Montag, 17. Dezember 2018

Deutschem droht in Indonesien Todesstrafe – wegen Cannabis

 

 

56-Jähriger beim Haschisch-Schmuggel auf der indonesischen Ferieninsel Bali geschnappt

 

 

Cannabis
Foto: freeimages stockers9

 

 

Sadhu van Hemp

 

 

Indonesien, der weltgrößte Inselstaat mit rund 255 Millionen Einwohnern, ist kein gutes Pflaster für Menschen, die es zivilisiert mögen. Obwohl der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt den schönen Schein einer Demokratie mit weißen Sandstränden zu wahren versucht, der Demokratieindex 2016 sagt etwas anderes aus: Demnach ist die ehemalige niederländische Kolonie eine „unvollständige Demokratie“. Das unterstreicht auch der Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International, der die Präsidialrepublik auf Platz 96 von 180 Ländern verortet. Zum Vergleich: Deutschland steht auf der Rangliste des Korruptionsindex auf Platz 12 – was nun wahrlich kein Ruhmesblatt ist, wenn man sich die Machenschaften der systemrelevanten Wirtschaftselite vor Augen führt. Schlecht bestellt ist es in Indonesien auch um die Pressefreiheit. Auf der Rangliste der Reporter ohne Grenzen steht der größte Staat Südostasiens auf Platz 124 von 180 Ländern.

 

Das Bild eines Willkürstaates rundet die Todesstrafe ab, die die indonesische Justiz noch immer anwendet. Dieses Damoklesschwert schwingt gerade über den Köpfen von zwei Ausländern, die die Polizei letzten Donnerstag auf Bali zusammen mit drei weiteren Drogenstraftätern der Öffentlichkeit vorführte. Die Dramaturgie der Zurschaustellung der Delinquenten war perfekt: Um die Spannung bei der Verbrecher-Präsentation zu steigern, trugen die Häftlinge neben orangefarbenen Overalls auch schmucke schwarze Räubermasken, die ihnen erst später für ein Photoshooting der Pressevertreter abgenommen wurden.

 

Unter den Sträflingen ist auch ein Deutscher, der am 8. Dezember von Bangkok kommend bei der Einreise am Flughafen auf Bali mit 2,6 Kilogramm Haschisch im Gepäck gestellt und festgenommen wurde. Ab einer Menge von über einem Kilogramm Haschisch oder Cannabis wird es lebensbedrohlich. Das indonesische Recht sieht für derartige Delikte grundsätzlich die Todesstrafe vor, sofern keine mildernden Umstände geltend gemacht werden können oder Mauscheleien das Schlimmste abwenden.

Auskunft zur Herkunft des deutschen Todeskandidaten, der nach eigenen Angaben als Therapeut arbeitet, gaben die indonesischen Behörden bislang nicht. Bestätigt wurde nur, dass dem 56-Jährigen vorgeworfen wird, im großen Stil Drogen geschmuggelt zu haben. Das Auswärtige Amt in Berlin reagierte auf Presseanfrage bislang nicht.

 

Neben dem Deutschen wurden vier weitere Ausländer zur Schau gestellt, die in den letzten zwei Wochen ins Netz gingen. Ein chinesischer Staatsbürger (29) hatte 200 Ecstasy-Pillen und 160 Gramm Ketamin zuviel im Gepäck, und bei einem Mann aus Malaysia waren es 15 Gramm Cannabis und elf Ecstasy-Pillen. Einem 45-jährigen Briten wird der Empfang eines Paketes aus Thailand mit rund 30 Gramm Cannabis-Öl vorgeworfen. Ein Peruaner (44) hatte sein Reisegepäck mit vier Kilogramm Kokain beschwert und bangt wie der Deutsche um sein Leben.

Mit den beiden zittern derzeit etliche andere Ausländer und Inländer, die in den Zuchthäusern des Landes auf ihre Beförderung in den Tod warten. Die letzte Hinrichtung wurde vor zwei Jahren vollstreckt.

 

 

Schnelles Login:



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
12 Kommentare
Ältester
Neuster
Inline Feedbacks
Alle Kommentare zeigen
bima
bima
2 Jahre zuvor

Die Gesetze des Gastlandes sollten unbedingt respektiert und eingehalten werden. Infos gibt es hier: https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/indonesien-node/indonesiensicherheit/212396

Rainer Sikora
Rainer Sikora
2 Jahre zuvor

Ob unsere Politiker sich um das Wohl des Deutschen kümmern würden,oder sich für ihn einsetzen,bezweifel ich.

Inanna
Inanna
2 Jahre zuvor

Cannabis ist Teil der Natürlichen , positiven ,Schöpfung Allah´s . Ein Indonessisches Cannabisverbot , ist somit Blasphemie und eine schwere Beleidigung ,Frommer Pakistanischer Muslime .

R. Maestro
R. Maestro
2 Jahre zuvor

Mal wieder dient Hanf zur Demonstration von Macht.

„Dank der US Farm Bill, die das Haus am Mittwoch mit 369 zu 47 Stimmen verabschiedet hat, können amerikanische Bauern Hanf pflanzen und ernten, eine Sorte der gleichen Pflanzenart, aus der Marihuana stammt. Die Gesetzesvorlage verabschiedete den Senat am Dienstag mit 87 zu 13 Stimmen, und Präsident Donald Trump hat seine Unterstützung bekundet.“

Es muss sich endlich etwas ändern, vor Allem im Falle Todesstrafen.
Die Farm Bill sollte diese Woche unterschrieben werden, mal sehen.
Es wäre ein riesiger Durchbruch.

