Sonntag, 3. Februar 2019

Kascha Januar 2019

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…


Mehmet (24, aus Dortmund) fragt:

„Hi Kascha,

ich habe mir zum neuen Jahr vorgenommen, nach fast zehn Jahren mit dem Rauchen aufzuhören und das gilt auch für Joints. Deshalb habe ich mir einen tragbaren Vaporizer geleistet, mit eingebautem Temperaturregler. Jetzt habe ich gehört, dass verschiedene Temperaturen für unterschiedliche Wirkung sorgen. Was ist denn die richtige Temperatur und was für eine Wirkung hat das, wenn ich eine andere Temperatur einstelle?“

Kascha antwortet:

„Hi Mehmet,

dann wünsche ich Dir erst mal viel Erfolg bei Deinem Vorhaben! Tatsächlich haben viele Vaporizer einen Temperaturregler oder verschiedene Temperaturstufen. Das hat mehrere Gründe. Zum Einen kann man, wenn man die Temperatur verstellen kann, auch andere Kräuter damit verdampfen. Einige Konsumenten berichten zum Beispiel davon, dass sie in der Erkältungszeit Salbei in den Vaporizer stecken, um die Atemwege zu entspannen. Die ideale Temperatur dafür liegt bei ca. 190°C – auch für Kamille und Thymian ist diese Temperatur gut geeignet. Lavendel und Eukalyptus mögen es mit etwa 130°C hingegen etwas kühler. Cannabis wird in der Regel bei Temperaturen zwischen 160°C und 220°C verdampft: In dieser Bandbreite verstecken sich aber verschiedene Wirkungen, je nachdem, welche Wirkstoffe der Dampf enthält. Die meisten Vaporizer mit Temperaturregler decken mehr oder weniger genau diesen Temperaturbereich ab, denn so ist es Dir möglich, relativ genau die gewünschte Wirkung einzustellen. Grundsätzlich ist die Verdampfungstemperatur von CBD etwas höher als die von THC, deshalb ist bei niedrigen Temperaturen um die 160°C der THC-Anteil deutlich höher, während kaum CBD im Dampf enthalten ist. CBD verdampft zwischen 160°C und 180°C, wer möglichst viel davon inhalieren möchte, wird also eine Temperatur um 180°C wählen. Bei noch höheren Temperaturen werden weitere Cannabioide freigesetzt, die zum Beispiel entzündungshemmend oder euphorisierend wirken, aber nur in sehr geringen Anteilen in der Hanfblüte enthalten sind.
Man kann also sagen: Wer ein eher klares, belebendes High wünscht, wird den Vaporizer auf ca. 157°C bis 165°C einstellen. Der entspannende Vape zum Feierabend kann dann wiederum eine Temperatur von ca. 175°C bis 185°C haben.“


Dirk (28, aus Berlin) möchte wissen:

„Hallo Kascha,

ich war vor Kurzem für einige Wochen in Westafrika und da hat mich etwas verwundert. Gefühlt jeder zweite junge Mensch kifft dort, aber das Gras ist irgendwie von seltsamer Qualität. Die Blüten sind im Vergleich zu dem, was ich von hier kenne, winzig. Das meiste sind nur Stängel und Samen. Wenn man ordentlich aussortiert und das dann pur in der Pfeife oder einer dicken Tüte raucht, geht es schon klar, schmeckt interessant würzig und man wird schon irgendwie high. Aber warum ist das Gras da so anders? Wenn ich bei mir auf dem Balkon anbaue, kriege ich dickere Blüten raus. Können die nicht richtig anbauen?“

Kascha antwortet:

