Donnerstag, 8. April 2021

Kascha April 2021

Kascha ist wie immer per E-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 Ben (22, aus Berlin) fragt:

„Hi Kascha,

jetzt, wo die Temperaturen manchmal wieder deutlich über 0°C liegen, ist mir etwas aufgefallen: Ich konnte den ganzen Winter lang die Joints, die ich geraucht habe, nicht riechen. Bestenfalls hat es ein bisschen nach Tabak gestunken. Und jetzt habe ich das Gefühl, dass man den Zwanni-Beutel in meiner Jackentasche meterweit riechen kann. Wenn ich einen Joint anzünde, riecht auch auf einmal meine ganze Wohnung nach Weed. Und das ist noch das gleiche Gras wie vorher. Wie kommt das?“

Kascha antwortet:

„Hi Ben,

das stimmt tatsächlich, mir fällt auch jedes Jahr an den ersten Frühjahrstagen auf – das ist möglicherweise in anderen Städten anders –, dass ganze Straßenzüge intensiv nach Weed riechen. Die Erklärung dafür ist aber denkbar einfach: Feuchte, warme Luft transportiert Geruchsmoleküle besser als trockene, kalte Luft. Dabei kann warme Luft Feuchtigkeit besser absorbieren als wenn sie kalt ist, weshalb kalte Luft immer etwas trockener ist. In vielen Innenräumen fällt die Luftfeuchtigkeit im Winter mit der Zeit auf etwa 30 %, was schlecht verpacktes Weed auch schnell knochentrocken macht. Im Frühjahr und Sommer ist sie hingegen fast doppelt so hoch. Deshalb kann man den typischen Cannabisgeruch dann auch wieder besser und über größere Distanzen wahrnehmen. Das hat natürlich ästhetische Vorteile und vielen Konsumenten macht das Kiffen dann auch wieder mehr Spaß. Leider ist stärkerer Geruch in Prohibitionsländern wie Deutschland aber nicht immer nur vorteilhaft. Vor allem, weil die Nachbarn im Innenhof nun auch wieder öfter ihre Fenster offen haben.“

Jasmin (24, aus Köln) fragt:

„Hallo Kascha,

ich habe in dieser ganzen Diskussion um CBD mitbekommen, dass es wohl synthetisches und natürliches CBD gibt. Ist das so ähnlich wie mit synthetischem und natürlichem THC, also dass das synthetische viel gefährlicher sein kann, weil es eben kein „richtiges“ THC ist, und man nicht weiß, wie stark es wirkt? Oder ist das da anders, weil CBD ja auch nicht high macht?“

Kascha antwortet:

„Hallo Jasmin,

diese Vermutung liegt auf den ersten Blick nahe. Tatsächlich klärt sich das aber auf, wenn man es sich etwas genauer ansieht. Synthetisch hergestellte CBD-Varianten sind mit natürlichem CBD nahezu identisch und werden in der Regel gut erforscht, um Komplikationen auszuschließen. Die als „Spice“ bekannten synthetischen THC-Nachbildungen werden wiederum häufig relativ schnell und vielfältig produziert, um jeweils nicht unter Betäubungsmittelgesetzgebungen zu fallen. Deshalb unterscheiden sie sich zum Teil erheblich vom natürlichen THC. Solche künstlichen Chemikalien werden nach einigen Berichten nun auch in minderwertige Cannabisblüten und Haschisch gemixt, um hochpotente Qualität zu suggerieren. Darüber liegen mir allerdings bisher wenige brauchbare Informationen vor – wer das hier liest und genaueres weiß, kann mir gerne schreiben. Wenn ihr dabei vorhabt, Details aus eurem Weed-Business auszuplaudern, benutzt aber lieber eine anonyme E-Mail-Adresse dafür, um nicht potentiell kompromittierende Informationen zu verbreiten. Zurück zum Thema: Auch beim synthetischen THC ist nicht alles „schlecht“. Der in Deutschland verbreitete Wirkstoff Dronabinol ist tatsächlich teilsynthetisches THC und der ebenfalls verbreitete Wirkstoff Nabilon ist ein vollsynthetisches THC, das, stark vereinfacht gesagt, aus dem Diphenol Resorcin und nicht aus der natürlichen Hanfpflanze hergestellt wird. Diese Wirkstoffe sind gut erforscht und bei weitem nicht so riskant wie das so genante „Spice“. Dabei kann man natürlich über die Vorteile von isoliert vorliegendem CBD gegenüber natürlichen Vollspektrum-Extrakten diskutieren, für die meisten Anwendungen ist sicherlich die natürliche Variante vorzuziehen. Zusammenfassend würde ich aber sagen, dass man auch vor synthetischem CBD keine Angst zu haben braucht. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, kannst du es gerne in diesem ausführlichen Hanfjournal-Artikel von 2019 nachlesen.

