Montag, 3. Februar 2020

Nepal: Parlament debattiert Re-Legalisierung von Cannabis

Die Nepalesische Kommunistische Partei will die Wirtschaft mit der Herstellung von Edel-Haschisch ankurbeln

 

 

Von Sadhu van Hemp

 

Ob es den Nachbarstaaten China und Indien gefällt oder nicht, immer mehr Parlamentarier der regierenden Nepalesischen Kommunistischen Partei (NCP) kommen zur Vernunft und wollen sich von der Cannabis-Prohibition verabschieden. Letzte Woche reichten 46 Mitglieder der NCP einen Antrag im Repräsentantenhaus ein, der das Kabinett von Premierminister Khadga Prasad Sharma Oli auffordert, den Anbau von Marihuana zu legalisieren. Zugleich fordern die Unterzeichner des Antrags, den Import von hochprozentigen alkoholischen Getränken zu verbieten, um die Bevölkerung vor der härtesten Droge der Welt zu schützen.

 

Die Abgeordneten, darunter ehemalige Minister und einflussreiche NCP-Parteiführer argumentieren, dass die weltweite Ächtung von Cannabis längst obsolet sei, da insbesondere die USA, die den War on Drugs angezettelt haben, dazu übergehen, die Prohibition zu beenden. Inzwischen gäbe es in über 65 Ländern auf allen fünf Kontinenten eine liberalere Cannabis-Politik, die den Gebrauch der ältesten Kulturpflanze der Welt zu Genuss- und medizinischen Zwecken erlaubt. Nunmehr sei es nach Ansicht der Parlamentarier auch in Nepal an der Zeit, das anno 1973 auf Druck der westlichen Welt verhängte Cannabis-Verbot aufzuheben und notwendige Gesetzesreformen einzuleiten.

 

Der Antrag führt aus, dass der legale Cannabisanbau dem Land Devisen einbringen und das Einkommen der Bauern steigern könnte. 68 Prozent der erwerbstätigen nepalesischen Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft, ohne jedoch zufriedenstellende Einkünfte zu erzielen. Von den über 28 Millionen Nepalesen leben fast 40 Prozent unterhalb der Armutsgrenze, und das durchschnittliche Monatseinkommen beträgt 18 Euro.

 

Der Initiator des Antrags ist Birodh Khatiwada, der seinen Wahlkreis im Distrikt Makawanpur hat – also jenem Landstrich, in dem Hanf im großen Stil illegal angebaut und zu Haschisch und Ganja verarbeitet wird. „Cannabis hat viele Verwendungszwecke. Es hilft auch, Devisen ins Land zu holen und Medikamente herzustellen“, sagt Khatiwada, der in Nepal hohes Ansehen genießt. Seine Frau Munu Sigdel Khatiwada ist die Präsidentin der Kommunistischen Partei Nepals (Maoistisches Zentrum) in Makawanpur und Parlamentsabgeordnete in Kathmandu, seine Tochter Shrinkhala Khatiwada wurde 2018 zur „Miss Nepal“ gekürt.

 

Der Vorstoß der Parlamentarier, das Mutterland des Hanfes vom Joch des War on Drugs zu befreien, könnte durchaus von Erfolg gekrönt sein. Längst definiert sich Nepal als unabhängige, souveräne, säkulare, demokratische, sozialismusorientierte Bundesrepublik, die es leid ist, sich den Großmächten zu unterwerfen und die eigene jahrtausendalte Kultur zu verleugnen.

 

Und diese Kultur ist nun mal eng mit der Heiligen Pflanze verwoben. Haschisch und Ganja, ist in der nepalesischen Gesellschaft tief verwurzelt, was sich insbesondere in der „Nacht des Shiva“ zeigt, wenn Millionen Hindus zu den heiligen Stätten im Himalaya pilgern, um ihrem höchsten Gott zu huldigen. Einer dieser Wallfahrtsorte ist der Pashupati-Tempel bei Kathmandu, wo sich zum diesjährigen Shivaratri/Mahashivaratri am 21. Februar Zehntausende Hindus den „Heiligen Männern“ (Sadhus) anschließen und sie darin unterstützen, mittels Haschisch und Ganja den Gottheiten nahe zu sein.

 

10 Antworten auf „Nepal: Parlament debattiert Re-Legalisierung von Cannabis

  1. Lars Rogg

    Wiiiiie geil…!!!

    „Zugleich fordern die Unterzeichner des Antrags, den Import von hochprozentigen alkoholischen Getränken zu verbieten, um die Bevölkerung vor der härtesten Droge der Welt zu schützen.“

    Ob das unsere Drogenbeauftragte auch gelesen hat..??? Kaum, die dürfte damit beschäftigt sein, bussiness as usual zu betreiben.

    Ich will Gott auch mal wieder nahe sein 🙂 🙂

  2. Hans Terhegen

    Beim Lesen des Hanfjournals freue ich mich immer über die positive Grundhaltung zum Thema Cannabis, bin dann aber doch entsetzt über die leider oft geringe journalistische Qualität der Beiträge: Offenbar glaubt man hier, Cannabis sei eine „Überzeugung“ oder „Religion“ (Gott begegnen???), dabei ist es „nur“ eine Pflanze. Ob man sie gut findet oder nicht, sagt nichts über einen Menschen aus!