„Hallo Dirk,

tatsächlich hat das Gras bis etwa in die 1970er Jahre hier auch nicht so viel anders ausgesehen. Die fetten Buds, die wir heute so kennen, sind das Ergebnis gezielter Züchtung – genau wie der gestiegene Wirkstoffgehalt. Das ist zum Teil eine Folge des technologischen Fortschritts bei den Cannabiszüchtern – aber auch eine Folge der Illegalität. Gerade im dicht besiedelten Europa und in Großstädten macht sich ein eingeschweißtes Kilo in der Sporttasche doch besser zum Schmuggel und Transport als ein riesiger Müllsack. Und bei dickeren, wirkstoffhaltigeren Blüten transportiert man am Ende mehr THC pro Kilo als bei dem von Dir erwähnten Stiele-und-Samen-Mix. Kurz gesagt: Die illegalen Transportwege erfordern mehr Effizienz. So wie auch der illegale Anbau: Indoor statt auf großen Feldern. Bis in die 1990er Jahre hinein hat man aber – hüben wie drüben – in der Regel zu Haschisch gegriffen, wenn man eine etwas stärkere Wirkung wollte. Das ist ohnehin kompakt und konzentriert.

Dass in vielen Regionen außerhalb Europas immer noch das dunkelgrüne, würzige Bushweed den Markt bestimmt, liegt vor allem an den Kosten hochwertigen Saatgutes: Bei den Verkaufspreisen, die ein kleiner westafrikanischer Grower mit seiner Ernte erzielt, ist es einfach nicht erschwinglich, Samen aus Europa zu importieren oder sich selbst mit Zuchtversuchen zu bemühen. Das ist beim Outdooranbau auch gar nicht so einfach – für die hochgezüchteten Sorten in Europa sind die kontrollierten Bedingungen, die man in Mietwohnungen, leerstehenden Fabriken oder Kellerräumen findet, besonders wichtig. Bei Wildkreuzungen kann ein Großteil der Errungenschaften sonst schon mit der nächsten Generation wieder verloren gehen. Das hat also weniger mit den Fähigkeiten als vielmehr mit den technischen Möglichkeiten zu tun. Auch einige Grower in Afrika importieren übrigens Samen aus den Niederlanden oder Spanien – deren Ernte ist dann auch entsprechend hochwertig, aber auch entsprechend teurer als das überall verfügbare Standard-Weed.“


Maja (22, aus Köln) fragt:

„Hi Kascha,

ich habe von einem Freund, der ein paar Growschränke hat, einen Steckling bekommen. Ich würde die Pflanze gerne im Sommer auf dem Balkon wachsen lassen, bis dahin ist aber noch lange Zeit. Wird die Pflanze das überleben, wenn ich sie so lange auf ein sonniges Fensterbrett stelle? Oder braucht sie künstliches Licht?“

Kascha antwortet:

„Hi Maja,

da der Anbau von Hanf auch in Köln immer noch verboten ist darf ich dich hierzu nicht beraten. Auf einige allgemeine Eigenschaften kann ich allerdingseingehen. Dass die Pflanze den restlichen Winter auf dem Fensterbrett übersteht, kann ich nicht versprechen. Wenn ein paar wichtige Bedingungen erfüllt sind, ist es aber durchaus möglich. Erst einmal sollte die Temperatur möglichst nicht unter 20°C und auf keinen Fall unter 15°C liegen, um Krankheiten vorzubeugen. Außerdem benötigt die Pflanze viel Licht – an einem wolkenreichen Wintertag kann es schon mal sein, dass das Licht nicht ausreicht. Und wenn lange die Sonne nicht scheint, dann kann die Pflanze schlimmstenfalls eingehen. Es ist also sicherer, die Pflanze mit einer Lampe überwintern zu lassen, auch wenn es etwas aufwändiger ist. Außerdem wächst sie unter künstlicher Beleuchtung deutlich schneller. Die Lampe kann auch als Zusatzbeleuchtung eingesetzt werden, was aber direkt am Fenster nicht unbedingt immer ratsam ist: Das helle Licht könnte zu viel Aufmerksamkeit von der Straße auf das Pflänzchen lenken. Kurz gesagt: Beide Varianten sind möglich. Es kann aber sein, dass es auf dem Fensterbrett zu kalt oder auf Dauer zu dunkel ist. Andererseits ist es bis März auch nicht mehr allzu lange hin.“

3 Antworten auf „Kascha Januar 2019

  1. Ewa

    @Betreuungsmafia

    Wenn du paar Kilo in deinem Arsch reinschmuggelst dann purzeln die Preise…

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