Dienstag, 5. Februar 2019

Haschisch-Alarm auf Teneriffa

Guardia Civil fischt 97 Kilogramm Haschisch aus dem Atlantik

Cannabis
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Sadhu van Hemp

 

 

Wer an den Küsten der Meere lebt, weiß Wind zu schätzen. Gerne darf es auch mal ein Orkan mit Spitzengeschwindigkeiten von über 200 km/h sein, der Frachtschiffe in Schieflage bringt. Sturmnächte sind goldwert, denn sie versprechen Strandgut im Überfluss. Eine derartige verspätete Weihnachtsbescherung erlebten die Bewohner der westfriesischen Inseln am späten Abend des Neujahrstages, als ein Frachter auf dem Weg von Antwerpen nach Bremerhaven vor Terschelling ins Schlingern kam und mal eben 270 Container abwarf. Am nächsten Morgen war der 30 Kilometer lange Nordseestrand der Urlaubsinsel übersät mit dem Sortiment eines Kaufhauses. Von der Adilette made in China bis zum Flachbildschirm war alles dabei, was des Strandräubers Herz begehrt. Da dass niederländische Recht den passiven Strandraub duldet, durften die Insulaner alles mit nach Hause schleppen – bis auf die heil gebliebenen Container. Und so erstickt manch Terschellinger derzeit in Bergen von Turnschuhen, gelben Quietscheentchen, Smartphones, Grindern und Klobürsten.

Ein ähnlich großes Glück könnte letzte Woche so manchen Bewohner der Kanarischen Insel Teneriffa ereilt haben. Auf einer Patrouillenfahrt fischte die Hafenpolizei von Granadilla de Abona am Morgen des 29. Januar ein verdächtig aussehendes braunes Paket aus dem Atlantik. Die umgehend verständigte Guardia Civil lüftete dann das Geheimnis des Paketes: Zum Vorschein kamen etliche verschiedene in Cellophan verpackte Haschischplatten mit einem Gesamtgewicht von 37 Kilogramm. Offensichtlich ist die Cannabis-Droge einem der vielen Schmuggler-Speedboote über Bord gegangen, die regelmäßig zwischen Marokko und den Kanarischen Inseln verkehren.

Dieser Verdacht erhärtete sich, als zwei junge Männer bei der Guardia Civil den Fund eines weiteren Paketes am Strand von Punta in El Porís meldeten. Auch dieses Paket enthielt lekker Haschisch aus Marokko – mit einem Gewicht von 30 Kilogramm.

Die gut ausgestattete spanische Polizei packte daraufhin das ganz große Besteck aus, denn nunmehr bestand große Sorge, dass noch mehr hochtoxisches Treibgut an Land gespült wird und Strandräuber die Haschisch-Pakete einsammeln. Und so stach die Seerettung in See und ein Hubschrauber erhob sich in die Lüfte, um denen zuvorzukommen, die nicht so artig sind und das Strandgut bei der Polizei abliefern. Die Haschischsucher vermeldeten am Ende des Tages den Fund eines dritten Paketes mit 30 Kilogramm Cannabis-Harz unweit des Strandes von El Socorro in Güímar.

Die Nachforschungen der Guardia Civil nach der Herkunft der drei Haschgiftpakete blieben erfolglos. Auch das Rätsel, ob das Schmugglerboot bei schwerer See havariert ist und weitaus mehr Haschisch-Pakete verloren gegangen sind, bleibt ungelöst. Doch eine Sache dürfte der Inselpolizei klar sein: Nicht jeder wird den Fund eines solchen herrenlosen Paketes melden, Schließlich haben 30 Kilogramm Haschisch einen Verkaufswert von einigen Tausend Euro. Oder anders ausgedrückt: So ein Paket reicht gut trainierten Haschliebhabern gute dreißig Jahre.

 

6 Antworten auf „Haschisch-Alarm auf Teneriffa

  1. Stockschleuder

    Alles Peanuts ! Ich will legales Cannabis und eine Entschädigung , für Jahrelange Diskriminierung und Hetze .

  2. wappercam

    Kein Wunder, das Schmuggler in Europa immer wieder aktiv sind. Man soll Cannabis freigeben, wie z.B. in USA „Worschtschinkton“, Cannabis Besitz bis 30 gr.per Person legal – ok . Rauchen oder Cannabis konsumieren NUR im privaten Bereich – nicht im öffentlichen Bereich.
    Ach so ja: Fahren unter C-Einfluß strickt verboten und Tests bei Kontrollen NUR bei erkennbarem Verdacht. Sonst ? sonst nix weiter.

  3. Irgendwer

    @ wappercam

    Laß doch bitte die med. Dauerkonsumenten bitte in Ruhe lassen.
    Weil: Verdacht ist oft intuitives rauspicken, wobei Intuition quasi auf dem folgenden Erfolgserlebnis basiert. Wenn z.B. jemand nervös wird bei nerviger Fragerei, heißt es kackdreist: Ausfallerscheinungen

  4. Der Realist ohne Kraut

    Wahnsinn. Da müssen die Polizisten ja stolz wie Bolle sein, dass es solche ‚Massen‘ auf Nulltarif vom gesetzestreuen Bürger gibt.

    Lachhaft. In einer Sekunde wird ein deutliches Vielfacher geschmuggelt, konsumiert und angebaut.

    @ wappercam
    30g? Pro Tag, Woche oder Monat? Wer derartige Mengen ‚braucht‘, sollte das Kiffen lieber sein lassen.
    Und, genau so, wie’s Irgendwer sieht, sind Verdachtsmomente reine Willkür. Wenn die Polizei auf dich zu kommt und du nur im falschen Moment wegschaust, hast du die Kontrolle… Spreche aus eigener Erfahrung!

    Und was ist mit den Medi-Kiffer? Dürften sie dann kein Kraftwagen führen?
    Heute reicht es doch schon, dass man vor einer Woche paar Zügen inhalierte und schon fliegt der Führerschein weg und hohe Geldstrafe ein (oder Schlimmeres).

  5. Otto Normal

    Die „braven Bürger“ die da abgeliefert haben
    sind die Denunzianten von morgen.
    Vorauseilender Gehorsam.
    Widerlich!

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