Montag, 10. Juni 2019

Kein Pardon für Cannabis-Konsumenten in Japan

Ex-Sänger der Popband KAT-TUN wegen des Besitzes von 2,2 Gramm Cannabis angeklagt

 

 

Junnosuke Taguchi ist in Japan ein Teenie-Idol und Traumschwiegersohn à la Justin Bieber. Sein Kapital ist sein gutes Aussehen, mit dem er sich durch Japans Unterhaltungsindustrie lächelt. Seit ein paar Wochen gibt’s jedoch nicht mehr viel zu lachen für den 33-Jährigen, denn am 22. Mai wurde Junnosuke in seinem Tokioer Apartment festgenommen und zusammen mit seiner Freundin, der Schauspielerin Rena Komine (38), in Untersuchungshaft genommen. Vorausgegangen war eine Hausdurchsuchung, bei der laut Polizeiangaben „eine große Menge Marihuana-Asche“, Longpapers, ein Grinder und 2,2 Gramm Cannabis beschlagnahmt werden konnten. Letzten Mittwoch erhoben die Staatsanwälte des Tokioer Bezirksgerichts gegen Taguchi und Komine Anklage wegen des Verstoßes gegen das Cannabis-Verbot.

 

Die Sache steht misslich für die beiden Künstler, denn Japan gilt als eines der strengsten Länder, wenn es um Cannabis geht. Der Besitz und auch Konsum wird im „Land der aufgehenden Sonne“ mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug unter Strafe gestellt. Dabei ist die seit 1948 herrschende Null-Toleranz-Politik überaus erfolgreich: Eine Cannabiskultur wie in den USA und Westeuropa ist aus dem Hanfverbot nicht erwachsen, und der Genuss von Marihuana und Haschisch bleibt nur einigen wenigen vorbehalten, die sich Grammpreise um die fünfzig Euro leisten können. Eine Hanf-Community, die gegen die restriktive Cannabispolitik aufbegehrt, existiert de facto nicht und hätte in der Bevölkerung auch keinen Rückhalt. Japaner, die es nach psychoaktiven Substanzen gelüstet, greifen vornehmlich auf Alkoholika und Aufputschmittel zurück.

 

Der Fall des kiffenden Teenie-Schwarms und seiner Freundin zeigt deutlich, dass Japan weit davon entfernt ist, den Cannabis-Genuss gesellschaftlich zumindest zu tolerieren. Nachdem den beiden Künstlern die Anklage eröffnet wurde, konnten sie der Untersuchungshaft bis zum Prozess nur entgehen, indem jeder eine Kaution von rund 3 Millionen Yen (rund 24.000 Euro) stellte. Überdies zeigte sich das kiffende Künstlerpärchen vollumfänglich geständig und reumütig. Taguchi soll sich den Ermittlern sogar soweit offenbart haben, dass er zugab, bereits seit zehn Jahren regelmäßig zu knattern.

 

Am Freitag kam es dann vor dem Tokyo Metropolitan Police Department zum großen medialen Showdown, als Taguchi und Komine auf freien Fuß gesetzt wurden. Zwar war für den Traumprinzen aller japanischen Jungfrauen kein roter Teppich ausgerollt, aber Herscharen von Reportern standen bereit, um den ehrlosen Kerl zu empfangen.

Und so trat Taguchi gesenkten Kopfes vor die Tür und tat das, was in Japan üblich ist, wenn man Scheiße gebaut hat und sich reinwaschen will. Nein, blutig wurde es nicht: Taguchi zog keinen Dolch aus der Tasche und beging Harakiri, wie es sich für einen Mann gehört, der sein Gesicht verloren hat. Dafür gab er eine offizielle Erklärung ab, in er um Entschuldigung bat und ein Gelöbnis ablegte: „Ich verspreche, dass ich nie wieder illegale Drogen, einschließlich Marihuana, anfassen werde und mich in derartige Verbrechen verwickeln lasse.“ Ferner kündigte er an, mit dem Showbusiness für eine Weile auszusetzen und sich darauf zu konzentrieren, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen.

 

Wie tief ein Mensch dank der Cannabis-Prohibition sinken kann, bekam die Presse anschließend vorgeführt. Taguchi vollzog die Männern vorbehaltene Dogeza-Geste. Mit Anzug und Krawatte fiel er auf die Knie und beugte den Oberkörper nach vorne, bis die Stirn den Boden berührte. Kurz gesagt, Taguchi hat als Zeichen der Unterordnung den Kotau gemacht. Ganze 20 Sekunden lang ist er so zu Kreuze gekrochen – um Ehre und Karriere zu retten.

