Donnerstag, 11. Juni 2020

Israel zielt die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken an

Ein verantwortungsvolles Modell für den Staat und die Bevölkerung soll geschaffen werden


Israel ist schon seit den Neunzigerjahren ein Vorreiter in der Cannabispolitik. Früh wurde erkannt, dass das therapeutische Potenzial von Hanfpflanzen enorm und die natürliche Medizin vielseitig einsetzbar ist. Besonders ältere Menschen profitierten von dem Einsatz in Israel, denen oft noch die deutsche Vergangenheit den Schlaf raubte. Anfang März 2017 ging man dann einen Schritt weiter und erkannte, dass es wenig Sinn ergebe, Cannabiskonsumenten mit der Härte der Staatsmacht strafrechtlich zu verfolgen und tauschte die zuvor noch als Straftat eingestufte Handlung des persönlichen Gebrauchs von Rauschhanf in eine Ordnungswidrigkeit um. Umgerechnet 250 Euro Bußgeld mussten Menschen daraufhin nur noch bezahlen, wurden sie erstmalig von Polizisten beim Kiffen erwischt. Jetzt scheinen weitere Schritte angestrebt, die letztendlich in einer vollständigen Legalisierung von Marihuana enden sollen. Israel zielt die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken an.

Wie The Times of Israel und das Jewish News Syndicate melden, haben sich die Koalitionspartner der Likud Partei von Ministerpräsident Netanyahu und der Blau und Weiß Partei Kaḥol Lavan von Verteidigungsminister Benny Gantz in einem gemeinsamen Statement am Dienstag, den 09.06.2020, dahingehend geäußert, dass man das Problem der Entkriminalisierung und Legalisierung von Marihuana lösen wolle. Ohne nähere Aussagen darüber zu tätigen, sage man, dass man die Angelegenheit über ein verantwortungsbewusstes Modell erledigen wolle, welches für die israelische Bevölkerung und den Staat Israel geeignet wäre. Auch sei in dem Statement erwähnt, dass der medizinische Einsatz von Cannabis in Zukunft erleichtert gehöre, für Patienten, aber auch für Produzenten, die eine Lizenz zum Anbauen der pflanzlichen Medizin erhalten wollen. Nachdem zwei weitere Politiker aus beiden Parteien eine grundlegende Weiterentwicklung des Gesetzesgerüstes abgeschlossen haben, soll nach den organisierten Vorarbeiten der Ministerialausschuss für Gesetzgebung die mögliche Gesetzgebung vorgelegt bekommen. Eine genaue Zeitangabe dafür, wie lange diese Planung benötigen würde, wäre nicht im Statement genannt worden, doch kursieren aufgrund der Berichterstattung des Kanals Keshet 12 die Annahmen, dass es circa vier Monate in Anspruch nehmen könnte, bis die finalen Überlegungen in offizielle Papierform übertragen worden sind. Über den Sender wurde auch bereits vermittelt, dass die beiden Verantwortlichen – Ram Shefa und Sharren Haskel – sich schon zusammensetzten und grundlegende Details vereinbarten. So werde das zu Genusszwecken legalisierte Cannabis nur für Nutzer ab einem Alter von 21 Jahren verfügbar gemacht, das Führen eines Autos unter dem Einfluss des natürlichen Rauschmittels würde untersagt, Personen in sicherheitsrelevanten Tätigkeiten seien von dem Gebrauch ausgeschlossen und einzig ausgewählte Geschäfte würden den Handel übernehmen. Ebenso gelte ein Werbeverbot, so wie es bei Tabakwaren bestehe, und ein präventiv arbeitender Bildungsfond werde gegründet, der über Risiken und Abhängigkeitspotenzial in Schülerkreisen aufklären soll.

Auch der Minister für öffentliche Sicherheit, Amir Ohana, hatte kürzlich seine Unterstützung für eine Erleichterung der Gesetze bezüglich Marihuana-Konsum signalisiert. „Die Haltung des Ministers für öffentliche Sicherheit ist … den Schaden für ansonsten gesetzestreue Bürger, die Straftaten im Zusammenhang mit der Droge begangen haben, so gering wie möglich zu halten“, hieß es in der Antwort des Ministeriums auf eine Petition, die an den höchsten Gerichtshof gerichtet war und dazu aufgeforderte, die Kriminalisierung des Konsums und Besitzes von Marihuana für den freizeitlichen Gebrauch zu beenden. Als Amir Ohana noch der Justizminister Israels war, verurteilte er bereits die gängige Cannabispolitik und wies darauf hin, dass die Gesetze gesetzestreue Bürger grundlos zu Kriminellen machten. Selbst Premierminister Benjamin Netanyahu sagte noch vor den Wahlen am 02. März, dass er es anstrebe, die unnötigen und schädlichen Einträge von Personen in Kriminalregistern zu löschen, wenn diese einzig im Zusammenhang mit Cannabisbesitz oder Konsum ständen.