Niklas (20, aus Frankfurt) möchte wissen:

„Hi Kascha,

ich habe mir ein paar Samen gekauft, um dieses Jahr ein bisschen auf dem Balkon zu growen. Nicht so sehr, um krass viel Weed zu ernten. Eher, um mal zu erleben, wie die Pflanze wächst und sich entwickelt eigentlich. Aber natürlich würde ich mich freuen, wenn die Ernte dann auch rauchbar wäre. Im Moment ziehe ich die Pflänzchen auf dem Fensterbrett vor. Sie haben letzte Woche gekeimt und ich habe sie in kleine Blumentöpfe umgepflanzt. Meine Frage ist, wann kann ich sie gefahrlos rausstellen und brauchen sie für gute Ergebnisse zusätzliche Beleuchtung? Mein Balkon geht nach Südosten und hat am Tag bestimmt 6 Stunden volle Sonne im Sommer, aber ich habe gehört, die Pflanzen brauchen mehr als 12 Stunden Licht?“

Kascha antwortet:

„Hi Niklas,

da ich keine Informationen habe, ob du eine Ausnahmegenehmigung besitzt, gehe ich davon aus, dass du dich mit dem Anbau von Cannabis auf deinem Balkon strafbar machst. Deshalb darf ich dir dazu keine Anleitung geben. Allgemein kann ich dir aber sagen, dass Hanf draußen am besten gedeiht, wenn die Nächte zuverlässig frostfrei sind. Auf einem Balkon ist es meist etwas wärmer als auf dem freien Feld, aber wenn die empfindlichen jungen Pflanzen Frost abbekommen, nehmen sie Schaden. Viele Grower beleuchten die Jungpflanzen vor dem Rausstellen zusätzlich mit Kunstlicht, damit sie kräftiger werden. Ein heller Platz auf dem Fensterbrett funktioniert aber in der Regel auch. Wichtig ist, die Pflanzen nicht zu lange in den kleinen Töpfen zu lassen, damit sich lange und kraftvolle Wurzeln ausbilden können, die viele Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Das Thema mit dem Licht ist etwas einfacher, als du es dir vorstellst. Tatsächlich gehen die meisten Hanfsorten von der Wachstums- in die Blütephase über, wenn sie weniger als 12 Stunden Licht bekommen. Nach den sechs Stunden Sonnenschein auf deinem Balkon wird es aber nicht sofort stockfinster, sondern ist weiterhin hell. Für die „innere Jahreszeitenuhr“ der Hanfpflanze reicht auch indirektes Licht völlig aus. Allerdings kann zusätzliches direktes Licht natürlich mehr Energie für die Produktion des erwünschten THC und dicker, praller Blüten liefern. Hierfür ist aber nicht nur das Licht entscheidend, sondern ein perfektes Gleichgewicht aus Belüftung, Beleuchtung und Düngung. Anders gesagt, wenn den Pflanzen zu heiß wird und sie nicht ausreichend Nährstoffe erhalten, kann auch ein Mehr an Photosynthese nur bedingt etwas ausrichten.“

Schnelles Login:



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
8 Kommentare
Ältester
Neuster
Inline Feedbacks
Alle Kommentare zeigen
DIE HANFINITIATIVE
5 Monate zuvor

