Dienstag, 3. Dezember 2019

Das Hanf Museum Berlin wird 25 – Glückwunsch!

Seit 1994 können sich Besucher aus nah und fern im Berliner Hanf Museum ein umfassendes Bild über eine der ältesten Kulturpflanze der Welt machen

 

Sadhu van Hemp

 

 

Man will es gar nicht glauben: Ein Vierteljahrhundert ist es nun her, als ein paar wagemutige Hänflinge am Nikolaustag 1994 die Pforte des Hanf Museum öffneten und Berlin mit einem „Kulturtempel“ bereicherten, der nicht von allen gern gesehen war. Argwöhnisch wurden sie von den Behörden beäugt, die jungen Leute, die mit Liebe zum Detail die Ausstellung zusammentrugen und dem Publikum zugänglich machten.

Im verflixten 7. Jahr des Bestehens fuhren Polizei und Staatsanwaltschaft schwere Geschütze auf. Über ein Dutzend Beamte und ein Drogenspürhund fielen in die knapp 300 Quadratmeter großen Ausstellungsräume ein und suchten jede Ritze nach illegalen Drogen und Cannabis ab. Doch außer Spesen nix gewesen. Einzige Beute waren ein paar in einem Schaukasten ausgestellte Nutzhanfpflänzchen, deren Anbau zu wissenschaftlichen Zwecken von der Bundesopiumstelle genehmigt war.

 

Trotz aller Steine, die dem Hanf Museum in den Weg gelegt wurden, haben es die Hanffreunde gemeinsam mit dem Trägerverein H.A.N.F. e.V. geschafft, sich zu behaupten – und das ohne nachhaltige Senatsförderung. Einzig dem Engagement der Museumsmacher und Förderer ist es zu verdanken, dass die Hanfausstellung im Berliner Kulturbetrieb eine kleine, aber feste Größe ist. So ist das Hanf Museum seit zwanzig Jahren ein fester Bestandteil der „Langen Nacht der Museen“.

 

Und es gibt wahrlich viel zu sehen. Zwar ist das Museum kein „Erlebnismuseum“ wie ein Bier-, Wein- oder Schnapsmuseum, dafür aber können sich die Besucher etwas anderes in den Kopf tun, das allemal erhellender ist: Das Wissen über eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt.

Von der Saat, über das Wachstum, bis hin zur Ernte wird anschaulich gemacht, wie unzählige Generationen vor uns mit dem Hanf lebten und ihn zum Wohle aller nutzten. Die Sammlung gewährt Einblick in die Vielfältigkeit der Hanfpflanze, aus der sich Öl und Brennstoff, Seile und Kleidung, Papier und Baumaterial, zuletzt Nahrungsmittel und Medizin herstellen lassen.

Natürlich wird auch die Frage beantwortet, wie das Zauberkraut in die Pfeife kam. Eine Gemälde- und Photosammlung zeigt u.a. unsere Urgroßväter beim Kiffen. Dem Betrachter wird schnell klar, dass Cannabis seit Adams Zeiten in der weltweiten Rauschkultur tief verwurzelt ist und schon unseren Ahnen das Leben versüßte.

 

Einer dieser Ahnen ist Haschbruder Wolfgang Neuss, der als notorischer Kiffer „nicht das Denkbare, sondern stets das Undenkbare tat“. Da die Weltstadt Berlin nicht imstande ist, Deutschlands größten Kabarettisten aller Zeiten (GröKaZ) post mortem zu ehren, hat das Hanf-Museum unterstützt von Tochter Jette Neuss diese Aufgabe übernommen und der „Roten Laus im Berliner Bärenpelz“ eine Hall of Fame gewidmet.

 

Das Hanf-Museum versteht sich aber auch als Ansprechpartner für Museumsbesucher, die Hilfe suchen. Für die Mitarbeiter um Museumsleiter Rolf Ebbinghaus ist es Herzenssache, den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die „Grüne Hilfe“ bietet jeden Donnerstag ab 18 Uhr 00 in den Räumen des Hanf-Museum eine Rechtsberatung an – und das unverbindlich und kostenlos.

 

Am Freitag wird nun 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Um 10 Uhr 00 öffnet der Nikolaus im Nikolaiviertel höchstselbst die Museumspforte – und jeder ist eingeladen, der mitfeiern will.

 

Hanf Museum Berlin

Mühlendamm 5 – 10178 Berlin – Mitte

Fernruf: +49 30 24 24 827

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag: 10 Uhr bis 20 Uhr

Samstag und Sonntag: 12 bis 20 Uhr

Montag ist Ruhetag

Eintritt: 4,50 Euro/ ermäßigt 3,00 Euro

 

5 Antworten auf „Das Hanf Museum Berlin wird 25 – Glückwunsch!

  1. Daniel Cárdenas

    Unsere Anerkennung and diese tolle Bewegung dass die Anfang einer Revolution geschafft hat. Nicht nur Deutschlands sondern auch die gesamte Europa und da durch den Welt.
    25 und auf 100 mehr.
    Gratulation felicidades χρόνια πολλά!
    Und danke
    Grownewgenetics

  2. DIE HANFINITIATIVE

    Auch von uns ganz herzliche Glückwünsche an die „Bewahrer des alten Wissens“. Ladet doch mal, in einem offenen Brief, die Mitglieder aller Parteien zu einem Weiterbildungs-Besuch ein. Wir kommen dann auch vorbei, denn wir hätten da noch ein paar „Fragen über Fragen“! 🙂 🙂 🙂

    Liebe Grüße vom Team von DER HANFINITIATIVE

    PS Activism works!

  3. Karli

    Herzlichen Glückwunsch. Schickt doch mal je eine Freikarte an Frau Ludwig und Frau Merkel.

  4. Otto Normal

    Herzlichen Glückwunsch auch von mir. Tolle Sache das Museum, leider für mich (geographisch) zu weit weg.

    Die Verfassungsrichter sollten auch jeder eine Einladung bekommen. Schließlich hätte das seit 1994 NICHT umgesetzte BVG-Urteil zu Cannabis es beinahe auch bis zum 25. Jahr der Nichtumsetzung unter wohlwollendem Blick des BVG geschafft. Auch das ist eine bemerkenswerte Leistung.

    Hanfmuseum: 25 Jahre gute Arbeit
    Bundesverfassungsgericht: 24 Jahre Arbeitsverweigerung
    Das ist doch ein Grund gemeinsam zu feiern!

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