  3. Hans Dampf

    Nepal das Land der tausend Götter und des bestem Haschisch der Welt. (Temple Balls/Royal Nepalese). Da wollte ich schon immer mal hin, Urlaub machen. War auch schon in den 60iger und 70iger angesagt. Und das mit dem Alkoholverbot ist auch nicht das schlechteste. (bei uns undenkbar) Im Gegensatz zu unserer deutschen Politik wird auch an die Bevölkerung gedacht und es ist beabsichtigt den vernünftigen Weg der Legalisierung einzuschlagen. Viel GLÜCK dabei. Wir sehen uns Nepal.
    NAMASTE KATHMANDU
    @Hans Terhegen,
    du irrst dich. Deine Sichtweise ist einfach zu nüchtern. Rauch mal einen, vielleicht erkennst du dann die Unterschiede.

  4. Lars Rogg

    @Hans Terhagen

    ich hab kein Problem damit in einem gottlosen Land zu leben. Die meissten Weihnachtschristen sind nur aus Tradition Christen und zu 90% gottlose Heuchler.
    Ich bin zum Glück ein Ungläubiger, der nur gerne mal wieder kiffen will. Dem göttlichen mal wieder nahe sein, war in dem Fall nur eine Metapher die dem Bericht geschuldet war.
    Was findest Du an dem Artikel eigentlich auszusetzen…??
    Hat dein Namensvetter vielleicht recht..?? Nix für ungut 🙂

  5. Harald

    @ Hans Terhagen
    Cannabis ist Überzeugung, was denn sonst? Wenn ich Cannabis konsumiere, über das ausprobieren hinaus, bin ich überzeugt von dem was ich tue, ansonsten muß ich es lassen.
    Die Herrschaften, die Alkohol konsumieren sind ja auch überzeugt von dem was sie tun.
    Des Weiteren erwarte ich vom Hanfjournal keinen geschliffenen Journalismus, sondern Infos und genau die bekomme ich. Diesen Job kann auch nur ein Mensch mit Überzeugung machen und das ist auch gut so.
    Geschliffene Opportunisten hat Deutschland schon zu viele. Die haben uns, ohne Überzeugung, genau dort hin gebracht, wo wir heute stehen.

  6. Rainer Sikora

    Schlimm,seit 1974 kein Cannabis normal in Nepal.Von Indien hätte ich auch kein Prohibitionsverhalten erwartet.Was man denen wohl angedroht hat?Wenn die Prohibition, in diesen Gegenden wieder aufgehoben werden sollte,sollte das möglichst unbemerkt bleiben.Ansonsten drohen Androhungen.

  7. R. Maestro

    Recht hat man in Nepal!
    Sie sollten sich nicht wiederholt vom Westen alles/vieles nehmen lassen!

    „Nunmehr sei es nach Ansicht der Parlamentarier auch in Nepal an der Zeit, das anno 1973 auf Druck der westlichen Welt verhängte Cannabis-Verbot aufzuheben und notwendige Gesetzesreformen einzuleiten.“ Sehr gut.

    Zu viele Länder haben sich dem Schwachsinn gebeugt und mit dem Verbot haben die USA, nicht nur diese, reichlich profitiert.

    Immer mehr Staaten, welche der Vernunft folgen.
    Man ist hierzulande nicht vernünftiger, aber die Korruption funktioniert halt besser.
    Ansonsten ist die Bezeichnung „Bananenstaat“ für hier durchaus richtig.

    Folge dem Weg des Geldes und du findest die Wahrheit!

    Das wäre doch einmal etwas direkter. Mit Vernunft, Einsicht oder Moral, hat es hier ja noch kaum funktioniert.
    Man muss ihnen die Korruption nachweisen. Das wäre ein effektiverer Ansatz.

    Naja, ansonsten werden wir halt weiterhin von „Volksverrätern“ verraten und verkauft!

  8. Gerrit Haase

    Was für ein Unsinn!
    Da dämmert es langsam, dass Prohibition nichts als Probleme verursacht, und sie denken „prima, lass uns das Cannabisverbot abschaffen“, um im gleichen Atemzug ein anderes Genussmittel unter die Prohibition zu zwingen.
    Warum sind Menschen so kurzsichtig?

  9. Der Realist ohne Kraut

    Ob Alkohol gleich verboten werden sollte, lass ich mal dahin gestellt. Schließlich wird’s dann in Nepal in 20, 30 Jahren auch zu misslichen Folgen dessen kommen.

    Man kann aber gleich erkennen, dass selbst ein Nepal – und das ist bereits zu offensichtlich für eine Ludwig – einsieht, dass der Drogenkampf der Amis nur ein Drogenkrampf ist.

    Hier braucht sich nichts. In Good-old-Germany braucht niemand Veränderung. Hier ist Geld die treibende Kraft. Da kommt man den bisschen Kiffkram lange nicht dran. So lange eine der ‚alten‘ Parteien im ‚Amt‘ ist/ bleibt, gibt’s keine Veränderungen.

    Leider gibt’s noch immer zu viele Blinde, Schwachsinnige und Dumme, die das Kreuzchen beim alten Gesocks machen. Viele von ihnen begreifen nichts bzw. wollen die Wahrheit nicht erkennen.

    Danke Dödel-Deutschland. Dein Bürger, dein vorhergehender Sklave.

  10. Krake

    Also ich für meinen Teil, hab mich total gefreut für dieses tolle Land. Ich persöhnlich weiß wie gut handgerollter Hasch aus Nepal ist. Hab Ihn selber geraucht und die Erfahrung gemacht, daß man Alkohol,
    total vergiß!!! Wie weggeblasen. Der macht dich so breit, du fühlst dich wie im Abspann von Paulchen Panther, wie der, der mit der Walze platgefahren wird. Das Handgerollte Hasch aus Kathmandhu ist 1000 Mal besser wie jeder Drink, dieses Planeten!!

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