Seine Freundin Rena Komine verkniff sich eine öffentliche Stellungnahme. Sie ist derzeit nicht in der Unterhaltungsbranche tätig, so dass die geheuchelte Reue nicht zwingend erforderlich war.

 

 

7 Antworten auf „Kein Pardon für Cannabis-Konsumenten in Japan

  1. Raffzahnoid

    Das verhalten der Japaner im Bezug auf Cannabis passt überhaupt nicht zum Shintōismus und Buddhismus. Auch bei den Japanern regiert die Neue-Welt-Ordnung. Die Türken z. B haben wie auch die Japaner sich vom Ami Anfang der 50er Jahre assimilieren lassen durch die NATO.

    Schuld an dieser ganzen Kacke ist die Menscheit die keinen Mut hat sich mit 220.000 Illuminaten anzulegen und sich bereitwillig in die Hölle schicken lässt um das dasein geniessen zu können aber auch eure Kinder werden die Sklaven der U. S. A. Über all die gleichen Marionetten mit verschiedenen Religionen und Rassen aber der Boss aus den U. S. A hat sich so sehr in den Satan verliebt das der echte Satan dagegen ein Karnevalisten darstellt.

    Ihr Sklaven der Illuminaten auch in der Hölle werdet ihr euren Amerikanischen Sklavenhalter gesellschaft leisten. Die Show is vorbei Borg Collective auch wenn der Wiederstand Zwecklos ist.

  2. Rainer Sikora

    Ziviler Ungehorsam ist überall ein Verbrechen,weil der Fahrzeugführer pannenfrei fahren will.Das Auto muß gehorchen.

  3. R. Maestro

    Hüben, wie drüben!

    Es dient, nicht nur, aber hauptsächlich dem Machterhalt.
    Komplett fehlen der weltweiten Politik,
    die Eier, der Sack, dagegen anzugehen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  4. buri_see_käo

    Danke R. Maestro für die Erwähnung wichtiger Stichworte „Eier im Sack“.
    Dazu gibt es unter:
    https://www.bundestag.de/resource/blob/645770/88e7a4217613094c8cdbfbc98cd5afcd/050-Sitzung-05-06-2019_1Ergaenzung-data.pdf
    vom Urheber Erwin Rüddel (CDU), verfasst von Katharina Lauer (PA14) am 4..Juni 14h08, ein interessantes Papier.
    Sicher ist Euch in der vergangenen Woche aufgefallen, dass die Vorsitzende der
    Corrupt Destroyer Union immer noch durch das Rezo-Video ganz wie von Sinnen über Möglichkeiten zur Einschränkung der Meinungsäußerung fabuliert. Dahin werden offenbar schon erste Tatsachen geschaffen, denn die Tagesordnungspunkte 4 und 6 erscheinen mir längst nicht so kriechswichtich zu sein wie der TOP 5. Es möchten die, welche durch die Ablehnung des Antrages der Linken für den Fortbestand der seit 40 Jahren andauernden Kifferhatz stimmten, sich nicht zu erkennen geben. Man hat also nicht die Eier im Sack, um klarzustellen: „Hier – ich bin’s, ihr – ihr bis zu 10% der Bevölkerung, ich habe keinen rationalen Beleg für das Elend das ich unter euch herbeiführe… „.
    So etwas erschwert eine bewusste Wahlentscheidung aber sehr. Von den grinsenden Götzen auf Riesenpappen soll also einzig unsere Wahlentscheidung abhängen, oder alternativ von einem Knobelbecher?
    Die Gallerie der Eierfreien: https://www.bundestag.de/gesundheit

    mfG fE

  5. Otto Normal

    Den asiatiatischen Gesellschaften die mich irgendwie an Insektenstaaten erinnern (z.B. Ameisen, Bienen) konnte ich noch nie etwas abgewinnen, wobei es mir gleich ist ob Japan oder das kommunistische China. Streng autoritäre Gesellschaften sind mir von jeher ein Greuel, mein Freiheitsdrang ist dafür einfach zu stark. Ich mag keine Ameise oder Biene sein, sondern lieber frei wie ein Vogel.

    Aber es gibt eben auch viele bedauernswerte Menschen die so einen gesellschaftlichen Käfig brauchen, da sie nie echte Freiheit erfuhren und nie gelernt haben mit echter Freiheit umzugehen.

  6. Giralegeld

    Die Alkoholiker in Uniform sind gegen Cannabis und sie glauben, Geld wird durch Arbeitende Bürger erzeugt . Was heißt Alkoholhalluzinose auf Japanisch ?

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