Samstag, 28. Dezember 2019

Kascha – Dezember 2019

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…


Jana (25, aus Leipzig) fragt:

„Hi Kascha,

ich habe meine Pflanzen vom Balkon nun angetrocknet und möchte vor dem Fermentieren noch die Blätter abschneiden. Ich habe gesehen, dass es da so spezielle Scheren für gibt – lohnt sich die Investition oder kann ich das einfach mit meiner Nagelschere machen?“

Kascha antwortet:

„Hi Jana,

natürlich kannst Du jede Art von Schere dafür verwenden, die sich auf den ersten Blick eignet – also natürlich keine Heckenschere. Die Spezialscheren, die es im Angebot gibt, haben allerdings eine ganze Reihe Vorteile, die sich vor allem auszahlen, wenn man mehr als nur zwei oder drei Pflanzen entlauben möchte. Zuerst sind sie natürlich besonders spitz und präzise. Damit lassen sich, bei ausreichend ruhiger Hand, auch problemlos kleinere Blätter abschneiden, ohne die dahinterliegenden Buds zu beschädigen. Dann sind sie natürlich etwas hygienischer als eine Nagelschere, mit der ansonsten Finger- und Fußnägel geschnitten werden. Und drittens arbeiten einige dieser Scheren mit einer Feder, die sie automatisch öffnet – Du musst also nur zum Schließen der Klinge Kraft aufwenden. Wenn Du viele kleine Blätter von vielen Pflanzen abschneiden willst, dann geht das so nicht nur schneller, sondern auch ermüdungsfreier. Wenn Du aber nur zwei Pflanzen auf dem Balkon hattest, dann kann es sein, dass Du auch ohne Spezialschere auskommst. Dann musst Du einfach selbst überlegen, ob die Bequemlichkeit es Dir wert ist. Wenn Du eine Nagelschere verwendest, solltest Du sie vorher und hinterher gründlich reinigen: Vorher aus besagten hygienischen Gründen, nachher, weil sie ziemlich klebrig sein wird.“


Julian (22, aus Hamburg) fragt:

„Hallo Kascha,

ich stehe vor einem Dilemma. Als Sportler verwende ich eigentlich täglich Hanfprotein, aus dem ich mir einen Shake mache. Ich habe aber neulich den Fehler gemacht, an einem Montag nach einem durchkifften Wochenende mit dem Auto nach Bayern zu fahren, kurz gesagt, mir steht MPU und der ganze Kram bevor. Mit Kiffen habe ich schon aufgehört, aber kann das Hanfprotein auch einen positiven Drogentest verursachen, wenn ich es täglich verwende?“

Kascha antwortet:

„Hallo Julian,

auch wenn Hanfsamen, aus denen das Protein gewonnen wird, kein THC enthalten, wäre es theoretisch möglich. Denn die Samen reifen natürlich in der Blüte und es können somit ernte- und verarbeitungsbedingt auch Harz, Trichome und Blütenteile mit ins Hanfmehl geraten. In der Praxis passen die Hersteller eigentlich gut auf und reinigen die Samen gründlich, da sie ihren Kunden solche Probleme ersparen wollen. Außerdem wird für die Samengewinnung in der Regel THC-armer Hanf verwendet. Für die Zulassung zum Anbau in der EU gilt dabei ein Grenzwert von 0,2 % THC. Wenn nun davon etwas Harz oder Blütenteile mit ins Hanfmehl geraten, ist im Labor vielleicht noch ein Rest-THC-Wert messbar – bei einem Proteinshake pro Tag kommt davon aber nicht mehr viel bei Dir an. Da sind schließlich meist nur ca. zwei Esslöffel von dem Pulver drin. Selbst, wenn Du die ganze Packung mit 500 g oder mehr auf einmal essen würdest, würdest Du im schlimmsten Fall immer noch viel weniger THC zu Dir nehmen, als wenn Du ein Mal kurz an einem Joint ziehst – denn das Weed im Joint drin hat mit bis zu ca. 20 % THC etwa hundert Mal so viel Wirkstoff wie der Nutzhanf. Es ist also unwahrscheinlich, dass sich die winzigen THC-Bestandteile aus dem Proteinpulver selbst bei täglicher Nutzung in Deinem Körper akkumulieren würden. Es lohnt sich aber, wenn Du ganz sichergehen willst, auf Rückrufaktionen zu achten: Wenn Hersteller erhöhte Mengen THC in ihren Produkten feststellen, dann machen Sie das in der Regel aus Sicherheitsgründen öffentlich und in so einem Fall solltest Du mit dem entsprechenden Produkt vorsichtig sein.“


Anette (29, aus Berlin) fragt:

„Hey Kascha,

ich habe mir mit ein paar Freunden überlegt, dieses Jahr einen „besonderen“ Weihnachtsbraten zu machen und irgendwie Gras darin unterzubringen. Wir haben fünf Gramm für fünf Personen geplant, damit auch bei eventuellen Hitzeverlusten noch ausreichend bei uns ankommt. Aber über die Details sind wir uns noch unsicher: Wir hatten überlegt, das entweder klein zu grinden und die Gans damit zu marinieren oder aber es irgendwie für die Füllung zu verwenden. Würde das funktionieren oder hast Du noch eine gute Idee?“

Kascha antwortet:

„Hey Anette,

das ist grundsätzlich eine witzige Idee und ich wünsche Euch, dass das funktioniert – auch wenn ich Euch an dieser Stelle natürlich nicht zum Konsum illegaler Drogen anleiten darf. Grundsätzlich sind aber alle Faktoren da, die es braucht: Hitze und Fett, in dem sich das THC lösen kann. Bei der Füllung wird das mit dem Fett etwas schwierig – da müsste man kreativ werden und das Gras in etwas Fettigem unterbringen. Das würde allerdings wahrscheinlich mit der Zeit auslaufen, da Fett mit zunehmender Hitze immer flüssiger wird. Außerdem wird es im Inneren der Gans oft nicht heiß genug, um das Gras zu decarboxylieren, also das THC „vorzubereiten“. Wenn man die Gans mit dem Gras mariniert, wird es durch die Hitze und die lange Backzeit decarboxyliert und dann vom Fett aufgenommen. Dabei sehe ich allerdings zwei Probleme: Erstens ist eine Backtemperatur von 160 bis 180°C bei einer Backzeit von mehreren Stunden vielleicht etwas viel, zweitens läuft das Fett nach und nach aufs Backblech oder in den Topf ab. Damit wird zwar die Gans immer wieder übergossen, und ein Teil davon kommt auch in die Sauce, aber es wird sicher auch einiges verschwendet. An dieser Stelle sollte man vielleicht etwas „out of the Box“ denken und sich überlegen: Warum nicht das Gras ins aus der Gans gelaufene Bratenfett mischen und daraus eine Sauce mit „besonderer Würze“ kochen? Zumindest in der Theorie halte ich das für eine einfache, materialgerechte und „ressourcenschonende“ Lösung. Zusätzlich kann man natürlich für den besonderen Geschmack auch etwas Weed zum Marinieren des Geflügels verwenden.“

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