Freitag, 1. März 2019

Kiffen im Land des Lächelns

Illegales Gras in Thailand.


Thailand zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen der deutschen Bevölkerung. Auch wenn dort ein Großteil der Touristen mittlerweile aus Russland und China anreist, so treffen sich dort auch ein gewaltiger Haufen Menschen aus Deutschland, die dem tristen Alltag der Bundesrepublik entfliehen wollen und sich an Stränden, in Bars und Hotels ein besseres Leben für einen begrenzten Zeitraum gönnen. Noch vor über zwanzig Jahren flogen auch viele reiselustige Personen auf die vielen wunderschönen Inseln des wohlhabendsten Königreiches, um auf Full-Moon-Parties und Goa-Festivals dem Konsum berauschender Substanzen zu frönen, was heutzutage jedoch aufgrund einer forsch durchgesetzten Prohibitionspolitik nicht mehr ganz so einfach in diesem Maße möglich ist. Die Polizei Thailands kennt bei Drogengebrauch und der damit einhergehenden Gesetzesüberschreitung nur selten Gnade und verfolgt Nutzer berauschender Substanzen mit Leidenschaft. Dennoch hat sich auch in Thailand eine gewisse Vernunftspolitik entwickelt, die innerhalb weniger Monate dazu bereit war, Cannabis zu medizinischen Zwecken zu legalisieren und das Land zu dem ersten Fleck in Asien zu machen, auf dem künftig die Pflanzenkraft für Patienten sowie Industrie eingesetzt werden darf. Während sich hier erst noch die genauen Reglements entwickeln werden, blüht aber natürlich weiterhin der Schwarzmarkthandel, der Einheimische wie Angereiste mit dem berühmt berüchtigten Thaiweed versorgt. Illegales Gras in Thailand erfreut sich somit natürlich einer gewissen Beliebtheit, wobei Touristen nicht damit rechnen sollten, hochgezüchtete Seedbank-Pflanzen erstehen zu können, sondern davon ausgehen sollten landestypische Waren zu erhalten. Kiffen im Land des Lächelns ist somit nicht unmöglich, während empfohlen wird immer besonders vorsichtig zu sein, wo und was man sich für ein paar Tausend Baht ins Hotelzimmer holt.


Gerade in den von Touristen überlaufenen Gegenden wie der Bangla-Road auf Phuket oder der Walking-Street in Pattaya stellt es sich als eine recht einfach zu bewerkstelligende Aufgabe dar, will man unbedingt an etwas Cannabis während seines Auslandsaufenthaltes geraten. Während Schilderschwinger und Animierdamen versuchen einen in die unzähligen Etablissements und Kneipen-Klubs zu locken, findet man auf seinen Streifzügen mindestens eine einheimische Person, die einem Angebote zum Einkauf von Rauschmitteln unterbreitet. Hier ist jedoch nicht nur Vorsicht aufgrund des öffentlich stattfindenden Gesetzesbruches geboten, auch ist davon auszugehen, dass man weder qualitativ hochwertige Ware erhält noch einen fairen Preis für das anschließend in Empfang genommene Grastütchen bezahlt. Für etwa 1000 Baht – ungefähr 25 Euro – gibt es schließlich nur eine kleine Menge winzigen Knospenmaterials, welches die Gefahren, zeitgleich von der aufmerksamen Polizei erwischt zu werden, nicht wirklich wert ist. Am sinnvollsten ist es für die sich in der Sonne suhlenden Farangs, sich an kennengelernte Thais zu wenden, mit denen man schon im lockeren Gespräch über Ganja merkte, dass sie bezüglich Cannabiskonsumenten  keine bösen Absichten verfolgen. In deren Freundeskreis gibt es mit Sicherheit den einen oder anderen Bekannten, der sich einen kleinen Zuverdienst mit den berauschenden Produkten der Hanfpflanze erhofft, weshalb die private Bestellung einer Mindestmenge für alle Beteiligten einen Vorteil verspricht. Kennt man die richtigen Thailänder, wird einem die gewünschte Handelsware zeitnah vor die Tür geliefert, was die Gefahren, von der Polizei erwischt zu werden, schon einmal etwas schmälert. Auch die Mengenverhältnisse stehen bei auf diesem Weg erworbenen Thaiweed in keinem Verhältnis zu den marginalen Grammzahlen, kauft man das Gras auf den Straßen der Partymeilen. So ist es nicht besonders teuer und auch nicht besonders aufwendig an eine ordentliche Portion zusammengepressten Pflanzenmaterials zu gelangen, welches nach einigen Tagen Abstinenz auch die gewünschte Wirkung erzielt. Circa 2000 Baht – also knapp 50 Euro – ermöglichen den Einkauf von ungefähr 15 – 20 Gramm Thaiweed, welches jedoch nicht den europäischen Standards entspricht. Hier bekommen ausgewählte Kiffer eine spezielle Zwischenform von Haschisch und Gras, da das gesamte Material von den Produzenten zu einem festen aber durchmengten Block gepresst wird. In diesem befinden sich dann aber nicht nur Knospen und Harze, sondern auch andere Überbleibsel der dort heimlich gedeihenden Hanfpflanzen. So finden sich Stängel und auch viele Samen in den graugrünen Quadern, welche von europäischen Jointrauchern sorgfältig aussortiert gehören. Da diese thailändischen Hanfprodukte jedoch durch leichten Druck schon wie Skuff auseinanderfallen, stellt diese kleine Arbeitshandlung keinen größeren Aufwand für darbende Konsumenten dar. Überraschend ist dagegen die Wirkungsweise des dort heimischen Cannabis, welches ein angenehmes High verursacht, das auch gerne zu Fressattacken und leichter Müdigkeit führen kann. Ebenso profitiert aber auch selbstverständlich die Libido von dem natürlich angepflanzten Thai-Gras, welches einst seinen Teil zu der Entwicklung der hochpotenten Haze-Sorten beitrug.


