Montag, 4. Juni 2018

WHO diskutiert Gefährlichkeit von Cannabis

 

 

Von Cannabis ist die Rede

 

 

Sachverständigenausschuss für Drogenabhängigkeit der Weltgesundheitsorganisation diskutiert Gefährlichkeit von Cannabis

 

Sadhu van Hemp

 

 

Am morgigen Dienstag kommt das „Expert Committee on Drug Dependence“ der WHO in Genf zusammen, um darüber zu debattieren, inwieweit die Einstufung von Cannabis als gefährliche Droge noch zeitgemäß und haltbar ist. Bis Donnerstag wird das Expertenkomitee (ECDD), das bereits letztes Jahr den Wirkstoff CBD als ungefährlich beurteilt hatte, die Köpfe rauchen lassen. Das ist ein Vorgang, der aufhorchen lässt: Seit Inkrafttreten des Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel anno 1961 beschäftigt sich die ECDD-Konferenz erstmalig mit der Klassifizierung von Cannabis in der Substanzkategorie der harten Drogen. Und es sieht ganz danach aus, als könnte sich ein Paradigmenwechsel anbahnen, wenn am Ende der Konferenz die Empfehlung ausgesprochen wird, Cannabis nicht länger in einer Reihe mit Heroin und Kokain als gesundheitsschädliches Suchtgift zu listen.

 

Schaffen es die Wissenschaftler und Experten aus aller Welt, sich zu einigen und die Weltgesundheitsorganisation aufzufordern, Cannabis aus der „Schmuddelecke“ zu holen, bekäme die Legalisierungsdebatte einen gewaltigen Auftrieb, der insbesondere denen nicht gefallen wird, die die Prohibition u.a. damit rechtfertigen, dass die UN-Konvention gegen narkotische Drogen jeglichen Friedenschluss im Anti-Hanf-Krieg verbietet. Die dienstälteste Bundesdrogenbeauftragte aller Zeiten verlöre mit der Herabstufung von Cannabis eines ihrer wichtigsten Argumente im Kampf gegen die Freigabe. Bislang beruft sich die Dame darauf, sich in ihrer Funktion als Drogenbeauftragte an die Beschlüsse der WHO und die Vorgaben des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) zu halten. Das deutsche Betäubungsmittelgesetz ist somit ohne Wenn und Aber dem Einheitsabkommen über Betäubungsmittel unterzuordnen. Eine Änderung der Single Convention on Narcotic Drugs hinsichtlich der Gefährlichkeit von Cannabis brächte Marlene Mortler in Erklärungsnot und die Bundesregierung unter Zugzwang. Zudem würden Tür und Tor für clevere Advokaten geöffnet, die auf dem Klageweg den Prohibitionisten das Handwerk zu legen versuchen.

 

Das 40. Treffen der „Expert Committee on Drug Dependence“ könnte also das Fanal der weltweiten Legalisierung von Cannabis werden, sofern die WHO-Bürokratie mitspielt und den Friedensprozess nicht gezielt verschleppt. Bei aller Euphorie über den zu erwartenden  Sinneswandel des Expertenkomitees darf nämlich nicht außer Acht gelassen werden, dass sich die WHO zu 75% aus Spenden finanziert. Drei Milliarden US-Dollar lassen es sich die Großsponsoren kosten, um einen Fuß in der UN-Koordinationsbehörde für das internationale öffentliche Gesundheitswesen zu haben. Und die Pharmalobby ist mit vielen Füßen vertreten.

 

Doch auch die WHO kann nicht gänzlich die Augen verschießen. Das Cannabisverbot ist veraltet – und Kanada und Uruguay haben vorgemacht, wie es geht, sich ungestraft über das von über 180 Ländern ratifizierte UN-Einheitsabkommen hinwegzusetzen und eigene, neue Wege in der Drogenpolitik zu gehen. Die WHO steckt zweifelsohne in der Zwickmühle: Einerseits ist die weltweite Cannabis-Legalisierung nicht aufzuhalten, anderseits sind alle Resolutionen und Empfehlungen in der UN-Vollversammlung zum Scheitern verurteilt, so lange Prohibitionsstaaten wie China, Frankreich und andere Schurkenstaaten bei ihrem strikten Nein bleiben.

 

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Sadi aus m Loch
Sadi aus m Loch
3 Jahre zuvor

Es geht bei dieser Sitzung darum ob neben THC auch alle anderen Cannabinoide auf die Verbotsliste kommen (Shedule 1)

Wie kann man nur solch einen Blödsinn verbreiten und die Leute verarschen

Rainer Sikora
Rainer Sikora
3 Jahre zuvor

Ich glaube auch nicht daran,daß sich durch die Debatte in Deutschland irgendetwas ändert.Und ob alles stimmt,was die Gegner der Legalisierung mal wieder von sich geben werden, bezweifle ich schon jetzt.Am Ende bleibt alles wie gehabt,nur die Strafverfolgung wird weiter verschärft.

