Sonntag, 28. Juni 2020

Extralarge: Phantom OG

Bud Spencer ist zurück aus der Isolation


Nachdem die Ausgangsbeschränkungen der Corona-Krise ein wenig gelockert wurden, lud der behäbige Hanfbauer Bud Spencer überraschend zum fröhlichen Stelldichein. Natürlich lässt man sich in diesem Falle nicht zweimal bitten, sondern schnürt direkt die Wanderstiefel und macht sich schnurstracks auf den Weg nach Buddy-Hausen. In einem seiner Feriendomizile traf man dann auf Signore Spencer, der schon voller Mitteilungsbedürfnis von einem Bein aufs andere tänzelte. Es gab einiges zu berichten aus der Zeit, in welcher man das Haus nicht verlassen und sich aufgrund der Social-Distancing-Vorgaben auf andere Tätigkeiten zu konzentrieren hatte. Bud Spencer hat genau dies getan und eine seiner alten Grow-Boxen mit frischen Cannabissorten voll gestellt, um die er sich anschließend aufopferungsvoll kümmern konnte. Keine Besucher, keine Ablenkungen – einfach nur growen! Extralarge: Phantom OG.


Weiterhin nutzt Buddy seinen alten Micro Harvester, der mit einer 300 Watt Natriumdampflampe sowie einem geeigneten Lüfter ausgestattet ist. Das verbaute Cool-Tube-System führt zeitgleich die heiße Luft aus der Metallbox, während es auffällige Gerüche mittels Aktivkohlefilterung verschwinden lässt. Neun Stecklinge der Sorte Phantom OG von Barneys Farm erhielt der dicke Italiener noch einige Tage bevor die strikten Ausgehsperren in seinem derzeitigen Wohnort in Kraft traten. Leider waren diese nur klein geraten und zeigten auch leichte Krankheitserscheinungen, sodass sich Bud die nun überschüssig vorhandene Zeit nahm, diese noch zwei Wochen lang aufzupäppeln, bevor sie in die Blüte geschickt werden sollten. 14 Tage unter Metall-Halogen-Licht bei 18 Stunden Dauerbescheinung ließen die kleinen Gewächse sichtlich genesen und ebenfalls in die Höhe schießen. Mit großer Wahrscheinlichkeit war es den jungen Pflänzchen vor und während des Transportes in ihren Substraten zu feucht, sodass Anzeichen von falschem Mehltau sichtbar wurden. In gut kontrollierter Umgebung und teils absichtlich trocken gehaltener Kokoserde regenerierten sich sechs der kränkelnden Kleinen, wobei drei Pflänzchen das Zeitliche segneten – was ein bisschen etwas über die Pflege des geheim gehaltenen Vorbesitzers aussagt. Buddy nutzte schon zu Beginn das übliche Düngerkonzept von GHE, mit dem er seit vielen Jahren vertraut ist und auf das er schwört. Drei verschiedene Flüssigkeiten werden in unterschiedlichem Maße je nach Wachstumsphase gemischt und circa zweimal in der Woche an die weiblichen Bewohner der Grow-Kammer verköstigt. Nachdem die Wuchsphase den erhofften Fortschritt brachte, stellte der Hobby-Gärtner den Zyklus auf Blütenproduktion, indem er das Leuchtmittel austauschte und die nun genutzte Natriumdampflampe 12 Stunden am Tag strahlen ließ. Zwischenzeitlich eingelegte Spülphasen mit klarem Wasser trieben den mit pH- und EC-Messgerät geprüften Düngeanteil aus der genutzten Kokoserde in die grünen Schönheiten, das angemessene Vergießen des Dreikomponentendüngers sorgte dagegen stets für ein genügendes Vorkommen der für potente Knospen benötigten Kraftstoffe.


60 Tage benötigen die Cannabispflanzen der Varietät Phantom OG bis zu Reife, sodass Bud Spencer die gut zwei Monate andauernden Krisenbestimmungen sinnvoll zuhause nutzten konnte. Täglich wurden die Emporkömmlinge seiner Arbeit nach Schädlingen oder Krankheiten kontrolliert, alle drei Tage mischte er die Nährstofflösung nach bestem Gewissen. Zusätzlich zum Dünger gab es auch stets ein paar Tropfen der Zusatzsubstrate von Aptus, und während der Wuchsphase nutzte er noch etwas Neemöl in geringsten Mengen, um die offensichtlich leicht geschädigten Wurzeln der erhaltenen Stecklinge wieder auf den rechten Weg der Genesung zu bekommen. Seine Zeitschaltuhr stellte täglich den Strom zur gewünschten Zeit ohne zu murren an, wobei sich auch Buddy darauf eingeschossen hat, das Licht lieber in der Nacht leuchten zu lassen. Ein höherer Stromverbrauch während der Nacht scheint ihm einfach logischer. Da es auch für Bud Spencer während des Lock-Downs nicht immer ganz leicht war, an rauchbare Materie zu gelangen, freute er sich wie selten auf das Erntedankfest, das dieses Mal im Mai gefeiert wurde.


