Sonntag, 12. September 2021

Studie: Erhöhtes Herzinfarktrisiko durch Cannabiskonsum?

Wissenschaftler fordern mehr Studien zu positiven wie negativen Effekten von Cannabis

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Eine neue Studie legt nahe, dass regelmäßiger Cannabiskonsum zu einem erhöhtem Herzinfarkt-Risiko führt. Dabei spielt die Art des Konsums keine Rolle. Egal ob als Joint, mit dem Vaporizer oder als Edible – das Risiko bleibt der Studie zufolge gleich hoch.

Untersucht wurden 33,000 Erwachsene von 18 bis 44 zwischen 2017 und 2018.Von den Befragten konsumierten 17% regelmäßig (mindestens 4 mal im Monat) Cannabis; von dieser Gruppe hatten 1,3% in der gemessenen Zeit einen Herzinfarkt. Von den restlichen Befragten, die kein Cannabis nutzten, lag diese Zahl bei 0,8%. Diejenigen, die Cannabis rauchten, stellten einerseits die größte Gruppe der Nutzer und hatten unter den Konsumenten das höchste Risiko. Das Risiko der anderen Arten des Konsums unterschied sich aber nur so wenig, dass es statistisch nicht signifikant wäre, so die Wissenschaftler.

Eine mögliche Erklärung für das erhöhte Risiko stellt die unregelmäßige Herzschlagrate dar. THC führt zu diesem unregelmäßigen Herzschlag, das Herz braucht also mehr Sauerstoff. Cannabis scheint zusätzlich die Zufuhr von Sauerstoff vermindern. Die Kombination von beiden Faktoren scheint eine mögliche Ursache für das erhöhte Risiko zu sein. Die Wissenschaftler haben aber noch keine genaue Erklärung für die Ursache.

Statt Cannabis zu verdammen, fordern die Wissenschaftler der Studie eine größere Menge an Studien. Die gesundheitlichen Lang- und Kurzzeitfolgen seien von der Wissenschaft zu wenig untersucht. Dies betrifft sowohl neue positive Erkenntnisse, als auch mögliche negative Nebenwirkungen. Die im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten immer stärker werdende Potenz von Cannabis scheint beim Herzinfarktrisiko auch eine Rolle zu spielen. Man müsse hier gesundheitliche Vor- und Nachteile aufwiegen und an möglichen Lösungen forschen, so Co-Autor Dr. David Mazer.

10 Antworten auf „Studie: Erhöhtes Herzinfarktrisiko durch Cannabiskonsum?

  1. Egal

    Ich kann mich noch an einer Studie erinnern die genau das Gegenteil behauptet! In dieser wurde u. A. Berichtet das Cannabis in Form von smofie und tägliche Einnahme um bis zu 60% das Risiko an Herzinfarkt zu erkranken sinkt und das war bei weiten noch nicht alles!.
    Villeicht finde ich den Artikel noch mal (USA)
    Die Frage ist welche Studie darf man vertrauen. Wer sagt die Wahrheit?

  2. Substi

    Wenn das mal nicht Lobbyismus ist und gerade rechzeitig vor den Wahlen einen Bezug zum Herkasper herstellen ist klassische Falschinformation (Fake-News)! Widerlich wie mit Uns umgegangen wird!

  3. Haschberg

    Mir hat der Hanf selbst nach 45 Jahren Konsum organisch nicht geschadet und ich hoffe, dass das auch künftig so bleibt. Werde aber alle unabhängigen medizinischen Studien dazu genaustens weiter verfolgen und entsprechend darauf reagieren.

  4. Winfried Küchel

    Richtig, ich kann mich an mehrere Studien erinnern die das Gegenteil behaupten. Diese Studie hier ist bestimmt von Merkels Fachkräften und Lobyisten erstellt worden. Dann können sie später wieder sagen, „Wir hatten uns geirrt““.

  5. Rainer

    Daß das nicht stimmen kann ist für mich sonnenklar.Natürlich sollte jemand mit Herzfehler oder angegriffenem Herz kein Tabak rauchen oder Cannabis einnehmen,weil hier der Puls rattern könnte.Es wird ein bischen viel Entkriminalisierung oder Teilrelegalisierung von verschiedenen Parteien versprochen.Dem muß rechtzeitig ein Riegel vorgeschoben werden.Hürden und Steine müssen her.Deshalb jetzt plötzlich die unehrliche Studie.Ich weiß von anderen Studien,die gegenteilig berichten.In vielen Bereichen gibt es unterschiedliche Erkenntnisse,die meistens dann akzeptiert weden,wenn sie ins Narrativ passen.

