Montag, 16. Juli 2018

Großrazzia beendet legalen Verkauf von Cannabis

 

 

Polizei stürmt „Hanfbar“ in Braunschweig während der Eröffnungsfeier und erbeutet 200 Verkaufseinheiten Hanftee

 

 

 

 

Eine tagesaktuelle Glosse von Sadhu van Hemp

 

 

Rund eine Million besorgte Bürger im Großraum Braunschweig können aufatmen und wieder ihre Kinder auf der Straße spielen lassen. Am Samstag durften mehrere Dutzend Polizisten im Anti-Cannabis-Krieg mal so richtig die Repressionskeule schwingen, um der organisierten Nutzhanf-Kriminalität einen ordentlichen Tiefschlag zum Wohle des deutschen Volkes zu verpassen.

Der generalstabsmäßig geplante Generalangriff erfolgte Punkt 18 Uhr 30 in der von Passanten dicht gefüllten Braunschweiger Innenstadt. Ein Großaufgebot der Polizei sperrte das Kampfgebiet rund um den Friedrich-Wilhelm-Platz weiträumig ab. Um bei der Kampfhandlung im Anti-Cannabis-Krieg unnötigen Kolletaralschaden zu vermeiden, wurde vorsorglich auch der öffentliche Personennahverkehr eingestellt. Bei dem dann erfolgten blitzartigen Überfall auf das Ladengeschäft „Hanfbar“ konnten die bis unter die Zähne bewaffneten Volkspolizisten das Widerstandsnest der Nutzhanfrebellen ausräuchern, ohne von der Schusswaffe Gebrauch machen zu müssen.

 

Ein Polizeisprecher bestätigte, dass mutmaßliche Betäubungsmittel sichergestellt und zur Analyse dem Landeskriminalamt (LKA) übergeben wurden. Insgesamt soll es sich um mehr als 200 sogenannte Verkaufseinheiten mit Hanfblüten(tee) handeln. Die Großrazzia war auf Antrag der Staatsanwaltschaft von einer Richterin des Amtsgerichts Braunschweig angeordnet worden, nachdem es zuvor Hinweise gegeben hatte, dass in dem am selben Tag eröffneten Laden unerlaubt Betäubungsmittel gehandelt würden.

 

Der am Samstag erfolgreich durchgeführte Anti-Drogen-Kampfeinsatz der Polizei ist die zweite Großschlacht gegen die Betreiber der „Hanfbar“ in Braunschweig binnen weniger Wochen. Bereits am 3. Juli wurde die 2017 eröffnete erste „Hanfbar“-Filiale in der Mühlenpfordtstraße von der Exekutive gestürmt und des Warenbestands beraubt. Dabei wurden auch die Wohnungen und der noch im Aufbau befindliche Laden in der Friedrich-Wilhelm-Straße 47 auf den Kopf gestellt. Laut Staatsanwaltschaft basierte der Durchsuchungsbeschluss auf dem Verdacht, dass in der „Hanfbar“ Cannabis zum „Rauschkonsum“ verkauft wurde. Bei der ersten Razzia wurden drei Kilogramm Hanftee konfisziert. Das von der Braunschweiger Staatsanwaltschaft gewünschte Untersuchungsergebnis über die Toxizität der Nutzhanfblüten konnte das LKA allerdings noch nicht vorlegen.

 

Der Eigner der „Hanfbar“, Bardia Hatefi, gegen den nun wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt wird, kritisiert die Großrazzia als „Farce“. Die „Hanfbar“ würde nur Lebensmittel aus Nutzhanf anbieten. Das Sortiment umfasst unter anderem Hanftee, Hanfsamen, Hanfpesto und Hanfkosmetika, aber auch Smoothies und Snacks. Der THC-Gehalt der verwendeten Hanfblüten läge unter 0,2 Prozent, wird auf der Homepage der „Hanfbar“ versichert. Hatefi bestreitet, irgendetwas Illegales getan zu haben, da „Nutzhanf“ in Deutschland legal angebaut und verwendet werden darf. Der Staatsanwaltschaft wirft er vor, „uns austrocknen und ausräuchern“ zu wollen. Die bei den Razzien beschlagnahmten Mengen Tee hätten einen Verkaufswert um die 50.000 Euro. Zudem fehle eine von der Polizei aus der Tageskasse entwendete fünfstellige Summe. „Da kriegt man schon langsam Existenzängste“, sagte Hatefi, der den Aktionismus der Braunschweiger Strafverfolgungsbehörden als „eine Kampfansage“ versteht, die sich „gegen die heilende Pflanze und gegen all diejenigen“ richtet, „denen sie hilft“.