Israel zielt die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken an – ein Volltreffer!

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12 Kommentare
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Lars Rogg
Lars Rogg
1 Jahr zuvor

“…dass die Gesetze gesetzestreue Bürger grundlos zu Kriminellen machten.”
Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.
In 20 Jahren ist das dann auch in die Gehirne von deutschen Politikern vorgedrungen.
…wenn wir Glück haben !!

Heisenberg
Heisenberg
1 Jahr zuvor

Was für ein Unterschied, zwischen Israel und Deutschland. Die korrupte Verbrecherriege in Berlin auf der eine Seite und auf der anderen Seite eine moderne, aufgeschlossene Gesellschaft. Gerade Israel sollte den Berliner Faschisten zu denken geben. Sie treten heute noch die Menschenrechte ihrer Bürger mit Füßen, damit sie ihr korruptes Handeln fortsetzen können. Wozu Korruption aber führt sieht man an der deutschen Autoindustrie. Sie ist international abgehängt und macht keinen Stich mehr, dank Merkels Korruptionsriege. In der Cannabisindustrie ist es bereits das Selbe, Deutschland ist international abgehängt was die Hanfindustrie anbelangt und in der Medizinforschung mit Cannabis, macht Deutschland keinen Stich mehr. Offensichtlich lautet Merkels Auftrag von früher, Deutschland in den Abgrund zu führen. Dies ist ihr in den letzetn 16… Weiterlesen »

Franz Jürgen
1 Jahr zuvor

Jawoll

Krake
Krake
1 Jahr zuvor

Beeindruckend!!! Wenn ich so eine Nachricht mal für mein Heimatland bekäme, würde es mich vom Hocker haun!! Ich glaube ich würde ausrasten, durchdrehn!!! So stell ich mir nen fetten Opalfund vor….zb.

H'79
H'79
1 Jahr zuvor

Sehr gut, das freut mich für Israel.
Bei uns sieht es leider nicht danach aus. Aber die weltweite LegalisierungsWelle rollt weiter und wird kurz oder lang auch hier ankommen. In der nächsten Legislaturperiode wird es vielleicht bei uns klappen, hoffentlich läuft das nicht so schräg wie mit dem medizinischen Cannabis. Ein Glück dass andere Länder da längst schlauer sind.

Fred
Fred
1 Jahr zuvor

Glückwunsch in Richtung Israel ! Problem erkannt und dann geändert. So geht das Frau Ludwig. Sogar ohne ein Urteil vom Verfassungsgericht.

Dr. Hans-Christian Voss
1 Jahr zuvor

Deutschland sollte sich Israel zum Vorbild nehmen.
Dr. Hans-Christian Voss, M. A. / Medizinal Cannabis Deutschland MeCaDt

DIE HANFINITIATIVE
1 Jahr zuvor

SOWAS lesen WIR doch ALLE gerne! 🙂 😀 😀 Hurrahhh! Ein weiterer Lichtblick in trüben Zeiten. Ich möchte gerne noch einmal den lieben Prof. Mechoulam für einen Preis (Nobelpreis?) vorschlagen. Er und sein Team von Kollegen und Kolleginnen, in Israel, haben einen großen Dienst an der gesamten Menschheit vollbracht, für die wir lang (ewig) 🙂 dankbar sein werden. Viele werden das noch erkennen. Lieben Dank Israel. Lieben Dank Prof. Dr. Mechoulam und alle anderen mutigen Forscher und Forscherinnen. “Nichts Goldenes bleibt. Nichts ist von Dauer…” Auch das Leid, durch die “Prohibition” gebracht, wird nicht von Dauer sein. Davon sind WIR ganz fest überzeugt und immer mehr anständige Menschen auf der ganzen Welt unterstützen das. Lieben Dank EUCH! 😀 😀 😀… Weiterlesen »

Wolfgang Juri
Wolfgang Juri
1 Jahr zuvor

Im Gegensatz zu Deutschland, liegt der israelischen Regierung das Wohl des Volkes am Herzen. Deswegen der Schritt in die richtige Richtung. Darauf kann man in Deutschland nur vergebens warten.

Anna Bis
Anna Bis
1 Jahr zuvor

Schalom!

Otto Normal
Otto Normal
1 Jahr zuvor

Unsere Alten bekommen eben kein Cannabis und werden immer dementer. Das sichert dem korrupten Schweinepack in Berlin die Macht da sie von den dementen Alten immer wieder gewählt werden. So bekommen auch Parteihuren wie Daniela Ludwig ihre unverdienten Posten. In der freien Wirtschaft würden die zu Harz4-Empfängern.

M. A. Haschberg
M. A. Haschberg
1 Jahr zuvor

HURRA! NA ENDLICH!