Sonntag, 30. Dezember 2018

Kascha Dezember 2018

 

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

 

Christina (26) aus Köln fragt:

 

„Hi Kascha,

 

ich backe in der Weihnachtszeit immer gerne Stollen nach einem alten Rezept von meiner Oma. Und als ich neulich Zutaten einkaufen war, ist es mir aufgefallen: Da ist ordentlich Butter drin. Dann müsste ich doch eigentlich auch einen Gras-Stollen backen können? Meinst Du, das würde funktionieren? Und wie macht man sowas im Detail?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Christina,

 

gleich vorweg: Ich glaube, das würde funktionieren. Und ich würde gerne auch ein Stück davon probieren, das klingt lecker. Ich kenne das genaue Rezept Deiner Oma nicht, Du wirst es auch gar nicht groß verändern müssen. Idealerweise quirlst Du das Gras in die Butter, bevor Du sie mit den restlichen Zutaten vermengst. Du kannst es aber auch einfach dazugeben, wenn Du den Teig verrührst. Viele Konsumenten, die ihr Gras im Essen konsumieren, bereiten es allerdings erst auf eine spezielle Weise vor: Sie aktivieren das THC durch Wärme. Denn so, wie das THC im Gras vorliegt, ist es nicht psychoaktiv – und das Erhitzen beim Backen aktiviert das THC vielleicht nicht gründlich genug. Der gesamte Vorgang nennt sich Decarboxylieren und hat noch einen positiven Nebeneffekt: Das Gras wird davon trocken und bröselig und lässt sich hervorragend und gleichmäßig mit den restlichen Zutaten vermischen. Da es noch gebacken wird, musst Du es nicht vollständig decarboxylieren – etwa 60 Minuten bei 100°C im vorgeheizten Backofen sollten ausreichen, wenn der Stollen anschließend noch einmal für ca. eine Stunde gebacken wird. Persönlich würde ich für eine weihnachtliche Note überlegen, ob Du nicht Haschisch verwenden möchtest – ein feines, braunes Pollenhasch würde dem Stollen sicher eine angenehme weihnachtliche Note verleihen. Das natürlich nur als theoretische Überlegung, da ich Dich natürlich nicht zum Konsum illegaler Drogen auffordern möchte. Auch Haschisch wird idealerweise vor dem Backen decarboxyliert – wenn Du es mit dem Feuerzeug klein machst, ist ein Großteil der Decarboxylierung durch die hohe Temperatur der Flamme bereits abgeschlossen. Zur Sicherheit kannst Du es aber auch noch einmal für eine halbe Stunde bei 100 °C in den Ofen geben. In beiden Fällen solltest Du Dir die Dosierung gut überlegen. Wenn Du zum Beispiel 20 Scheiben aus dem Stollen schneidest, wären fünf bis zehn Gramm eine vernünftige Dosierung, je nachdem, wie gut du THC verträgst. Das wären dann 0,25 bis 0,5 Gramm pro Scheibe – und eine bis zwei Scheiben sollten damit jeden, der den Stollen probiert, anständig high kriegen. Mit 0,5 Gramm wäre eine Scheibe des 10-Gramm-Stollens dann aber auch nur etwas für erfahrene Konsumenten, für den Anfang würde ich einen 5-Gramm-Stollen empfehlen und im Zweifelsfall nach einer halben Stunde ein weiteres Stück essen. Und Haschisch würde ich wegen des üblicherweise höheren THC-Gehalts etwas niedriger dosieren als Gras.“

 

Marlon (23) aus Augsburg fragt:

 

„Hallo Kascha,

 

ich habe neulich mit meiner kleinen Schwester für einen Vortrag recherchiert, den sie in der Schule halten soll. Dabei haben wir in einem alten Tagesspiegel-Artikel gelesen, dass Menschen Cannabis „rauchen, essen oder schnupfen“. Das mit dem Schnupfen habe ich noch nie vorher von irgendwem gehört und die meisten meiner Freunde kiffen schon seit Jahren. Jetzt wollte ich mal fragen, ob das geht? Also Gras klein machen und sich das durch die Nase ziehen?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Marlon,