Die sichtlich mit saftigem Harz bedeckten Blätter und Knospen seiner Pflanzen erfreuten den in Isolation Gefangenen und zauberten immer wieder ein Lächeln auf dessen Lippen, während er noch mit der fachgerechten Pflege beschäftigt war. Als es dann Zeit für das Ende der gut zwei Monate aufrecht erhaltenen Beziehung wurde, ließ Buddy die Damen im Trockenen stehen und schaltete eine Nacht vor der Ernte das Licht aus. Dann wurden am nächsten Tag die Pflanzen einzeln abgeschnitten und mit einer kleineren Schere aufwendig manikürt. Dabei wurden alles großen Sonnensegel abgeschnitten und auch alle kleineren Blättchen, die zwischen den Knospen herausragten, abgetrennt. Das Material sammelte Buddy, um daraus einmal etwas Butter oder Ähnliches zu kochen. Die wie Pudel präparierten Pflanzen hingegen wurden über Kopf in einem großen Pappkarton aufgehangen, der das Licht des Tages während der Trocknungsphase nicht hineinließ. Nach gut zehn Tagen waren die sechs Exemplare der Phantom OG genügend getrocknet, um sie in einem Plastikbeutel sicher zu verstauen. Hiermit musste sich Buddy im Juni noch beschäftigen, um das Behältnis täglich für einige Minuten zu lüften und Restfeuchtigkeit entweichen zu lassen. Um den Besuchern des Hanf Journals aber einen Eindruck der Erntequalität zu vermitteln, trocknete Buddy ein paar kleinere Cannabisknospen vor dem Besuch und ließ uns an seinem Erfolg teilhaben. Herausgekommen ist eine kräftige und würzige Cannabissorte, die einen ordentlich zu bezirzen weiß. Ein recht warmes High und ein gemütlicher Stoner-Effekt sind nicht von der Hand zu weisen, die Phantom OG zu einem Genuss machen. Buddy hätte zwar gerne ein bisschen mehr aus der gesamten Produktion geholt, aber mit einem Ausfall von drei Exemplaren ließ sich in der Zeit der Krise kaum etwas daran ändern. Immerhin konnte Big-Bud sich ein paar eigene Stecklinge aus der Varietät schneiden, die in Zukunft für blühende Landschaften in seinem Feriendomizil sorgen werden. Die Zeit bis zu diesem Ereignis kann sich Bud Spencer jetzt aber schon einmal schön mit den Früchten seiner aktuellen Ernte versüßen. Gut investierte Arbeitszeit in einer vertrackten Situation.

Text: mze / Bilder: Bud Spencer

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken – der Anbau von Cannabis ist in vielen Ländern der Erde leider weiterhin noch immer verboten. Big Bockmist, wie Buddy sagen würde!

4 Antworten auf „Extralarge: Phantom OG

  1. T. Hill

    Oh weh, jetzt hatte ich mich schon gefreut, dass der 2016 verstorbene B.S. gesund, etwas beinlädiert aber sonst gut drauf, sich wunderbar vergnügt… Mein Fehler!
    Schade.
    Trotzdem schöner Artikel – jeden Tag immer was interessantes, vor allem gut und positiv geschrieben.
    Danke!
    LG

  2. buri_see_käo

    Schöne Bilder des erfolgreichen Selbstanbaues. Wenn ich daraus Gewonnenes nicht habe, dann kiffe ich nicht!, schon seit 3,5 Monaten, egal. Denunziantentum -> ab, in die Wildnis, Probleme:
    Rehe fressen gern die Blätter, legen sich zum Schlafen, wälzen um…
    Zeitige Blüteauslösung (wg. evtl. Kälteeinbruch) ist in der Wildnis eine Herrausforderung… ist ja noch Zeit, ich überlege so motorbetriebene Gardine, ich bin E-Techniker mit umfangreicher Allgemeinbildung und ernormer Kreativität, es sollte also Was gehen.

    Bei grüne.de gibt es deren (Entwurf!!!) eines Grundsatzprogrammes.
    Schade nur, die ERGEBNISSE erbrachter Leistungen lassen sich erst im Herbst 2025 mit einem Kreuzchen bewerten. Ca. 3 Jahre nachdem die Tabak-Industrie wegen Einnahmeverluste durch das Tabak-Werbeverbot (2022) die legalisierung durchgeboxt hat.
    Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Deutschland, die verspätete Nation“, bezog sich derzeit/damals auf die geringen kollonialistischen Aktivitäten in der Gegend seitens DE.
    mfG  fE

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