Dienstag, 31. Dezember 2019

Gut gerutscht ins neue Jahr – mit Cannabis

Silvester – das Fest, das Frauen auf dumme Gedanken bringt

 

 

Eine Glosse von Sadhu van Hemp

 

 

Die Silvesternacht ist wie geschaffen für Männer, die wissen, wie Frauen ticken. Eines dieser seltenen Exemplare ist Mario Haschke, ein flotter Mittvierziger, der noch auf jeder Silvesterparty alle Frauenherzen erwärmt – und schließlich auch bricht.

Haschkes Masche ist ganz simpel: Mit dem Wissen darum, dass der Jahreswechsel bei fast allen Frauen Melancholie und Sehnsüchte auslöst, bietet er sich als Frauenversteher an, der mitfühlt und voller Verständnis zuhört. Dabei machen es ihm die Kerle der Frauen wirklich leicht, denn die haben am Silvesterabend nur noch eines im Kopf – und das ist Saufen bis der Arzt kommt und Knallen bis die Finger ab sind. Wie es Frauchen dabei geht, sich für ihr Männchen zu schämen, interessiert die Ignoranten nicht die Bohne.

 

Haschkes großer Auftritt beginnt Punkt zwölf, wenn der deutsche Mann hackedicht und sprengstoffbeladen ins neue Jahr rutscht. Kaum dass die Kerle zum Knallen vor die Tür getreten sind, spult Haschke sein bewährtes Programm ab. Zunächst versammelt er alle in der guten Stube zurückgebliebenen Frauen zum Kiffen und Bleigießen. Natürlich weiß er jedes gegossene Bleistück so zu deuten, wie es alle Damen gerne hätten. So seien die große Liebe, der Mann fürs Leben und der Kindsvater in spe bereits zum Greifen nah und es müsse nur zugriffen werden.

 

Wie lockerflockig es ist, zuzugreifen, verbildlicht Haschke, indem er zur Gitarre greift und diese zärtlich umschließt. Dann folgt der nächste Schritt, um die um ihn gescharrten Damen davon zu überzeugen, dass er ihr Traummann ist. Es folgen die einzigen beiden Lieder, die er tonsicher spielen und singen kann: zunächst „Über den Wolken“ von Reinhard Mey, anschließend, sofern die Zeit noch reicht, „Dirty Love“ von Frank Zappa.

Spätestens wenn der erste Macker von der Knallorgie zurückkehrt und beleidigt die Frage lallt, warum ihm dabei nicht zugesehen wurde, hat mindestens die Hälfte der Frauen die Entscheidung getroffen, sich im neuen Jahr beziehungstechnisch umzuorientieren.

 

Doch der vorletzte Akt ist für Haschke der schwerste. Nun muss er zeigen, dass er nicht nur ein Süßholzraspler ist, der das Weibsvolk mit Cannabis, Wahrsagerei und Gesang um den Finger wickelt, sondern ob er auch genug Arsch in der Hose hat, das widerrechtlich angeeignete Eigentum zu verteidigen. Fast auf jeder Silvesterparty ist nämlich einer dabei, der Haschke aus Eifersucht auf die Rübe hauen will. Sein Vorteil ist, dass er nüchtern und noch bei Verstand ist. Und der sagt ihm, sich hinter den Frauen zu verstecken und die Wut des Gehörnten auf die Person zu lenken, die es wegen ihrer Treulosigkeit viel eher verdient, verdroschen zu werden. Doch dazu kam es bislang nie, da die Frauen geschlossen zusammenstanden.

 

Im letzten Akt muss Haschke nur noch ernten, was er gesät hat. Im Kreise der Frauen, die sich gegen ihre Männer entschieden haben, lässt er die Silvesternacht ausklingen. Sie rauchen Haschisch und Marihuana, trinken grünen Tee dazu, und Haschke erzählt von der Erleuchtung, die Mann und Frau erfahren, wenn sie sich der wahren Liebe hingeben und die Körper miteinander verschmelzen – gerne auch zu dritt oder zu viert. Es soll schon vorgekommen sein, dass Haschke ein Großraumtaxi bestellen musste, um alle Verehrerinnen in einem Schwung mit nach Hause zu nehmen.

 

Auf welcher Silvesterparty er heute den Suff- und Knallköppen die Frauen wegnehmen will, hat der gute Haschke nicht verraten. Da er überall sein Unwesen treibt, sei allen Männern, die ihre Frauen behalten wollen, angeraten, besser die Finger von Alkohol und Böllern zu lassen. Mit einem Joint lässt sich‘s auch ganz gut knallen und ins neue Jahr rutschen – und das, ohne am Neujahrstag etwas bereuen zu müssen.