 

man kann nur mutmaßen, was der Tagesspiegel-Redakteur damit meinte. Ich habe so etwas auch noch nie bei irgendwem gesehen. Grundsätzlich kann man natürlich alles schnupfen, was trocken genug ist und sich entsprechend zerkleinern lässt. Ob es Sinn macht ist aber noch eine ganz andere Frage. Und da wäre ich bei Cannabis eher skeptisch. Drogen, die üblicherweise geschnupft werden, haben einen hoch konzentrierten Wirkstoffgehalt, zum Beispiel Speed, Kokain oder Heroin. Niemand zerkleinert und schnupft Cocablätter, dafür werden sie üblicherweise gekaut. Und das weniger konzentrierte Opium wird üblicherweise geraucht. Du verstehst, worauf ich hinaus will? Das viele Pflanzenmaterial, das einen Anteil von bis zu über 85 % ausmacht, stört die Aufnahme der Wirkstoffe durch die Nasenschleimhaut. Und reineres THC, z.B. Haschöl, ist viel zu zäh und klebrig, als dass man eine gescheite Bahn damit legen könnte. Am besten würden sich vielleicht lose Pollen, also Harzdrüsen eignen. Damit verklebst Du Dir aber auch ziemlich sicher auf unangenehme Weise die Nasennebenhöhlen, ohne, dass es besonders gut wirkt. Im Übrigen kann ich mir gut vorstellen, dass eine Line mit Ganjapulver bei einigen Konsumenten eine ziemliche allergische Reaktion hervorrufen kann, abgesehen von dem ganzen Pflanzenpulver in den Atemwegen. Kurz gesagt – ich halte das für keine sinnvolle Idee, zumal mit Essen, Rauchen und Vapen zahlreiche andere Konsumformen zur Verfügung stehen, teilweise mit deutlich geringeren gesundheitlichen Risiken und effizienterer Wirkung. Ganz unmöglich ist der nasale Konsum allerdings nicht: Im therapeutischen Bereich werden schon länger spezielle THC-Nasensprays verwendet, die schnell und gut dosierbar wirken. Die optimale Mischung dafür herzustellen ist aber vermutlich für den Hausgebrauch etwas zu aufwändig: Dazu zählt nicht zuletzt, das THC vorher zu konzentrieren und zu decarboxylieren und es dann in einer geeigneten Trägersubstanz gründlich aufzulösen. Und ein Nasenspray ist natürlich etwas anderes als eine Line mit Cannabispulver.“

 

Hannes (20) aus Erfurt fragt:

 

„High Kascha,

 

ich habe im Garten meiner Großeltern ein paar Pflanzen angebaut, um mich für den Winter einzudecken. Jetzt habe ich fünf ziemlich lange, ca. 4 cm dicke Hanfstämme übrig und frage mich, ob ich damit noch etwas nützliches anfangen kann? Ist da noch Wirkstoff dran?“

 

Kascha antwortet:

 

„High Hannes,

 

tatsächlich befindet sich an den Stielen noch eine kleine Menge Wirkstoff in den Harzdrüsen, die den Stängel etwas klebrig machen. Wenn Du mit der Hand lange genug an einem der Stiele entlang reibst, sollte sich Harz an Deinen Handflächen sammeln. Das ist tatsächlich rauchbar, auch wenn die Ausbeute bei fünf Stämmen überschaubar bleiben sollte. Eine andere Variante ist, sie klein zu schneiden und in einem Gefrierbeutel einzufrieren und den Beutel dann regelmäßig zu schütteln. So brechen die Harzdrüsen vom Stamm ab und sammeln sich im Beutel. Auch hier ist die Ausbeute beim Hauptstiel allerdings eher mäßig. Die meisten Harzdrüsen befinden sich an den kleineren Stielen und im oberen Bereich, wo auch die meisten Blüten wachsen. Mit etwas Übung und handwerklichem Talent kannst Du die Faser auch zusammen mit Papier zur Herstellung von Hanf-Recyclingpapier verwenden oder Deine eigenen Textilien damit herstellen. Für diese beiden Zwecke werden Hanffasern seit langer Zeit genutzt und eignen sich hervorragend – es werden aber doch etwas mehr Stiele dafür benötigt, damit das Sinn macht. Die meisten Gelegenheitsgrower entsorgen die Stiele gut zerkleinert im Hausmüll.“

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