 

Abonnieren
Benachrichtige mich bei

Schnelles Login:

19 Kommentare
Ältester
Neuster Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare zeigen
Paco Escobar
6 Jahre zuvor

Einfach widerlich wie die Staatsgewalt gesetzestreue hart arbeitende Menschen, die sich eine Existenz aufbauen wollen, gnadenlos niederprügelt….und das auch noch ohne den geringsten Beweis für eine Straftat zu haben!! Widerlich!!! Und noch bevor das Laborergebnis der beim ersten Überfall beschlagnahmten Produkte vorlag, direkt wieder den nächsten haltlosen Polizei(Terror)Einsatz starten…..
Das muss ein Ende haben!!!
Haben diese Lachnummern denn nicht genügend richtige und echt wichtige Arbeit zu tun???
Armes Deutschland…. mittlerweile leider ein Polizeistaat

Pseudonym
6 Jahre zuvor

Traurig traurig.
Wann geht der sinnlose Kampf endlich vorbei. Wenn sogar gegen CBD-Produkte, die von der WHO als in keiner Weise gesundheitsschädlich eingestuft wurden, gekämpft wird… Das ist schon traurig. Festgefahrene Ideologien. Beschränktes Deutschland.
Ein Armutszeugnis. Hoffentlich kämpft der gute Mann weiter. Aber gute pr ist es, ich kannte den Laden nicht. Von Hannover nicht weit weg, würde ich gerne Mal besuchen

Rainer Sikora
6 Jahre zuvor

Das Wort Hanf hätte vielleicht den guten Ruf von Braunschweig beschmutzt.Zu undeutsch.

Dorfkrug Rutenberg
6 Jahre zuvor

…und ist das Hirn auch noch so klein – dann wird er halt ein Bullenschwein!
Alle noch in Blau vom Vorabend, mit einem IQ von knapp über 50, prügelnd durch die Fussgängerzonen streifend.
Sind halt doch nur PEGIDA – und AfD – Schergen.

Meckerkasten
6 Jahre zuvor

Ihr Haschgiftfixer seid nicht braun – und schweigen könnt Ihr auch nicht…das ist das Problem!

R. Maestro
6 Jahre zuvor

Erstaunlich, für was alles Geld vorhanden ist.
So lange man mit solch etwas beschäftigt ist, braucht man sich richtigen Verbrechern nicht in den Weg stellen.
Zwar nicht wirklich ehrenhaft, eher ekelhaft, aber viel sicherer und leichter.
Einerseits beklagt man Arbeitslosigkeit, andererseits ist man anscheinend bemüht, Leute zu ruinieren, bzw. deren Existenz zu zerstören.
Diese widerliche Doppelmoral bei uns.

Irgendwer
6 Jahre zuvor

“Zwar nicht wirklich ehrenhaft, eher ekelhaft, aber viel sicherer und leichter.”
Womit wir dann wieder bei den Nazi-Vergleichen wären.
Damals war’s sicherer haufenweise Juden zu töten als selber an der Front in Gefahr zu geraten

R. Maestro
6 Jahre zuvor

Ich will mir zwar Vergleiche zur NS-Zeit ersparen, für das Handeln damals hinkt jeder Vergleich hinterher.
Aber einige Parallelen lassen sich leider nicht abstreiten.
Früher waren es Juden, also Menschen,
später Homosexuelle, also Menschen,
heute Konsumenten, auch Menschen.
Wie es bei Erstgenannten war, Gott sei Dank, man hat sich ein wenig gebessert. Unter Zwang.
Aber es läuft immer wieder auf einen Punkt hinaus:
Wir, (unsere Regierung) sind die Guten und wir müssen euch, die Bösen, (Konsumenten/Patienten/Bürger/Steuerzahler/ usw.) bekämpfen, egal, ob diese anderen schaden.
Scheissegal, ob es etwas bringt.
Was zählt ist Macht und Hirarchie!
Konsumenten haben Argumente, die Gegenseite kaum. Aber Schusswaffen!
Da haben wir es wieder: Unter den Talaren, herrscht der Muff von tausend Jahren.