Lieber Kascha, schön, dass DU hier die Fragen beantwortest. Danke dafür 😀 Ich habe auch eine Frage an Dich und generell an @ALLE, die das hier lesen: Kann man den „Industrie-Politik-Marionetten“ (Achtung Generalisierung!) überhaupt trauen? Welche evidenten Fakten, wenn @WIR sie auf die Waage der Justizia legen, werden mehr Gewicht haben? Die Falsch-Aussagen von Mortler/Ludwig/Herrmann/Merkel/Söder… zum Hanf, oder unsere evidenzbasierte Faktensammlung – falls @WIR das vor den Gerichten vorstellen und erläutern dürfen? Warum reagieren unsere Medien nicht entsprechend? Warum reagiert die „verantwortliche Politik“ (das gesamte „Wesen“) NICHT oder warum ist die Opposition in der Richtung seit Jahrzehnten so merkwürdig zahm? Trotz all der Fakten und Evidenz??? Komisch – ODER? Oder nicht?! 😀 Nur ein Beispiel für den erlebten – wohl… Weiterlesen »

DIE HANFINITIATIVE
5 Monate zuvor

+++ OFFENER BRIEF AN DEN LIEBEN SASCHA LOBO +++ 🙂 🙂 🙂 Sascha, Du bist doch schlau 😉 und Du weisst auch schon lange Bescheid – Realitätsschock und so weiter… 😀 Ich finde es auch gut, dass Du Dich mal so richtig aus-kotzt! Willst Du nicht mal unsere Thesen und Fragestellungen einem „REALITÄTS-CHECK“ unterziehen und auf evtl. Unlogik, Fehlschlüsse oder fehlende Evidenz überprüfen und hinweisen? https://diehanfinitiative.de/index.php/prohibition/23-offener-brief-an-marlene-mortler Ich wäre Dir persönlich dafür sehr dankbar. 🙂 Mir wäre das eine große Ehre, da ich schon lange und gerne Deine Beiträge und Gedanken, die Du veröffentlichst, lese und reflektiere. Denn DU wirst nicht so „geghostet“ wie wir, also die „Hanfcommunity“ 😀 +++ Netzwelt Abonnement Anmelden Startseite Netzwelt Netzpolitik Die Mensch-Maschine ***Armin Laschet und… Weiterlesen »

DIE HANFINITIATIVE
5 Monate zuvor

weil es gerade passt: {… […] Noch ist es zu früh, um eine neue Physik zu feiern. Die Aussagen, die mit den beiden Experimenten gemacht werden können, sind noch nicht stark genug. Aber die Ergebnisse können einen Hinweis darauf liefern, dass die Abweichungen auf das Konto von Teilchen oder Kräften gehen könnten, die den Experten noch nicht bekannt sind. Die Messungen am Fermilab sollen weitergehen. Zudem brauchen die Forscher wohl noch ein bis zwei Jahre, um die Ergebnisse gründlicher auszuwerten, bisher seien nur rund sechs Prozent der Daten analysiert. Doch schon jetzt sind die Wissenschaftler begeistert. »Dies ist eine aufregende Zeit für die Teilchenphysikforschung«, zitiert eine Mitteilung Joe Lykken, stellvertretender Forschungsdirektor des Fermilab. »Das subtile Verhalten von Myonen zu entschlüsseln,… Weiterlesen »

DIE HANFINITIATIVE
5 Monate zuvor

Aller Guten Dinge sind… vier! – Auch für den gerade amtierenden bundesdeutschen Wirtschaftsminister – Passt – „irgendwie“ – auch hier rein Kascha. 😀 Kann Hanf die Autoindustrie revolutionieren? und WARUM hat man „zufällig“ gerade jetzt? riesige Lithiumvorkommen tief unter Deutschland entdeckt? […] – netzfrauen 5. November 2019 5 Kommentare Lithiumkrieg! – Laut Studie gibt es Batterien aus Hanf, die sogar leistungsstärker als solche aus Lithium sind! – Hemp Batteries Are More Powerful Than Lithium and Graphene, Study Shows Es gibt einen regelrechten Lithiumkrieg! Als „Saudi Arabien für Lithium“ wird Afghanistan genannt. Die Reserven an Lithium sollen mindestens so groß sein wie die von Bolivien. Es wird bereits nach Alternativen zu Lithium geforscht, doch ein Rohstoff wird dabei nie erwähnt, das… Weiterlesen »

