Sonntag, 22. September 2019

Cannabinoide gegen antibiotikaresistente Bakterien

von Dr. med. Franjo Grotenhermen


Im Jahr 2008 wurde erstmals eine Studie veröffentlicht, nach der verschiedenen Cannabinoide der Hanfpflanze (THC, Cannabidiol, Cannabigerol, Cannabichromen und Cannabinol) antibakterielle Eigenschaften gegen Bakterien besitzen, die mit den üblichen Antibiotika mehr behandelt werden können. Das Problem der Antibiotikaresistenz, also dem fehlenden Ansprechen von bakteriellen Infektionen auf Antibiotika, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Daher wird verstärkt nach neuen Möglichkeiten gesucht, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Neue antibiotische Substanzen werden dringend benötigt. Zur Resistenzbildung tragen nicht nur der häufig unkritische Einsatz von Antibiotika beim Menschen, sondern auch die umfangreiche Verwendung von Antibiotika in der Massentierhaltung bei.

Die Wissenschaftler der Universität von Piemont in Italien schrieben im Jahr 2008, dass die systemische Anwendung Cannabinoiden zur Bekämpfung von bakteriellen Entzündungen erst noch untersucht werden müsse, dass jedoch die örtliche Anwendung zur Reduzierung von resistenten Staphylokokken auf der Haut „vielversprechend erscheint“.

Im Jahr 2018 haben Wissenschaftler des Saaii Kollegs für medizinische Wissenschaften und Technologie in Chaubepur in Indien einen wissenschaftlichen Artikel für ihre Arbeit veröffentlicht, in der sie die antibakterielle Aktivität dreier Pflanzen (Cannabis, Thuja und echte Guave) untersucht hatten. Sie konnten die früheren Beobachtungen bestätigen und weitere Erkenntnisse gewinnen. So stellten sie fest, dass eine Kombination aus Cannabis und Thuja wirksamer war als Extrakte einzelner Pflanzen. Sie testeten alkoholische Pflanzenextrakte gegen verschiedene Stämme von Staphylococcus aureus. 

Wenn von Antibiotikaresistenz die Rede ist, dann wird oft von MRSA-Keimen gesprochen. Ursprünglich waren damit Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus gemeint. Das Bakterium Staphylococcus aureus lebt meistens als harmloser Bewohner auf unserer Haut und unseren Schleimhäuten, kann jedoch auch Krankheiten verursachen, darunter schwere Hautinfektionen, Lungenentzündung und Hirnhautentzündungen. Heute bedeutet MRSA vor allem Multi-resistenter Staphylococcus aureus.

In Deutschland bekannt wurden MRSA auch durch den Fernseh-Dokumentarfilm „Tatort Krankenhaus“ von Tilman Wolff. Darin wurde 2008 verdeutlicht, dass in deutschen Krankenhäusern jährlich bei etwa 160.000 Menschen eine MRSA-Besiedelung festgestellt wird und dass es im Klinikalltag vielfach an elementaren Hygienemaßnahmen wie Händewaschen mangelt. Heute gehört es in Deutschland zum Klinikalltag, neue Patienten auf das Vorliegen von MRSA zu untersuchen, um entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einleiten zu können.

Multiresistente Bakterien verursachen häufig Erkrankungen bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem. Neben Staphylococcus aureus könnten auch andere Bakterien multiresistent sein, darunter Pseudomonas aeruginosa und verschiedene Darmbakterien.

Die indischen Forscher hatten insgesamt 20 verschiedene Staphylococcus aureus-Stämme isoliert. Die meisten waren resistent gegen Penicillin, Methicillin, Oxacillin und Cefoxitin. Einige Stämme brachen noch auf Vancomycin, ein so genanntes „Reserve-Antibiotikum“ an, das nur eingesetzt wird, wenn alle anderen Antibiotika wirkungslos sind.

Neben Cannabinoiden scheinen noch andere Pflanzenbestandteile antibiotische Eigenschaften aufzuweisen, darunter Phenole, Quinone, Flavonoide, Tannine, Alkaloide, Glykoside und Polsaccharide. Die synergistische Wirkung von Cannabis und Thuja mag darauf zurückzuführen sein, dass verschiedene dieser Substanzen sich in ihrer Wirkung ergänzt haben.

Nach einer Pressemitteilung vom 1. August 2019 aus Australien hat kürzlich ein CBD-Unternehmen 40 Millionen US-Dollar erhalten, um die antibakteriellen Eigenschaften dieses Cannabinoids zu untersuchen. CBD ist auch in hohen Dosen sehr gut verträglich könnte daher auch in hohen Dosen ohne große Gefahren eingesetzt werden. Die Investition zeigt, dass die Beteiligten hohe Erwartungen in das antibiotische Potenzial von Cannabidiol haben.

Ein Bekannter berichtete mir kürzlich, dass sein Bruder, der bei jedem Krankenhausbesuch positiv auf MRSA getestet wurde, plötzlich nicht mehr MRSA-positiv war, nachdem er eine mehrwöchige Kur mit Haschischöl durchgeführt hatte. Die Ärzte konnten es kaum glauben. Das ist eine bemerkenswerte Beobachtung, die es verdient, unter kontrollierten Bedingungen überprüft zu werden. Vielleicht mit CBD.

3 Antworten auf „Cannabinoide gegen antibiotikaresistente Bakterien

  1. Egal

    Mein Reden!
    Und das ist auch richtig!
    Wer jeden Tag cannanoide zu sich nimmt der wird erst gar nicht krank!
    Keine Grippe und keine Erkältung.
    Und wenn dann doch mal etwas in Anmarsch ist dann reicht eine Tasse Salbei Tee aus!

    Ich habe schon sehr lange keinen Arzt für Antibiotika aufgesucht und nimm weder Tabletten noch esse ich das verseuchte Fleisch aus der Masse Haltung!
    Und promt bleibt man gesund!

  2. Lotus

    Ich denke nicht die ganze Pharmalobby ist schlecht,
    darin gibt es mit sicherheit auch gute Seiten,
    aber ich erinner mich an ein Radiointerview,
    bei dem ein Forscherin die mit Bakterien arbeitet(ich glaube es war eine Microbiologin),
    herausgefunden hatte,wie man Aids effektiv mit Bakterien gezielt bekämpfen kann,
    dies wurde jedoch gecancelt von der Pharmaindustire,
    weil bereits bestehende Medikamente auf dem Markt sind,
    sprich sowas findet auch in anderen Bereichen statt.
    Zitat:“Ein Bekannter berichtete mir kürzlich, dass sein Bruder, der bei jedem Krankenhausbesuch positiv auf MRSA getestet wurde, plötzlich nicht mehr MRSA-positiv war, nachdem er eine mehrwöchige Kur mit Haschischöl durchgeführt hatte. Die Ärzte konnten es kaum glauben.“
    ein Drama wenn man die derzeitige Gesetzeslage in Deutschland betrachtet,
    denn auch in diesem Fall gillt im Grunde genommen unterlassene Hilfeleistung,
    wenn man bedenkt wie schwer es Teilweise ist nur schon ein Medizinischer Cannabispatient zu werden,
    man könnte auch in diesem Fall direkt Leben retten,
    aber lieber nochmal 20 Jahre um den Heißen Brei reden und Politisch gekonnt alles unter den Tisch
    kehren,
    ein Hoch auf unsere neue Drogenbeauftragte,
    was sagt die wohl zu so einem Thema ???
    aber klar wir sind ja alle nur kleine Kiffer die Jammern…

    Peacezeichengruß

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