Irgendwer
6 Jahre zuvor

Die Gegenseite, z.B. Apotheke adhoc de , haut inzwischen offenbar Kommentare weg.
Was anderes können sie nicht mehr.
Die Zusammenfassungen in 3 Kuchendiagrammen, die ich dort am WE als Kommentar gepostet hatte und auch andere Kommentare werden nicht mehr angezeigt

Aktivist
6 Jahre zuvor

Es gibt heute die Möglichkeit direkt vor Ort den thc Gehalt zu ermitteln!
Dafür gibt es kleine Geräte!
Ich hoffe das der Laden Inhaber wenigstens eine angemessene Entschädigung bekommt und für seine Rechte kämpft!

Das ist nicht nur Geschäftschädigend sondern auch rufmord!

Aber sowas ist der Staatsanwaltschaft scheinbar egal!
Die Staatsanwaltschaft ist nicht der Gott!

BurningChurro
6 Jahre zuvor

“Früher waren es Juden, also Menschen,
später Homosexuelle, also Menschen,
heute Konsumenten, auch Menschen.”

Na dann sind hoffentlich die nächsten diese Politiker, auch Menschen…zwar Arschlöcher, aber auch Menschen

Alexander Müller
6 Jahre zuvor

JETZT Unterschriften für die Petition Strafverfolgung von Cannabis-Patienten beenden sammeln! Damit sich jeder selbst helfen darf! https://www.petition.cannabis-med.org/

Den Bundesregierung plante von Anfang an nur 2,5% der Patienten zu versorgen und damit den medizinischen Notstand der Patienten:
Israel hatte 2016 bereits 25000 kranke
Menschen mit Hanf behandelt bei einer Bevölkerung von 8.3Millionen
Einwohner .

Deutschland will 2022 laut Zahlen der
Bundesregierung im Jahr 2022 gerade mal 5500 Patienten versorgen bei
9,8mal höherer Bevölkerung. Somit wird die Bundesregierung nach
Israel Patienten Zahlen auf Deutschland umgerechnet, gerade mal 2,5%
der Patienten in Deutschland versorgen.

Daran sieht man jeder dem es helfen
kann sollte

Zahlen der Bundesregierung dem Spiegel:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/cannabis-auf-rezept-grosse-erwartungen-viele-offene-fragen-a-1150237.html

Quelle Patienten zahl Israel
Deutschlandfunk:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/marihuana-cannabis-fuer-kranke-israel-ist-der-vorreiter.1079.de.html?dram:article_id=356092)

Horst S.
6 Jahre zuvor

Endlich handelt unsere Polizei mal !

Mich Stören diese Junkies schon ewig die da dauernd vor dem Laden Herumlungern.

Irgendwer
6 Jahre zuvor

Was is’ er denn für ‘n halbgares Hähnchen… nicht ganz knusprig der Horst 😀

Chris
6 Jahre zuvor

Die sind selber schuld, so geht man nicht an die Sache ran. Das ist Deutschland… Das Ende vom Lied wird sein, dass CBD verboten wird. Damit boykottiert man sämtliche Arbeit des DHV und anderen die sich an Gesetze und Entwürfe halten. Hier wird doch schamlos an alles und jeden verkauft, marketing für u16… Wie kann man so dumm sein, ohne jegliche rechtliche Grundlage so einen Aufriss machen. Das wird dem ganzen Thema, Dank auch der Presse, einen fahden Beigeschmack für alle Cannabis Konsumenten geben. Und ich weiß wer ganz sicher keine Lizenz im Fall der Entkriminalisierung bzw. Legalisierung bekommt. Hoffentlich verschwindet die Hanfbar ganz schnell wieder… Wie kann man so dumm sein wie diese Jungs….

Irgendwer
6 Jahre zuvor

@ Chris
Was mir negativ aufgefallen ist bei der Hanfbar:
Erwähnungen von Hanf als -Tee zur Beruhigung- und -gegen Schmerzen-
damit hält der Laden doch grenzenlos naiv und suggestiv den falschen Status BtM aufrecht.
Man hätte besser andere Eigenschaften, die dem CBD auch zugeschrieben werden erwähnen können. Antientzündlich, knochenstärkend … gibt einiges was nicht mit Betäubung assoziiert wird
[eingebettete Grafik CBD_Wheel.png von weedmaps.com nicht mehr verfügbar]

Chris
6 Jahre zuvor

@Irgendwer Stimme dir voll zu, die machen alles falsch was man falsch machen kann, auch das u16 Marketing mit Mongo rappern geht absolut gar nicht

fsefsefsef
6 Jahre zuvor

hab ich doch glatt meine guten morgen oxy fallen lassen als das los ging da, und dann auch noch den halben flachmann verschüttet, das nur wegen der hanfjunkies!!!! schlimm