Samstag, 30. März 2019

Kascha März 2019

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht …


Louise (24, aus Düsseldorf) fragt:

„Hallo Kascha,

ich habe letztes Jahr ein paar Pflanzen angebaut und leider waren ziemlich viele Samen enthalten. Dazu habe ich jetzt mal zwei Fragen. Erstens: Kann ich die Samen noch einmal zum Aussäen verwenden oder sind die nicht mehr so gut? Und zweitens: Stimmt es, dass die Samen nicht nur beim Rauchen lästig sind, sondern auch das Gras schlechter wird, wenn es viele Samen hat? Und was kann man dagegen tun?“

Kascha antwortet:

„Hi Louise,

natürlich darf ich Dich an dieser Stelle nicht zum illegalen Cannabisanbau anleiten. Allerdings kann ich Dir einige allgemeine Informationen zu dem Thema geben. Das mit den Samen im Eigenanbau passiert leider immer wieder. Dafür gibt es zwei mögliche Gründe: Entweder war eine Deiner Pflanzen männlich oder eine Zwitterpflanze und hat die weiblichen Pflanzen bestäubt, oder es gab männliche Pflanzen in der Nachbarschaft, deren Pollen zu Deinen Weibchen hinübergeweht wurden. Unbemerkte Zwitter sind einer der häufigsten Gründe für unerwünschte Empfängnis: Auch wenn diese Pflanzen auch weibliche Blüten ausbilden, entfernen viele Grower sie zur Sicherheit komplett. Man kann auch die männlichen Blüten einzeln entfernen, dafür muss die Pflanze aber täglich gründlich inspiziert werden. Die Qualität der Samen der nächsten Generation hängt vom genetischen Mix der Eltern ab: Wenn es eine Bestäubung aus Zwitterpflanzen der gleichen Sorte war, wird die Qualität in der nächsten Generation etwas durchwachsener ausfallen, im Durchschnitt aber wahrscheinlich nicht viel schlechter. Über die Jahre wird die Qualität im Durchschnitt aber eher schlechter werden. Vielleicht wurden die Pflanzen aber auch von männlichen Pflanzen einer hochpotenten Sorte bestäubt, dann ist die Qualität vielleicht sogar besser. Ganz genau wissen kann man es vorher nicht. Und nun zur Frage mit der Qualität von mit Samen durchsetztem Gras: In dem Moment, in dem die Blüte anfängt, Samen zu produzieren, wird die Produktion des THC-haltigen Harzes eingeschränkt. Das dient nämlich dazu, die Pollen festzuhalten – und das ist nach erfolgter Befruchtung nicht mehr wichtig. Deshalb hat samenfreies Gras bei ansonsten identischen Bedingungen in der Regel einen höheren Wirkstoffgehalt.“


Mario (27, aus Leipzig) möchte wissen:

„Hi Kascha,

ich habe seit kurzem einen Vape-Stick und kaufe mir THC-Öl zum Vapen. Das finde ich aber relativ teuer und habe überlegt, ob es nicht günstiger wäre, mir das selbst herzustellen. Ist das sehr aufwändig und was benötigt man dafür?“

Kascha antwortet:

„Hi Mario,

ich weiß nicht, was Du für das Öl bezahlst – aber natürlich ergibt sich der Preis aus der Konzentration. Wenn aus Gras mit sagen wir mal 18 % Wirkstoffgehalt zu einem Öl mit 70 % Wirkstoffgehalt extrahiert wird, sind das idealerweise knapp 4 g Gras pro 1 g Öl – und in der Realität sogar noch mehr, da man ja nicht 100 % herausgelöst bekommt. Wenn das Gras 10 € pro Gramm kostet, liegen schon die Materialkosten für das Öl bei 40 € und die Herstellungskosten sind noch gar nicht inbegriffen. Vielleicht kannst Du ja selbst abschätzen, ob sich die eigene Herstellung für Dich lohnt. Grundsätzlich sind drei Verfahren zur THC-Extraktion üblich. Mit Butangas extrahiert man das so genannte BHO, Butane Hashisch Oil, eine gelbliche, wachsartige Substanz, die auch als Honey bekannt ist. Dieses Verfahren ist in letzter Zeit relativ verbreitet. Mit Benzin kann man ein grünlich-schwarzes Öl extrahieren – dieses Verfahren ist allerdings wegen der größeren Explosionsgefahr noch etwas riskanter als das BHO-Verfahren. Die dritte Möglichkeit ist der alkoholische Extrakt, dafür wird das fein zermahlene Gras in hochprozentigen Alkohol eingelegt. Anschließend wird der Alkohol in der Lösung verdunstet, bis ein ebenfalls grünlich-schwärzliches Öl zurückbleibt. Mehr Informationen zu all diesen Verfahren findest Du relativ einfach über Suchmaschinen im Internet – einige der Verfahren sollte man aber nur im Freien oder in gut belüfteten Räumen durchführen, um sich und andere nicht zu gefährden.“


Flo (20, aus Berlin) fragt:

„Hi Kascha,

das ist vielleicht eine doofe Frage, aber können Tiere auch high werden? Also zum Beispiel, wenn ich bekifft bin und mich eine Mücke sticht, oder wenn ich eine Fliege anpuste oder wenn ein Haustier mit im Zimmer ist, wenn wir kiffen?“

Kascha antwortet:

„Hallo Flo,

das kommt ganz auf das Tier an. Grundsätzlich sind THC-Rezeptoren im zentralen Nervensystem erforderlich, um high zu werden – und die finden sich in der Regel nur bei Wirbeltieren. Das heißt, dass Hund, Katze, Fisch & Co tatsächlich „high“ werden können. Da sie aber ein ganz anderes Bewusstsein haben, empfinden sie das nicht unbedingt so positiv wie wir: Die Symptome sind häufig eher irgendwo zwischen Lethargie und Angst mit Koordinationsstörungen. Dass die Tiere nicht wissen, woher das kommt, wird ihnen die Situation zusätzlich unbehaglich machen. Es gibt zwar immer wieder Berichte von Hunden und Katzen, die sich absichtlich zu Kiffern setzen – grundsätzlich würde ich einem Haustier aber immer die Möglichkeit geben, dem Rauch zu entfliehen. Bei Insekten sieht es noch mal anders aus: Bei Mücken wurden bisher keine THC-Rezeptoren gefunden, zudem ist die THC-Konzentration im Blut so niedrig, dass sie wohl ohnehin zu wenig davon aufnehmen würde. Auch Fliegen sind wahrscheinlich eher vom Rauch gestört, als dass das THC sie beeinflusst. Interessant ist, dass bei Spinnen, obwohl sie keine Wirbeltiere sind, Einflüsse von THC auf das Verhalten festgestellt wurden. In einer Untersuchung, in der Spinnen unterschiedliche Drogen verabreicht werden und dann beobachtet wurde, wie sie Netze spinnen, zeigten sich deutliche Auswirkungen. Von eigenen Experimenten in dieser Richtung würde ich aber dringend abraten: Wie für Menschen gilt auch für Tiere, dass für einen angenehmen Cannabisrausch wichtig ist, dass er auch freiwillig und bewusst ist. CBD wiederum, das keinen Rausch verursacht, scheint bei vielen Haustieren positive Wirkungen bei Schmerzen und Krämpfen zu haben.“

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