Partys…, wegen notwendiger Diskretion, nicht aus Sucht. Rauche ich dann, unauffällig (Diskretion), mit Gleichgesinnten, wenn die nicht da sind, wäre es ja (bl)öde.
    Im Erkennen von Suchtkranken bin ich entwickelter als Dr. Thomasius.
    mfG  fE

  4. Otto Normal

    „Zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen muss die Polizei nach wie vor tätig sein“, sagt er.
    Da hat der gute Mann völlig Recht mit!

    Es wird weiterhin unzählige Fälle geben wo Alkohol und Tabak an Minderjährige verkauft wird. Auch Kriminelle die dann das Weed mit gefährlichen Substanzen strecken sind nach wie vor ein Fall für die Polizei / Staatsanwaltschaft / Gerichte. Nach der Cannabislegalisierung wird die Polizei genug Zeit haben endlich gegen diese Verbrecher vorzugehen. Auch die halblegale, verdeckte Finanzierung der C-Parteien durch die Tabakindustrie wäre ein Thema in das mehr Aufklärung seitens der Strafverfolgungsbehörden investiert werden könnte.
    Alles in allem also letztendlich eine WinWin Situation.

    Außerdem gibt es noch rd. 20 Mio. Ungeimpfte! Nachschub für die Bullen ist also mehr als genug da.

    Wichtig wäre auch bei Tabak und Alkohol eine Suchtkrankenerkennung durch das geschulte Verkaufspersonal. Zigarettenautomaten sollten abgebaut oder – wegen Gleichheit vor dem Gesetz – Joinautomaten aufgestellt werden. Aber da wollen sowas solche Typen natürlich nicht!

    Was ich damit eigentlich sagen will:
    Der Typ labert Scheiße! Anstatt sein Hirn einzuschaltem betet er einfach die Lobbyideologie vor wie ein religiöser Fanatiker. Mit solchen Leuten ist diskutieren völlig zwecklos. Da hilft nur Machtwechsel!
    Diese „Falken“ müßen in den kommenden Jahren alle restlos von ihren Posten entfernt (Säuberung!) und in Rente geschickt oder der Arge zugeführt (entlassen) werden. Damit endlich irgendwann die fanatische Bekehrerei – die mittlerweile oft genug den Tatbestand von FakeNews oder Volksverhetzung erfüllt – endlich für immer verstummt. Das wird die eigentliche Sisyphusarbeit werden, nicht der Aufbau des Vertriebs. das macht der Kapitalismus von ganz alleine wenn die Rahmenbedingungen (ENDLICH!) geschaffen werden.

    Aber:
    Wenn die Legalisierung Bundesgesetz wird gilt sie eben auch in Ba-Wü und in Bayern. Hoffentlich erinnern sich die Prohibitionisten – vor allem Typen wie Söder – auch daran das Bundesrecht Landesrecht bricht. Es wäre schade wenn die Bundeswehr in Bayern einmarschieren müßte, um das Leben der dortigen Cannabiskonsumenten vor den Übergriffen der CSU-Regionalregierung zu schützen.

    Aber warten wir es mal ab. Ich persönlich rechne mit einer Legalisierung nicht vor der 15. oder 16. Boosterimpfung (beim geplanten 3 Monatsrythmus) – also ungefähr 2-3 Jahre.

    @Buri
    Im Erkennen von Suchtkranken bin ich entwickelter als Dr. Thomasius.

    Den T. geistig zu überholen ist nicht sehr schwer! 🙂

  5. Haschberg

    Noch immer wird von der Gewerkschaft der Polizei strikt behauptet, dass nach einer Legalisierung die Schwarzmarktumsätze nicht zurückgingen.
    Wenn sie sich da mal nicht täuschen, denn alleine schon mit mir werden die neuen Fachgeschäfte einen treuen Stammkunden bekommen.
    Und ich bin mir sicher, dass es sehr viele vorwiegend ältere Konsumenten, die diese dreckigen Schwarzmärkte schon leid sind, ebenso machen.

  6. Haschberg

    Die Anzeichen, dass Cannabis schon im alten China nicht nur als gesundes Grundnahrungsmittel, sondern auch für Rausch und Medizin verwendet wurde, verstärken sich.
    So schlecht kann diese Pflanze also nicht sein, wie unwissende böse Zungen ständig behaupten.
    Es wird nach neuen vielversprechenden Forschungsergebnissen hoffentlich auch bald hilfreiche Medikamente auf Hanfbasis gegen Corona geben, sofern dies nicht von der übermächtigen Pharmaindustrie boykottiert wird.

  7. Rainer

    Abwarten,ob es in den nächsten Monaten Bemühungen oder Bewegungen geben wird.Ich glaube eher nicht,weil wirklicher Wille fehlt.Bekundungen ohne Taten gibt es schon lange immer wieder mal.Ein Spagat zwischen zwei Interessengruppen.Erstmal Zeit gewinnen und ein höchstmögliches Maß an Zufriedenheit auf beiden Seiten herstellen.Wenn das nicht mehr geht durch dieHintertür weghuschen.Legalisierung Fehlanzeige.Vielleicht Entkriminalisierung light.

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