  6. Ramon Dark

    Mal abgesehen von den vielen wissenschaftlichen Studien mit gegenteiligen Ergebnissen, die bereits existieren ist es natürlich von Vorteil, weitere – und vor allem genauere – Studien zu dem Thema durchzuführen. Schliesslich gibts gerade bei dieser hier auch folgendes zu kritisieren:
    1. Der Unterschied zwischen den Ergebnissen beider Untersuchungsgruppen liegt lediglich bei 0,5 %. Ausserdem wäre es wichtig gewesen, dass beide Gruppen die gleiche (und damit auch eine höhere und exakter ergebnisauswertbare)Personenanzahl umfasst hätten. Dies auch, um festzustellen, ob der Unterschied der Cannabiskonsumarten wirklich nur eine minimale Rolle spielt. Schliesslich kommen z.B. beim Rauchen mit Tabak noch andere, schädlichere Stoffe hinzu, ebenso in Verbindung mit Alkoholkonsum usw. Der Gesamtanteil eines unterstellten, potentiellen Herzinfarktrisikos in Höhe von 1,3% ist immer noch sehr niedrig im Vergleich zur allgemein üblichen Sauferei und Tabakqualmerei.
    2. Darum kann eine solche Studie nur dann wirklich aussagefähig sein, wenn sie das Herzinfarktrisiko beeinflussende Faktoren aller diesbezüglich eventuell schädlichen Lebensgewohnheiten(z.B.auch Ernährung) im (und vor dem) Untersuchungszeitraum bei allen Untersuchungspersonen miteinbezieht.
    3. Ohne dies jetzt den Wissenschaftlern dieser Studie unbedingt unterstellen zu wollen lassen sich durch die Gestaltung der personellen Zusammensetzung der Untersuchungsgruppen und der dabei verwendeten Untersuchungskriterien bestimmte Untersuchungsergebnisse mehr oder weniger auch gezielt erreichen.
    4. Interessant zur Beurteilung der Studie wäre daher in diesem Fall ebenso, ob eventuell ein Bezug zwischen den untersuchenden Wissenschaftlern und chemischer Pharmaindustrie, verschreibungspflichtigen Krankenkassen, politisch reaktionären Parteien o.a. existiert. Bei Zahlung des Gutachtens wird oftmals geliefert, gerade auch vor Wahlen.

    Kein Grund also, sich ein Jahrtausende lang benutztes Heil-und Genussmittel madig machen zu lassen, wenn die persönliche Erfahrung ausserdem noch eine andere ist.

  7. Egal

    Vor ungefähr 20 Jahre führten die Amerikaner eine Studie in den Niederlanden durch. Ein Abschnitt der Autobahn wurde gesperrt. Test Fahrer ausgestattet mit Computer Überwachung und Beifahrer der jederzeit eingreifen kann.
    Beobachtet wurde die Fahrt auf der Autobahn unter Einfluss von Cannabis. Die Testpersonen mit unterschiedlichen Einfluß wurden getestet.
    Dabei fand man heraus das die Fahrer unter leichten Einfluss sogar konzentrierter und besser fuhren. Sie stellte keine Gefahr im Straßen Verkehr da.
    Das wollte der Auftraggeber als Ergebnis aber nicht Sehen. Sie wurde nicht berücksichtigt und weiter verfolgt.
    Will niemand von wissen.
    Es gab dazu einen Artikel mit Studien Nachweis als Druckwahre.
    Hat hier niemand Interessiert.
    Naj bei Alkohol ist es wohl gefährlich dagegen!
    Es ist Nachweislich das der Cannabis Konsumment selbst einschätzen kann ob er fahren kann oder nicht.
    Bei Alkohol sind die Leute etwas locker drauf und fahren.

  8. Sweetleaf

    Das riecht mal wieder sehr nach gekauftem medizinischen Gutachten.
    Es gibt nichts gesünderes als Cannabis. Hauptsächlich die vorbeugende Wirkung gegen schlimmste Krankheiten wie Krebs, Glaukom, Demenz (wahrscheinlich), überragt alle negativen Nebenwirkungen, falls überhaupt vorhanden.