Wichtig ist bei dem Genuss der leider für den Rauschkonsum weiterhin verbotenen Pflanzenstoffe, dass man sich stets ein sicheres und ungestörtes Plätzchen wie auf dem Balkon des gewählten Hotels sucht und nicht verwendete Reste sicher in den Safes der Zimmer bunkert. In der Öffentlichkeit Cannabis zu konsumieren sollte aktuell wohl noch dringend vermieden werden, da selbst Übersiedler nicht vor der Staatsmacht gefeit sind. So hört man über Ecken von Entscheidungen, die nach dem einfachen Konsum von Cannabis dazu führten, dass selbst werdende Väter für zwanzig Tage im „Monkey House“ – dem Gefängnis – landen, zu Zahlungen von 20000 Baht verpflichtet sind und anschließend für fünf Jahre aus dem Lande verwiesen werden. Entspannter Konsum von Marihuana im Urlaub sieht daher definitiv etwas anders aus und sollte Menschen, welche berechtigte Angst haben ähnliche Erfahrungen zu machen, vielleicht auf ein anderes Urlaubsziel als Thailand ansetzen – es sei denn man ist Medizinalhanfpatient und möchte versuchen die neu gewonnenen Freiheiten im Land des Lächelns erstmals auszukosten. Wer dagegen aufgrund von Wetter, Land und Leuten auf den bislang zwingend benötigt geglaubten Genuss von Cannabis auf einmal doch überraschend verzichten kann, wird aus dem wunderschönen Land so befreit wie begeistert zurückkommen können.

Beitrag und Bilder von mze

4 Antworten auf „Kiffen im Land des Lächelns

  1. buri_see_käo

    So dolle kiffen bräuchte man in Thailand eigentlich nicht, es geht dort doch reichlich entspannt zu.
    Z.B. halten die Linienbusse in BKK auch auf Anfrage und nicht nur an Haltestellen. In Hotels würde ich dort vorerst nie kiffen, raus vor die Tür und nach einigen zig-Metern Wanderung von den Straßen entfernt, ist man plötzlich wie in einem Dorf, oder auch Park. Von Thais, die Kiffe anbieten, nichts kaufen, es könnten Polizei oder Zuarbeiter sein; nur von Vertrauenspersonen, kiffen ist dort recht verbreitet, das riecht man. Zur Verwahrung die Kiffe regensicher in tarnfarbene Folie packen, ein paar Schritte in die Wildnis und in der Nähe einer wildwachsenden Papaya-Pflanze, Tamarind oder Noni o.Ä. (Alibi) ablegen und eine Frucht pflücken. Wer es unbedingt in Hotel/Unterkunft lagern will, dann in Klo/Duschraum (horngNam) am feuchten! Armatur/Rohrkrams; Thais haben einen religiösen/kulturellen Klemmer, dort rumzufummeln. Solange man Material bei sich hat (haben Thais auch), aufmerksam sein:
    „rawang, Tamm-Ruat mar“, wenn man sowas vernimmt, sofort unauffällig weg mit dem Zeug, weil „Vorsicht/Achtung, Machen Kontrolle = Polizei, kommt“ für Kiffer eine Gefahrensituation darstellt. Kiffe in Isopropylalkohol auflösen, filtern, das Lsg.Mittel verdunstet dort schnell -> kompakt und geruchsarm.
    mfG fE

  2. Ralf

    Man fährt nicht in so ein dreckiges Prohibitionsmistland und unterstützt die Menschenrechtsbrecher noch durch Touristenkohle. Ich fahr in solche Länder nicht und alle die Charakter haben sollten das auch nicht tun, denn dann unterstützt man immer die Prohibitionsverbrecher! Ein Freund von mir ist mit einer Thai verheiratet, fährt aber dort nicht mehr hin und seine Frau auch nur noch selten. Außerdem kann ich dann auch zu Hause bleiben, denn ich suche nichts anderes als Freiheit wenn ich verreise, und wo ich die nicht bekomme bleibe ich weg!

  3. Ralf

    @buri_see_käo
    Wenn ich deinen Kommentar lese graut`s mir doppelt vor diesem Land, ist ja schrecklich in welche Gefahr man sich dort begibt, und was für Vorsichtsmaßnahmen man treffen muß um nicht fertig gemacht zu werden, nee das lassen wir lieber!

  4. mze

    @Ralf: Selbst näher anschauen – ein eigenes Bild machen – und entspannter zurückkommen.
    Nicht selbst zum Hater mutieren!
    Hierzulande läuft doch leider überhaupt nichts besser, wie du sicher selbst schon mitbekommen hast. Siehe aktuelle Nachrichten über Hanfpatienten nach Verkehrskontrolle, Modellprojekte Schweiz usw. …
    In Thailand sind wenigstens die gewöhnlichen Menschen super entspannt – das Land hat dazu nur drei Monate gebraucht, um herauszufinden, dass Patienten mit Medizinalhanf wirklich geholfen werden kann, und übernimmt nun eine Vorreiterrolle in Asien. Hier bei uns vergingen viele Jahre und es ist immer noch nicht in trockenen Tüchern, wie man am Ausschreibungsverfahren der Cannabisagentur sieht …

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