R. Maestro
R. Maestro
3 Jahre zuvor

Naja.
Die UNGASS 2016 in New York hat bereits enttäuscht,
also am besten man erwartet sich – NICHTS.

Aber sollte sich hierzulande eine Veränderung in Richtug Entkriminalisierung geben, dann kann man sich ja denken,
wer nochmal ganz gewaltig Punkte für die Sterne sammelt.
Auf Teufel komm raus, ohne Rücksicht auf Verluste.

Ralf
Ralf
3 Jahre zuvor

” Das Cannabisverbot ist veraltet” das mag es zwar sein, dann sind die Rassenschandegesetze der Nazis eben auch nur “veraltet”. Kriminelle diskriminierende Gesetze sind nicht veraltet sondern ein Verbrechen!
Wie könnt ihr diesen Mist von “nicht mehr Zeitgemäß” oder “veraltet” hier immer wieder wiederholen? Das ist ein Schlag in die Fresse aller Opfer deren Leiden laut eurer Aussage ja zeitgemäß und damit korrekt war, und das macht ihr mindestens so gut wie die Mortler selbst !

Ralf
Ralf
3 Jahre zuvor

“Sachverständigenausschuss” von diesen ideologisch verblendeten,geiteskranken, cannaphobischen Irren versteht kein einziger was von der Sache!

Paco Escobar
3 Jahre zuvor

@ Ralf

Du verstehst das völlig falsch….das Cannabisverbot gilt als veraltet etc. da man ja durch Wissenschaft und Medizin mittlerweile weiß, dass die meisten Argumente die zum Verbot führten, an den Haaren herbeigezogen waren und vieles davon heute widerlegt ist…hier seien als Bsp l Aussagen wie ” Gras macht genauso abhängig wie Heroin” oder “Schon wieder ein tragischer Tod durch eine Cannabis-Überdosis.

Die Verbrechen die z.B. die Nazis begangen haben bleiben immer Verbrechen…da ist ja nicht dran zu rütteln dass das falsch und grausam war und es auch heute noch wäre.

Aber Cannabis ist definitiv kein Teufelskraut und die (meisten) Konsumenten definitiv nicht kriminell und/oder gefährlich

Irgendwer
Irgendwer
3 Jahre zuvor

@alle
regt euch mal etwas ab.
Und dann schaut mal im Forum hier nach „Schnauze voll von Prohibitionisten“
greift euch das von mir aus und schiebt es per mail z.B. an die Leute von der WHO weiter…

Anno nym
Anno nym
3 Jahre zuvor

Ich als Deutscher kann die UN nicht leiden.
Gerhard Schröder hat versucht die Feindstaatenklausel streichen zu lassen, ohne Erfolg.
Deutschland und Japan sind doch nur Nationen 3. Klasse, in so einem Verein sollten wir nicht Mitglied sein.

Und selbst mit Volksentscheid dürfen wir uns nicht mit Österreich zu einem Land zusammenschließen.

Dann doch lieber Nichtmitglied als Arschkriecher der Sieger zu sein.

Danke.

Irgendwer
Irgendwer
3 Jahre zuvor


Ich hab mir jetzt ein paar Stichproben aus den PDFs unter dem 2. link von dir kurz angesehen. Das ist VOLLIDIOTIE ! So als würde es um Orangensaft gehen, aber die Vollidioten labern ständig von Dihydrogenmonoxyd (H²O).
Entourage-Effekt ignorieren die anscheinend wie gewöhnlich komplett

Die sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht !

Schickt den Idioten mal die Bilder aus meinem Beitrag im Forum, oder einfach den link zum Beitrag

R. Maestro
R. Maestro
3 Jahre zuvor

Bei ca. 74000 Toten durch Alkohol, im Vergleich zu Cannabis 0 Tote,
kann man sich natürlich fragen, wer hat da seine Finger im Spiel?
Wir wissen es eigentlich sowieso, weshalb immer noch diese Verarschung?

Rico
Rico
3 Jahre zuvor

Es würde doch schon reichen wenn es so ist wie in Österreich oder der Schweiz
Legal CBD Grass rauchen
Mir persönlich ist es egal ob es 1% oder 20% hat.
Der erste Schritt sollte so sein wie in den oben genannten Ländern
Wir können uns in Deutschland nicht erhoffen das es von 0 auf 100 geht wie in Holland, backen wir doch lieber erstmal kleine Brötchen

Ewa
Ewa
3 Jahre zuvor

@ Rico in Deutschland sind CBD Cannabisprodukte bis 0,2 Prozent THC legal.
Geh doch einfach in den Hanfladen in München die haben CBD Knospen und Hasch…

R. Maestro
R. Maestro
3 Jahre zuvor

Mal im Ernst:
Mortler und Merkel haben doch beide ihre Qualifikation.
Sonst hätten sie es nicht soweit gebracht.
Ob der Einsatz der richtige ist, jedem seine eigene Meinung.
Aber bei dieser verrmeintlichen Kompetenz, solches Unwissen?
Was überwiegt? Unwissenheit, Falschinformationen, Inkompetenz,
Ignoranz oder Desinteresse?