    Cannabis ist 114 mal unschädlicher als das legale Suchtgift Alkohol!
    https://www.independent.co.uk/news/world/weed-114-times-less-deadly-alcohol-study-finds-10066496.html

    Selbst wenn es auch negative Wirkungen haben sollte, was bestimmt der Fall ist, es wäre seltsam wenn nicht, kann es niemals die gewaltsame Verfolgung von Millionen Menschen rechtfertigen.

  9. Otto Normal

    Aha, das kommt ja wie gerufen!
    Jetzt können die Richter in Karlsruhe die freche Klage des renitenten Richter Müller endlich mit gutem Gewissen abweisen.

    Wie würde Herr Dr. med. Franjo Grotenhermen diese „Studie“ bewerten?

    „Statt Cannabis zu verdammen, fordern die Wissenschaftler der Studie eine größere Menge an Studien.“

    Finde ich auch! Viel mehr Studien sind immer gut, gar keine Frage. Je mehr desto besser! Das bringt den Instituten ordentlich Geld und schafft sichere Arbeitsplätze. Die Bäcker haben auf dem Einpackpapier auch manchmal stehen „Eßt mehr Brot!“
    Wie heißt es so schön? „Man lernt nie aus!“
    Ganz nebenbei gewinnt man an der Haschgiftfront damit auch noch viel Zeit. Das würde sicher auch Frau Ludwig sehr begrüßen.

    „Die gesundheitlichen Lang- und Kurzzeitfolgen seien von der Wissenschaft zu wenig untersucht. Dies betrifft sowohl neue positive Erkenntnisse, als auch mögliche negative Nebenwirkungen. Die im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten immer stärker werdende Potenz von Cannabis scheint beim Herzinfarktrisiko auch eine Rolle zu spielen.“

    Ja genau! Jetzt haben wir es endlich schwarz auf weiß. Das Zeug ist viel zu stark und zu gefährlich um es auf die Dummdeutschen loszulassen. Die können damit nicht umgehen und dann infarkten plötzlich alle auf einmal (zu überaschend für Jens um noch schnell ein Defibrilatorgeschäftchen anzuleiern), mitten auf der Straße im Berufsverkehr und wir haben das größte Verkehrschaos. Jens Spahn käme zu spät zu einem Treffen mit der Pharmaindustrie, Frau Ludwig zu spät nach Hause, Laschet zu spät zu RWE usw… omg… gar nicht auszudenken. Ne sowas geht im Autowunderland gar nicht.

    Intensivbetten haben wir leider auch nicht mehr genug, da die Wenigen die die neoliberale Privatisierungsplage intakt überstanden haben, leider schon für die nächste Coronawelle vergeben sind.

    Das Haschgift muß deshalb erstmal gründlich erforscht werden bevor man da grünes Licht wie beim Alkohol und Tabak geben kann. Also etwas Zeit sollte man sich nehmen, denke 50 Jahre müßten angemessen sein, danach nochmal Verifizierung in Modellversuchen ca. 30 Jahre um ganz sicher zu gehen.

    Also vergeßt die Legalisierung, das wird nix. Nicht in diesem Jahrhundert. Ist einfach zu knapp die Zeit. Ihr müßt das leider einsehen.
    Immer daran denken: Die machen das Alles nur zu Eurem und der Kinder Schutz.

  10. buri_see_käo

    Sehe ich bis jetzt auch so, @Haschberg, mache ich dann auch so, @Haschberg.
    Aber es geht auch anders; Hr. Laschet war heute in einem Interview mit der Cannabis-Frage konfrontiert, die seit ca. 20 Jahren wissenschaftlich widerlegte Einstiegslüge gab er als Antwort.
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/Laschet-Ich-weiss-wohin-es-mit-dem-Land-gehen-soll,audio968580.html
    In den nächsten Tagen werden auch die Spitzenkandidaten der anderen Parteien geinterviewed; mit den gleichen Fragen?, mal sehen.
    Meine (bzw. Deine) 45-jährige Erfahrung und die der Niederlande (seit 1976) zählen gegen solchen Blödsinn natürlich Nichts.
    mfG  fE

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