Samstag, 7. Juli 2018

Bud Spencer muss im Sommer drinnen anbauen.

 

Mit der Sonne im eisernen Herzen

 

 

 

Text: mze/ Photos: Bud

 

Es lässt sich nur einschätzen, wie viele Menschen in diesem Sommer ein kleines Projekt in der Wildnis gestartet haben, welches ihnen im Herbst ein freudiges Erntedankfest mit Marihuanaknospen garantieren soll. Leider dürfen und können ein ebenso schlecht einzuschätzender Haufen an Growern ihre Umgebung nicht für den Anbau von Cannabis nutzen, sodass trotz energiesparender Sommersonne viel Strom für das Wachstum von Hanfpflanzen in Wohnungen und Häusern, Garagen und Kellern verschwendet werden muss. Auch bei dem dicken Italiener Bud Spencer brennt bei hellstem Sonnenschein immer irgendwo ein Lämpchen, das für das Überleben verschiedener Varietäten Cannabis sorge trägt, weil die Umwelt zumeist leider weiterhin allergisch auf die natürliche Nutz-, Heil- und Rauschpflanze reagiert. Doch Bud Spencer trägt die Sonne im eisernen Herzen, selbst wenn einige Mehrkosten bei der einfachen Produktions seines hochklassigen Marihuanas entstehen.

 

Schon seit vielen Jahren ist bei Bud Spencer unter anderem ein praktischer Micro Harvester im Einsatz, der als kompakte Growbox alle nötigen Innereien zur Herstellung von Cannabisblüten bietet. Ohne bisher viele zusätzliche Gerätschaften dafür anschaffen zu müssen, diente der Harvester immer zuverlässig und war schon für einige produktive Saisons verantwortlich, die in der Regel einen Rhythmus von acht Wochen beanspruchen. Dies liegt an den gewählten Hanfvarietäten, bei denen Bud stets auf eine schnelle Reifung achtet. Zuletzt – nach einem Dilemma mit Thripsen – standen acht Super Skunks von Sensi Seeds sowie vier vermutete OG Kushs in der Blüte, die ungefähr nach 55 Tagen zwölf Stunden andauernder 300-Watt-Beleuchtung durch eine Natriumdampflampe bereits fertig zum Ernten sind. Hier bei handelt es sich um eine Gib-Lightning-Glühbirne, die eigentlich auf 250-Watt ausgelegt wurde, jedoch mit dem ebenfalls von Gib-Lightning stammenden 300-Watt-Vorschaltgerät bestens zurecht kommt. Die stärkere Lichtleistung kostet zwar etwas Lebensdauer, jedoch empfiehlt es sich eh nach ungefähr eineinhalb Jahren nach einem neuen Leuchtmittel Ausschau zu halten.

 

 

Obwohl auch spürbare Hitze durch die künstliche Sonne verursacht wird, konnte Bud Spencer zu bestimmten Jahreszeiten schon häufiger auf einen Ventilator verzichten, was für die Luftaustauschleistung des im Micro Harvester verbauten Lüfters spricht. Dieser ist eh schon ein Highlight des Systems, weil sich der rotierende Propeller innerhalb des Kohlefilters befindet, der seine gefilterte Abluft durch ein Cooltube-System am Leuchtmittel vorbeiführt und somit für etwas Kühlung innerhalb der metallischen Growingbox sorgt. Im Sommer wird ein zusätzlicher Ventilator jedoch Pflicht, sagt Buddy, der auch weitere Nutzen in zirkulierender Frischluft findet. So wird die Feuchtigkeit stärker vertrieben, Pflanzenspitzen verbrennen nicht so leicht in der Nähe der Natriumdampflampe, und sogar die Knospenqualität profitiert leicht durch eine bessere Durchlüftung.

 

Da Bud Spencer von Plastiktöpfen auf Stoffkübel umgestiegen ist, staut sich teils das vergossene Gießwasser etwas am Boden der Pflanzwanne innerhalb des Harvesters, sodass eine hohe Luftfeuchtigkeit stets beobachtet gehört, um den Befall von Schimmel oder Mehltau zu vermeiden. Buddy gießt deshalb auch nur nach, wenn ein paar Zentimeter des genutzten Kokossubstrates vollständig durchgetrocknet sind und die Root-Pouches beim seichten Anheben ihre wasserlose Leichtigkeit beweisen. Seit Jahren verlässt sich der heimliche Heimgärtner mit italienischer Abstammung auf die Qualitätsdünger von GHE, die in der Vergangenheit noch einmal verbessert werden konnten. Die Dreikomponentendünger des Herstellers sind einfach in der Anwendung und erlauben nach etwas Einspielzeit einen unproblematischen, schon fast automatisierten Einsatz, schwärmt Bud Spencer bei jedem Gespräch. Innerhalb des Blütenzyklus, der mit der Beleuchtungsdauer von zwölf Stunden eingeleitet wird, steigert man die Mengen der drei unterschiedlichen Komponenten im Gießwasser etwas, die von den Hanfpflanzen dann in voluminöse Cannabisknospen umgewandelt werden.

 

 

Einfach verständliche Düngeschemen sind für den Anbau auf Erde, Kokos oder Steinwolle geboten, sodass auch Neulinge keinen Ärger mit dem Dünger bekommen, nutzen sie ein EC-Messgerät sowie einen pH-Wert-Prüfer. Diese beiden Gerätschaften gehören laut Buddy auch heute noch zum Grundequipment eines Growers, damit die Zöglinge in der künstlich geschaffenen Natur wenigstens stets vernünftig mit Nährstoffen versorgt werden – und nicht durch falsche Fütterung zugrunde gehen. Zu Beginn der Blütenphase versorgt Bud Spencer die ausschließlich weiblichen Hänflinge mit einem EC-Wert von 1,0, den er im Laufe von sechs bis sieben Wochen auf 2,0 anzuheben versucht. In der achten Woche wird dann nur noch mit Wasser gegossen, damit das später zum Konsum eingeplante Gras nicht zu stark am Kehlkopf und an den Bronchen kratzt. Am Ende der sich ständig wiederholenden Prozedur werden die Pflanzen beschnitten und in einer dunklen Box verkehrt herum aufgehängt. Bei hohen Sommertemperaturen darf sodann auch der Heimgärtner von der in Wohnungen ebenso spürbaren Hitze profitieren, die sich positiv auf die Trocknung des Pflanzenmaterials auswirkt. Schon nach einer Woche können Knospen von Hauptstielen entfernt und in dafür vorgesehenen Schachteln und Boxen aufbewahrt werden. Regelmäßige Lüftung vertreibt verbleibende Restbestände von Feuchtigkeit und lässt das gute Gras innerhalb einiger Wochen zu feinster Materie mutieren.

 

Da die Stromkosten überschaubar, der Nutzen unübersehbar und das Hobby somit überzeugend bleibt, ist Bud Spencer zwar jeden Sommer etwas betrübt, dass er nicht den kompletten Vorgarten mit Marihuana begrünen darf, doch jedes ergiebige Erntedankfest aus den metallischen Wänden der im Einsatz befindlichen Growing-Kiste bringt ein bisschen Sonnenschein zurück in das große Herz des sich gern voll hauenden Homegrowers.

 

Der Anbau von Cannabis ist leider noch in vielen Ländern verboten – informiert euch vor dem Einsetzen von Hanfsamen in Erde daher über die Gesetzeslage in eurem Land.

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