70 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg weiß man hier in der Politik ALLLES darüber, angeblich.
Fast 90 Jahre nach dem Cannabisverbot, weiß man immer noch nicht darüber Bescheid?

Oder will man nicht?

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ….

R. Maestro
R. Maestro
3 Jahre zuvor

“weil Cannabis eine illegale Droge ist. Punkt.” “weil ich gerne in der Nähe des Ministers arbeite” “wenn ich nicht weiß, was drin ist, kann ich es nicht konsumieren” “Alkohol hat eine Tradition, Cannabis hat es nicht” “(ca.168?) Staaten haben das Verbot unterzeichnet, daran halten wir uns.” Angesichts dieser Logik, frage ich mich schon, sind dies noch nachvollziehbare Argumente, oder erkennt da jemand, dass er/sie in der Ecke steht. Oder handelt es sich doch um eine Profilneurose? Um die Veteidigung einer kranken Drogenpolitik? Vermutlich. Warum werden nahezu ständig die meisten allg. Exportgrenzen, von Deutschland aus, überschritten? Geld. Die deutschen Waffenexporte übersteigen regelmäßig die erlaubten Höchstgrenzen! “Hey, wir tragen Mordwerkzeug dahin wo Kohle winkt. Nicht mehr und nicht weniger.” Mit dem Segen… Weiterlesen »

Hanf dein Freund und Helfer
Hanf dein Freund und Helfer
3 Jahre zuvor

https://www.facebook.com/1643480862600021/photos/a.1656256014655839.1073741828.1643480862600021/2014694718811965/?type=3&theater Was weiß/wusste die Pharmaindustrie? Die Politik? Seit wann? Wurden wir belogen und betrogen? „Fragen über Fragen“, auf die wir keine befriedigenden Antworten erhalten. Bilden Sie sich bitte selbst ein Urteil. http://www.diehanfinitiative.de [… Mykayla Comstock war seinerzeit die jüngste Krebspatientin, in Oregon, USA, die ihre Leukämie mit Hanfmedizin heilend behandeln durfte. In Oregon, einem von über 20 Bundestaaten, der USA, in dem Hanfmedizin erlaubt ist, gab es schon im Jahr 2012, über 5500 KrebspatientInnen, die Ihren Krebs mit Hanfmedizin heilend behandeln durften. Warum ist das [Anm.: Stand 2016] bei uns verboten? …] https://diehanfinitiative.de/index.php/medizin Lieben Dank an Emin M. Arpaci , der ebenso, wie mein Hausarzt Dr. Schölzel, der mich auch bei meinem „Anbauantrag“ an das BfArM unterstützt hat, ein scharfer… Weiterlesen »

Ralf
Ralf
3 Jahre zuvor

@Paco Escobar Ich sehe das deswegen nicht falsch, weil die Gründe für das Prohibitionsverbrechen schon mindestens seit (Helmut Kohl,Ronald Reagen,Margret Thatcher, Francois Mitterand um gleich die Hauptverbrecher dieser Zeit zu nennen) der Zeit bekannt ist als Jack Heerer sein berühmtes Werk veröffentlicht hat, welches ich in der 2.Auflage schon in den 1980 gern hatte. Die Medizin weiß das schon von Anfang an, und ist deswegen zusammen mit Farmaindustrie mit schuldig, weil sie wider besseres Wissen der Farmamafia freie Hand wenn auch nicht grünes Licht gegeben hat. Zu ihrer Entlastung sei gesagt, daß sie diesen verbrecherischen Marihuana Tax Act, der von Anslinger und seinen Mitverschwörern (ja, es gibt Verschwörungen und nicht nur Theorien), mit kriminellsten Mitteln eingebracht und von ihm, später… Weiterlesen »

Ralf
Ralf
3 Jahre zuvor

@R. Maestro
Was überwiegt? Unwissenheit, Falschinformationen, Inkompetenz,
Ignoranz oder Desinteresse?
Du hast leider das wichtigste Wort vergessen, Korruption! Und das ist auch schon die Antwort auf deine Frage.

Rumpel
Rumpel
3 Jahre zuvor

Was ist nun bei der WHO Debatte passiert? Was wurde gesagt und getan?

Mois
Mois
3 Jahre zuvor

@Rumpel Nun ja… Es gibt wirklich NIRGENDWO Nachrichten darüber ich schätze der Beschluss bzw das Ergebnis der Sitzung hat der Pharma Industrie nicht gefallen ^^ das riecht mir nach Legalisierung.