Montag, 25. Juni 2018

Keine Cannabis-Diskussion mit Mortler in der Oberpfalz

 

 

Drogenbeauftragte der Bundesregierung lässt ihre Fans und Verehrer vor verschlossenen Türen stehen

 

 

Mortler

 

 

Eine Glosse von Sadhu van Hemp

 

 

Es hätte eine richtig schöne Sommersonnenwendfeier werden können letzten Donnerstag im oberpfälzischen Postbauer-Hengen. Angekündigt war ein Tête-à-Tête mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, die der CSU-Arbeitskreis „Polizei und Innere Sicherheit“ zu einer Podiumsdiskussion eingeladen hatte. Zur Debatte stand die Frage: „Freigabe von Cannabis – das Ende der Stigmatisierung oder ein falsches Signal insbesondere an Kinder und Jugendliche“.

 

Die Vorfreude auf den hohen Besuch aus dem fernen Berlin war groß. Das Städtchen am Fuße des Dillbergs hatte sich herausgeputzt, die Häuser waren mit Fahnen geschmückt und die Kinder mit blauweißen Winkelementen ausgerüstet, um Deutschlands oberste Hüterin von Anstand und Sitte einen würdigen und zugleich überschwänglichen Empfang zu bereiten. Halbstündlich karrte die Eisenbahn Mortler-Fans aus nah und fern an, und manch Einheimischer war mehr als überrascht, dass in Zeiten der Politikverdrossenheit ausgerechnet ein CSU-Urgestein aus Mittelfranken wie ein Popstar gefeiert wird.

 

Doch alle Freude auf einen unvergesslichen Folkloreabend mit Deutschlands Spaßbremse Nr. 1 war umsonst. Am Veranstaltungsort war von der menschenscheuen Polit-Diva weit und breit nichts zu sehen. Zeugen berichten, dass an der Eingangstür des Gasthofes ein Pappschild mit der Aufschrift „CSU fällt aus“ prangte. Der Grund der kurzfristigen Absage wurde nicht genannt. Auch zeigte sich niemand vom CSU-Ortsverband Postbauer-Hengen bereit, den enttäuschten und weinenden Mortler-Fans Rede und Antwort zu stehen, ob und wann es einen Ersatztermin für den ins Wasser gefallenen Diskussionsabend zum Thema Cannabis gibt.

 

Was bleibt, ist große Sorge um die Frau, die ganz Deutschland wie keine andere ins Herz geschlossen hat. Das beharrliche Schweigen der CSU, warum und wieso das gesellige Beisammensein mit Marlene Mortler bei Zwiebelrostbraten und frisch gezapftem Bier ohne vorherige Ankündigung ausfallen musste, gibt Rätsel auf. War sie unpässlich, verkatert, oder hatte sie nur keinen Appetit? Was ist da los? Ist sie krank? Leidet die viel zu oft zu Unrecht gescholtene Mortler unter einem Burnout, bedingt durch eine von Hanflobbyisten ausgelöste Angststörung mit einhergehender Sozialphobie, so dass sich derzeit alle öffentlichen Auftritte verbieten? Fragen über Fragen, die die CSU dringend beantworten sollte, um die Menschen im Lande, die die Bundesdrogenbeauftragte ob ihrer Fürsorglichkeit verehren und lieben, nicht unnötig zu beunruhigen.

 

Wie es auch sei, von Seiten der Hanf-Community sollen Marlene Mortler die besten Wünsche begleiten. Möge sie ins Leben zurückfinden und ihren Fans noch möglichst lange erhalten bleiben. Der Anti-Hanf-Krieg macht nämlich ohne das „Marlenchen vom Hopfenhof“ nur halb soviel Spaß. Und ein bisschen Spaß muss schon sein, wenn man sonst nichts zu lachen hat – als Cannabis-Verbrecher.

 

9 Antworten auf „Keine Cannabis-Diskussion mit Mortler in der Oberpfalz

  1. Lotus

    Zitat:
    „Leidet die viel zu oft zu Unrecht gescholtene Mortler unter einem Burnout, bedingt durch eine von Hanflobbyisten ausgelöste Angststörung mit einhergehender Sozialphobie,“

    „Möge sie ins Leben zurückfinden und ihren Fans noch möglichst lange erhalten bleiben. Der Anti-Hanf-Krieg macht nämlich ohne das „Marlenchen vom Hopfenhof“ nur halb soviel Spaß. Und ein bisschen Spaß muss schon sein, wenn man sonst nichts zu lachen hat – als Cannabis-Verbrecher.“

    gut geschrieben…XD
    Wahrscheinlich wußte sie das es gefährlich wird ,sobald es eine öffentlich Debatte wird,
    denn dort kann jeder mit jeder Meinung auftauchen,
    sie geht wohl lieber kein Risiko ein,bei den schwachen Argumenten die sie hat.

    Peacezeichengruß

  2. Irgendwer

    @ Otto Normal
    AFD-Fan ? Dann sieh dir mal an was der Typ von der AFD dort gebracht hat:
    …..ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Gruene-und-FDP-scheitern-mit-Cannabis-Vorstoss,cannabis484.html

    Die AFD kann von mir aus dumm sterben.
    Die sind’s nichtmal wert ’ne Infomail zu bekommen !

  3. Martin

    Nun, die Afd ist keine Hanfpartei. Wenn die weiter zulegen könnte eine Leglisierung weiter in die Ferne schweben. Positiv wäre nur das die CSU evtl. eine Koalition mit FDP/ SPD eingehen müsste und dadurch ihre harte Haltung in Bezug auf Cannabis ändern müsste.

  4. Lotus

    @Otto Normal
    Zitat:“unseren Führer “
    Sorry aber der Mann von dem du redest war nicht „unser Führer“
    unsere Generation hat damit eigentlich garnix mehr am Hut,
    was in der Politik leider wohl noch anders aussieht…
    Zitat:“Klar kann da jeder mit jeder Meinung auftauchen und möglicherweise mit faulen Eiern bewaffnet sein“
    Ach nö…faule Eier brauchen wir bei der nicht,
    gute Argumente und Wissen werden sie plätten ;D
    aber deswegen steht sie ja nicht den kampf,
    den wer so schwach ist und so einen auf Dicke Hose macht wird verlieren in so einer Debatte…
    in etwa so XD

    Peacezeichengruß

  5. Karli

    Weil hier von der AfD die Rede war:
    hier mal ne andere neue Partei die, in Bezug auf Hanf, nicht solche angestaubten Ansichten vertritt (ab 9:10).

  6. R. Maestro

    Na, ein neuer Termin und eine andere Örtlichkeit.

    Auf dem Blocksberg in der nächsten Walpurgisnacht,
    und eine Ecke, an welcher man sein Fahrzeug, Fluggerät oder,
    am ehesten Besen, parken/abstellen kann, wird sich auch noch finden.

  7. R. Maestro

    Um dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen:

    Sie verprellt jetzt auch ihre Anhänger, lässt sie im Regen stehen und ziemlich sicher auch auf den Kosten, vor Ort, sitzen.
    Den Einsatz des Sicherheitspersonals zahlen wir ALLE.
    Interessant zu sehen, wie verlässlich und glaubwürdig ihre Ansagen und Aussagen sind.

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