Ralf
Ralf
2 Jahre zuvor


„Die Gesetze des Gastlandes sollten unbedingt respektiert und eingehalten werden. Infos gibt es hier“
Das ist untertänigster Blödsinn. Unrechtsgesetzte sollte man überall auf der Welt brechen! Allerdings sollte man dabei nicht sein Leben riskieren und Indonesien gehört, genau wie z.B. Singapur, Malaysia,Saudi Arabien für zivilisierte Menschen und erst recht für Cannabisuser, zu den No-Go-Airias auf dieser Welt, dort würde ich nie hinahren genau wie z.B. immer noch einige Staaten der USA wie Texas,Oklahoma,Louisiana usw. wo es unter Umständen lebenslänglich gibt.

Ulrich Hartwig
Ulrich Hartwig
2 Jahre zuvor

Die WHO wartet mit der Bekanntgabe der Ergebnisse der Cannabisneubewertung
obwohl es immer noch Köpfe kostet . Das Schuldkonto der Prohibitionisten wächst und wissenschaftliche Untersuchungen fallen den Fakemöglichkeiten zum Opfer.
Welche Staaten haben interveniert- nur die , die mittlerweile wissen , dass sie Dreck
am Stecken haben. – aber, oh Wunder, die Legalisierung wird wohl jetzt von Trump durchgesetzt,
sonst treten ihm seine Bauern in den Arsch. Was für eine verrückte, revolutionäre
und beängstigende Zeit.

bima
bima
2 Jahre zuvor

@Ralf, du hast ja vollkommen recht. Ich bin auch Cannabis-User, aber ich finde, auf Bali braucht man keine Drogen. Bali ist die Droge! Ich reise seit fast 30 Jahren regelmäßig nach Bali und konsumiere dort so gut wie nichts (4 oder 8 Wochen Pause vom Dauerkonsum schadet nicht), wobei es in den Touristen-Zentren Drogen aller Art an jeder Ecke gibt. Wenn es mich mal überkommt, ziehe ich Pilze vor. Die wachsen auf jedem Kuhmist und kosten nichts. In einem Omlette schmecken die vorzüglich (von wegen Gesetze achten (-; ). Vorsicht! 1 Gramm, egal was, kostet 6 Jahre ‚Kerobokan‘ https://www.youtube.com/watch?v=MV3FLS0q9M4 Man kann zwar Widerspruch einlegen, dann kostet es aber 7 Jahre.

Ralf
Ralf
2 Jahre zuvor


Man unterstützt dieses drecks Mörderpack weil man diesem Verbrechergesindel auch noch Geld an den Arsch trägt. Indem man sich in diesen Ländern touristisch amüsiert verhöhnt man die Opfer und macht mit den Tätern gemeinsame Sache, damit bezahlt man den Unterdrückungsapparat und man ist MITSCHULDIG !
Was mich mittlerweile an den Menschen am allermeisten abstößt, ist ihre Inkonsequenz die sie mit jeder Menge Heuchelei rechtfertigen!
Wenn man auf Gewalt verzichten will, um etwas zu ändern, ist konsequentes denken, reden und handeln die Grundvoraussetzung, sonst ist alles für den Mülleimer, also fahrt nicht in solche Länder!

bima
bima
2 Jahre zuvor

@Ralf, in Bali lebe ich abseits der ausgelatschte Touristenpfade in den Dörfern meiner „Familien“ und Patenkindern und bringe mich in die Dorfgemeinschaft ein. Ich brachte lm Laufe der Jahre viele maßgeschneiderte Rollstühle für Kinder mit, damit sich die Mentalität ändert, behinderte Kinder endlich ans Tageslicht zu befördern. Mit Erfolg! Ich beteilige mich finanzell an Projekten für die Ärmsten, unterstütze die Opfer auf Lombok, den Gilis und auf West-Sulawesi. Zur Information: Die Balinesen praktizieren einen bunt, laut, liebenswürdigen und äußerst tolerante Form des Hinduismus, der von Indien als eigenständige Religion anerkannt ist. Apropos Gesetze achten (an dieser Stelle darfst Du mir Heuchelei vorwerfen) nehme ich an, für Ausländer verbotenen!, Demonstrationen teil. Nein, nicht für freies Gras. Das gedeiht auf Sumatra wild,… Weiterlesen »

bima
bima
2 Jahre zuvor

@Ralf,

dein Beitrag halte ich für unbedacht. Von weit außerhalb der Szene und in völliger Unkenntnis der Umstände Menschen zu verurteilen, die in Aceh inkauf nehmen öffentlich ausgepeitscht zu werden, weil sie am Wegesrand Cannabis indica-Blüten pflücken… Besser wäre es, wenn Du dich solidarisch mit diesen Menschen erklärst, statt über unser Land (und Wasser) zu lamentieren. Sicher liegt vieles im Argen. Das möge dann in einem anderen Thema zur Sprache kommen.

Hormat

bima

FREE WEST PAPUA
2 Jahre zuvor

FREE WEST PAPUA !

Ralf
Ralf
2 Jahre zuvor

@bima Ok, ich habe darüber noch mal nachgedacht und gebe zu, daß das Thema so komplex es sich in der Realität darstellt, nicht mit so einfachen Worten behandelt werden kann, wie ich es getan habe. Sollte ich damit jemanden verletzt haben tut mir das leid, es war keinesfalls meine Absicht, im Gegenteil leide ich mit allen durch korrupte Regierungen geschädigten Menschen und habe höchsten Respekt vor allen die etwas dagegen tun, egal in welchem Land. Ich glaube du meinst mit Landgewinnung, Landraub und Raubbau, und da bin ich ganz auf deiner Seite. Ich kenne das aus Südamerika und dort morden kapitalistisch rechte Todesschwadronen um Kleinbauern von ihrem Land zu vertreiben, denen bleibt dann nichts weiter übrig als Wald zu roden… Weiterlesen »