 

 

Die Hanf-Journal-Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern einen guten Start ins neue Jahr!

 

 

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Lotus
Lotus
2 Jahre zuvor

HAHAHA…
ich lach mich weck ,
lustige Story…XD
ich wünsche euch allen einen guten Rutsch…
auf ein neues ,hoffentlich gutes Jahr 2020 😉

Peacezeichengruß

Rainer Sikora
Rainer Sikora
2 Jahre zuvor

Nett und witzig ge(be)schrieben worin der Kiffer sich vom hohlköpfigen und hirngewaschenen Bundesdurchschnittsbürger unterscheidet.Aber langweilig wird es auf die Dauer meistens in einer Ehe.

R. Maestro
R. Maestro
2 Jahre zuvor

Guter Artikel. 🙂

Abschließend zum alten Jahr:
Euch allen einen guten Rutsch und ein gutes Jahr 2020.

Grüße an alle,

R. Maestro.

greenness
greenness
2 Jahre zuvor

@Sadhu van Hemp Wat willste denn damit ausdrücken? Daß Kiffer die besseren Lügner sind, die eiskalt kalkulierend die Sehnsüchte und Ängste der Menschen ausnützen und emotionale Scherbenhäufen produzieren? Du hast es selbst geschrieben: „… alle Frauenherzen erwärmt – und schließlich auch bricht.“ Dein Held bricht Herzen. Er erzeugt Leid und Schmerz. Chapeau! Was glaubst Du, was Du mit solchen Texten erreichst? Willst Du, daß jeder glaubt, daß Cannabiskonsumenten rücksichtslose Lügner sind, die andere manipulieren? Mit solchen Aussagen hetzt Du die Leute gegeneinander auf und erweist Legalisierungsbemühungen einen Bärendienst. Wollen solche Leute wie Du eigentlich eine Regulierung von Cannabis? Mir kommt es so vor, daß es viele Leute gibt, die zwar nicht gerne verhaftet und verurteilt werden wollen, für die es… Weiterlesen »

Micha
Micha
2 Jahre zuvor

… :-). …besonders gefiel mir diese Stelle : „großer Auftritt beginnt Punkt zwölf, wenn der deutsche Mann hackedicht und sprengstoffbeladen ins neue Jahr rutscht“. Hahaha 😉 …..Gott sei Dank ist Mario Haschke nicht der einzige Mann, der das jährliche Massenbesäufnis ablehnt…; ….ein guter Freund, Günter Grass , Maria Sabrina, Marie-Johanna und ich, pflegen schon seit Jahren das Ritual zum Jahreswechsel auf Reisen zu gehen…… @greeness. ….ich glaube du nimmst den Text zu ernst und denkst zu weit….(Gott sei Dank gibt es noch ein paar , die weiter denken können, als von 12 bis Mittag ; -))…ich sehe jedenfalls nicht, dass irgendwer aufgehetzt werden soll, allenfalls eine unterschwellige Kritik am jährlichen Gruppen Zwangsbesäufnis , was hauptsächlich von uns Männern , aber… Weiterlesen »

greenness
greenness
2 Jahre zuvor

Zuerst unterstellst Du mir, ich würde den Text zu ernst nehmen und wiederholst dann über zig Zeilen detailliert den Inhalt. Wie soll ich (und die ganzen anderen Leser) den Text denn nun verstehen?

Ist es ein unreflektiertes Gehetze gegen Nichtkonsumenten oder ein Späßchen? Entscheide dich. –

„Wir“ brauchen den gesellschaftlichen Konsens, der medizinische und soziologische Fakten wirklich berücksichtigt. Die Prohibtionisten haben keine schlagkräftigen Argumente für ihre Vorgehensweise. Und „uns“ fällt nichts besseres ein, als billige und hetzerische Polemiken rauszublasen. Sollten „wir“ das nicht lieber der Gegenseite überlassen?

Become cool and legalize it!

Otto Normal
Otto Normal
2 Jahre zuvor

Lustiger Text… vielen Dank! 😀
Allen ein frohes neues Jahr!

@greenness
Über die Feiertage herrscht Waffenstillstand im War on Drugs!
Ich empfand den Text als das was er ist: Satire.
Rauch Dir einen und komm wieder runter.
Hasskommentare bitte erst wieder ab der 2. Woche, dann hauen wir wieder so richtig auf die Prohibitionskacke!