Rainer
Rainer
5 Monate zuvor

@Hanfinitiative
Wir sehen und hören,daß die Politik kann,wenn sie will.Aktuell das Ermächtigungsgesetz innerhalb kürzester Zeit verwirklichen zum Beispiel.Wenn die was für uns tun wollten,ginge das innerhalb einer Woche, und nicht nach mittlerweile 60 oder 70 Jahren immer noch nicht.Ein schönes Leben haben die Politiker meiner Meinung nach nicht,und die kennen auch die Voraussetzungen dafür nicht.Deshalb arbeiten die auch nicht für eine Verbesserung unserer Lebensverhältnisse.Die hören die Meinungen und Bedürfnisse der kleinen Bittsteller nicht,wollen die auch nicht wissen.Darin sehe ich die Ausweglose Lage bei uns kleinen.Und deshalb wird sich nichts bewegen.Ist aber nicht nur heute so,war im Grunde schon immer so.

DIE HANFINITIATIVE
5 Monate zuvor

Lieber @Rainer, gestern haben sie meinem lieben Neffen unter dem Kehlkopf ein Loch in seinen Hals gemacht – und einen Plastikschlauch reingetan, damit er (was von „ihm“ übrig ist) ein wenig mehr Sauerstoff bekommt. 🙁 🙁 🙁 Vor ein paar Tagen fuhr seine Herz/Lungen-Maschine in der Erlanger Uni-Klinik „irgendwie“ runter. Das Personal konnte das nicht erklären?! Sein Gehirn ist dadurch wohl abgestorben, weil es über längere Zeit nur 30% Sauerstoff bekam. … Also wenn sein Körper, der jetzt von einer neuen – angeblich „besseren“ – Maschine gesteuert wird – überlebt, wird er sicher „……..“ sein – wie man wohl umgangssprachlich sagt. 🙁 Ich verstehe Deine Sorgen gut. 🙂 Auch ich mache mir Sorgen. In der Pandemie könnten „sie“ uns Kritiker… Weiterlesen »

Rainer
Rainer
5 Monate zuvor

@Hanfinitiative Solche fragwürdigen Todesfälle,habe ich in Krankenhäusern mehrfach beobachtet.Ein Bekannter rief mich an,weil er keine Luft mehr bekam.Er war starker Raucher.Das einzige, was mir einfiel, war der Gang in die Klinik.Als ich Ihn drei Tage später dort besuchte,war er an vielen Kabeln umd Schläuchen angeschlossen.Der Arzt unterrichtete mich darüber,daß die Luftmaschine allmählich runtergefahren wird bis das der Tod eintritt,weil er die ganze Prozedur erst gar nicht Veranstaltet hätte,wenn er gewußt hätte,daß die Lunge so kaputt ist.Meine Lebensgefährtin und ich waren die einzigen auf seiner Beerdigung.Meine schwerstbehinderte Ehefrau fing mit 51 Jahren an jede Menge Blut über den Darm zu verlieren.Ich half ihr mehrmals auf den Weg zur Bluttransfusion,aber beim letzten Mal war es so schlimm,das sie stationär aufgenommen wurde.Dort bekam… Weiterlesen »

DIE HANFINITIATIVE
5 Monate zuvor

Lieber @Rainer, ich will Dich nicht weiter beunruhigen. 🙂 Die Trauer ist mittlerweile bei mir sowas wie ein Energiespeicher, der ständig wehtuend, mich weiter antreibt für die gute Sache zu streiten. Ich hoffe, dass meine/unsere Motive dem „Allgemeinwohl“ dienen? Das war und ist von Anfang an das Anliegen meiner Liebe zu @EUCH gewesen. (So ist es eben!) Dieses Bedürfnis „dem Leben“ dienen zu wollen… ich weiß immer noch nicht woher diese… dieser … ich finde kein „Wort“ dafür kommt. Ich gucke gerade „Scobel“ und bin „ekelhaft“, 😀 fasziniert von den klugen Gedanken Ideen und Fragestellungen – für mich als „Zeitreisender“ extrem faszinierend, dass das Wissen da war, aber nie … 🙁 angewendet wurde, vor dem großen Crash… Das ist ein… Weiterlesen »